Wassermangel In Indien wird das Grundwasser knapp
Das Grundwasser im Nordwesten Indiens könnte bald versiegen. Das zeigen Messungen des Schwerefelds der Erde, die vom Nasa-Satelliten "Grace" aus gemacht wurden
© Strdel/AFP/Getty Images

In einigen indischen Regionen droht das Grundwasser zu versiegen – die Ursache ist ein falsches Wassermanagement
Die Grafik kennen viele aus dem Geografieunterricht: Die Silhouette einer Landschaft, oben in den Bergen regnet es, von dort führt ein blauer, unterirdischer Strom ins Flachland, wo das Wasser munter aus Brunnen sprudelt und die Menschen versorgt.
In vielen Gegenden trifft dieses Bild aber nicht mehr zu. Mit starken Pumpen werden enorme Mengen Grundwasser aus der Tiefe geholt. Und zwar deutlich mehr als auf natürlichem Weg in die porösen Schichten nachströmt.
Besonders gravierend ist das Problem im Nordwesten Indiens. Von 2002 bis 2008 haben dort in den drei Bundesstaaten Rajasthan, Punjab und Haryanda (einschließlich Delhi) die Grundwasser-Reserven um rund 109 Kubikkilometer abgenommen. Das berichten Forscher um Matthew Rodell vom Nasa Goddard Space Flight Center online im Fachjournal Nature. Die verloren gegangene Wassermenge entspricht einem Würfel mit knapp fünf Kilometer Kantenlänge.
Mit dem Klimawandel hat der Verlust nichts zu tun, im betreffenden Zeitraum gab es sogar etwas mehr Niederschlag als üblich, der die tiefliegenden Speicher füllen konnte. Es könne nur an dem enormen Wasserverbrauch der Menschen liegen, schreiben die Forscher. "Wenn nicht bald ein nachhaltiges Wassermanagement eingeführt wird, drohen den 114 Millionen Einwohnern des Gebietes ein Zusammenbruch der Landwirtschaft und ernsthafte Engpässe in der Trinkwasserversorgung", sagt Rodell.
Für ihre Analyse haben die US-Forscher eine Methode gewählt, mit der sie den Wasserhaushalt eines großen Areals bestimmen können. Sie basiert auf den Messungen des Satelliten "Grace", der die Veränderungen im Schwerefeld der Erde registriert.
Die Erdanziehungskraft an einem bestimmten Punkt wird von seiner geografischen Lage bestimmt und vom Gewicht des Materials, das sich zwischen ihm und dem Erdmittelpunkt befindet. Für Nordwestindien zeigte Grace bei seinen monatlichen Messungen eine kontinuierliche Abnahme der Schwerkraft. Offenbar wurde die Masse unter der Region stetig geringer.

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Die Abtragung von Gestein schied als Ursache allerdings aus, denn diese Vorgänge sind sehr langsam und es dürfte lange dauern, bis ein Effekt gemessen werden kann. Folglich ist die sinkende Schwerkraft auf einen Wasserverlust zurückzuführen.
Mit einem Computermodell berechneten die Forscher für die drei indischen Bundesstaaten einen Rückgang des Grundwasserspiegels um rund vier Zentimeter pro Jahr. Das klingt wenig dramatisch, doch fortgeschrieben in die Zukunft wären es in zehn Jahren schon 40 Zentimeter weniger, in einem halben Jahrhundert ganze acht Meter.
- Datum 14.08.2009 - 17:57 Uhr
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- Serie Nachhaltigkeit
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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sehr unterhaltsam der Ansatz, nur wie groß ist seine Aussagekraft?
Die Bestimmung des nutzbaren oder des gewinnbaren Dargebots ist allerdings ein wenig komplexer als im Artikel dargestellt.
Auch darf darauf hingewiesen werden das die Schweredifferenzen allein nicht ausreichend sind die zur Beurteilung eigentlich grundlegende Grundwasserneubildungsrate mit der gebotenen Zuverlässigkeit einzuschätzen.
Allein atmosphärische Druckschwankungen bewirken Spiegeländerungen im cm- Bereich...fachlich geboten ist auch hier für belastbare Aussagen die Messung der in der wasserhaushaltsgleichung aufgeführten Größen. Alles andere ist Voodoo.
Karl Müller
Das klingt wenig dramatisch, doch fortgeschrieben in die Zukunft wären es in zehn Jahren schon 40 Zentimeter weniger, in einem halben Jahrhundert ganze acht Meter.
Drei-, nein, Zweisatz:
1 Jahrzehnt -- 40cm
0.5 Jahrhunderte = 5 Jahrzehnte -- 200cm = 2m
Das ist zwar immer noch dramatisch (zumal es ein durchschnittlicher Wert ist, der in vielen Regionen konkret viel extremer ausfallen wird), aber eben doch fast eine Groessenordnung weniger als im Artikel "berechnet".
