Großhandel Umsatz bricht um fast ein Fünftel ein
Die schwache Nachfrage und sinkende Preise haben zu großen Umsatzeinbußen im deutschen Großhandel geführt. Die Preise waren so stark gesunken wie noch nie seit der Wende
Die Einnahmen blieben im zweiten Quartal um 18,4 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums zurück. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Da zugleich die Großhandelspreise massiv nachgaben, ergibt sich preisbereinigt ein Umsatz-Rückgang von 10,8 Prozent.
"Der Großhandel hat ein grottenschlechtes zweites Quartal einstecken müssen. Angesichts langsam wieder ansteigender Auftragseingänge hoffen wir, die Talsohle langsam erreicht zu haben", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, in Berlin. Ein schneller Aufschwung sei allerdings nicht in Sicht. Zu befürchten sei eher, dass der Großhandel mit Konsumgütern, mit denen er bislang nicht so starke Einbrüche zu verzeichnen hatte, im Herbst bei steigender Arbeitslosigkeit unter Druck gerate.
Nach Angaben des Bundesamtes sanken die Umsätze im Großhandel mit Rohstoffen Vorprodukten und Maschinen im zweiten Quartal um 25,8 Prozent. Der Großhandel mit Konsumgütern sank um 7,7 Prozent.
Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich ein Rückschlag von nominal 16,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr. Im Juni 2009 lag das nominale Minus bei 17,2 Prozent im Jahresvergleich. Im direkten Vergleich von Mai zu Juni ergibt sich saison- und kalenderbereinigt ein kleines Plus von 1,1 Prozent. Allein dieser Vormonatsvergleich nähre die Hoffnung auf eine Bodenbildung, erklärte der Handelsverband.
"Entscheidend bleibt die Aufrechterhaltung der Unternehmensfinanzierung zu akzeptablen Bedingungen", sagte Börner. Außerdem sei es wichtig dass von Seiten der Politik nach der Bundestagswahl neue Wachstumsimpulse etwa in der Steuerpolitik gesetzt würden.
- Datum 31.07.2009 - 18:31 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, aku
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