Birma Urteil gegen Suu Kyi empört weltweit
Die Friedensnobelpreisträgerin bleibt für weitere 18 Monate unter Hausarrest. In Asien gingen ihre Anhänger auf die Straße, die EU verschärft die Sanktionen gegen die Junta in Birma

© Christophe Archambault/AFP/Getty Images
Unterstützung nach dem Schuldspruch: Anhänger von Suu Kyi protestieren in Thailand
Wenige Monate vor den geplanten Wahlen in Birma ist der Hausarrest gegen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi um anderthalb Jahre verlängert worden. Ein Sondergericht in Rangun befand die Friedensnobelpreisträgerin für schuldig, gegen die Auflagen ihres seit vielen Jahren andauernden Hausarrests verstoßen zu haben.
Gleich nach der Urteilsverkündung gingen auf den Philippinen, in Thailand und Japan Anhänger der Demokratiebewegung auf die Straße, um gegen den Schuldspruch zu demonstrieren.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier nannte das Urteil gegen Suu Kyi einen "weiteren Rückschlag für die Menschenrechte" in Birma. Der Prozess sei "mehr Farce als gerichtliches Verfahren" gewesen. "Er zeigt, wie wenig elementare Grundrechte in dem südostasiatischen Land gelten." Zugleich forderte der SPD-Kanzlerkandidat die Machthaber in Rangun auf, Suu Kyi und alle anderen politischen Gefangenen sofort freizulassen.
Auch die Europäische Union (EU) protestierte scharf gegen das Urteil und kündigte zugleich eine Verschärfung der Sanktionen gegen die politische Führung an. Die "restriktiven Maßnahmen" gegen das Militärregime würden verschärft, gegen die für das Urteil Verantwortlichen würden "zusätzliche gezielte Maßnahmen" ergriffen, hieß es in einer Erklärung der schwedischen Ratspräsidentschaft.
Zugleich verurteilte Brüssel den Prozess gegen Suu Kyi als "ungerechtfertigt": "Das Verfahren gegen Aung San Suu Kyi, 20 Jahre nach der ersten unrechtmäßigen Verhaftung, ist ein Verstoß gegen nationales und internationales Recht." Die Verantwortlichen sollten die Oppositionspolitikerin "unverzüglich und ohne Bedingungen" freilassen. Darum werde sich die EU auch weiterhin mit der internationalen Gemeinschaft "und besonders mit unseren Partnern in Asien" bemühen. "Dies ist ein unerlässlicher erster Schritt auf dem Weg zu einer nationalen Aussöhnung, die erforderlich ist, wenn die Wahlen im Jahr 2010 als glaubwürdig, frei und fair betrachtet werden sollen."
Die EU hat 1996 erstmals Sanktionen gegen Birma verhängt und diese seither mehrfach verschärft. Dabei handelt es sich um Einreiseverbote für rund 500 Führungsmitglieder des Regimes sowie deren Ehepartner und Liefer- beziehungsweise Einfuhrverbote, von denen über tausend birmanische Firmen betroffen sind. Birma führt vor allem Edelholz und Edelsteine aus.
Der britische Premierminister Gordon Brown sieht vor allem den Weltsicherheitsrat in New York in der Pflicht. Er forderte das UN-Gremium dazu auf, ein weltweites Verbot von Waffenverkäufen an die birmanische Junta zu verhängen. "Ich habe immer deutlich gesagt, dass Großbritannien auf Fortschritte bei demokratischen Reformen in Birma positiv reagiert hätte. Aber nachdem die Generäle diesen Weg heute ausgeschlagen haben, muss die internationale Gemeinschaft aktiv werden."
Das Urteil gegen die Friedensnobelpreisträgerin mache ihn "traurig und ärgerlich". Der politisch motivierte Schuldspruch beweise, dass die Militärjunta entschlossen sei, allgemein akzeptierte rechtliche Standards komplett zu missachten. "Das Urteil ist noch monströser, weil das wirkliche Ziel darin besteht, ihre Verbindung zu dem Volk zu trennen, für das sie ein Leuchtfeuer der Hoffnung und des Widerstandes ist."
In dem zuvor verkündeten Urteil hieß es, Suu Kyi habe gegen ein Sicherheitsgesetz verstoßen. Die Nobelpreisträgerin hat 14 der vergangenen 20 Jahre entweder im Gefängnis oder unter Hausarrest verbracht. Beobachter vermuteten, dass die Machthaber in Rangun die Regierungsgegnerin mit dem neuen Prozess von der Teilnahme an den für das kommende Jahr geplanten Wahlen abhalten wollten. So wie jetzt das Urteil war auch das Verfahren gegen die 64-Jährige international kritisiert worden.
- Datum 11.08.2009 - 15:26 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, kg, dpa, Reuters
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Es ist typisch für unsere westlichen Gesellschaften, dass wir zwar schnell empört sind ob offensichtlicher Ungerechtigkeiten. Aber handfeste Aktionen und Sanktionen setzt dann letztlich keiner. Alles nur riesige Dampfblasen
Man betrachte nur Mal die relevanten Themen und dann das was wirklich getan wird: Klimawandel (Gesetze für die Big Player zuungunsten der Mehrheit der Kleinbetreiber), Wirtschaftskrise (keine Anpassungen und Korrekturen des zu kapitalistischen/liberalen Wirtschaftswesens zugunsten des Gesellschaftskitts Sozialwesen), Korruption (wobei ich auch eine zu starke Anbiederung westlicher Politik an die Interessen der Wirtschaft dazuzählen würde), Landbesetzungen (Israel, Tibet,..), Unterdrückung der Mehrheit zugunsten von Minderheiten (Diktaturen, USA sogenannte Marktwirtschaft akt. Bsp. Gesundheitswesen http://www.heise.de/tp/r4...). Diese Liste ließe sich lange fortsetzen.
