Modekonzern Escada muss Insolvenz beantragen

Das Münchner Modehaus hat seinen Kampf verloren: Escada muss seine Beschäftigten über die geplante Insolvenz informieren. Rund 2300 Mitarbeiter sind betroffen

Escada hatte am Dienstagabend angekündigt, noch in dieser Woche Insolvenzantrag zu stellen, da der Finanzplan zur Rettung des Unternehmens gescheitert sei. Nur 46 Prozent der Anleihe-Gläubiger hätten das Umtauschangebot des Münchner Konzerns angenommen, teilte Escada mit.

Am Dienstag war die Frist an die Gläubiger der 200 Millionen Euro schweren Unternehmensanleihe ausgelaufen. Sie sollten auf 60 Prozent ihres eingesetzten Geldes verzichten, um einen Beitrag zur Entschuldung des börsennotierten Unternehmens zu leisten. Das Angebot war an eine Annahmequote von mindestens 80 Prozent gekoppelt.

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Der erst seit gut einem Jahr amtierende Vorstandschef Bruno Sälzer und frühere Boss-Chef hatte bereits mehrere Punkte des Rettungsplans abgearbeitet: Die Kosten wurden gesenkt, zudem zahlreiche Unternehmensteile und Vermögenswerte verkauft.

Weil die Anleihe-Gläubiger nicht mitziehen, ist auch die geplante Kapitalerhöhung über knapp 30 Millionen Euro hinfällig. Sälzer bedauerte das Votum der Anleihe-Gläubiger: "Erstens hatten zuvor alle Interessengruppen – Aktionäre, Banken, Mitarbeiter – ihren Teil zur finanziellen Restrukturierung beigetragen. Zweitens zeigt die Neuausrichtung in der Mode erste positive Ergebnisse."

Am Mittwoch tagt nun der Aufsichtsrat. In Branchenkreisen hieß es, der Konzern werde ein Insolvenzplanverfahren anstreben. Hierbei wäre die Sanierung des Unternehmens das Ziel und nicht die Zerschlagung.

Escada kämpft seit Jahren mit hausgemachten Problemen. Die Kollektionen der einst weltweit größten Damenmodemarke liefen schlecht, galten als nicht mehr zeitgemäß. Dazu kamen hohe Verluste und Personalquerelen. Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre feierte der Münchner Luxusmode-Hersteller Escada unter seiner preisgekrönten Chefdesignerin und Mitbegründerin Margaretha Ley große Erfolge. Damals dominierte das Haus die Szene mit farbenprächtigen und ausgefallenen Kleidern und verhalf Hollywood-Stars wie Kim Basinger oder Demi Moore auf dem roten Teppich zu Glanz.


 

 
Leser-Kommentare
  1. Ehrlich gesagt ist das meiner Meinung nach eher eine gute Nachricht. Escada hat im großen Stil mit Pelzen gehandelt. Was aus meiner Weltauffassung heraus und auch aus der des deutschen Grundgesetzes ein Verbrechen darstellt.

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    2300 Mitarbeiter und ihre Familien sind natürlich nicht so wichtig. Hauptsache politisch korrekt die grössten Probleme der derzeitigen Weltsituation angehen: Pelzhandel...
    Wenn es nicht um MENSCHEN IN DER KRISE ginge, könnte man über derart abgehobene Kommentare ja hinweglesen, aber so nicht.

    2300 Mitarbeiter und ihre Familien sind natürlich nicht so wichtig. Hauptsache politisch korrekt die grössten Probleme der derzeitigen Weltsituation angehen: Pelzhandel...
    Wenn es nicht um MENSCHEN IN DER KRISE ginge, könnte man über derart abgehobene Kommentare ja hinweglesen, aber so nicht.

  2. Deutschland hat, anders als Frankreich, es bis heute nicht verstanden Luxuskonzerne mit einer sehr weiten Produktbandbreite/Marken im Nichtautobereich aufzubauen. Es gibt allerdings auch Mode-Marken,die eine beispielose Entwicklung vollzogen haben, wie z.B. addidas und PUMA, die eigentliche reine Sportfunktionsbezüge verlassen haben. Heute ist PUMA eine internationale sportliche Lifestylemarke.

    ESCADA zählt zu den Luxusmarken, die sich allerdings modemäßig etwas im Geschmack je nach Kollektion überlebten. Das hätte früher erkannt und behoben werden müssen. Es ist allerdings ein korrigierbarer Fehler.

    Fehlende Luxuskonzerne und fehlende Luxusmarken beschränken die Produktmöglichkeiten. Luxusmarken sind vor allem eines: Emotion. Emotion ist auch in andere Produktwelten übertragbar. Siehe beispielhaft apple.
    Es ist allerdings ein großes Marken- und Technologiegeschick verantwortlich, um Marken in hohe Emotions- und Ertragswerte zu entwickeln. Dort wo eine hohe Rendite auf Produkte treffen, ist es gelungen. Der Käufer kauft hier ein Produkt, aber auch mit die Emotion der Marke. Der Käufer mag diese Aufwertung und bezahlt dafür. Zu finden ist in kleinen bis hin zu großen Dingen. Der Wert eines Produktes findet sich auch in Anteilen im Emotionswert einer Marke. Das ist seit der bewußten Wahrnehmung eines Kulturwertes so.

    Insolvenzen von Luxusmarken bedeutet auch eine Insolvenz von Zukunftsmöglichkeiten. Letzteres wiegt sehr viel schwerer als die eigentliche Insolvenz.

