Klimawandel
Eis der Arktis im Juli drastisch geschmolzen
Die Eisschmelze führt Wissenschaftlern zufolge zu einem Wandel des Ökosystems. Für die kommenden Jahre wird mit einer ähnlichen Situation gerechnet
Die Sommermonate wirken sich auch in diesem Jahr verheerend auf die Arktis aus: Alleine im Monat Juli sind dort täglich 106.000 Quadratkilometer Eis abgeschmolzen, meldet das US-Institut für Schnee- und Eisdaten (NSIDC) in Boulder im US-Staat Colorado. Das bedeutet, dass ungefähr alle drei Tage eine Eisfläche von der Größe Deutschlands verschwindet.
Die drastische Eisschmelze zieht nach Meinung von Experten einen gravierenden Wandel im Ökosystem nach sich. Sie wirke sich nicht nur auf die Lebenswelten von Eisbären, Vögeln, Robben oder Krebsen aus, sondern auch auf Strömungsverhältnisse, den Transport von Süßwasser und die Atmosphäre, betonte Professor Rüdiger Gerdes vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Neue Arten würden mit Strömungen ins Nordpolarmeer kommen, andere völlig aus der Nahrungskette herausfallen, sagte er.
Die starke Schmelze im Juli von 106.000 Quadratkilometern täglich stellen seinen Angaben nach eine sehr hohe Rate dar, ähnlich hoch wie im Rekordjahr 2007, als die Tagesrate 107.000 Quadratkilometer betrug. "Anfang August hat sich das aber schon wieder verlangsamt", sagte Gerdes. "Signifikant ist, dass es bereits das dritte Jahr in Folge mit einer hohen Eisschmelze ist. Eigentlich springt es von Jahr zu Jahr." Die Werte zum Ende des Sommers würden seinen Schätzungen nach ähnlich liegen wie 2008.
Zwei Faktoren träfen zusammen: Zum einen gebe es den Klimawandel, zum andere gehe man derzeit von einer ohnehin wärmeren Periode aus, wie es sie immer wieder gebe. "Wir werden einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in einer solchen warmen Phase sein." So etwas habe es auch zum Beispiel in den dreißiger und vierziger Jahren gegeben. Allerdings waren damals die Auswirkungen nicht so groß, es habe noch eine Million Quadratkilometer Eis mehr gegeben als jetzt.
Ob es auch im nächsten Sommer zu einer drastischen Eisschmelze in der Fläche kommt, hänge weitgehend davon ab, wie viel dickes Eis noch da ist. "Alle Informationen, die wir haben, deuten aber darauf hin, dass in den letzten Jahren auch das Eisvolumen deutlich abgenommen hat", sagte der Wissenschaftler Gerdes. Deshalb müsse vermutlich auch in den kommenden Jahren mit ähnlichen Situationen wie seit 2007 gerechnet werden.
Im Jahr 2007 war die geringste Eisbedeckung seit Beginn der Satelliten-Aufzeichnung vor knapp 40 Jahren gemessen worden. Die Eisfläche zum Ende eines arktischen Sommers sei mittlerweile rund 40 Prozent kleiner als beim Start der Analysen.
Dank neuer Satelliten werde es künftig, vielleicht schon von nächstem Jahr an, möglich sein, auch die Dicke des Eises zu erfassen, erklärte Lars Kaleschke vom Institut für Meereskunde der Universität Hamburg. Schon jetzt wisse man, dass alles mehrjährige Eis aus der Arktis verschwunden sei, das im Mittel etwa drei Meter dick gewesen sei.
- Datum 27.8.2009 - 18:16 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, bm
- Kommentare 18
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... und schmilzt ... und schmilzt .... und schmilzt seit Jahren ... und wenn sie nicht gestorben ist, dann schmilzt sie noch heute.
Diese Ersatzreligionen sind sehr originell, können manchmal aber auch ganz schön ermüdend sein.
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Unsere Rente ist sicher - und die Erde ist eine Scheibe.
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http://www.ijis.iarc.uaf....
So, wie die Kurve bis jetzt verläuft, befindet sie sich etwa im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die Meldung ist also völlig falsch formuliert - das Eis ist nicht drastisch geschmolzen, sondern wie üblich geschmolzen. Man könnte auch melden "In China drastisches Umfallen von Reissäcken!" Wenn man dann noch weiß, dass in China Reissäcke generell liegend gelagert und transportiert werden, dann erübrigt sich auch jede Diskussion ;-).
