NPD in Niedersachsen Neonazis räumen besetztes Hotel freiwillig

Zweieinhalb Wochen hielten Neonazis im Auftrag von NPD-Vize Jürgen Rieger ein Hotel im Kreis Celle besetzt. Jetzt kamen sie der angedrohten Räumung zuvor

Am Nachmittag räumten acht Vermummte freiwillig das von ihnen besetzte ehemalige Landhotel Gerhus im niedersächsischen Faßberg. Das Gelände war mit einem großen Polizeiaufgebot abgeriegelt. Die Besetzer wurden mit Polizeibussen weggefahren.

Damit kamen sie einer Räumung zuvor, die am Vormittag von dem Landgericht Lüneburg genehmigt worden war.

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Die Neonazis hatten im Auftrag des rechtsextremen Anwalts Jürgen Rieger Türschlösser aufgebohrt, um sich Zutritt zu dem Gebäude zu verschaffen. Rieger, der stellvertretender Vorsitzender der Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ist, versucht vergeblich, das Hotel zu kaufen. Die Gemeinde bremste ihn aber unter anderem mit ihrem Vorkaufsrecht aus.

Daraufhin präsentierte er einen Pachtvertrag mit den Eigentümern der Immobilie, dessen Gültigkeit angezweifelt wird. Es besteht der Verdacht, dass das Dokument vordatiert worden ist. Rieger meint jedoch, damit über einen gültigen Mietvertrag zu verfügen und pochte in einem Fax auf ein "Selbsthilferecht". Was er in Faßberg tatsächlich vorhat, ist unklar.

Faßberger Bürger befürchten, er wolle ein Schulungszentrum errichten, und protestieren seit Längerem mit Mahnwachen gegen die Besetzung des Hotels, wie Der Tagesspiegel berichtete. Noch an diesem Dienstag wollte der Präsident des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Günter Heiß, mit den Bürgern der Stadt sprechen. Das Innenministerium unterstützt nach eigenen Angaben die Mahnwache gegen die Rechtsextremen.

Leser-Kommentare
  1. Wann wird diesem "schw....." Volk endlich die Stirn geboten. Leute wie dieser Rieger gehören [...]. Es kann nicht sein das in einem Land wie unserem solche Horden noch aktiv sind. [...]
    Wir wollen hier in Deutschland keine Nazis mehr.... Deshalb "Nazis Raus" aber schnell und weit....

    [Gekürzt, bitte diskutieren Sie sachlich und vermeiden Sie Äußerungen, die als Aufruf zur Gewalt verstanden werden könnten. Danke. /Die Redaktion pt.]

  2. Seltsam. wenn linke Aktivisten ein Haus besetzen, verstreichen oft Jahre, bis etwas geschieht, wenn überhaupt... obwohl die Genossen in der Regel nicht einmal einen Pachtvertrag vorweisen können.

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