Literatur zur Finanzkrise Hättet ihr bloß zugehört!
So unterhaltsam wie klug: Stefan Frank knöpft sich Wirtschaftsweise und Journalisten vor und erzählt vom Kreditboom und dessen Folgen.
In dieser Krise hat vieles historische Ausmaße: Die Schulden für künftige Generationen. Die Rettungspolitik der amerikanischen Notenbank. Aber auch die Zahl der Bücher, die derzeit auf den Markt geworfen werden und deren Autoren behaupten, die Krise früher erahnt zu haben als andere.
Stefan Frank hat tatsächlich früher gewarnt als andere. "Wird es bald auch in den USA Fersehbilder weinender Bankdirektoren geben, wie in den Neunziger Jahren in Japan", fragte der Wirtschaftsjournalist bereits Mitte 2002 in der Zeitschrift konkret. Und weiter: "Der seit Jahresbeginn stark steigende Goldpreis zeigt, dass sich einige große Kapitale bereits zum Notausgang bewegen. Dort könnte bald ein großes Gedränge entstehen." So kam es dann, einige Jahre später.
In seinem nun erschienenen Buch Die Weltvernichtungsmaschine spart er nicht mit Häme gegen jene, die weniger misstrauisch waren. Lesenswert ist Franks Krisengeschichte dennoch. Nicht, weil sie im Wesentlichen etwas anderes erzählte als die vielfach beschriebene. Sondern weil Frank sie witziger und prägnanter erzählt als manch anderer Autor. Und weil er dafür weniger als 200 luftige Seiten braucht.
Die Geschichte der Finanzkrise beginnt in seinem Buch nicht in den Jahren der Dot-Com-Krise, sondern zu Zeiten Kaiser Konstantins, als das Geld sich von seinem materiellen Wert entkoppelte und das Zeichengeld entstand. Von hier an beschreibt Frank die Geschichte des Geldes und seiner virtuellen Vermehrung, berichtet von den Finanzinnovationen der siebziger Jahre, der Erfindung von Terminmärkten und der Deregulierung der Finanzmärkte in den neunziger Jahren, die das Casino richtig in Schwung brachten.
Frank beschreibt eindrücklich, wie sich die Kreditblase aufblähte. Wie alle mitspielten oder die Augen verschlossen: die Journalisten, die Phrasen droschen und sich am Aufschwung berauschten. Die Börsenfachleute, die zum Kauf von Aktien rieten, als die Krise längst da war. Der deutsche Finanzminister, der vom "Gespenst der Rezession" sprach, als sich die Weltwirtschaft rapide verlangsamte.
Zuletzt knöpft Frank sich den früheren Chef der Fed, Alan Greenspan, vor. Dessen Bewunderer waren zahlreich, obwohl dieser – so sieht es der Autor – wirklich "immer falsch" gelegen habe. Verlassen habe Greenspan sich stets auf "die Magengrube, im Straßenverkehr wie in der Zinspolitik. Dass Greenspans Reden stets sinnlos und unverständlich waren, ist auch seinen Bewunderern nicht verborgen geblieben. Doch sie hielten es für ein Zeichen von Weisheit."
Die starken Thesen machen das Buch unterhaltsam. Und doch bleibt Frank Antworten schuldig. So vertritt er am Ende die Ansicht, die jetzige Krisenpolitik rette das, was fallen muss – in Wahrheit sei der Finanzsektor insolvent. In Wahrheit müsse das System aus Schulden und Spekulation sich gesundschrumpfen, auf ein Maß, "das die Wirtschaft tragen kann".
- Datum 06.08.2009 - 10:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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der Buerger beschraenkt werden.
Die Banken geben der Wirtschaft keine Kredite!!! Fein, wasmachen sie mit dem Geld auf ihren konten?? Spoekulieren. Wahrgenommen, Konsequenz gezogen und die Banken geschlossen.
um mit kundenkrediten 25% Rendite zu erwirtschaften wie es dieses A...gesicht fordert, muessen die Zinsen wie hoch sein? Wenn der Hr. A. keine Kredite geben will, ist er ueberfluessig.
Die Bejinger Regierung hat hier einfach die Banken dazu verdonnert, Kredite zu geben, damit sich das leben der Menschen verbessert. Die westlichen Laender verschwenden Milliarden von Steuergeldern, damit ...? was denn eigentlich: das Spekulieren weitergehen kann. Hans im Glueck war gegenueber euren Wirtschaftsfachleuten ein Geistesriese. Anders ausgedrueckt: der westen hat sich in seinem eigenen Luegengebaeude, genannt freie Marktwirtschaft, verfangen und zappelt sich, hoffentlich, zu Tode.
Es kann kaum überraschen, das Frank nichts dazu sagt wie es weitergeht. Denn das rein ökonomisch sinnvolle käme der brutalen Thatcher Politik der 80ziger in Großbritannien gleich.
Das Dilemma liegt in der Diskrepanz zwischen dem rein ökonomisch gebotenen und dem sozial möglichen.
Rein ökonomisch hätten Opel und die HRE fallen müssen, ebenso viele andere kleinere Unternehmen. Doch die Kettenreaktionen die der Abschuss des Schneeballsystems zur Folge hätten wären unabsehbar, auch deshalb wird beschwichtigt und eben gerettet.
Die eigentliche Gefahr liegt darin, das die entsprechenden Kapazitäten und Geldüberhänge überhaupt nicht mehr oder nur unzureichend abgebaut werden und damit das ganze Spiel nur in eine neue Runde bringen, ganz nach dem Motto: Vielleicht habe ich da mein Scherflein schon im trockenen. Am Ende ist der Zeitgewinn dann vor allem ein Gewinn für die Besitzenden, die dadurch die Gelegenheit bekommen den Verlust den Massen aufzudrücken. Auch eine Form von Sozialpolitik.
H.
ist nicht der einzige, der dieses Blatt überaus lesenswert macht.
Zitat: "... endet Franks kluges Buch, das uns leider auch nicht sagen kann, wie wir alle noch zu retten sind."
Es will doch keiner gerettet wrden.
Alle, die geldgeil sind, warten doch auf die nächste Chance, noch zinsträchtiger zuzustoßen, auf dass sich die aktionelle oder zertifikatorische Sturzgeburt vollziehe... - im Kaiserschnitt de Zinsen und Erträge.
Es gibt nichts Göttliches, außer mann kassiert Zinsen dafür.
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