Wahlkampf-Reporter (2) Deutschlands schwarze Seele

Nirgends ist die CDU so stark wie in Cloppenburg. 70 Prozent und mehr holt die Partei hier. Ein Besuch bei Deutschlands Wahlkreiskönig - und bei der leidgeprüften SPD

Seit Freitag ist unser Wahlkampf-Reporter Michael Schlieben auf Deutschlandreise. Nord, West, Süd, Ost – einmal rund durch die Republik geht es. Er bloggt, twittertund schreibt Reportagen. Lesen Sie heute seinen Bericht aus Cloppenburg:

Herrlich, es riecht nach frisch gemähtem Gras - und nach Misthaufen. Traktoren und Geländewagen fahren vorbei. Man sieht Futtersilos und riesige Maisfelder. Es erinnert fast an Texas. Nur, die Leute schnacken Plattdeutsch.

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Das ist also der Güllegürtel, wie Spötter sagen, die stärkste Hochburg der CDU. Hier, im Nordwesten der Republik, gibt es wenige Städte, dafür so viele Schweine und Hühner wie sonst nirgendwo in Deutschland. Hier, im Oldenburger Münsterland, erzielt die CDU seit jeher Rekordergebnisse, nahe der Zweidrittelmehrheit. In manchen Gemeinden holt sie sogar knapp 90 Prozent.

Zum Glück wartet am kleinen Regional-Bahnhof von Essen (Kreis Oldenburg) bereits Clemens gr. Macke, der örtliche CDU-Landtagsabgeordnete mit einem großen Auto. Andernfalls käme man hier kaum weg. Busse fahren nicht, Taxis gibt es im ganzen Landkreis kaum.

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Macke ist Deutschlands Wahlkreiskönig. Bei der Landtagswahl 2003 holte er 76 Prozent der Erststimmen. Im letzten Jahr war er immer noch der einzige CDU-Abgeordnete "mit einer 7 vorn", wie er sagt. Stolz ist Macke auch auf seinen Wahlkreis. Er steuert Firmen an, die er wahlweise "Weltmarktführer" oder "hidden champions" nennt.

Hier ein neues Schwimmbad, dort ein renoviertes Rathaus. Dazwischen große Ställe und Fabriken. Nach wie vor arbeiten die meisten Cloppenburger in der Lebensmittelindustrie, aber nicht mehr viele als Bauern: Neben der Viehwirtschaft ist eine krisensicherere Folgeindustrie entstanden: Großschlachter, Käfigspezialisten, Puddingpulver-Hersteller. Hier ist kaum jemand arbeitslos. 80 Prozent der Menschen leben im Eigenheim, auch da die Grundstückpreise so billig sind.

Macke steuert seinen Hof an, seit Jahrhunderten ist er in Familienbesitz. Er hat über 10.000 Legehennen, "alles ökologisch", wie er betont. Hauptsächlich kümmert sich seine Frau um das Gut, die Kinder und die Angestellten. Schließlich ist Macke die meiste Zeit im Landtag in Hannover, außerdem als Unternehmensberater tätig. Sie hat gerade gekocht. Es gibt Kartoffeln und Fleisch. Der jüngste Sohn spricht das Tischgebet, später deckt er den Tisch ab. Der 13-Jährige will bald der Jungen Union beitreten.

Warum er der CDU-Politiker ist mit den meisten Erststimmen? Macke sagt: Er verkörpere die Region. Hier sei er fest verwurzelt. Früher war er Sprecher der Katholischen Landjugend. Heute ist er Mitglied in vielen Vereinen. Gleichzeitig sei er ein engagierter Unternehmer, der sich um seine Heimat kümmern möchte, die er "Paradies" nennt.

Leser-Kommentare
  1. Eine schöne Beschreibung - und trotzdem: selbst ich als bekennender Linker fühle mich, wenn ich in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta zu tun habe, dort äußerst wohl, denn die dortige Union unterscheidet sich grundlegend von der Bundes-CDU, weil man dort von der katholischen Soziallehre geprägt ist. Ein neoliberales Mietmaul fiele dort bei der Kür des Bundestagsdirektkandidaten durch - ähnlich, wie es Oswald Metzger im katholischen Ländle passierte.

