Dax-Unternehmen Jeder dritte Spitzen-Manager verdient mehr

Trotz Wirtschaftskrise hat ein Drittel der Vorstandsmitglieder der führenden börsennotierten Unternehmen in Deutschland 2008 eine Erhöhung seines Gehalts erhalten

Nach Angaben der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zahlten 33 Prozent der Konzerne des Deutschen Aktienindexes (Dax) ihren Vorständen 2008 eine höhere Vergütung, wie die FAZ Online berichtet. Das habe nicht zur allgemeinen wirtschaftlichen Situation der Unternehmen gepasst, kritisierte Daniel Bauer, SdK-Vorstandsmitglied. Besonders bemängelte er die millionenschwere Bleibeprämie für den Post-Vorstand trotz tiefroter Zahlen des Instituts für 2008.

Insgesamt sanken die Vergütungen aller Dax-Vorstände im Schnitt um rund 20 Prozent den Angaben der SdK zufolge. Die durchschnittlichen Gehälter verringerten sich auf das Niveau von 2005. Dennoch verdienten die Vorstände der großen Konzerne stattliche Beträge. Zusammengerechnet lagen die Gehälter bei 440,6 (2007: 583,2) Millionen Euro, ein Vorstandschef erhielt im Schnitt nur noch 3,8 (4,9) Millionen Euro, wie die Schutzgemeinschaft der Aktionärsvereins (SdK) bekannt gab. "Man merkt hier schon ganz klar die Anpassung an die schwierige wirtschaftliche Situation der Unternehmen", sagte SdK-Vorstand Daniel Bauer, wie Spiegel Online berichtet.

Anzeige

Variable Gehaltsbestandteile und Aktien oder Optionen machten 2008 zwei Drittel der Bezüge aus, ein Jahr zuvor waren es sogar fast drei Viertel. Als einziger der 30 Großkonzerne weist der Pharma- und Chemiekonzern Merck die Gehälter seiner Vorstände nicht einzeln aus.

Spitzenverdiener im Dax war Siemens-Chef Peter Löscher mit 8,5 Millionen Euro. Damit liegt er klar hinter dem inzwischen ausgeschiedenen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, dessen letztes Jahresgehalt auf etwa 80 Millionen Euro geschätzt wird.

Als "Aufreger des Jahres" bezeichnete SdK-Chef Klaus Schneider den bevorstehenden Ausschluss der Minderheitsaktionäre der vom Staat übernommenen Hypo Real Estate. "Die Maßnahme ist völlig überzogen, um die Rettung des Instituts zu bewerkstelligen", sagte er. Er forderte ein Bezugsrecht für die ausgeschlossenen Aktionäre, wenn der Immobilienfinanzierer aus München später wieder an die Börse gehe.

Mit Blick auf die deutsche Bankenholding HRE fordern die Aktionärsschützer auch eine verschärfte Haftung von Managern für Falschinformationen. Vorstände müssten auch persönlich von Anlegern zur Rechenschaft gezogen werden können. Derzeit können Aktionäre nur gegen die Gesellschaft klagen, die Schadenersatzzahlungen wiederum von den Vorständen einfordern müssen. Für Aktionärsklagen gegen die HRE muss zunächst also der Staat als neuer Eigentümer geradestehen.

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist schließlich wesentlich gefährlicher und anspruchsvoller, in Krisenzeiten ein Unternehmen zu führen - das rechtfertigt höhere Bezüge! Über kurz oder lang werden auch unsere Parlamentarier auf diesen Argumentationszug aufpspringen und sich höhere Diäten genehmigen, weil aus unerfindlichen Gründen das Geld an Wert verloren hat.

