Maschinenbau Auftragsvolumen geht um die Hälfte zurück
Der deutsche Maschinenbau musste im Juni Auftragseinbußen um 46 Prozent hinnehmen. Die vom Hauptverband erhoffte Besserung der Lage ist ausgeblieben
Das Inlands- und Auslandsgeschäft verliefen gleichermaßen schwach, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte. Im zweiten Quartal fielen die Bestellungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent, im gesamten ersten Halbjahr um 46 Prozent, im Ausland sogar um 48 Prozent.
Eine Entspannung deute sich leider noch keine an, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Solange sich die Lage im größten Einzelmarkt, den USA, nicht bessere, bleibe die Lage für die exportorientierte Branche schwierig, sagte Hauptgeschäftsführer der VDMA, Hannes Hesse. Das Exportvolumen in die USA sei in den ersten sechs Monaten um 23,6 Prozent gesunken. Zudem sei die Situation auch in Russland schwierig sowie in Europa, wohin 60 Prozent der Exporte gingen.
Dabei haben die Maschinenbauer in den vergangenen Monaten noch von alten Aufträgen profitiert, die zunächst abgearbeitet wurden. Vor kurzem hatte der VDMA noch die Hoffnung geweckt, dass das absolute Tief erreicht sei und es wieder aufwärts gehe.
Der Verband rechnet 2009 insgesamt mit einem Rückgang des Produktionsvolumens von zehn bis 20 Prozent, wobei Hesse zufolge ein Wert zwischen 15 und 20 Prozent wahrscheinlich ist. "Momentan liegen wir etwa bei minus 17 bis 18 Prozent." Er bekräftigte zudem, dass die Unternehmen 2009 wohl bis zu 60.000 Stellen streichen werden. "Bis Mai haben wir einen Abbau von 18.000 Stellen."
Mit knapp einer Million Beschäftigten zählt der deutsche Maschinenbau zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes und zu den größten Arbeitgebern. Die Branche hat einen fünf Jahre andauernden Boom hinter sich, seit einem Jahr gehen die Aufträge aber kontinuierlich zurück.
- Datum 30.07.2009 - 13:29 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, aku
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