    Hinzu kommt, dass die SPD die Region schon lange aufgegeben hat. Um eine 70%-Hochburg zu schleifen, braucht es einen langen Atem, viel Charisma, sehr viel Elan, Idealismus und Ausdauer. Sowohl Rudolf Scharping, als auch Kurt Beck haben in Rheinland-Pfalz gezeigt, dass man auch solche Hochburgen der Union schleifen kann. Allerdings hatten beide bundespolitisch ein gravierendes Problem: die Bundes-SPD kann an solchen Leuten nicht vorbei gehen, auch wenn sie nicht ins programmatische Konzept passen.

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    Sowohl im Artikel als auch bei "sünnerklaas" sind viele treffende Beschreibungen.
    Es ist richtig: Vechta-Cloppenburg, Eichsfeld, Emsland, bestimmte WKs in Bayern, Rheinland-Pfalz, NRW und Baden-Württemberg sind hoch- und höchstprozentig "schwarz".
    Dennoch sehe ich Umbrüche, wie auch in meiner engeren Heimat, die ähnlich strukturiert ist: - ich versuche es mal in Schlaglichtern -
    + fehlen nicht auch in V.-Cl. inzwischen die Leute unter 35 Jahren in der Kirche?
    + geht nicht auch der Messebesuch dramatisch zurück?
    + sind nicht auch dort inzwischen 70 % der Messebesucher weiblich?
    + finden nicht auch dort zunehmend Menschen die industrielle Landwirtschaft abstossend?
    + sind nicht die meist ärmlichen Arbeitnehmer dort verärgert über die Mega-Subventionen an die Großagrarier?
    + gibt es nicht auch dort Umbrüche in Richtung "gelb", "grün" und, wenn auch schwächlich, in Richtung Die LINKE?

    Also: Ich sehe in 8 Wochen eine "6" in der Zehnerstelle.
    Besser wäre natürlich eine "5", aber das wäre wohl zuviel auf einmal.

    Zwar hat der Papst durch die Sozialenzyklika durchaus Boden gut gemacht, aber die Leute wissen ja auch, welche ges. Kräfte jahrhundertelang Feudalherrschaft und Rückständigkeit bewirkten.

    Sollte dort wirklich alles so verkrustet bleiben, wie es der Artikelverfasser andeutet, dann wäre dies ein blamables Armutszeugnis für die Leute dort mit höheren Bildungs-Abschlüssen. Was sollte man von solchen Lehrern, Ärzten, Apothekern, Juristen, Ingenieuren, kaufm. u. techn. Intelligenz halten?

    Und von Führungskräften in Unternehmen müsste man auch viel mehr erwarten können!

    Richtig und sehr sympathisch war die Bemerkung von "sünnerklaas", stimme voll zu, dass solche Protzer dort auch in Unionsbasis nicht gut "ankämen". Ich sehe dort auch KOLPING, Werkvolk, KAB, Caritas, VdK
    Sozialverband Deutschland in einer sehr starken Position.

    Aber auch einfache Katholen können im Ernst nicht "glauben", dass ein gerechter Lohn wie Manna vom Himmel fällt.
    Entweder hat man Gewerkschaften und Betriebsräte, oder man wird geschoren wie ein armseliges Schaf.
    Von Singen, Beten, Bittschriften, leserbriefen erhält man jedenfalls keinen auskömmlichen Lohn. Auch bei den "hidden champions" nicht.

    Dort sind, nach allen Erfahrungen, Führungskräfte, deren Selbstbewußtsein "grenzenlos" ist, die im zweifelsfall alles allein bewirkt haben, die Arbeit ihrer "Leute" nicht recht würdigen.