  2. Erstaunlich, wie sehr manche Leute sich doch für das Einkommen anderer Leute begeistern können. Anstelle der Dauerberichterstattung über die Einkommen diverser Manager würde ich mir gern die gleiche Aufmerksamkeit für EInkommen und Nebeneinkünfte der diversen deutschen Politiker wünschen. Denn im Gegensatz zu der Frage, was der Vorstand der Deutschen Bank in diesem jahr verdient, haben die Bürger als Arbeitgeber der Politiker durchaus ein Recht zu erfahren, was diese eigentlich an Einkommen beziehen (und aus welchen Quellen dies stammt). Aber derlei Informationen sind natürlich top secret. Und den Steuerzahler, der das alles finanziert geht das nun wirklich nichts an.

    Kürzlich war im Rahmen eines ZEIT-Artikels eine fiktive Stellenanzeige für den Vorsitz der Deutschland AG zu lesen. Darin fehlte allerdings der Zusatz, dass der Arbeitnehmer sein Gehalt selbst bestimmen kann, und der Arbeitgeber keinerlei Recht hat, zu erfahren, was die Leute, die er beschäftigt eigentlich verdienen. Schwer vorstellbar, dass so etwas im wirklichen Leben funktionieren kann, resp. irgendein Firmenchef sich so etwas mit sich machen lässt, aber der deutsche Wähler lässts sichs gefallen. Mal ehrlich, der Ausdruck des "Stimmviehs" ist als Beschreibung des deutschen Wählers weitaus treffender als jeder andere Ausdruck, oder?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich war auf einem Internat, in meinem Fall hat das Jugendamt fast das gesamte Schulgeld übernommen (hatte eine schwierige Jugend, anderes Thema). Die meisten dort aber waren Nachwuchs von Großkopferten (das bairische Wort für "Bonzen" und dergleichen). Zu vielen Klasskameraden hab ich ja auch noch Kontakt. Und manche Familie kenn ich auch näher. Wie das halt so ist, wenn man sich mit einem Klasskamerad anfreundet lernt man auch irgendwann seine Eltern kennen, und so weiter.
    Das waren alles sehr bescheidene Leute die sich zwar keinerlei Gedanken über Geld machen mussten oder müssen aber stets bedacht waren a) ihren Kindern den Wert von Geld und eigener Leistung zu vermitteln (die erhielten auch nur 20 Mark Taschengeld in der Woche über für's Internat um im Ort Sachen zu kaufen die über die Schulmahlzeiten hinaus gehen) und b) nicht zu protzen. Man ist sich dort durchaus bewusst privilegiert zu sein.

    Ich denke nicht dass es diese Leute sind die das Problem haben, oder diese "Schicht" die sich die letzten 20 Jahre "negativ" verändert hätte. Ich denke es sind eher die jungen Hochschulabgänger ohne Lebenserfahrung und oft genug echte geistige Reife die dann raketenhaft die Karriereleiter hochschießen und dabei über Leichen gehen - mehr noch, erst aufsteigen indem sie Menschen auf "Kostenstellen" reduzieren. Das ist ja ein ausgeklügelter Belohnungsmechanismus, der im Auftrag der Kapitalbesitzer genau jenes zynische Verhalten belohnt. Es gibt auch "BWL"-Leute die ganz anders sind, aber die schaffen es eben nie in hohe Positionen - weil deren Verhalten zunehmend als "geschäftsschädlich" gesehen wurde.

    Man muss wirklich zwischen Kapitalgesellschaften und echten Unternehmern, deren ganze Existenz (nicht nur finanziell!) sich um ihr Unternehmen dreht, unterscheiden.
    Das Casino muss geschlossen werden - auch mit Zwang. Genauso wie die preußischen Junker, die Gutsherren in feudalen Zeiten und dergleichen ihre Privilegien nicht freiwillig aufgaben und Mordio geschrien haben muss auch dieser Neofeudalismus mit aller staatlicher Gewalt zerschlagen werden. Ich wähle hier bewusst martialische Sprache, ohne dass die verstehen wie ernst es ist ändert sich nichts. Dann wird nur ausgewichen in die Schweiz und Co., werden teure Anwälte beschäftigt und eigentlich ändert sich nichts. Die müssen wissen: ändert euch oder Knast.
    Und gleichzeitig muss man das echte Unternehmertum fördern. Die Steuern auf Kaufleute ("e.K.") und Familienunternehmen senken, die Körperschafts- und Kapital sowie Börsensteuer hingegen massiv erhöhen. Das gibt den (meist ja kleineren) Familienunternehmen einen Wettbewerbsvorteil - und viele kleine Firmen sind nicht nur flexibler und innovativer (gut für die Volkswirtschaft) sondern auch im Wettbewerb (gut für den Kunden). Bei Stromkosten und dergleichen haben wir ja als Bürger das Problem es mit einem Oligopol zu tun zu haben.

