Games Convention Online Gespielt wird im Netz
Auf der Computerspielemesse geht es in diesem Jahr nur um Online-Games. Dort ist der Wachstumsmarkt. Der Trend, so scheint es, geht zu aufwändigen Browsergames
Der Umsatz mit Online-Spielen wächst inzwischen stärker als der mit herkömmlichen Computergames. In Deutschland wurden im Vorjahr 1,57 Milliarden Euro für Computerspiele ausgegeben. Noch machen die Einnahmen aus Onlinegames in Deutschland zwar nur ein Zehntel dieser Summe aus; aber das werde sich bald ändern, sagen Branchenkenner. 170 Millionen Euro sollen in dieser Sparte 2009 umgesetzt werden, erwartet das Marktforschungsunternehmen PWC. Diese Summe werde aber in den nächsten Jahren erheblich steigen, schließlich boomen Online-Spiele weltweit, vor allem in Asien.
Die Deutschen haben also Nachholbedarf. Wie der am besten zu stillen ist, soll die Games Convention Online zeigen, die heute in Leipzig eröffnet wurde. Insgesamt 75 Aussteller präsentieren sich, darunter auch ein Dutzend öffentliche Institutionen wie das Personalamt der Bundeswehr und die Agentur für Arbeit. Der umsatzstärkste Anbieter von Online-Spielen, Blizzard Entertainment, ist allerdings nicht vertreten. Keine Spur also von World of Warcraft, eine von Orks und Elfen bevölkerte Online-Welt, mit der Blizzard im letzten Jahr 500 Millionen Dollar eingenommen hat. Das ist ungefähr so, als würde Google auf einer Messe zu Suchmaschinen fehlen.
An schwertschwingenden Monstern mangelt es deswegen aber nicht. Das koreanische Unternehmen NHN lässt in Karos Online Dämonen und Krieger gegeneinander antreten. Die Grafik ist top, doch abgesehen von Schwertkämpfen gibt es wenig zu tun. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Helden, der gegen das gehörnte Böse kämpft. Andere Helden kämpfen mit, man streitet darum, wer zuerst die Welt rettet. Das klingt ähnlich durchgekaut wie der Slogan des Spiels: "Kämpfe für deine Ehre."
NHN ist in Südkorea das wichtigste Internet-Unternehmen und versucht, den europäischen Markt zu erobern. Die deutsche Version des firmeneigenen Spieleportals ist dieses Jahr gestartet. Die Europaoffensive sollen noch zwei weitere Titel befeuern: Huxely. The Dystopia und Karma: Operation Barbarossa, zwei Ego-Shooter, deren Spielprinzipien ebenfalls nicht von bekannten Spielen dieses Genres abweichen.
Etwas innovativer sieht Poisonville aus, ein Grand-Theft-Auto-Klon der Hamburger Firma Bigpoint. Der Spieler ist hier ein Krimineller, der in urbanem Setting gegen andere Gangs kämpft. Geplant ist es als Browsergame, was bedeutet, dass man nichts anderes braucht als einen aktuellen Internetbrowser. Das Spiel öffnet sich dann wie eine normale Internetseite, ohne dass der Nutzer ein Programm installieren muss.
Überhaupt scheint das der derzeitige Trend zu sein. Bislang sind solche Browsergames recht trist und kurzweilige Daddeleien, aber Poisonville sei ebenso anspruchsvoll wie ein normales Computerspiel, hieß es auf der Präsentation von Bigpoint. Tatsächlich spielt sich die vorgestellte Demo-Version wie ein abgespecktes Grand Theft Auto. Laut Bigpoint sollen Storyline und Spielumgebung des Spiels komplett von den Spielern bestimmt werden können. Mit jedem Objekt im Spiel sollen die Spieler interagieren können. Insofern wäre Poisonville zwar vom Spielprinzip her nichts Neues. Doch dass dieses Prinzip auch als Browsergame technisch umgesetzt werden kann, ist schon bemerkenswert.
Zudem bemüht sich Poisonville um Anbindung an Social Networks: Geplant ist, dass die Spieler automatisch ihre Freunde auf Facebook und MySpace über ihre Aktionen im Spiel informieren können. Das Spiel postet dann beispielsweise auf dem Facebook-Profile des Spielers, dass er gerade erschossen wurde.
- Datum 03.08.2009 - 16:05 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die Games Convention Leipzig ist nach dem Umzug nach Köln nur noch ein verbliebenes Gerippe. In Zukunft wird die gamescom Köln das Maß aller Dinge sein und Leipzig - trotz allen Klammerns - vermutlich im Sand der Zeit verschwinden.
Warum sollte man eine Spielemesse auch im einzigen Bundesland haben wollen, in dem die Piratenpartei nicht zur Wahl steht?
Leipzig war ja ganz nett als Messestandort, aber mal ehrlich, war schon ziemlich voll dort.
Ich war vor 3 Jahren da, und schon damals konnte man sich kaum frei bewegen, einfach zu eng. Die vielen gemeldeten Besucherrekorde für's Leipziger Messegelände unterstreichen das ja auch.
Davon abgesehen, die Kölner sind einfach das offenere Völkchen, ich weiß, das passt den Sachsen nicht, aber wayne stört's?`:-)
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