Schweinegrippe Risiken mit Nebenwirkungen

Gegen Schweinegrippe sind keine Massenimpfungen nötig, Hausmittel reichen – sagen Fachleute

Massenimpfungen wie etwa bei der Schweinegrippe sind nach Ansicht von Experten nicht ganz ungefährlich

Die Herausgeber des Arznei-Telegramms gelten in der Branche zwar als Polemiker, aber auch als anerkannte Experten. Dass sie das große Geschäft der Impfstoff-Hersteller mit der Schweinegrippe kritiklos gutheißen würden, war nicht zu erwarten. Allerdings legen sie ihre Finger noch auf eine andere Wunde: die "möglicherweise schwer wiegenden Nebenwirkungen" eines unverhältnismäßig schnell unters Volk gebrachten Impfstoffs.

Peter Schönhöfer, Pharmakologe und Mitherausgeber des Arznei-Telegramms, warnt eindringlich vor solchem Risiko – gerade "im Hinblick auf den meist milden Verlauf" der Erkrankung. Und er zieht eine Parallele zu negativen Impferfahrungen aus den USA. Bereits Anfang der 70er Jahre habe unter US-Soldaten in New Jersey eine als asiatische Schweinegrippe bezeichnete Influenza grassiert. Aus Angst vor einer Pandemie hätten die Behörden damals ebenfalls mit Impfungen begonnen. Allerdings sei es dabei zu einer "auffälligen Häufung" von überschießenden Immunreaktionen gekommen. Sie äußerten sich in Nervenlähmungen, der Fachbegriff dafür lautet Guillain-Barré-Syndrom. Die Lähmungen steigen von den Beinen zum Kopf hin auf, betroffen ist oft auch die Atem- und Schluckmuskulatur. "Die Behörden kamen damals zu der Auffassung, dass die Nebenwirkungen des Impfstoffs schwer wiegender waren als sein Nutzen", sagt Schönhöfer. 1976 wurde der Impfstoff zurückgezogen.

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Der Impfstoff, mit dem man nun das H1N1-Virus großflächig bekämpfen wolle, sei aber "nach dem selben Strickmuster" gebaut, warnt Schönhöfer. Auch der Virologe Alexander Kekulé aus Halle räumt beim Gedanken an Nebenwirkungen ein gewisses Unbehagen ein. "Wenn Sie Millionen von Menschen mit einem neuen Impfstoff impfen, ist das immer ein Massenversuch", sagt er. Allerdings habe man mit Grippeimpfungen so viel Erfahrung, dass man die meisten Nebenwirkungen gut beurteilen könne. Und auf das Guillain-Barre-Syndrom achte man seit den 70er Jahren "ganz extrem". Es stehe bei klinischen Tests im Mittelpunkt.

Schönhöfer sieht jedoch wenig Anlass, solche Risiken überhaupt einzugehen. Die Schweinegrippe sei zwar hoch infektiös, in ihrer Auswirkung aber "nicht schwer und bedrohlich", sagt er. "Gesunde Menschen stehen das mit Hausmitteln durch." Aber für die Pharmabranche gehe es ums große Geschäft. Die Firma Roche habe von Sanofi, dem Hersteller des Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs, "gelernt, dass man mit einer Impfkampagne viel Geld verdienen kann, wenn man eine geeignete Medienkampagne lostritt".

Leser-Kommentare
  1. und heilende Mittel sind auch nicht notwendigerweise nützlich "pre-emptive" Die 3.600 Passagiere eines Luxus-Kreuzfahrtschiff, sowie mehr als 60 Besatzungsmitglieder, können trotz Verdacht auf Infektion mit Schweine-Grippe in Marseile an Land zu gehen.

    Die lokalen Behörden in Marseille hatten zunächst verboten das die Passagiere der "Voyager of the Seas an Land gehen können als das Schiff kurz vor 7 Uhr heute morgen im Hafen auftauchte. Aber es wurde ein Team von Medizinern an Bord geschickt und die stellten fest das der Verdacht nicht begründet war. So erhielt die Mehrheit der Passagiere die Erlaubnis an Land zu gehen.

    Nur bei einem Passagier bestätigte sich der Verdacht auf eine Infektion und etwa weitere 150 Passagiere mussten unter Isolation an Bord blieben. Dazu gehören 62 Mitglieder der Besatzung.

    Das Kreuzfahrtschiff kam aus Barcelona auf dem Weg für eine einwöchige Mittelmeer-Kreuzfahrt mit diversen Zielen. In Frankreich wird trotz einer Zunahme von Fällen sehr darauf geachtet keine Hysterie zu erzeugen.

    • sevens
    • 02.08.2009 um 6:01 Uhr

    Na, wurde aber auch mal Zeit, daß die "Experten" das erkennen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und Politiker grundsätzlich sehr bestechlich. Heute sollte der Leser /Zuschauer am besten gleich abschalten, so bald das Wort Experte gefallen ist.

    und Politiker grundsätzlich sehr bestechlich. Heute sollte der Leser /Zuschauer am besten gleich abschalten, so bald das Wort Experte gefallen ist.

