Vier Millionen neue Arbeitsplätze in zehn Jahren? Mit dieser Ansage im Bundestagswahlkampf hat SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier die Kritik von Union und FDP auf sich gezogen.

"Die Menschen sind es leid, immer zu Wahlkampfzeiten mit Versprechen überschüttet zu werden", kritisierte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)  Steinmeier in der Bild am Sonntag. "Sie erwarten zu Recht konkrete Vorschläge. Dabei ist bei der SPD bisher wenig zu finden."

Der Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union, Hans Michelbach, sprach gar von einem "durchsichtigen Ablenkungsmanöver" Steinmeiers. "Mit ihrer Planwirtschaft erreicht die SPD vielleicht vier Millionen Arbeitslose mehr bis 2020, aber bestimmt keinen einzigen zusätzlichen Arbeitsplatz", sagte Michelbach. Steinmeier versuche mit "vollmundigen Versprechungen" lediglich von der "offenkundigen wirtschaftspolitischen Inkompetenz seiner Partei" abzulenken.

Verheerende Bilanz der SPD

Auch der  Generalsekretär der FDP, Dirk Niebel, sagte dem Blatt: "Das Versprechen von vier Millionen neuen Arbeitsplätzen ist ein Akt der Verzweifelung, um mit einem unseriösen Wahlgeschenk die am Boden liegende SPD wieder aufzurichten." Steinmeier und die SPD hätten die vergangenen elf Jahre regiert und gerade in der Wirtschafts- und Finanzpolitik eine verheerende Bilanz hinterlassen.

Mit seinem "Deutschland-Plan", den Steinmeier am Montag vorstellen wird, will der Vize-Kanzler in den nächsten zehn Jahren wieder Vollbeschäftigung in Deutschland schaffen. Mit ihm als Kanzler könnten vier Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. "Bis 2020 wollen wir die Arbeitslosigkeit besiegen", heißt es nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel in Steinmeiers Plan.

Als Beispiele nannte der Kanzlerkandidat die Förderung grüner Schlüsseltechnologien sowie den Ausbau der Kranken- und Altenpflege. Ferner sollen Jobs in der "Kreativwirtschaft" und in anderen Dienstleistungsbereichen entstehen.