Ob das Eis jetzt auch dünner geworden ist, ergibt sich aus den Daten ebenfalls nicht. Ich würde erwarten, dass generell dünneres Eis bedeutet, dass größere Flächen komplett abschmelzen, also jedes Jahr deutlich weniger Eisfläche übrig bleibt als im Vorjahr. Das ist aber nicht der Fall. Vielleicht ist die Arktis in 20, 50 oder 100 Jahren im Sommer weitgehend eisfrei, aber dazu ist meine Glaskugel zu trüb, um das vorherzusagen.
So, wie die Kurve bis jetzt verläuft, befindet sie sich etwa im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die Meldung ist also völlig falsch formuliert - das Eis ist nicht drastisch geschmolzen, sondern wie üblich geschmolzen. Man könnte auch melden "In China drastisches Umfallen von Reissäcken!" Wenn man dann noch weiß, dass in China Reissäcke generell liegend gelagert und transportiert werden, dann erübrigt sich auch jede Diskussion ;-).
Ob das Eis jetzt auch dünner geworden ist, ergibt sich aus den Daten ebenfalls nicht. Ich würde erwarten, dass generell dünneres Eis bedeutet, dass größere Flächen komplett abschmelzen, also jedes Jahr deutlich weniger Eisfläche übrig bleibt als im Vorjahr. Das ist aber nicht der Fall. Vielleicht ist die Arktis in 20, 50 oder 100 Jahren im Sommer weitgehend eisfrei, aber dazu ist meine Glaskugel zu trüb, um das vorherzusagen.
dass sich die Balken biegen. Der NSIDC (National Snow and Ice Data Center) ist wie der Name schon sagt eine nationale Behörde (also vor allen dingen Staatsangestellte) die die Eismenge beobachtet.
Natürlich schmelzen an einigen Tagen riesige Mengen, es kommt aber immer auf die in einem Sommer tatsächlich geschmolzene Menge an. Vom Beginn des arktischen Sommers bis Heute (10. August) ist viel weniger Eis geschmolzen als 2007.
Die Eismenge hat sich seit 2007 in Wirklichkeit vergrößert. Siehe dazu auch http://www.ijis.iarc.uaf....
Die Amerikaner (also Kanada und USA) gehen wie im Artikel korrekt steht von einem (sonnenabhängigen) Warmwetterzyklus aus, der sich ab ca. 2012 wieder umkehrt (es wird dann wieder kälter). Diese Einschätzung beruht auf Sonnenbeobachtungen seit den 30er Jahren und seit 1976 mit Sonnensateliten.
Im Winter 2008/2009 war die Eismenge für die meisten russichen und kanadischen Eisbrecher zu groß. Auf russischer Seite konnten teilweise nur noch die drei Größten eingesetzt werden. Auf kanadischer Seite hatte man eher mit Eisbären ein Problem. Durch die große Eismenge kamen viele Bären bis auf das Festland und plünderten Mülltonnen. Da ein Mensch gegen einen 400kg Eisbär keine Change hat wurden viele erschossen. (Soviel zum Thema die Bären sterben am Klimawandel.) Possitiv für die Bären war allerdings, dass die Robenfänger wegen der großen Eismenge ihre Beutezüge nicht haben durchführen können. Da bleibt dieses Jahr mehr für die Bären übrig.
Ich denke der Artikel bläst politisch korekt in Richtung Klimalüge. Das ist momentan schick und zudem benötigt die Regierung ja jede Menge Hebel um nach der Wahl die Steuern erhöhen zu können. So genau weis niemand bescheid über das Klima und ein paar (geschmierte) Wissenschaftler findet man immer die einen bestätigen. Und in 20 Jahren, wenn der ganze Schwindel auffliegt ist man/frau ja nicht mehr Ministerin/Bundeskanzler.
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Man kann einen Teil der Bevölkerung eine gewisse Zeit belügen,
man kann aber nicht die gesamte Bevölkerung die ganze Zeit belügen.
Die von ihnen verlinkte Grafik zeigt deutlich das die minimale Eisfläche der letzten drei Jahre die geringsten dar angegeben sind. Exakt wie es im Artikel steht. Des weiteren ist es trivial darauf hinzuweisen dass die Eisfläche diese Jahr größer ist als 2007 welches ein Rekordjahr darstellte. Ihre Kritik am Artikel ist also genauso "verlogen" wie die "deutsche Presse". Wenn man schon Kritik anbringt dann bitte vernünftig.
Desweiteren zeigen ihre eingen Quellen dass die Eisfläche 2008 zum arktischen Sommer bis auf das Jahr 2007 die geringste Größe darstellte. Sie sollten also Berichte über Eisbrecher und Bären aus all diesen Jahren zum Vergleich präsentieren.
Wiedereinmal eine völlig gehaltlose Kritik an einem Artikel und der "Panikmache" und "Ersatzreligion" im allgemeinen.