    Marktwirtschaft ja, Kapitalismus jein. So sah das deutsche Erfolgsrezept von Adenauer über Brandt bis Kohl aus und dahin müssen wir wieder zurück.

    Ich war auf einem Internat, in meinem Fall hat das Jugendamt fast das gesamte Schulgeld übernommen (hatte eine schwierige Jugend, anderes Thema). Die meisten dort aber waren Nachwuchs von Großkopferten (das bairische Wort für "Bonzen" und dergleichen). Zu vielen Klasskameraden hab ich ja auch noch Kontakt. Und manche Familie kenn ich auch näher. Wie das halt so ist, wenn man sich mit einem Klasskamerad anfreundet lernt man auch irgendwann seine Eltern kennen, und so weiter.
    Das waren alles sehr bescheidene Leute die sich zwar keinerlei Gedanken über Geld machen mussten oder müssen aber stets bedacht waren a) ihren Kindern den Wert von Geld und eigener Leistung zu vermitteln (die erhielten auch nur 20 Mark Taschengeld in der Woche über für's Internat um im Ort Sachen zu kaufen die über die Schulmahlzeiten hinaus gehen) und b) nicht zu protzen. Man ist sich dort durchaus bewusst privilegiert zu sein.

    Ich denke nicht dass es diese Leute sind die das Problem haben, oder diese "Schicht" die sich die letzten 20 Jahre "negativ" verändert hätte. Ich denke es sind eher die jungen Hochschulabgänger ohne Lebenserfahrung und oft genug echte geistige Reife die dann raketenhaft die Karriereleiter hochschießen und dabei über Leichen gehen - mehr noch, erst aufsteigen indem sie Menschen auf "Kostenstellen" reduzieren. Das ist ja ein ausgeklügelter Belohnungsmechanismus, der im Auftrag der Kapitalbesitzer genau jenes zynische Verhalten belohnt. Es gibt auch "BWL"-Leute die ganz anders sind, aber die schaffen es eben nie in hohe Positionen - weil deren Verhalten zunehmend als "geschäftsschädlich" gesehen wurde.

    Man muss wirklich zwischen Kapitalgesellschaften und echten Unternehmern, deren ganze Existenz (nicht nur finanziell!) sich um ihr Unternehmen dreht, unterscheiden.
    Das Casino muss geschlossen werden - auch mit Zwang. Genauso wie die preußischen Junker, die Gutsherren in feudalen Zeiten und dergleichen ihre Privilegien nicht freiwillig aufgaben und Mordio geschrien haben muss auch dieser Neofeudalismus mit aller staatlicher Gewalt zerschlagen werden. Ich wähle hier bewusst martialische Sprache, ohne dass die verstehen wie ernst es ist ändert sich nichts. Dann wird nur ausgewichen in die Schweiz und Co., werden teure Anwälte beschäftigt und eigentlich ändert sich nichts. Die müssen wissen: ändert euch oder Knast.
    Und gleichzeitig muss man das echte Unternehmertum fördern. Die Steuern auf Kaufleute ("e.K.") und Familienunternehmen senken, die Körperschafts- und Kapital sowie Börsensteuer hingegen massiv erhöhen. Das gibt den (meist ja kleineren) Familienunternehmen einen Wettbewerbsvorteil - und viele kleine Firmen sind nicht nur flexibler und innovativer (gut für die Volkswirtschaft) sondern auch im Wettbewerb (gut für den Kunden). Bei Stromkosten und dergleichen haben wir ja als Bürger das Problem es mit einem Oligopol zu tun zu haben.

