Eta-Attacken Terrorkrieg ohne Sinn

Vor 50 Jahren kämpfte die Eta gegen die Schergen der Franco-Diktatur. Heute ist sie eine Mafia, die mit Drogen, Waffen und Schutzgeld ihr Geld verdient

Es ist ein Terrorkrieg ohne Sinn und Verstand. Gegen Spanien, jenes demokratische, moderne und weltoffene Königreich. Das jedes Jahr über 50 Millionen ausländische Urlauber außerordentlich gastfreundlich aufnimmt. Ein Land, das nach dem Ende der Franco-Diktatur einen bewundernswerten Aufstieg zu einem bedeutenden, verlässlichen Partner der EU erlebte. Das bei gesellschaftlichen Reformen, etwa in Sachen Gleichberechtigung von Frauen oder gleichgeschlechtlicher Liebe, sogar viele europäische Nachbarn überholte.

Der Terror der Eta erscheint anachronistisch. Denn noch immer behauptet die Organisation aus dem nordspanischen Baskenland, dass Spanien eine "Diktatur" sei. Noch immer glaubt sie, die Baskenregion werde vom spanischen Staat unterdrückt, wie damals unter General Franco. Noch immer fordert sie die Abspaltung des Baskenlandes von Spanien.

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Auch heute noch lebt die Propaganda der fanatischen Separatisten davon, dass Spaniens Demokratie es bis heute nicht schaffte, die dunkle Franco-Vergangenheit, im Baskenland wie auch im restlichen Spanien, aufzuarbeiten. Francos Massenmorde an Regimegegnern, die systematische Verfolgung hunderttausender Oppositioneller sind bis heute ein großes politisches Tabu. Eine ehrliche politische und strafrechtliche Bewältigung findet auch unter Spaniens reformfreudigem Regierungschef, dem engagierten Sozialdemokraten Jose Luis Zapatero, praktisch nicht statt.

Spaniens "Caudillo" (Führer) Franco verfolgte gerade die Basken besonders brutal: Sie wurden von den Guardia-Civil-Polizisten  geschlagen, wenn sie ihre baskische Sprache auf der Straße benutzten. Sie wurden gefoltert oder gleich an die Wand gestellt, wenn sie sich des Widerstandes gegen die Diktatur verdächtig machten. Diese Erinnerung, die von den Vätern an die Söhne weitergegeben wurde, nährt noch immer  die Abneigung vieler Basken gegen Spanien.

Die Eta von heute ist allerdings weit mehr als eine Gruppe durchgeknallter Terroristen. Sie ist eine Mafia, die viel Geld mit Drogenschmuggel, Waffengeschäften und Schutzgelderpressung verdient. Das Märchen von der fortwährenden Unterdrückung des Baskenlandes sichert ihr erheblichen Einfluss und große Macht.

Heute besteht die Bande aus dem Baskenland aus mehreren hundert gewaltbereiten und bewaffneten Extremisten, die von mehreren tausend logistischen Helfern gestützt werden und annähernd 100.000 politische Aktivisten aus dem Umfeld der inzwischen verbotenen Eta-Parteien hinter sich wissen.

Deswegen geht der Eta bis heute, trotz aller empfindlichen polizeilichen Gegenschläge, der Nachwuchs nicht aus. Aber die Luft für die Radikalen wird dünner. Die Zahl der Mitläufer scheint, 50 Jahre nach Gründung der Eta, langsam aber stetig abzunehmen. Das lässt, zumindest langfristig, auf friedlichere Zeiten hoffen. Auch wenn die Eta nun, mit der um die Welt gehenden Nachricht von der Bombe auf Mallorca, Stärke beweisen wollte.

Leser-Kommentare
  1. schade, dass die vorverurteilung der eta auf in der ZEIT weitergeht. nach dem bombenanschlägen von madrid war es auch erst die eta und dann stellte sich heraus, dass das ganze ein schwindel war.

    aber klar, 50 jahre eta, da muss ja irgendwas passieren. leuchtet ja auch ein.

    nur einige fragen:

    angeblich 200kg bombe, die unter einem auto angebracht war. HALLO? wie macht man unbemerkt so eine gewaltige last fest? hat niemand den gabelstapler gesehen, der das herangekarrt haben muss?

    wo ist das bekennerschreiben? die eta steht normalerweise zu dem, was sie macht.

    kann es sein, dass die wahlen in einigen europäischen staaten und die stetig aufflammende debatte um verschärfung der sicherheitsrichtlinien gegen terror aller art wieder mal neue nahrung benötigt haben?

    • Medley
    • 31.07.2009 um 19:56 Uhr

    Die Eta ist vorallem eins: marxistisch.

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    dann zeigen Sie mir bitte einmal, wo Marx dazu aufruft, Bomben zu legen und Menschen zu töten.

    • Yadgar
    • 01.08.2009 um 13:00 Uhr

    ...sind wie so oft auf diesen Etikettenschwindel reingefallen, wie auch bei der IRA in Nordirland, der PKK in der Türkei oder auch dem Sendero Luminoso in Peru, "Befreiungsbewegungen auf dem Trikont" nannte man das dann (zählen wir die damals noch Armenhäuser Europas, Spanien und Irland, mal großzügig dazu) und übersah völlig, dass alle diese Guerillaorganisationen erzautoritär strukturiert waren, Personenkult und Morde an Abweichlern inklusive, und im Falle eines Sieges mitnichten die lässig-langhaarige Sponti-Anarchie à la Tunix-Kongress, sondern finster-nationalistische, faschistoide Regimes errichtet hätten!