    Wirtschaftlich-unternehmerisch-technologischer Erfolg ist die eine Seite der Münze; die andere aber ist die der sozialen Verantwortung.
    Und überall, wo mehrere Mit-Eigentümer-Familien mitmischen, geht die Gier gegen Unendlich.
    Ist leider oft gemachte Erfahrungen ( Ausnahmen gibt es sicher auch).

    Was aber Arbeitnehmer mit einer Wahl einer "bürgerlichen" Partei bezwecken wollen, ist ihr Geheimnis.

    Es grenzt stark an Masochismus.

    Sowohl im Artikel als auch bei "sünnerklaas" sind viele treffende Beschreibungen.
    Es ist richtig: Vechta-Cloppenburg, Eichsfeld, Emsland, bestimmte WKs in Bayern, Rheinland-Pfalz, NRW und Baden-Württemberg sind hoch- und höchstprozentig "schwarz".
    Dennoch sehe ich Umbrüche, wie auch in meiner engeren Heimat, die ähnlich strukturiert ist: - ich versuche es mal in Schlaglichtern -
    + fehlen nicht auch in V.-Cl. inzwischen die Leute unter 35 Jahren in der Kirche?
    + geht nicht auch der Messebesuch dramatisch zurück?
    + sind nicht auch dort inzwischen 70 % der Messebesucher weiblich?
    + finden nicht auch dort zunehmend Menschen die industrielle Landwirtschaft abstossend?
    + sind nicht die meist ärmlichen Arbeitnehmer dort verärgert über die Mega-Subventionen an die Großagrarier?
    + gibt es nicht auch dort Umbrüche in Richtung "gelb", "grün" und, wenn auch schwächlich, in Richtung Die LINKE?

    Also: Ich sehe in 8 Wochen eine "6" in der Zehnerstelle.
    Besser wäre natürlich eine "5", aber das wäre wohl zuviel auf einmal.

    Zwar hat der Papst durch die Sozialenzyklika durchaus Boden gut gemacht, aber die Leute wissen ja auch, welche ges. Kräfte jahrhundertelang Feudalherrschaft und Rückständigkeit bewirkten.

    Sollte dort wirklich alles so verkrustet bleiben, wie es der Artikelverfasser andeutet, dann wäre dies ein blamables Armutszeugnis für die Leute dort mit höheren Bildungs-Abschlüssen. Was sollte man von solchen Lehrern, Ärzten, Apothekern, Juristen, Ingenieuren, kaufm. u. techn. Intelligenz halten?

    Und von Führungskräften in Unternehmen müsste man auch viel mehr erwarten können!

    Richtig und sehr sympathisch war die Bemerkung von "sünnerklaas", stimme voll zu, dass solche Protzer dort auch in Unionsbasis nicht gut "ankämen". Ich sehe dort auch KOLPING, Werkvolk, KAB, Caritas, VdK
    Sozialverband Deutschland in einer sehr starken Position.

    Aber auch einfache Katholen können im Ernst nicht "glauben", dass ein gerechter Lohn wie Manna vom Himmel fällt.
    Entweder hat man Gewerkschaften und Betriebsräte, oder man wird geschoren wie ein armseliges Schaf.
    Von Singen, Beten, Bittschriften, leserbriefen erhält man jedenfalls keinen auskömmlichen Lohn. Auch bei den "hidden champions" nicht.

    Dort sind, nach allen Erfahrungen, Führungskräfte, deren Selbstbewußtsein "grenzenlos" ist, die im zweifelsfall alles allein bewirkt haben, die Arbeit ihrer "Leute" nicht recht würdigen.

    Wirtschaftlich-unternehmerisch-technologischer Erfolg ist die eine Seite der Münze; die andere aber ist die der sozialen Verantwortung.
    Und überall, wo mehrere Mit-Eigentümer-Familien mitmischen, geht die Gier gegen Unendlich.
    Ist leider oft gemachte Erfahrungen ( Ausnahmen gibt es sicher auch).

    Was aber Arbeitnehmer mit einer Wahl einer "bürgerlichen" Partei bezwecken wollen, ist ihr Geheimnis.