    Marktwirtschaft ja, Kapitalismus jein. So sah das deutsche Erfolgsrezept von Adenauer über Brandt bis Kohl aus und dahin müssen wir wieder zurück.

  3. Ich war auf einem Internat, in meinem Fall hat das Jugendamt fast das gesamte Schulgeld übernommen (hatte eine schwierige Jugend, anderes Thema). Die meisten dort aber waren Nachwuchs von Großkopferten (das bairische Wort für "Bonzen" und dergleichen). Zu vielen Klasskameraden hab ich ja auch noch Kontakt. Und manche Familie kenn ich auch näher. Wie das halt so ist, wenn man sich mit einem Klasskamerad anfreundet lernt man auch irgendwann seine Eltern kennen, und so weiter.
    Das waren alles sehr bescheidene Leute die sich zwar keinerlei Gedanken über Geld machen mussten oder müssen aber stets bedacht waren a) ihren Kindern den Wert von Geld und eigener Leistung zu vermitteln (die erhielten auch nur 20 Mark Taschengeld in der Woche über für's Internat um im Ort Sachen zu kaufen die über die Schulmahlzeiten hinaus gehen) und b) nicht zu protzen. Man ist sich dort durchaus bewusst privilegiert zu sein.

    Ich denke nicht dass es diese Leute sind die das Problem haben, oder diese "Schicht" die sich die letzten 20 Jahre "negativ" verändert hätte. Ich denke es sind eher die jungen Hochschulabgänger ohne Lebenserfahrung und oft genug echte geistige Reife die dann raketenhaft die Karriereleiter hochschießen und dabei über Leichen gehen - mehr noch, erst aufsteigen indem sie Menschen auf "Kostenstellen" reduzieren. Das ist ja ein ausgeklügelter Belohnungsmechanismus, der im Auftrag der Kapitalbesitzer genau jenes zynische Verhalten belohnt. Es gibt auch "BWL"-Leute die ganz anders sind, aber die schaffen es eben nie in hohe Positionen - weil deren Verhalten zunehmend als "geschäftsschädlich" gesehen wurde.

    Man muss wirklich zwischen Kapitalgesellschaften und echten Unternehmern, deren ganze Existenz (nicht nur finanziell!) sich um ihr Unternehmen dreht, unterscheiden.
    Das Casino muss geschlossen werden - auch mit Zwang. Genauso wie die preußischen Junker, die Gutsherren in feudalen Zeiten und dergleichen ihre Privilegien nicht freiwillig aufgaben und Mordio geschrien haben muss auch dieser Neofeudalismus mit aller staatlicher Gewalt zerschlagen werden. Ich wähle hier bewusst martialische Sprache, ohne dass die verstehen wie ernst es ist ändert sich nichts. Dann wird nur ausgewichen in die Schweiz und Co., werden teure Anwälte beschäftigt und eigentlich ändert sich nichts. Die müssen wissen: ändert euch oder Knast.
    Und gleichzeitig muss man das echte Unternehmertum fördern. Die Steuern auf Kaufleute ("e.K.") und Familienunternehmen senken, die Körperschafts- und Kapital sowie Börsensteuer hingegen massiv erhöhen. Das gibt den (meist ja kleineren) Familienunternehmen einen Wettbewerbsvorteil - und viele kleine Firmen sind nicht nur flexibler und innovativer (gut für die Volkswirtschaft) sondern auch im Wettbewerb (gut für den Kunden). Bei Stromkosten und dergleichen haben wir ja als Bürger das Problem es mit einem Oligopol zu tun zu haben.

    Marktwirtschaft ja, Kapitalismus jein. So sah das deutsche Erfolgsrezept von Adenauer über Brandt bis Kohl aus und dahin müssen wir wieder zurück.

    Antwort auf "Deutschland AG"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service