Doping-Verdacht Indizien für Unschuld von Pechstein aufgetaucht
Eisschnellläuferin Claudia Pechstein will sich endlich zu den Dopingvorwürfen äußern. Medienberichten zufolge könnten ihr falsche Testergebnisse zugeordnet worden sein
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind im Fall Claudia Pechstein neue Messwerte von Blutproben aufgetaucht. Fast die Hälfte der Barcodes auf den 20 Trainingskontrollen, die als Beweismittel vor dem Schiedsgericht der Eislauf-Union (ISU) gedient hatten, seien nicht identisch mit denen der Athletin gewesen. Am Donnerstag will sich die Sportlerin in einer Pressekonferenz äußern.
Mit Barcodes werden durch die Kontrolleure die Namen der getesteten Sportler verschlüsselt. Jede Testampulle erhält einen Strichcode, der auch parallel an den Athleten vergeben wird. Betroffen von den Verwechslungen sind laut dpa auch Daten, die erhöhte Retikulozyten-Werte ausweisen und im Verfahren der Angeklagten angelastet wurden. Sie stammten aus der Blutentnahme vom 15. April 2009, die in zwei verschiedenen Laboratorien ermittelt worden seien und völlig unterschiedliche Ergebnisse aufwiesen.
Sollten die Codes wirklich vertauscht worden sein, könnte die Doping-Affäre um Pechstein zu einem Datenskandal des Weltverbandes ISU werden. Harm Kuipers, der Chef-Mediziner des Eislauf-Verbandes ISU, reagierte gegenüber der dpa mit Verwunderung auf die gravierenden Abweichungen der Retikulozyten-Werte. "Es ist merkwürdig, dass bei der Auswertung einer Probe in zwei Labors so unterschiedliche Werte herauskommen. Ich habe mich schon versucht kundig zu machen, warum in Kreischa und Lausanne solche Differenzen ermittelt wurden. Ich kann mir nur vorstellen, dass es mit der Eichung des Geräts in Kreischa oder einer falschen Kühlung der Probe zusammenhängt", sagte Kuipers.
Der ISU-Mediziner Kuipers suchte die Schuld dafür bei den Kontrolleuren, die teilweise nicht die standardisierten ISU-Codes verwendeten. "In diesem Fall müssen bei uns die Codes geändert werden. Aber wir können anhand unserer Unterlagen nachweisen, dass es sich trotzdem um die selben Proben handelt." Er räumte ein, das sei "nicht ideal, aber wir müssen die Codes korrigieren. Das passiert nicht oft, aber manchmal."
Pechstein war wegen auffälliger Retikulozyten-Werte (Vorgänger der roten Blutkörperchen), aber ohne positiven Befund, am 1. Juli 2009 durch die ISU gesperrt worden. Sie ist die erste deutsche Sportlerin, die allein wegen eines auffälligen Blutprofils gesperrt wurde.
Nach Angaben der dpa ist Pechstein zudem im Besitz eines analytischen Gutachtens, in dem Experten Mess-Schwankungen bei Retikulozyten-Werten als völlig normal darstellen. Die ISU-Ankläger hatten im Laufe des Verfahrens fehlerhafte Messungen kategorisch ausgeschlossen und so letztlich die Sperre der 37 Jahre alten Berlinerin erwirkt.
Die Athletin wollte sich zu den neuen Entwicklungen nicht äußern und verwies auf ihre Pressekonferenz am Donnerstag. In den zurückliegenden drei Wochen hatte sich die Berlinerin nach ihrer Medien-Offensive Anfang Juli mit öffentlichen Statements zurückgehalten. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können mittlerweile nachweisen, wie dilettantisch die ISU-Ankläger agiert haben", sagte hingegen ihr Manager Ralf Grengel.
- Datum 03.09.2009 - 17:36 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, cs
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Ich bin keineswegs ein Fachmann in Sachen Doping. Auch nicht in Sachen Messungsstandads oder in Sachen Laborrealitäten.
Mir fällt in der Dopingsdiskussion etwas anderes auf:
Da werden in Rom Schwimmweltmeisterschafetn durchgeführt. Angeblich wegen neuer Schwimmanzüge wurden dabei Dutzende von neuen Weltrekorden aufgestellt. Ab dem nächsten Jahr sind die Weltrekordschwimmanzüge nicht mehr zugelassen. Damit sind auch die von der Sportberichterstattung in Deutschland hochgejubelten Weltrekorde, Europarekorde, Deutschlandrekorde in Frage gestellt. Darauf wird zwar verwiesen, aber dieser Umstand hindert die genannte Berichterstattung nicht daran, Jubelarien über die Schwimmanzugsrekorde anzustimmen.