Der Durchschnittswestler ist fett und träge geworden. Wenn es doch Mal zu kleineren Funken des Aufbegehrens kommt (Firmenbesetzungen Aufgrund von Werksschließungen) dann wird das sofort als Gesetzwidrig hingestellt. Das Korsett der Gesetze das den Einzelnen gegenüber den Wirtschafts- und Politikbossen immer stärker einschnürt wird immer stärker. Alles kann inzwischen ein potentieller Verstoß gegen irgendein Gesetz sein das im 1000 Paragraphen eines verstaubten Buches steht. Aber Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Geld, Macht und Einfluss schützen davor. Auch davor das Richtige tun zu müssen weil es Richtig wäre - nur leider wäre es nicht Profitabel.
Genauso wie in diesem Fall. Würden unsere "Demokratien" noch im Geiste ihrer Gründer funktionieren müssten jegliche Geschäfte mit derartigen Diktaturen unterbunden und strengstens geahndet werden. Aber inzwischen hat Dämon Mammon das Ruder in der Hand und deshalb reden sich die Verantwortlichen mit irgendwelchen Dampfblasen aus der Affäre. Und wir alle sind gelähmt vom täglichen Trott und der Erhaltung unseres sozialen Status. Eines Kampfes der uns durch Medien aller Coleur (Werbung, Merchandising und wie diese Strukturen noch alle heißen) aufs Auge gedrückt wird. Als ob Wettkampf ein Normalzustand und nicht die Ausnahme wäre. Zumindest sollte das bei intelligenten Lebewesen der Fall sein. Aber das ist wohl der Unterschied zwischen denen die sich selbst als Intelligent bezeichnen und denen die es wirklich sind.
Welchen Einfluss hat die Gesellschaft in den sogenannten Demokratien noch auf die Verwaltungsinstanz des Landes - genannt Politik? Wie sehr dient die Politik den Zielen der Wirtschaft? Und wie sehr den Zielen des Volkes? Denn nicht alles was dem Volk als wirtschaftlich notwendig verkauft wird ist dies auch. Hier sollten wir langsam ansetzen - denn im Moment gehts uns wie dem Frosch im Wasser.
Langsam wird die Wassertemperatur erhöht (angebliche Sicherheitsgesetze Bsp: http://www.heise.de/tp/bl..., Gesetze und Regelungen zugunsten von Konzernen Bsp:http://www.heise.de/tp/blogs/2/143194, http://www.heise.de/newst...,...). Wenn wir nicht aufpassen kochen wir bald alle in der Suppe der Diktatur, denn nur eine sprunghafte Temperaturerhöhung macht selbst unaufmerksame Beobachter Aufmerksam. So wie jetzt, geht vieles im bedeutungslosen Gebrabbel von Politik und Wirtschaft unter, sodass diktatorische Strukturen sich einzuschleichen beginnen.... .
Wir sind also scheinbar nicht Mal in der Lage unsere eigenen Demokratien dazu zu bewegen das Richtige zu tun, einfach weil es Richtig ist. Warum maßen wir uns an das in anderen Länern zu schaffen? Die ganze Empörung über alle misslichen Zustände dieser Welt bleibt was sie ist so lange nichts Handfestes geschieht. Die Beruhigung des eigenen schlechten Gewissens als passiver Unterstützer dessen was man in seinen Worten ablehnt. So wie im 2. Weltkrieg.... .
wie das in anderen Gesellschaften (wer?) ist?
Nur festzustellen: "Es ist typisch für unsere westlichen Gesellschaften, dass wir zwar schnell empört sind ob offensichtlicher Ungerechtigkeiten. Aber handfeste Aktionen und Sanktionen setzt dann letztlich keiner." ändert nämlich auch nichts dran.
Selbst schuld ist diese Frau.
um Ihre ungeheurerliche Aussage - diese Frau sei "selber schuld" - zu begründen!?
um Ihre ungeheurerliche Aussage - diese Frau sei "selber schuld" - zu begründen!?
... der sollte in Erwägung ziehen, die örtlichen Gegebenheiten einmal hautnah zu erleben.
Man muss schon über eine gehörige Portion Masochismus verfügen, würde man diese Meinung bei voller geistiger Klarheit vertreten.
Anzunehmen ist jedoch eine dümmliche Grundeinstellung, die andere, differentiertere Meinungs-Bekundungen nun einmal nicht zuläßt.
Man könnte bedauern, dass das Land über keine Bodenschätze verfügt, die den Westen ein weiteres Mal gierig werden und deshalb zum Vorteil der Betroffenen ernsthafter einschreiten läßt.
Andererseits ist es ein Segen, dass dieses kulturell so reiche Land nicht vom Tourismus und Beutemachern überschwemmt wird.
Unsere Politiker stellen sich ein weiteres Mal ein Armutszeugnis aus, indem sie es beim "Protest" und unwesentlichen "Sanktions-Anpassungen" belassen.
Einmal "volkstümlich" ausgedrückt:
[Entfernt. Bitte bleiben Sie im Rahmen des guten Geschmacks. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
...einwöchige empörung ist aber auch schon mal wieder alles, gell. danach werden dann wieder zweifelhafte waren nach myanmar geliefert etc. sind die, die sich über die wahlfälschung im iran empörten nun eigentlich doppelt oder parallel empört, oder isses jetzt wieder gut?
um Ihre ungeheurerliche Aussage - diese Frau sei "selber schuld" - zu begründen!?
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