    Es grenzt stark an Masochismus.

  2. Peter Brinkmann Berlin :

    Treffend beschrieben, so ist es und so bleibt es. Die Sozen sind tapfer. Und ich muss es als gebürtiger Cloppenburger wissen. 1965 lud ich mit einigen Juso Freunden Günter Grass in unsere "schwarze" Stadt ein. Grass kam, 4000 Menschen hörten zu, pfiffen und johlten, schmissen Eier und Tomaten auf den "Pornografen", wie sie ihn beschimpften. Doch am Wahltag hatte die SPD über 20 Prozent! Ein Plus wie in in keinem anderen Wahlkreis der Republik. Das kam nie wieder, aber es zeigte, welche Lust die Cloppenburger doch hatten, den "Schwarzen" mal eins mitzugeben. Schon damals trafen wir uns im "Briefkasten". Das war die Kneipe der kleinen Revolution. Hier war Willy Brandt als SPD-Kanzlerkandidat unser Gast, der spätere Präsident von Nambia Sam Nujoma trank mit uns ein Bier und auch Abdallah Frangi von der PLO diskutierte mit uns Sozis. Denn eines gab es in dieser "schwarzen" Stadt immer: Toleranz. Und weil das so ist, können die tapferen Jusos und Genossen in unserer kleinen Stadt auch weiter den Kampf gegen die Windmühlen kämpfen. Damals schrieb Grass in das Gästebuch des "Briefkastens": Warum denn auswandern wollen? Hier in Cloppenburg bleiben und SPD wählen." So soll es denn sein.

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    Ich frage mich, warum die SPD im Südolenburger Raum nicht in der Lage ist, einen Direktkandidaten von Anfang an aufzubauen ist doch eines klar: wer da die Ochsentour macht und es sogar schafft, irgendwann die Schwarze Bastion zu schleifen, an dem können sowohl der Landes- als auch der Bundesvorstand der SPD nicht mehr vorbei gehen - eine große politische Karriere ist ihm gewiss.

    Ich frage mich, warum die SPD im Südolenburger Raum nicht in der Lage ist, einen Direktkandidaten von Anfang an aufzubauen ist doch eines klar: wer da die Ochsentour macht und es sogar schafft, irgendwann die Schwarze Bastion zu schleifen, an dem können sowohl der Landes- als auch der Bundesvorstand der SPD nicht mehr vorbei gehen - eine große politische Karriere ist ihm gewiss.

  3. Sowohl im Artikel als auch bei "sünnerklaas" sind viele treffende Beschreibungen.
    Es ist richtig: Vechta-Cloppenburg, Eichsfeld, Emsland, bestimmte WKs in Bayern, Rheinland-Pfalz, NRW und Baden-Württemberg sind hoch- und höchstprozentig "schwarz".
    Dennoch sehe ich Umbrüche, wie auch in meiner engeren Heimat, die ähnlich strukturiert ist: - ich versuche es mal in Schlaglichtern -
    + fehlen nicht auch in V.-Cl. inzwischen die Leute unter 35 Jahren in der Kirche?
    + geht nicht auch der Messebesuch dramatisch zurück?
    + sind nicht auch dort inzwischen 70 % der Messebesucher weiblich?
    + finden nicht auch dort zunehmend Menschen die industrielle Landwirtschaft abstossend?
    + sind nicht die meist ärmlichen Arbeitnehmer dort verärgert über die Mega-Subventionen an die Großagrarier?
    + gibt es nicht auch dort Umbrüche in Richtung "gelb", "grün" und, wenn auch schwächlich, in Richtung Die LINKE?

    Also: Ich sehe in 8 Wochen eine "6" in der Zehnerstelle.
    Besser wäre natürlich eine "5", aber das wäre wohl zuviel auf einmal.

    Zwar hat der Papst durch die Sozialenzyklika durchaus Boden gut gemacht, aber die Leute wissen ja auch, welche ges. Kräfte jahrhundertelang Feudalherrschaft und Rückständigkeit bewirkten.