Warum?
Bei Weltrekordverbesserungen handelt es sichmeistens um Hundertstelssekunden, die jemand schneller läuft oder schwimmt als bisherige Rekordhalter. Um diese Hundertsrtelssekundenverbesserung zu erreichen, wird seit Jahrzehnten gedopt. Wie auch immer und mit was auch immer.
Gedopt wird, um Weltrekorde zu erreichen. Weltrekorde werden medial als Ausdruck von Leistung, bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen erklärt, verbunden mit "Ehre" für die Nation im jeweiligen Medaillenspiegel, aus der Athletinnen und Athleten stammen.
Anders gesagt: Die Antidopingkampagnen beissen sich - beispielsweise - im Schwanz der nationalen Sportehre fest. Die nationale Sportehre und die Weltrekorde gelten - medial gesehen - als Ausdruck von nationaler Leistungsförderung, Leistungsbreitschaft, Traningsbereitschaft und ebenso nationalen Trainingsbedingungen.
Fehlen Siege und Weltrekorde, wird von einer "Krise" gesprochen. Etwa, nach den olypmischen Spielen 2008 in Peking, von der "Krise des deutschen Schwimmsports", die flugs zu einer "Krise der Nation" hochstilisiert wurde. Mit den Weltrekorden und den Goldmedaillen . welche einige deutsche Schwimmerinnen und Schwimmer ein knappes Jahr später an den Weltmeisterschaften in Rom erreicht haben, ist diese "Krise" nicht mehr existent. Und niemand fragt, wie sie überwunden wurde. "Man" hat gesiegt.
Damit ist die Frage "Doping" erst einmal aus der Berichterstattung, die ständig als Stimmungsmache wegen "nationaler Ehre" oder eben als "Krisenbeschwörung wegen verlorener nationaler Ehre" aufgezogen wird, verschwunden.
Wobei die Bemerkung, dass es sich bei dieser Ehrenfrage um Hundertstelssekunden handelt, nicht überflüssig ist.
Anders gesagt:
Hier zu Lande hat man, was die damalige westliche Berichterstattung betrifft, zwar im Nachhinein gerne auf die Dopingpraxis der DDR-Sportwelt verwiesen. Dass es offenbar auch eine gleiche Praxis in der US-Leichtathletikwelt, in der kanadischen der der britischen, der russischen, französischen oder der bundesdeutschen Leichtathletikwelt von damals gegeben hat, wurde nicht enrsthaft diskutiert. Hätte man sich wirklich ernsthaft mit Doping auseinandersetzen wollen, wäre die Frage der Herkunftsnation nicht derart in den Vordergrund gestellt worden, wie sie wurde (und wie sie neuerdings betreffend China wird).
Doping und nationale Ehre sind bei genauerem Hinsehen durchaus eineiige Zwillinge. Solange man den Hunderstelssekunden derartige Aufmerksamkeit widmet, dass sie wochenlang weltweit die Nachrichtenflüsse beherrschen, spielen die Zwillinge ihre Camouflage weiter. Das heisst: Eigentlich kann man sich Dopingdiskussionen schlicht sparen. Denn diese Art von Qualifikation nationaler Ehre funktioniert ohne Doping gar nicht. Sie ist gegenüber den Athletinnen und Athleten in den meisten Fällen auch unfair: Wer Medaillenspiegel zum Maßstab nationaler Tüchtigkeit erhebt, nimmt Individuelles nicht wirklich wahr. Hauptsache, "Deutschland" hat gewonnen.
Nachdem das Militärische, der Krieg etwa und dessen menschenverwüstende Realität als Ausdruck höchster Erhebung der "Ehre der Nation" vor allem deren Zerstörung vorangetrieben hat, spielen Sportler nun eine Hauptrolle für das, was man als Nation bezeichnet. Das heisst: In vielerlei Hinsicht setzt sich das längst mehr als nur fragwürdige Gebilde "Nation", eine Ideologie des 19. Jahrhunderts, im sogenannten Weltsport fort. Waren es einst Millionen zwangseingezogener Soldaten und schliesslich Massenvernichtungswaffentechnologien, welche Europa an den Rand der Eigenvenrichtung getrieben haben, wird heute unter der verlogenen Affiche, Sport "verbinde" die Völker dieser Erde im friedlichen Wettstreit auf der Suche nach "den Besten" weiter an einem Ehrenteppich gewoben, der die eigene "Nation" als Höhepunkt des Daseins feiert.
