Rechtsextremismus
Gericht bestätigt Verbot rechter Vereine
Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat dem Bundesinnenministerium Recht gegeben: Die rechtsextremen Vereine Collegium Humanum und Bauernhilfe bleiben verboten
Die Richter hatten keinen Zweifel, dass die Tätigkeit der Vereine gegen geltendes Recht verstieß und sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtete. Es gebe von Vereinsmitgliedern "eine Reihe gravierender Äußerungen, die den Nationalsozialismus und dessen führende Repräsentanten nicht nur begrüßen, sondern verherrlichen", erklärte der Vorsitzende Richter des 6. Senats.
Das Collegium Humanum und dessen Ableger Bauernhilfe galten als Sammelbecken für Holocaust-Leugner, die den systematischen Judenmord durch die Nazis verharmlosen oder bestreiten. Das ist strafbar. Vorsitzende war Ursula Haverbeck-Wetzel aus dem nordrhein- westfälischen Vlotho. Die 80-Jährige, die Adolf Hitler eine "außergewöhnliche Persönlichkeit" nennt, ist mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt worden.
Der Prozess begann in gereizter Atmosphäre. Zuschauer pöbelten gegen Fotografen. Vor dem Gerichtsgebäude protestierte die Antifa gegen Geschichtsrevisionismus. Starke Polizeikräfte hatten sich rund ums das Gebäude postiert. Anders als sonst gab es im Gericht Zugangskontrollen.
Haverbeck-Wetzel erschien vor Gericht. Die agile Seniorin mit weißem Dutt machte deutlich, dass sie sich zu Unrecht verurteilt fühlt. Sie leugne den Holocaust doch gar nicht,
sagte sie. Der Anwalt des Bundesinnenministeriums, Wolfgang Roth, deutete Äußerungen Haverbeck-Wetzels allerdings ganz anders. Das Ziel der Frau sowie anderer Mitglieder des 1963 gegründeten Collegium Humanum sei es, den Völkermord infrage zu stellen und zu verharmlosen. «Hier sitzt nicht jemand, der nur Wahrheit sucht, sondern hier sitzt jemand, der für sich die Wahrheit schon gefunden hat. Nämlich: Das ist alles Lüge», sagte Roth.
Beim Collegium Humanum hatten bekannte Rechtsextremisten wie Horst Mahler Vorträge gehalten. Haverbeck-Wetzels Anwalt erklärte, der Verein könne doch nichts dafür, wenn Mahler dann seine Propaganda verbreite. Dazu sagte Roth: "Wer im Jahr 2006 Mahler zu einem Seminar einlädt, kann dann nicht überrascht tun, wenn Mahler zu seinen Thesen
kommt." Haverbeck-Wetzel habe sich zustimmend geäußert.
Haverbeck-Wetzels Anwalt versuchte auch vergeblich, die Außenwirkung des Collegium Humanu» und der Bauernhilfe kleinzureden. Die Vereine hätten gerade mal 16 sowie 13 Mitglieder; das Durchschnittsalter sei hoch. Aus Sicht der Richter sind diese Zahlen aber unerheblich, um zu ermessen, ob die Vereine sich aggressiv-kämpferisch gegen die demokratische Grundordnung richten. Entscheidend sei, ob sie gesellschaftlich breit wirksam sein wollten.
Das Collegium Humanum gab monatlich eine Vereinszeitschrift mit einer Auflage zwischen 1700 und 3000 Exemplaren heraus. Dort veröffentlichten die Mitglieder jene zahlreichen Beiträge, auf deren Inhalt sich das Verbot nach Vereinsrecht stützt.
- Datum 6.8.2009 - 07:58 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tos
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Diese wird aber nicht verboten, obwohl deren Mitglieder antisemitisch sind, den Holocaust leugnen (z.B. Bischof Williams), Demokratie und alle Errungenschaften der franz. Revolution wie z.B. die Menschenrechte ablehnen, ..., und diese "Bruderschaft" die Religionsfreiheit für ihren eigenen radikalen Antisemitismus missbraucht.
Da werden die Holocaust-Leugner demnächst "Kirchen" und "Religionen" gründen und sich unter den "Schutz" der kath. Kirche stellen!
Offensichtlich gibt es Organisationen, deren Antisemitismus und Holocaust-Leugnungen in Deutschland geduldet werden! Oder wann wird Herr Schäuble diese "Pius-X-Bruderschaft" in Deutschland verbieten?
milli görüs - größtes mitglied des islamrats der bundesrepublik deutschland. sollte nicht konsequent gegen antisemitismus und rechtsextremismus vorgegangen werden?
Ursula Haverbeck-Wetzel, hält seit dem Ableben ihres Gatten, des notorisch rechtsextremen Werner Georg Haverbeck, den Laden am Laufen. Jener Haverbeck lehrte in den 70iger Jahren als Professor für Sozialwissenschaften an der FH Bielefeld wurde und dort in allen Ehren pensioniert! Er war ein hochrangiger Nazi und ist nachweislich Zeit seines Lebens ein Nazi geblieben. Schon vor Beginn seiner Tätigkeit an der FH Bielefeld gründete er 1963 das als neonazistische Kaderschmiede bundesweit bekannt gewordene "Collegium Humanum". Werner Haverbeck leitete den extrem rechten WSL (Weltbund zum Schutz des Lebens)und verschärfte dessen ideologische Ausrichtung im oben beschriebenen Sinne in dem Zeitraum, in dem er seine Professur innehatte. Er nutzte die Zeit und die materiellen Möglichkeiten, die ihm dieses Amt gab, um das Collegium Humanum zu einer ökofaschistischen, antisemitischen, geschichtsrevisionistischen Kaderschmiede auszubauen (mehr dazu: kritiknetz.de/component/content/article/240). Seine Pension ermöglicht heute noch Ursula Haverbeck-Wetzel, überaus publikumswirksame Gerichtsverfahren zu bestreiten und sich als zu unrecht Verfolgte zu inszenieren. In diesem Jahr hat der verblichene Gatte übrigens 100.Geburtstag. Da dürften im erlauchten Kreis der Holocaustleugner die Korken knallen.
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