    Noch in den 90ern waren z. B. hier in Köln rund um die Universität die Plakatwände mit Solidaritätsaufrufen für Abdullah Öcalan und Abimael Guzmán vollgeklebt, ließen AStA-Flugblätter den "revolutionären Kampf" von IRA und ETA hochleben... was bitte hat das mit Linkssein zu tun? Antiimperialismus macht dumm!

    dann zeigen Sie mir bitte einmal, wo Marx dazu aufruft, Bomben zu legen und Menschen zu töten.

    • Yadgar
    • 01.08.2009 um 13:00 Uhr

    ...sind wie so oft auf diesen Etikettenschwindel reingefallen, wie auch bei der IRA in Nordirland, der PKK in der Türkei oder auch dem Sendero Luminoso in Peru, "Befreiungsbewegungen auf dem Trikont" nannte man das dann (zählen wir die damals noch Armenhäuser Europas, Spanien und Irland, mal großzügig dazu) und übersah völlig, dass alle diese Guerillaorganisationen erzautoritär strukturiert waren, Personenkult und Morde an Abweichlern inklusive, und im Falle eines Sieges mitnichten die lässig-langhaarige Sponti-Anarchie à la Tunix-Kongress, sondern finster-nationalistische, faschistoide Regimes errichtet hätten!

    Noch in den 90ern waren z. B. hier in Köln rund um die Universität die Plakatwände mit Solidaritätsaufrufen für Abdullah Öcalan und Abimael Guzmán vollgeklebt, ließen AStA-Flugblätter den "revolutionären Kampf" von IRA und ETA hochleben... was bitte hat das mit Linkssein zu tun? Antiimperialismus macht dumm!

  2. Eventuell bezieht sich ja, die kg-Angabe auf TNT-Äquivalente. Trotzdem bleibt die Menge ziemlich groß, wenn man sich bei wikipedia verschiedene Sprengstoffe und ihre Umrechnungsfaktoren ansieht.
    http://de.wikipedia.org/wiki/TNT-Äquivalent

    Trotzdem sieht es danach aus, dass eine Nachrichtenagentur ungeprüft Zahlen hernimmt, die sie von Gott weiß woher hat (z.B. aus Polizeikreisen, was so viel heißen kann, wie dem Pförtner einer Polizeikaserne) und diese in alle Welt verkauft hat. Die Käufer dieser Meldung haben dann - nach neuer guter journalistischer Art - diese Zahlen auch nicht geprüft und einfach mal gedruc... äh gepostet. Und damit war's in der Welt. Soll ja heutzutage öfters vorkommen. Und nicht nur bei BILD.

  3. 4. Soso,

    dann zeigen Sie mir bitte einmal, wo Marx dazu aufruft, Bomben zu legen und Menschen zu töten.

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    • Pindar
    • 31.07.2009 um 23:04 Uhr

    "Wir haben es nie verheimlicht. Unser Boden ist nicht der Rechtsboden, es ist der revolutionäre Boden." Karl Marx, 1848 (MEW 6, 102).

    "Wir haben es von Anfang an für überflüssig gehalten, unsre Ansicht zu verheimlichen ...Wir sind rücksichtslos, wir verlangen keine Rücksicht von euch. Wenn die Reihe an uns kömmt, wir werden den Terrorismus nicht beschönigen." Karl Marx, 1849 (MEW 6, 504).

    • Pindar
    • 31.07.2009 um 23:04 Uhr

    "Wir haben es nie verheimlicht. Unser Boden ist nicht der Rechtsboden, es ist der revolutionäre Boden." Karl Marx, 1848 (MEW 6, 102).

    "Wir haben es von Anfang an für überflüssig gehalten, unsre Ansicht zu verheimlichen ...Wir sind rücksichtslos, wir verlangen keine Rücksicht von euch. Wenn die Reihe an uns kömmt, wir werden den Terrorismus nicht beschönigen." Karl Marx, 1849 (MEW 6, 504).

  4. Wo war, ist der Terrorkrieg mit Sinn?

    • TDU
    • 31.07.2009 um 20:55 Uhr

    Und selbst, wenn sie es nicht waren. Andere Attentate gehen auf ihr Konto Es zeigt, dass sich Terrorismus in der Regel verselbständigt, auch wenn der ursprüngliche Grund (hier Franco) wegfällt. Entweder man erfüllt die Forderungen und tut, was sie wollen oder sie bleiben dabei. Wer gibt schon freiwillig und gerne seinen Beruf und damit ein Stück seiner Identität auf.

    • FA39MD
    • 31.07.2009 um 21:47 Uhr

    Mich interessiert nur eines: Warum müssen unschuldige Menschen sterben?
    Wer oder was steckt hinter diesen Terror?
    Die richtige Wahrheit - ob wirklich ETA oder nur psychologisches Komplott - werden wir sowiso nicht erfahren. Wir sehen nur die Kinder, die ihre Väter oder Mütter verlieren....

    • Pindar
    • 31.07.2009 um 23:04 Uhr

    "Wir haben es nie verheimlicht. Unser Boden ist nicht der Rechtsboden, es ist der revolutionäre Boden." Karl Marx, 1848 (MEW 6, 102).

    "Wir haben es von Anfang an für überflüssig gehalten, unsre Ansicht zu verheimlichen ...Wir sind rücksichtslos, wir verlangen keine Rücksicht von euch. Wenn die Reihe an uns kömmt, wir werden den Terrorismus nicht beschönigen." Karl Marx, 1849 (MEW 6, 504).

    Antwort auf "Soso,"

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