Diskriminierung Schwulenhetze, streng wissenschaftlich

Evangelikale Fundamentalisten wollen Homosexuelle umerziehen. Deutsche Akademiker unterstützen diese Kampagne und appellieren an die "Wissenschaftsfreiheit".

evangelikale-homosexuelle

Aus den USA kam eine angebliche Therapie-Kampagne gegen Homosexualität nach Europa. In Amerika ziehen Evangelikale gegen gleichgeschlechtliche Liebe ins Feld: Homosexualität ist verboten, steht auf dem Plakat (Archivbild)

Klaus Jetz kocht vor Wut. Wieder so eine E-Mail. "Homosexualität ist eine Sünde", liest er schon im Betreff. Als Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland (LSVD) kennt Jetz solche Schreiben. Die Absender fordern Homosexuelle dazu auf, sich therapieren zu lassen. "Ich dachte, solche Zeiten wären längst vorbei", schimpft Jetz. Doch im Gegenteil: Seit drei Monaten haben sich die lästigen Bekehrungsversuche vervielfacht. Wenn der Schwulenfunktionär nur einen einzigen ungebetenen Appell am Tag erhält, dann ist das wenig.

Bei Post bleibt es nicht: Immer aufdringlicher versuchen einige radikale Gruppen, sich mit schwulenfeindlichen Ansichten Gehör zu verschaffen. Experten und Politiker von Bündnis 90/Die Grünen sprechen gar von einer neuen Homophobiewelle. Während im Ausland Attentate wie jüngst in Kopenhagen und Israel die Schwulenszene verunsichern, sorgen hierzulande schwulenfeindliche Fundamentalisten anders für Aufsehen. Bei wissenschaftlichen Kongressen und in Universitäten versuchen die meist evangelikalen Gruppen, ihre Thesen zu verbreiten. Unter der großzügigen Deckung der Wissenschaftsfreiheit verkünden sie: Homosexualität sei eine psychische Störung. Therapien könnten bei der Heilung helfen.

Zwei Organisationen propagieren die Umerziehung besonders offensiv: das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) und der Verein Wüstenstrom. So rege die Bekehrer selber kommunizieren, so scheu sind sie in eigener Sache: Auf Anfragen von ZEIT ONLINE haben beide Gruppierungen bisher nicht reagiert.

Anzeige

Schweres Geschütz fahren sie auf ihren Internetseiten auf. Christl Ruth Vonholdt, Leiterin des DIJG, schreibt: "Homosexualität verletzt das geschöpfliche Bild des Menschen" und "verdunkelt das Bild Gottes auf der Erde". Das DIJG präsentiert sich als die Forschungsabteilung der "Offensive Junger Christen", die der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört. Der Verein Wüstenstrom nimmt für sich in Anspruch, bei "Fragen in den Bereichen Identität und Sexualität" zu beraten. Der Verein gibt sich missionarisch: "Denjenigen, die sich nicht für ihre homosexuelle Identität entscheiden wollen, kann geholfen werden", heißt es via Internet.

Nach Deutschland herübergeschwappt sind diese sogenannten reparativen Therapien vor etwa zehn Jahren aus den USA. "Alle evangelischen Freikirchen zeigen tendenziell diese homosexualitätsfeindliche Haltung", sagt der Basler Psychotherapeut und Publizist Udo Rauchfleisch. Und sie sind auf dem Vormarsch. Das beobachtet auch Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Psychiater (BVDP). Seit zwei Jahren suchten die Gruppen verstärkt die Öffentlichkeit. Immer häufiger veranstalteten die Bekehrer Kongresse, auf denen sie Seminare wie "Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung" anböten. "Sogar auf medizinischen Kongressen mischen sich die Gruppen unter, um ihre Thesen zu verbreiten", sagt Roth-Sackenheim.

Zu beobachten war dies im Mai in Marburg beim "Internationalen Kongress für Psychologie und Seelsorge". Weil der Wüstenstrom-Vorsitzende Markus Hoffmann als Referent eingeladen war, ging es schon im Vorfeld hoch her. Auf die Forderung eines Redeverbots, angeregt unter anderem vom Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck, konterten über 300 Teilnehmer mit einer Erklärung "Für Freiheit und Selbstbestimmung". Darin heißt es: "Eine Veränderung der homosexuellen Neigung ist möglich. Dass Homosexuellenverbände diese Therapieangebote unterdrücken wollen, ist eine Missachtung der Wissenschaftsfreiheit." Homosexualität berge ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko – von Aids über Depressionen und Drogenmissbrauch bis zu einer erhöhten Suizidgefährdung.