    Sollte dort wirklich alles so verkrustet bleiben, wie es der Artikelverfasser andeutet, dann wäre dies ein blamables Armutszeugnis für die Leute dort mit höheren Bildungs-Abschlüssen. Was sollte man von solchen Lehrern, Ärzten, Apothekern, Juristen, Ingenieuren, kaufm. u. techn. Intelligenz halten?

    Und von Führungskräften in Unternehmen müsste man auch viel mehr erwarten können!

    Richtig und sehr sympathisch war die Bemerkung von "sünnerklaas", stimme voll zu, dass solche Protzer dort auch in Unionsbasis nicht gut "ankämen". Ich sehe dort auch KOLPING, Werkvolk, KAB, Caritas, VdK
    Sozialverband Deutschland in einer sehr starken Position.

    Aber auch einfache Katholen können im Ernst nicht "glauben", dass ein gerechter Lohn wie Manna vom Himmel fällt.
    Entweder hat man Gewerkschaften und Betriebsräte, oder man wird geschoren wie ein armseliges Schaf.
    Von Singen, Beten, Bittschriften, leserbriefen erhält man jedenfalls keinen auskömmlichen Lohn. Auch bei den "hidden champions" nicht.

    Dort sind, nach allen Erfahrungen, Führungskräfte, deren Selbstbewußtsein "grenzenlos" ist, die im zweifelsfall alles allein bewirkt haben, die Arbeit ihrer "Leute" nicht recht würdigen.

    Wirtschaftlich-unternehmerisch-technologischer Erfolg ist die eine Seite der Münze; die andere aber ist die der sozialen Verantwortung.
    Und überall, wo mehrere Mit-Eigentümer-Familien mitmischen, geht die Gier gegen Unendlich.
    Ist leider oft gemachte Erfahrungen ( Ausnahmen gibt es sicher auch).

    Was aber Arbeitnehmer mit einer Wahl einer "bürgerlichen" Partei bezwecken wollen, ist ihr Geheimnis.

    Es grenzt stark an Masochismus.

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    "Was sollte man von solchen Lehrern, Ärzten, Apothekern, Juristen, Ingenieuren, kaufm. u. techn. Intelligenz halten?"
    Nichts, selbstverständlich! Denn es darf nicht sein, dass es irgendwo noch ein Fleckchen Erde gibt, wo die Menschen sich wohlfühlen und wo Gemeinschaftssinn wichtiger ist als das Träumen von der Weltrevolution. Deshalb sind Regionen, in denen "die Welt noch in Ordnung ist" [sprich: in denen die SPD noch nie Gelegenheit hatte, den Menschen ihre Weltverbessererfantasien aufzuzwingen], eine Beleidigung für jeden halbwegs gebildeten Menschen.

    • Seamus
    • 04.08.2009 um 16:15 Uhr

    "Sollte dort wirklich alles so verkrustet bleiben, wie es der Artikelverfasser andeutet, dann wäre dies ein blamables Armutszeugnis für die Leute dort mit höheren Bildungs-Abschlüssen. Was sollte man von solchen Lehrern, Ärzten, Apothekern, Juristen, Ingenieuren, kaufm. u. techn. Intelligenz halten?"

    Ihre Argumentationsweise ist einfach nur peinlich und beleidigend, wie koennen sie sich anmaßen zu entscheiden, dass Wahlentscheidungen mit der Intelligenz zu tun haben? Nur weil die Menschen dort nicht ihrem politischen Ideal entsprechen muessen sie dumm und stupide sein? Und sowieso sei Besserung nur von "Leuten mit hoeheren Bildungsabschluessen" zu erwarten??? Bei einer solchen diffamierenden Argumentationsweise laesst sich hier nur auf einen Intelligenzquotienten schliessen, dem ihren und der scheint alles andere als hoch zu sein. Zudem schiessen sie sich doch selbst ins Bein, wenn sie das Heil des Volkes von den "hoeheren Bildungsabschluessen" versprechen....war nicht die SPD die Arbeiterpartei....der Arbeiter hat nach ihrer Sichtweise anscheinend ja nicht mal das Wahlrecht verdient....man man man und da sagt einer die Union sei arrogant....