Die von ihnen verlinkte Grafik zeigt deutlich das die minimale Eisfläche der letzten drei Jahre die geringsten dar angegeben sind. Exakt wie es im Artikel steht. Des weiteren ist es trivial darauf hinzuweisen dass die Eisfläche diese Jahr größer ist als 2007 welches ein Rekordjahr darstellte. Ihre Kritik am Artikel ist also genauso "verlogen" wie die "deutsche Presse". Wenn man schon Kritik anbringt dann bitte vernünftig.
Desweiteren zeigen ihre eingen Quellen dass die Eisfläche 2008 zum arktischen Sommer bis auf das Jahr 2007 die geringste Größe darstellte. Sie sollten also Berichte über Eisbrecher und Bären aus all diesen Jahren zum Vergleich präsentieren.
Wiedereinmal eine völlig gehaltlose Kritik an einem Artikel und der "Panikmache" und "Ersatzreligion" im allgemeinen.
zeigt deutlich, dass es 2007 die geringste Eisbedeckung am Minimum gab. Nun zwei Wochen nach meinem Eintrag ist noch deutlicher zu sehen, dass die Einsbedeckung 2009 am Minimum größer sein wird als 2008. ( Für den 23 August 2009 trift dies sowieso zu. ) Im Jahr 2008 war sie schon größer als 2007. Somit ist das Jahr 2007 das Jahr mit der geringsten Eisbedeckung.
Die Tendenz zeigt eine höheren Abdeckung in der Zukunft, soweit soetwas überhaupt durch den Vergleich von drei Jahren (2007, 2008 und nun 2009) ersichtlich ist.
Zur Erleuterung: Die Grüngelbe Kurve ist 2007, orange 2008 und rot 2009. Je niedriger der Wert (also weiter unten die Kurve) desto geringer die Eisbedeckung.
M.f.G.
Chaled
Die hier verlinkte Schmelzraten sind zwar nicht falsch und sehen für Nicht-wissenschaftler "relativ" normal aus , sie werden aber von der Fachwelt anders gelesen .
Eindeutig ist das Eis-Minimum 2007 zu erkennen . 2009 könnte die Eisfläche in der Ausdehnung nochmal unterschritten werden.
Seit Beginn der Aufzeichnungen ist das Eis um ca. 40% zurückgegangen .
Wie dei Presse mit Sachthemen umgeht , steht auf einer "anderen Seite" !!!
http://www.br-online.de/w...
http://www.co2-handel.de/...
Kritik kann man gerne üben , meist fehlt aber die Substanz .
sehr geehrte(r) Matius2,
da können Sie auch "Seit dem Ende des letzten Glazials" von noch größeren Rückgangsbeträgen ausgehen. Denn was ist "normal" und wer definiert das?
Denn die NW-Passage war ja auch shcon mehrmals in historischer Zeit offen und die sich nun wieder eifrig mit ihren pazifischen Artgenossen paarenden Grönlandwale waren wohl nur zeitweilig in disjunkte Areale getrennt?
Letztlich sind normierte Angaben immer eine Frage des betrachteten Zeitraums.
Karl Müller
sehr geehrte(r) Matius2,
da können Sie auch "Seit dem Ende des letzten Glazials" von noch größeren Rückgangsbeträgen ausgehen. Denn was ist "normal" und wer definiert das?
Denn die NW-Passage war ja auch shcon mehrmals in historischer Zeit offen und die sich nun wieder eifrig mit ihren pazifischen Artgenossen paarenden Grönlandwale waren wohl nur zeitweilig in disjunkte Areale getrennt?
Letztlich sind normierte Angaben immer eine Frage des betrachteten Zeitraums.
Karl Müller
den antropogenen Einfluss auf die Temperaturen und um die damit zusammenhängenden veränderten Schmelzraten dabei geht . Sie können das bezweifeln , aber die enorm aktive "Skeptiker-szene" im Wildwest-Internet entspricht nicht der Ihrer Bedeutung .
Es ist schon sehr gewagt , die weltweite Akzeptanz der menschlich beeinflussten Erwärmung durch die Wissenschaft zu bezweifeln . Selbst IPCC-kritische Wissenschaftler sind meist sehr vorsichtig mit totaler Ablehnung , sondern beziehen sich meist auf einzelne Punkte in Bezug auf die Schlussfolgerungen dieses Problems .
Ich beschäftige mich seit längerer Zeit sehr damit .
Die Eisfreiheit der NW Passage ist natürlich nichts neues auf der Argumentationsbühne , man kann damit aber leider nichts belegen . Die Komplexität würde hier den Rahmen leider sprengen ...
schönen gruss, matius2 (M)
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