Immerhin: Es kommen in diesem Event nicht Millionen Menschen um ihr Leben, um dem Gott namens Nation die Opfergabe der Überlebenden darzubringen. Ein bedeutender Fortschritt, bedenkt man die Einzigartigekeit jedes individuellen Lebens.
Dass gedopt wird, ist in etwa Ausdruck der virtuellen Opfergabenpraxis, welche sich dank Massenmedienentwicklung der immer gleichen Sportberichterstattergesichter und der am laufenden Band wechselnden Athleten, die ihre Stellvertreterrollen dank elektronischer Massenmedienentwicklung längst auf den virtuellen Altären der Nationen zelebrieren. Doping kann da eigentlich gar keine Rolle spielen. Schliesslich geht es um die Pflicht, unter allen Umstönden regelmässig einen deutschen, einen chinesischen, einen kenyansichen Weltrekrod auf den Opfertisch der Nation darzubringen.
Nach dem Sieg hat im Ernst doch niemand wirklich ein Interesse daran festzuhalten, was vor dem Sieg an Aufbauarsenal gebraucht und verbraucht worden ist.
Außer der Tatsache, dass die BRD über Jahre hinweg versuchte, die Doping-Praxis der DDR für sich zu nutzen.
(So lehrte man es uns in der Schule - im Osten! Nur das Wort "Doping" kam darin nicht vor, sondern es war die Einheit von wissenschaftlicher Forschung, Medikation und Trainingsanalyse.)
Leider war dies das Einzige, was die DDR scheinbar nicht gegen Valuta verhökerte.
Was Claudia Pechstein betrifft, dann klingt es eigentlich plausibler, dass jemand nicht wissentlich seine Pensionsansprüche aufs Spiel setzt, als dass man eine "Zahnpastatube" untergeschoben bekommt.
Claudia Pechstein wurde im Osten geboren und in Sachen "Alterssicherung" ist sie bestimmt cleverer.
Jeder "Dussel" weiß:
Geht er zum "Bund", dann ist dies schon die halbe Miete für die Rente - es sei denn er lässt sich im Ausland den Hintern wegschießen.
Außer der Tatsache, dass die BRD über Jahre hinweg versuchte, die Doping-Praxis der DDR für sich zu nutzen.
(So lehrte man es uns in der Schule - im Osten! Nur das Wort "Doping" kam darin nicht vor, sondern es war die Einheit von wissenschaftlicher Forschung, Medikation und Trainingsanalyse.)
Leider war dies das Einzige, was die DDR scheinbar nicht gegen Valuta verhökerte.
Was Claudia Pechstein betrifft, dann klingt es eigentlich plausibler, dass jemand nicht wissentlich seine Pensionsansprüche aufs Spiel setzt, als dass man eine "Zahnpastatube" untergeschoben bekommt.
Claudia Pechstein wurde im Osten geboren und in Sachen "Alterssicherung" ist sie bestimmt cleverer.
Jeder "Dussel" weiß:
Geht er zum "Bund", dann ist dies schon die halbe Miete für die Rente - es sei denn er lässt sich im Ausland den Hintern wegschießen.
Außer der Tatsache, dass die BRD über Jahre hinweg versuchte, die Doping-Praxis der DDR für sich zu nutzen.
(So lehrte man es uns in der Schule - im Osten! Nur das Wort "Doping" kam darin nicht vor, sondern es war die Einheit von wissenschaftlicher Forschung, Medikation und Trainingsanalyse.)
Leider war dies das Einzige, was die DDR scheinbar nicht gegen Valuta verhökerte.
Was Claudia Pechstein betrifft, dann klingt es eigentlich plausibler, dass jemand nicht wissentlich seine Pensionsansprüche aufs Spiel setzt, als dass man eine "Zahnpastatube" untergeschoben bekommt.
Claudia Pechstein wurde im Osten geboren und in Sachen "Alterssicherung" ist sie bestimmt cleverer.
Jeder "Dussel" weiß:
Geht er zum "Bund", dann ist dies schon die halbe Miete für die Rente - es sei denn er lässt sich im Ausland den Hintern wegschießen.
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