    Zu den Kraefteverhaeltnissen im Norden, seit 2003 sind nahezu alle Landkreise an den Kuesten Niedersachsens an die Union gefallen, ausgenommen Aurich und Emden/Leer, alle anderen "bevoelkerungsstarken" Landkreise wie Friesland, Wilhelmshaven,Wittmund und dem Wangerland sind in den Haenden der Union, von Hochburgen der Sozialdemokraten kann keine Rede mehr sein, als sich die Ergebnisse 2008 bestaetigten und deutlich wurde, dass es sich nicht nur um reine Protestergebnisse gegen Schroeder handelte.

    [...]

    **************
    "Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
    Kurt Schumacher (SPD)

    [Gekürzt, bitte formulieren Sie Kritik sachlich und konstruktiv. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • htw89
    • 05.08.2009 um 20:14 Uhr

    + fehlen nicht auch in V.-Cl. inzwischen die Leute unter 35 Jahren in der Kirche?
    + geht nicht auch der Messebesuch dramatisch zurück?

    Kann man auf jeden Fall sagen. Ich komme aus dem südlichen Landkreis Vechta und es ist mittlerweile eine Seltenheit dass man in die Kirche geht. Das sah früher auf jeden Fall noch anders aus.

    + gibt es nicht auch dort Umbrüche in Richtung "gelb", "grün" und, wenn auch schwächlich, in Richtung Die LINKE?

    Kann man durchaus sagen. Auf Land-, Bundes- und Europapolitik bezogen auf jeden Fall. Zunehmend erfolgreich ist hier die FDP, aber auch die Grünen stehen dem nicht nach. Bei der Europawahl hatte die FDP in meiner Stadt sogar mehr Stimmen als die SPD.

    "Was sollte man von solchen Lehrern, Ärzten, Apothekern, Juristen, Ingenieuren, kaufm. u. techn. Intelligenz halten?"
    Nichts, selbstverständlich! Denn es darf nicht sein, dass es irgendwo noch ein Fleckchen Erde gibt, wo die Menschen sich wohlfühlen und wo Gemeinschaftssinn wichtiger ist als das Träumen von der Weltrevolution. Deshalb sind Regionen, in denen "die Welt noch in Ordnung ist" [sprich: in denen die SPD noch nie Gelegenheit hatte, den Menschen ihre Weltverbessererfantasien aufzuzwingen], eine Beleidigung für jeden halbwegs gebildeten Menschen.

    • Seamus
    • 04.08.2009 um 16:15 Uhr

    "Sollte dort wirklich alles so verkrustet bleiben, wie es der Artikelverfasser andeutet, dann wäre dies ein blamables Armutszeugnis für die Leute dort mit höheren Bildungs-Abschlüssen. Was sollte man von solchen Lehrern, Ärzten, Apothekern, Juristen, Ingenieuren, kaufm. u. techn. Intelligenz halten?"

    Ihre Argumentationsweise ist einfach nur peinlich und beleidigend, wie koennen sie sich anmaßen zu entscheiden, dass Wahlentscheidungen mit der Intelligenz zu tun haben? Nur weil die Menschen dort nicht ihrem politischen Ideal entsprechen muessen sie dumm und stupide sein? Und sowieso sei Besserung nur von "Leuten mit hoeheren Bildungsabschluessen" zu erwarten??? Bei einer solchen diffamierenden Argumentationsweise laesst sich hier nur auf einen Intelligenzquotienten schliessen, dem ihren und der scheint alles andere als hoch zu sein. Zudem schiessen sie sich doch selbst ins Bein, wenn sie das Heil des Volkes von den "hoeheren Bildungsabschluessen" versprechen....war nicht die SPD die Arbeiterpartei....der Arbeiter hat nach ihrer Sichtweise anscheinend ja nicht mal das Wahlrecht verdient....man man man und da sagt einer die Union sei arrogant....

