Neuer "Struwwelpeter" Suppenkaspars GitarrensoloSeite 3/3

ZEIT ONLINE: Haben Sie Ihre Version etwas weniger blutrünstig gestaltet?

Fil: Der Zeichner Atak und ich haben uns viel über Details gestritten. Er wollte unbedingt Blutlachen unter die abgeschnittenen Finger malen. Ich habe ihm gesagt: "Das ist zu hart, lass sie weg." Aber er hat darauf bestanden. Zumindest habe ich mich bei den Daumen durchgesetzt. Die laufen jetzt als kleine Figuren weg. Das hat dann wenigstens wieder etwas Niedliches.

Anzeige

ZEIT ONLINE: In Ihren Struwwelpeter haben Sie sogar eine ganz neue Geschichte eingebaut.

Fil: Ja, wir haben noch einen Jungen aus der Gegenwart dazu genommen: Justin. Wir sind darauf gekommen, nachdem wir eine skandinavische Version des Struwwelpeter gefunden haben aus der Zeit um 1900. Die Autoren haben darin einfach zwei eigene Geschichten aus ihrer Mythologie hinzugedichtet. Da haben wir uns gedacht: das machen wir auch! Wenn in 100 Jahren wieder Leute den Struwwelpeter adaptieren, übernehmen sie unseren Justin vielleicht. Wie mein Freund Olli einmal sagte: ich schreib mich einfach in die Bibel rein mit dem Evangelium "Olli" und in 1000 Jahren bin ich drin! Das stimmt natürlich! Wer weiß, irgendwann ist Justin fester Bestandteil des Struwwelpeter.

ZEIT ONLINE: Was passiert Justin in Ihrer Geschichte?

Fil: Nichts. Er ist ein Kind von heute, er sitzt rum, spielt ein bisschen Computer, guckt fern, spielt mit anderen Kindern. Dann wünscht er sich zu Weihnachten eine X-Box. Und kriegt sie auch. Der letzte Satz im Buch lautet: "Es ist die X-Box. Geil." Das reimt sich dann auch nicht mehr. Justin ist ein Kind von heute, dem passiert nichts. Das ist aber auch nicht schlimm.

Die Fragen stellte Carolin Ströbele

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service