  2. Man muss immer das Risiko der Impfung (Negative Impfreaktion und deren Wahrscheinlichkeit) mit dem Risiko der Krankheit (Krankheitsverlauf und Wahrscheinlichkeit der Erkrankung) vergleichen.
    Der Krankheitsverlauf der Schweinegrippe ist zur Zeit sehr milde. Die Schweinegrippe ist zur Zeit weniger gefährlich als die sonstige jährliche Grippe. Man nimmt sogar an, dass viele Leute die Schweinegrippe hatten, ohne beim Arzt gewesen zu sein oder ohne wegen Schweinegrippe behandelt worden zu sein. Die Wahrscheinlichkeit an Schweinegrippe zu erkranken wird relativ hoch eingeschätzt, wobei die Schätzungen sehr verschieden sind.
    Zu eventuellen negativen Impfreaktionen der noch zu erfindenden Impfung gibt es aktuell überhaupt keine Erfahrung. Wenn der Impfstoff kommt, sollen als erstes medizinisches Personal, dann Feuerwehr und Polizei, dann Leute mit Vorerkrankungen und Schwangere geimpft werden. Vielleicht weiß dann der Normalbürger schon mehr zur Impfreaktion und deren Wahrscheinlichkeit des Auftretens.
    Dass bezüglich der Schweinegrippe Panik geschürt wird, scheint durchaus von der Pharmaindustrie unterstützt zu werden. Wie viele Expertenmeinungen von der Pharmaindustrie bezahlt sind, weiß niemand.

  3. Die Massenimpfung ist nichts anderes als ein Grossauftrag für die Pharmaindustrie. Zudem werden die bestehenden Gesundheitsstrukturen umgangen, indem Impfzentren durch die Armee bereitgestellt werden. Diese Impfung könnte mehr Nebenwirkungen auslösen als die Grippe, deshalb lehne ich die Kampagne ab.

  4. wäre das nicht eine quasi kostenlose Immunisierung für die möglichweise, möglicherweise auftretenden aggresiven Mutationen? Aber da gibbet ja nix zu verdienen...

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  5. Demokratie funktioniert eben nicht: 100.000e Euro fehlen für Hygiene in Krankenhäusern, um zu verhindern, dass mehr Menschen das KH krank verlassen, als es betreten und um viele unnötige Todesfälle zu verhindern - trotzdem gibt der Staat lieber Milliarden zur Terrorabwehr aus (Tote in Deutschland bisher: 0 (das ist eine Null mit null Nullen!)).
    Im KH passiert sowas eben, wenn aber auch nur zwei Menschen in Berlin bei einer Autobombe verletzt werden, wäre das in allen Schlagzeilen großer Aufmacher.

    Dasselbe hier: Wenn Tausende durch Impfungen sterben und beeinträchtigt werden, ist das in Ordnung, wenn stattdessen ein Dutzend Menschen an der Grippe sterben, hat der böse böse Staat nichts dagegen unternommen - und nebenbei: die Politik darf sich in einer Demokratie eben gar nicht nach den Experten, sondern muss sich nach der Masse richten (nicht nur wegen der Quantität der Wählerstimmen). Der einfache "blöde" Pöbel als Korrektiv zu den Fachidioten (die zum Beispiel zu Auschwitz fähig waren) - das ist die Ideologie der Demokratie.
    Im Endeffekt macht das heute (seit Goebbels) die Medien zum Souverän, da zu viele diesen einfach folgen, das ist eben der Preis: Keine Politik mehr zum Wohle des Volkes, sondern zum Wohle der Schlagzeilen - in der Zeit der totalen Verbreitung der Medien ist Demokratie (im derzeitigen Verständnis) obsolet geworden und nichts als die Utopie einiger naiver Aufklärer, die dieses noch nicht voraussehen konnten.

    Entweder müssen wir uns also mit dieser ineffektiven, oft arg dumm agierenden Demokratie abfinden und uns freuen, dass es uns auch immerhin noch schlimmer hätte treffen können - oder wir machen uns an die Konzeption einer "echten" und funktionierenden Demokratie.

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    "Wer zu sagen wagt, »außerhalb der Kirche gibt es kein Heil«, muss aus dem Staat verjagt werden." Jean-Jacques Rousseau

    • solnor
    • 04.08.2009 um 12:20 Uhr

    Ich kann den Hype und die Angst um die Schweinegrippe absolut nicht nachvollziehen. Ich kenne aber niemanden persönlich, der Angst davor hat sich anzustecken und Medikamente zur Vorsorge einkauft. Entweder ich bin ich nur mit Medienkritikern befreundet oder es ist nur Geschwätz, dass die Menschen Angst hätten. Auf der Straße umkommen ist weitaus einfacher.

    Allerdings find ich Aktionen wie folgende reichlich über das Kritik-Ziel hinausgeschossen:
    www.resurrection-dead.de/gewinnspiel/schweinegrippe

  6. und Politiker grundsätzlich sehr bestechlich. Heute sollte der Leser /Zuschauer am besten gleich abschalten, so bald das Wort Experte gefallen ist.

    Antwort auf "Endlich"

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