  3. .. mir tut es leid, dass mir Escada einer der Großen des Modebereichs vermutlich untergehen wird. Sie waren großartig, hatten über Jahre die Nase vorn und hatten einen hohen Wiedererkennungswert.
    .
    Ich finde es sehr schade und werde die Kreationen vermissen.

  4. 2300 Mitarbeiter und ihre Familien sind natürlich nicht so wichtig. Hauptsache politisch korrekt die grössten Probleme der derzeitigen Weltsituation angehen: Pelzhandel...
    Wenn es nicht um MENSCHEN IN DER KRISE ginge, könnte man über derart abgehobene Kommentare ja hinweglesen, aber so nicht.

    Antwort auf "Ehrlich gesagt ist das"
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    Hallo Tigurius. Verzeihung, aber mit Gutmenschentum hat das nichts zu tun. Seit 2002 sind auch die Rechte der Tiere im Grundgesetz verankert. Das ist super - wird nur NOCH nicht adäquat umgesetzt. Pelzhandel ist ein klarer Verstoß hiergegen. Escada hat diesbezüglich kriminell gehandelt. Dies ist ein Fakt. Kritik ist hier nicht nur berechtigt sondern nötig. Ehrlich gesagt empfinde ich eher Ihren Kommentar als "Unmenschentum "und ein wenig kurzatmig - somit leider ganz im Stil der aktuellen Politik. Schauen Sie sich doch bitte einfach mal an was Escada für Business mit der Pelzindustrie betrieben hat und dann schauen Sie sich mal die "Produktionspraktiken" dieser "Geschäftspartner" an. DIE MENSCHEN IN DER KRISE sind genau deshalb in dieser Krise weil Sie vergessen, das derjenige der ausbeutet am Ende immer der Ausgebeutete sein wird. Es ist ein fataler Fehler die Möglichkeit auf Arbeitsplätze vor die Wahrung von grundliegenden Werten zu stellen. Das Schlimme ist, das Escada auf diese kriminellen Handlungen nicht einmal angewiesen war und am Ende genau deshalb an die Wand gefahren ist. Der Pelzhandel ist also irgendwie tatsächlich eines der größten Probleme der Weltsituation, denn solange wir bereit sind ausbeuterische Strukturen zu tolerieren und sie somit zu stärken wird sich niemals grundliegendes ändern.

    Hallo Tigurius. Verzeihung, aber mit Gutmenschentum hat das nichts zu tun. Seit 2002 sind auch die Rechte der Tiere im Grundgesetz verankert. Das ist super - wird nur NOCH nicht adäquat umgesetzt. Pelzhandel ist ein klarer Verstoß hiergegen. Escada hat diesbezüglich kriminell gehandelt. Dies ist ein Fakt. Kritik ist hier nicht nur berechtigt sondern nötig. Ehrlich gesagt empfinde ich eher Ihren Kommentar als "Unmenschentum "und ein wenig kurzatmig - somit leider ganz im Stil der aktuellen Politik. Schauen Sie sich doch bitte einfach mal an was Escada für Business mit der Pelzindustrie betrieben hat und dann schauen Sie sich mal die "Produktionspraktiken" dieser "Geschäftspartner" an. DIE MENSCHEN IN DER KRISE sind genau deshalb in dieser Krise weil Sie vergessen, das derjenige der ausbeutet am Ende immer der Ausgebeutete sein wird. Es ist ein fataler Fehler die Möglichkeit auf Arbeitsplätze vor die Wahrung von grundliegenden Werten zu stellen. Das Schlimme ist, das Escada auf diese kriminellen Handlungen nicht einmal angewiesen war und am Ende genau deshalb an die Wand gefahren ist. Der Pelzhandel ist also irgendwie tatsächlich eines der größten Probleme der Weltsituation, denn solange wir bereit sind ausbeuterische Strukturen zu tolerieren und sie somit zu stärken wird sich niemals grundliegendes ändern.

  5. 5. Wo?

    Hallo Tigurius. Verzeihung, aber mit Gutmenschentum hat das nichts zu tun. Seit 2002 sind auch die Rechte der Tiere im Grundgesetz verankert. Das ist super - wird nur NOCH nicht adäquat umgesetzt. Pelzhandel ist ein klarer Verstoß hiergegen. Escada hat diesbezüglich kriminell gehandelt. Dies ist ein Fakt. Kritik ist hier nicht nur berechtigt sondern nötig. Ehrlich gesagt empfinde ich eher Ihren Kommentar als "Unmenschentum "und ein wenig kurzatmig - somit leider ganz im Stil der aktuellen Politik. Schauen Sie sich doch bitte einfach mal an was Escada für Business mit der Pelzindustrie betrieben hat und dann schauen Sie sich mal die "Produktionspraktiken" dieser "Geschäftspartner" an. DIE MENSCHEN IN DER KRISE sind genau deshalb in dieser Krise weil Sie vergessen, das derjenige der ausbeutet am Ende immer der Ausgebeutete sein wird. Es ist ein fataler Fehler die Möglichkeit auf Arbeitsplätze vor die Wahrung von grundliegenden Werten zu stellen. Das Schlimme ist, das Escada auf diese kriminellen Handlungen nicht einmal angewiesen war und am Ende genau deshalb an die Wand gefahren ist. Der Pelzhandel ist also irgendwie tatsächlich eines der größten Probleme der Weltsituation, denn solange wir bereit sind ausbeuterische Strukturen zu tolerieren und sie somit zu stärken wird sich niemals grundliegendes ändern.

    Antwort auf "Gutmenschentum !"

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