Swap-MarketTauschen statt kaufen

Wie schafft man es zu shoppen, ohne Geld auszugeben? Man besucht eine Swap-Party. Dort erlebt man nicht nur Grabenkämpfe, sondern auch ein besonderes Gemeinschaftsgefühl

Flohmarkt-Atmosphäre im Party-Umfeld: Swap-Market-Besucher in Berlin

Flohmarkt-Atmosphäre im Party-Umfeld: Swap-Market-Besucher in Berlin

Eine große Schlange wartet vor dem Stadtbad Oderberg in Berlin. Mindestens 100 Menschen, hauptsächlich Frauen, stehen dicht gedrängt hintereinander. Angeführt werden sie von einer zierlichen Brillenträgerin im roten Cocktailkleid. Ein braun gebrannter Mann tritt vor den Eingang: "Die Security ist so weit! Wir können aufmachen." Die Frau in Rot prescht an den verblüfften Türstehern vorbei. Sie hat ein Ziel: Shoppen ohne zu zahlen.

In Berlin findet an diesem Abend einer der ersten professionell ausgerichteten Swap-Markets statt. Darunter versteht man eine Art Tauschbörse für gebrauchte, aber hochwertige Kleidung. Das Prinzip ist relativ simpel: Man gibt Kleider, Schuhe oder Accessoires, die man selbst nicht mehr anzieht, bei einer Annahmestelle ab und erhält dafür je nach Wert und Zustand eine bestimmte Anzahl von Punkten. Für diese Punkte erhält man beim Swap-Market Jetons, für die man dann selbst einkaufen kann - am besten natürlich ein Designerstück!

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Dieses Ziel macht die Frau in Rot und mich zu gnadenlosen Konkurrentinnen. Ich tausche meine Punkte am linken, sie am rechten Stand gegen Jetons ein. Mit dem Spielgeld in der Tasche laufe ich zu den Kleiderständern. Wie beim Sommerschlussverkauf gilt es, die Erste zu sein. Ich peile ein langes, schwarzes Seidenkleid der Designerin Lala Berlin an. Fast schon halte ich es in meinen Händen. Aber der Teufel trägt an diesem Abend Rot und schnappt mir das Kleid vor der Nase weg. Damit muss man rechnen, wenn man sich auf das Prinzip "Swap-Market" einlässt.

Das Konzept "Swappen statt Shoppen", also "Tauschen statt Kaufen", hat sich in den Modemetropolen New York und London schon längst etabliert. Aus den sogenannten "Fashionistas", den Shopping-Süchtigen, hat die Finanzkrise die "Recessionistas" gemacht. Selbst die Sex and the City-Protagonistinnen würden heute nicht mehr die Boutiquen stürmen, sondern lieber untereinander ihre Manolo-Blahnik-Pumps tauschen.

In Berlin haben die Partyorganisatoren des "Broken Hearts Club", Conny Opper, Niki Pauls und Ingrid Junker, versucht, den Tauschmarkt als Feier zu inszenieren. Eine riesengroße Tupperparty also, nur cooler.

Leserkommentare
  1. Wie schafft man es zu shoppen, ohne eigenes Geld auszugeben? Man besucht eine Credit-Default-Swap-Party.

  2. zwar nicht direkt als Party, aber mit genau der genau gleichen Funktionsweise -- eingestellte Produkte gegen Gutscheine/Tickets/Token oder wie immer die Tauschwährung auf den Portalen heißt. Ein interessantes und noch recht neues Tauschportal, wo man auch Kleidung tauschen kann ist z. B. http://flohmarkt.tauschgn... und das ganze, wie im Internet üblich, auch noch ohne jegliche Drängelei. :-)

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