Es geht im Artikel wohl um Grundwasserverhältnisse in Indien. Eine "Multinationale Nutzung" dieses Wassers hört sich stark nach Re-Kolonialisierung Indiens an. Soll eine solche vorbereitet werden? Ist es nicht Indiens recht, über die Nutzung des eigenen Grundwassers und ggf. Fragen der Wasserhaltung selbst zu befinden? Für wie minderintelligent hält man eigentlich die Inder, wenn man mit solchen hanebüchenen Studien und entsprechenden Veröffentlichungen denen erzählen will, dass sie selbst wohl keine Ahnung von den Gegebenheiten in ihrer Region hätten.
Das Problem der multinationalen Nutzung von Grundwasser betrifft eben gerade nicht GW-Vorräte, die sich vollständig unter dem Staatsgebiet eines Landes (etwa Indien) befinden, sondern solche, die sich über Staatsgrenzen hinweg erstrecken und von mehreren (möglicherweise nicht befreundeten) Staaten genutzt werden. Das ist ein Problem, für das in den kommenden Jahren hoffentlich friedliche Lösungen gefunden werden können.
Mit Re-Kolonialisierung hat das nun wirklich gar nichts zu tun.
Das Problem der multinationalen Nutzung von Grundwasser betrifft eben gerade nicht GW-Vorräte, die sich vollständig unter dem Staatsgebiet eines Landes (etwa Indien) befinden, sondern solche, die sich über Staatsgrenzen hinweg erstrecken und von mehreren (möglicherweise nicht befreundeten) Staaten genutzt werden. Das ist ein Problem, für das in den kommenden Jahren hoffentlich friedliche Lösungen gefunden werden können.
Mit Re-Kolonialisierung hat das nun wirklich gar nichts zu tun.
Das Problem der multinationalen Nutzung von Grundwasser betrifft eben gerade nicht GW-Vorräte, die sich vollständig unter dem Staatsgebiet eines Landes (etwa Indien) befinden, sondern solche, die sich über Staatsgrenzen hinweg erstrecken und von mehreren (möglicherweise nicht befreundeten) Staaten genutzt werden. Das ist ein Problem, für das in den kommenden Jahren hoffentlich friedliche Lösungen gefunden werden können.
Mit Re-Kolonialisierung hat das nun wirklich gar nichts zu tun.
was mir aber dazu einfällt, klang in einigen kurzen Beiträgen im Rundfunk mit hinein:
Da machte sich tatsächlich irgendein Ökonom Gedanken darüber, dass durch die Absenkung des Grundwasserspiegels die Baumwolle nicht mehr so ertragreich sein wird und lamentiert, dass die T-Shirts vielleicht teuer werden.
Ist das Argument jetzt der Zynismus, mit dem andere Mitgliedern dieser Vogelschauerkaste die Finanz- und Wirtschaftskrise heraufbeschworen oder lediglich Ausdruck dumpfer Ignoranz, die sich einen Dreck um das Schicksal kümmert kümmert, die bald nichts mehr zu saufen hat, geschweige denn mit dem kostbaren Nass Baumwollfelder tränken will? fragt ...
Kuni
Besser semiintellektuel als grenzdebil
solange hinreichend ausbeutungsfähiges Humankapital zur Verfügung steht ist alles andere egal, leider! Eine tragische Haltung die diesem Grundnahrungsmittel nicht gerecht wird und wohl auch nicht werden will.
@ 4#
Es scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Wasser ist auch eine Waffe, wie viele Umweltfaktoren das auch sein können. Beispielsweise hat das USMC eine eigene Planungsgruppe die sich mit kriegsschauplatzgebundenen Wasserproblemen auseinandersetzt. Primär natürlich zur Eigenversorgung, aber eben nicht nur! Zur IPB gehört auch die Berücksichtigung von Wasser als "militärischer Rohstoff" auf der taktischen und strategischen Ebene.
Karl Müller
solange hinreichend ausbeutungsfähiges Humankapital zur Verfügung steht ist alles andere egal, leider! Eine tragische Haltung die diesem Grundnahrungsmittel nicht gerecht wird und wohl auch nicht werden will.
@ 4#
Es scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Wasser ist auch eine Waffe, wie viele Umweltfaktoren das auch sein können. Beispielsweise hat das USMC eine eigene Planungsgruppe die sich mit kriegsschauplatzgebundenen Wasserproblemen auseinandersetzt. Primär natürlich zur Eigenversorgung, aber eben nicht nur! Zur IPB gehört auch die Berücksichtigung von Wasser als "militärischer Rohstoff" auf der taktischen und strategischen Ebene.
Karl Müller
solange hinreichend ausbeutungsfähiges Humankapital zur Verfügung steht ist alles andere egal, leider! Eine tragische Haltung die diesem Grundnahrungsmittel nicht gerecht wird und wohl auch nicht werden will.
@ 4#
Es scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Wasser ist auch eine Waffe, wie viele Umweltfaktoren das auch sein können. Beispielsweise hat das USMC eine eigene Planungsgruppe die sich mit kriegsschauplatzgebundenen Wasserproblemen auseinandersetzt. Primär natürlich zur Eigenversorgung, aber eben nicht nur! Zur IPB gehört auch die Berücksichtigung von Wasser als "militärischer Rohstoff" auf der taktischen und strategischen Ebene.
Karl Müller
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