Anschlag auf Mallorca "Die Eta hat eine Lücke gefunden"
Der Anschlag auf Mallorca trägt die Handschrift der Eta, sagt Experte Brinkmann im Interview. Touristen gehörten jedoch nicht zum klassischen Ziel der Terrororganisation.

© Jaime Reina/AFP/Getty Images
Anschlag auf Mallorca: Steckt die Eta dahinter?
Frage: Herr Brinkmann, auf Mallorca gab es einen Bombenanschlag. Die baskische Terrororganisation Eta wird dahinter vermutet. Könnte das zutreffen?
Sören Brinkmann: Es deutet zumindest sehr viel darauf hin. Das Ziel, die Guardia Civil, und die Art des Anschlags, eine Autobombe, sind typisch für die Eta.
Frage: Aber auf Mallorca kennt man diese Form des Terrors bisher nicht?
Sören Brinkmann:Es gab zwar immer mal wieder kleinere Anschläge, aber das ist zumindest jetzt der erste wirklich größere, bei dem es auch Tote gab. Normalerweise passieren Anschläge wie diese auf dem spanischen Festland, vor allem im Baskenland. Aber die Eta scheint mit Mallorca eine Lücke gefunden zu haben, in der sie mehr Aktionsspielraum hat. Schließlich steht die Eta seit einiger Zeit unter massiven Druck, weil die Polizeiarbeit sehr effizient geworden ist – auch durch enge Kooperationen zwischen der spanischen und der französischen Polizei. Dadurch gab es viele Verhaftungen. Mallorca könnte nun ein Ausweichort für die Terrororganisation sein, zumal ein sehr sensibler durch den Tourismus. Zu erwarten war diese Entwicklung auf jeden Fall nicht, weil nicht viel auf einen Anschlag auf den Balearen hingedeutet hat.
Frage: Muss man sich jetzt Sorgen machen, wenn man auf Mallorca Urlaub machen will?
Sören Brinkmann:Das ist schwer einzuschätzen. Die Sicherheitskräfte sind durch diesen Anschlag auf jeden Fall gewarnt. Außerdem sind Touristen nicht das klassische Ziel der Eta. Aber natürlich besteht auch für Urlauber die Gefahr, dass sie zur falschen Zeit am falschen Ort sein können und so als Passanten in einen Anschlag verwickelt werden können. Aber dass Urlauber selbst zum Ziel von Anschlägen werden, halte ich für relativ ausgeschlossen.
Frage: Vor wenigen Tagen gab es bereits im nordspanischen Burgos ein Attentat. Todesopfer gab es zwar nicht, aber einige Verletzte. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Eta, 50 Jahre nach ihrer Gründung, wieder erstarkt ist?
Sören Brinkmann:Eher nicht. Vielmehr ist es erstaunlich, dass die Terrororganisation überhaupt in der Lage ist, solche Anschläge durchzuführen. Denn durch die vielen Festnahmen und einem bröckelnden Rückhalt in der Bevölkerung, galt die Eta eher als geschwächt. Doch diese Entwicklungen zeigen auch, dass der Terror mit Polizeimaßnahmen allein nicht zu bekämpfen ist.
Sören Brinkmann ist Politikwissenschaftler und Eta-Experte an der Universität Erlangen-Nürnberg. Das Gespräch mit ihm führte Christian Tretbar.
- Datum 31.07.2009 - 12:34 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel 30.07.2009 17:30:46
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Schlimm wäre es, wenn es Moslems waren... Ich vermute einmal, dass das schwerwiegende Folgen hätte, auch wenn es ein vergleichbar kleiner Anschlag war. Für den Tourismus auf Mallorca ist der Anschlag allerdings ein GAU, da man dort auf einer riesigen Blase sitzt, die früher oder später platzt. Die Zeiten des unbeschwerten freien Reisens - eine der Grundforderungen der Demokratiebewegungen in den stalinistischen Regimen Ost- und Mitteleuropas - scheinen allerdings vorbei zu sein.
Einschätzungen zurückhalten. Schon einmal hat man Eta einen Anschlag in die Schuhe zu schieben versucht, der angeblich deren Handschrift trug. Die katalanischen Ballearen sind traditionell anti-zentralistisch und daher aus Eta-Sicht mit Sicherheit kein Anschlagsziel erster Ordnung. Was, wenn es Moslems waren? Kommt dann eine Richtigstellung von »Experte Brinkmann«?
Einiges spricht so gegen die ETA - z.B. dass es vorweg keinen Bekenneranruf gab, der vor dem Anschlag warnte, so dass sich alle Leute in Sicherheit begeben konnten und nur Sachschaden entstand. Zudem: was soll ein Anschlag auf den Balearen, was würde er der ETA strategisch bringen? Absolut nichts. Sie würde sich nur selbst schädigen. Hinzu kommt, dass Palmanova so eine Art Ballermann für Briten und Skandinavier ist, ein 'Reiseziel' zum organisierten Komasaufen.
was soll ein Anschlag auf den Balearen, was würde er der ETA strategisch bringen? Absolut nichts
da könnte man auch sagen, was bringt der ETA ein Anschlag auf dem spanischen Festland
"Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun…"
was soll ein Anschlag auf den Balearen, was würde er der ETA strategisch bringen? Absolut nichts
da könnte man auch sagen, was bringt der ETA ein Anschlag auf dem spanischen Festland
"Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun…"
was soll ein Anschlag auf den Balearen, was würde er der ETA strategisch bringen? Absolut nichts
da könnte man auch sagen, was bringt der ETA ein Anschlag auf dem spanischen Festland
"Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun…"
Da brauchte wohl jemand Vorwände, um nicht über die längst überfällige Selbständigkeit der Basken sprechen zu müssen und stattdessen das Land wieder ein Stück Richtung falangistischen Unrechtsstaat zurückzurücken. Europa nähert sich mit Riesenschritten dem Zustand von 1939. Wie der Entrismus der Nationalsozialisten nach 1945 die Bundestagsparteien in ihrem Sinne gleichgeschaltet hat, gibt es eine entsprechenden Entrismus der Falangisten in Spanien seit 1975.
Warum sollte den Basken nicht billig sein, was im Kosovo "Recht" ist? In einem vereinigten Europa mit offenen Grenzen ist das Besetzthalten anderer Länder, wie im Fall des Baskenlandes durch Spanien, ein Anachronismus und weitgehend sinnlos.
Der Kampf der Bevölkerung eines besetzten Landes gegen die Besatzer ist völkerrechtlich, wie z.B. in Afghanistan, legal und gerade die Baskische Befreiungsorganisation ETA ist bisher immer durch äußerste Schonung der Zivilisten aufgefallen. Der Angriff auf militärische Einrichtungen und deren Personal ist definitionsgemäß kein Terrorismus. Da sollten die Zeit und "Experte" Brinkmann dringend die von ihnen verwandte Terminologie überdenken.
achso, äußerste Schonung der zivilisten...mh....na dann....
ich glaub ich gründe auch eine Befreiungsorganisation und bereite Anschläge auf Kaufhäuser vor.....so lange ich davor warne is ja alles in Ordnung und wenn Leute sterben ist es auch nicht meine Schuld.
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