    Zu den Kraefteverhaeltnissen im Norden, seit 2003 sind nahezu alle Landkreise an den Kuesten Niedersachsens an die Union gefallen, ausgenommen Aurich und Emden/Leer, alle anderen "bevoelkerungsstarken" Landkreise wie Friesland, Wilhelmshaven,Wittmund und dem Wangerland sind in den Haenden der Union, von Hochburgen der Sozialdemokraten kann keine Rede mehr sein, als sich die Ergebnisse 2008 bestaetigten und deutlich wurde, dass es sich nicht nur um reine Protestergebnisse gegen Schroeder handelte.

    [...]

    **************
    "Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
    Kurt Schumacher (SPD)

    [Gekürzt, bitte formulieren Sie Kritik sachlich und konstruktiv. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • htw89
    • 05.08.2009 um 20:14 Uhr

    + fehlen nicht auch in V.-Cl. inzwischen die Leute unter 35 Jahren in der Kirche?
    + geht nicht auch der Messebesuch dramatisch zurück?

    Kann man auf jeden Fall sagen. Ich komme aus dem südlichen Landkreis Vechta und es ist mittlerweile eine Seltenheit dass man in die Kirche geht. Das sah früher auf jeden Fall noch anders aus.

    + gibt es nicht auch dort Umbrüche in Richtung "gelb", "grün" und, wenn auch schwächlich, in Richtung Die LINKE?

    Kann man durchaus sagen. Auf Land-, Bundes- und Europapolitik bezogen auf jeden Fall. Zunehmend erfolgreich ist hier die FDP, aber auch die Grünen stehen dem nicht nach. Bei der Europawahl hatte die FDP in meiner Stadt sogar mehr Stimmen als die SPD.

    • hamkon
    • 03.08.2009 um 19:56 Uhr

    der fragt schlussendlich nach gar nichts mehr.

    Links die globale Neue Soziale Marktwirtschaft predigen, Lohndumping, Lohnerpressung verleugnen und Kostenniveaus wie in China, Myanmar, Zimbabwe, Guatemala oder Kolumbien fordern, damit sich der nächste Daimler noch billiger schießen lässt (Geiz macht geil, das macht angesichts der Fettleibigen Subventionskassierer ja auch Sinn, weil sonst wohl gar nichts mehr geht), das ist
    das Publikum, zu dem diese schwarze Seele passt.

    Dumm nur, dass die Behauptung, es gäbe da eine schwarze Seele auch nur eine der vielen Betrugsvarianten ist. Die schwarze Seele ist in Wahrheit das schwarze Loch, in welchem seit Mitte der 1950er Jahre Tausende von Millarden Subventionen verschwunden sind, die heute von den Besitzagrarieren speziell in Bayern, Baden Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein als Nachweis ihrer Leistung vorgezeigt werden. Hoffen wir einmal, dass sich da die Ansprache an Millionäre, die einst von Erich Kästner in den späten 1920er Jahren aufgeschrieben wurde, Wirklichkeit wird.

    Wer Leben retten will, muss heute schon die Umgebrachten von morgen beklagen.

  4. "Was sollte man von solchen Lehrern, Ärzten, Apothekern, Juristen, Ingenieuren, kaufm. u. techn. Intelligenz halten?"
    Nichts, selbstverständlich! Denn es darf nicht sein, dass es irgendwo noch ein Fleckchen Erde gibt, wo die Menschen sich wohlfühlen und wo Gemeinschaftssinn wichtiger ist als das Träumen von der Weltrevolution. Deshalb sind Regionen, in denen "die Welt noch in Ordnung ist" [sprich: in denen die SPD noch nie Gelegenheit hatte, den Menschen ihre Weltverbessererfantasien aufzuzwingen], eine Beleidigung für jeden halbwegs gebildeten Menschen.

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    Na ja - die SPD ist in vielen protestantisch geprägten Kreisen an der Küste schon seit eh und je mit Abstand stärkste Kraft - und zwar auch in ländlichen Regionen. Allerdings ist die SPD dort alles andere, als links zu verorten. Das ist halt Schröder-Land - und der baute seine politische Macht auf niedersächsische Provinzfürsten, wie Karl-Heinz Funke oder Hinrich Swieter auf, die bei ihren Parteitagen mit Ufftata, Blasmusik und launischen Sprüchen daher kamen.

    Na ja - die SPD ist in vielen protestantisch geprägten Kreisen an der Küste schon seit eh und je mit Abstand stärkste Kraft - und zwar auch in ländlichen Regionen. Allerdings ist die SPD dort alles andere, als links zu verorten. Das ist halt Schröder-Land - und der baute seine politische Macht auf niedersächsische Provinzfürsten, wie Karl-Heinz Funke oder Hinrich Swieter auf, die bei ihren Parteitagen mit Ufftata, Blasmusik und launischen Sprüchen daher kamen.

  5. Ich frage mich, warum die SPD im Südolenburger Raum nicht in der Lage ist, einen Direktkandidaten von Anfang an aufzubauen ist doch eines klar: wer da die Ochsentour macht und es sogar schafft, irgendwann die Schwarze Bastion zu schleifen, an dem können sowohl der Landes- als auch der Bundesvorstand der SPD nicht mehr vorbei gehen - eine große politische Karriere ist ihm gewiss.

    Antwort auf "Cloppenbrg"
  6. Na ja - die SPD ist in vielen protestantisch geprägten Kreisen an der Küste schon seit eh und je mit Abstand stärkste Kraft - und zwar auch in ländlichen Regionen. Allerdings ist die SPD dort alles andere, als links zu verorten. Das ist halt Schröder-Land - und der baute seine politische Macht auf niedersächsische Provinzfürsten, wie Karl-Heinz Funke oder Hinrich Swieter auf, die bei ihren Parteitagen mit Ufftata, Blasmusik und launischen Sprüchen daher kamen.

    • Seamus
    • 04.08.2009 um 16:15 Uhr

    "Sollte dort wirklich alles so verkrustet bleiben, wie es der Artikelverfasser andeutet, dann wäre dies ein blamables Armutszeugnis für die Leute dort mit höheren Bildungs-Abschlüssen. Was sollte man von solchen Lehrern, Ärzten, Apothekern, Juristen, Ingenieuren, kaufm. u. techn. Intelligenz halten?"

    Ihre Argumentationsweise ist einfach nur peinlich und beleidigend, wie koennen sie sich anmaßen zu entscheiden, dass Wahlentscheidungen mit der Intelligenz zu tun haben? Nur weil die Menschen dort nicht ihrem politischen Ideal entsprechen muessen sie dumm und stupide sein? Und sowieso sei Besserung nur von "Leuten mit hoeheren Bildungsabschluessen" zu erwarten??? Bei einer solchen diffamierenden Argumentationsweise laesst sich hier nur auf einen Intelligenzquotienten schliessen, dem ihren und der scheint alles andere als hoch zu sein. Zudem schiessen sie sich doch selbst ins Bein, wenn sie das Heil des Volkes von den "hoeheren Bildungsabschluessen" versprechen....war nicht die SPD die Arbeiterpartei....der Arbeiter hat nach ihrer Sichtweise anscheinend ja nicht mal das Wahlrecht verdient....man man man und da sagt einer die Union sei arrogant....

    Zu den Kraefteverhaeltnissen im Norden, seit 2003 sind nahezu alle Landkreise an den Kuesten Niedersachsens an die Union gefallen, ausgenommen Aurich und Emden/Leer, alle anderen "bevoelkerungsstarken" Landkreise wie Friesland, Wilhelmshaven,Wittmund und dem Wangerland sind in den Haenden der Union, von Hochburgen der Sozialdemokraten kann keine Rede mehr sein, als sich die Ergebnisse 2008 bestaetigten und deutlich wurde, dass es sich nicht nur um reine Protestergebnisse gegen Schroeder handelte.

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