Viele Geistliche, Mediziner und Professoren haben die Schrift unterzeichnet. So auch Edith Düsing, zunächst mit dem Zusatz "Professorin der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln". Als der Vorsitzende des Autonomen Lesben- und Schwulenreferates der Uni Köln, Max Derichsweiler, das las, schrieb er Briefe an den Rektor der Kölner Universität und bat um Distanzierung. Eine Antwort kam erst zwei Monate später. "Wir sehen keinen Anlass, das Wirken der Professorin zu kommentieren", schrieb der Rektor Axel Freimuth. Derichsweiler kann das kaum fassen. "Wie kann es sein, dass sogar an einer Uni solche Thesen toleriert werden?", fragt er. Doch die Uni verweist auf Art.5, Abs.3 des Grundgesetzes, die Wissenschaftsfreiheit. Mittlerweile ruderte Düsing, die zuletzt vor drei Jahren als Gastprofessorin an der Uni lehrte, ein wenig zurück: "Mir ging es nicht um Homofragen, sondern um die Wahrung der universitären Freiheit", sagt sie heute.

Ein anderer Unterzeichner legt hingegen unermüdlich nach: Der Heidelberger Psychiater Michael Schröter-Kunhardt hat sich mit seinem Anliegen unlängst sogar mit einem 54-seitigen "Publikationsentwurf" an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gewandt. Thema: Homosexualität. Darin trägt er Indizien zusammen, warum Schwulsein eine "sexuelle Störung" sei.

Laut Schröter-Kunhardt leiden homosexuelle Männer doppelt so häufig an Depressionen wie heterosexuelle. Er verweist auf die angebliche Widernatürlichkeit beim Akt: "Die Sexualorgane des Menschen sind eindeutig für definierte Formen des Geschlechtsverkehrs zwischen Mann und Frau angelegt. Der nicht-natürliche homosexuelle Geschlechtsverkehr führt durch die damit verbundene hohe Verletzungsgefahr zu gefährlichen Geschlechtskrankheiten mit einer um 20 Jahre verringerten Lebenserwartung." Für die Verbreitung von Aids seien männliche Homosexuelle verantwortlich.

Bislang wartet Schröder-Kunhardt mit seiner kruden Eingabe vergeblich auf eine Antwort des Ministeriums. "Die Bundesregierung verhält sich den wissenschaftlichen Diskussionen gegenüber neutral", so ein Sprecher. Ohnehin bestehe seit Jahrzehnten kein ernsthafter Diskussionsbedarf mehr: Homosexualität wurde 1974 von der amerikanischen Psychiatervereinigung (APA) von der Liste der psychischen Störungen gestrichen und 1992 aus dem weltweit anerkannten Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation, dem ICD-10, entfernt.

Für Psychiater Michael Schröter-Kunhardt ist das Thema längst nicht erledigt: "Ich fordere dazu auf, Stellung zu beziehen zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen über Homosexualität, und werde einfach ignoriert", empört er sich und beklagt die "Leugnung von wissenschaftlichen Fakten" – auch bei den Gesundheitspolitikern.

Professor Götz Mundle, ärztlicher Geschäftsführer der Oberbergkliniken, die unter anderem auf die Behandlung von Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen spezialisiert sind, hält den Ansatz des Bekehrenwollens für grundfalsch und gefährlich. Aufgabe eines Psychiaters ist seiner Ansicht nach, den Patienten zu helfen, ihre Homosexualität zu akzeptieren. Druck von außen könne verunsichern und schlimmstenfalls zu Identitätskrisen und psychischen Störungen führen. Für den Psychiater steht fest: "Umerziehungstherapien machen krank."

 
Leser-Kommentare
    • alisse
    • 11.08.2009 um 8:25 Uhr

    Was früher unter religiösen Eifer eingeordnet wurde ist heute wohl wisschenschaftlicher Natur... Aber der Hass bleibt der selbe.

    Unter Wissenschaft habe ich immer noch ein Bild von einem abgeklärten Menschen, der denkt und erforscht. Wie Alexander von Humbold. Aber heutzutage ist dieses Bild wohl fehlgeleitet. Diese Pseudo-Wisschenschaftler sind eher Fanatiker, die nichts besseres zu tun haben als ihre Meinungen der Allgemeinheit entgegen zu schleudern. Und sie wissen nicht was sie für einen Schaden damit anrichten!

    Ist es auch nicht wisschenschaftlich nachgewisen, dass Homosexuelle ein bestimmtes Gen in sich tragen und somit "verngesteuert" werden? Pedophile sind meist Menschen die in der Kindheit ein Ereigniss hatten die sie meist zu diesem sexuell bestimmten Typus macht, desswegen ist dieser Drang an Kindern zu vergreifen durchaus therapierbar. Aber wenn es genetisch schon gegeben ist, was dann? Bei uns "normalos" ist es doch auch genetisch... sollen wir uns gleich auch auf den "Richtigen Pfad" begeben, was diese Leute wohl fordern?
    Die Aussage das Homosexuelle öfter an Depressionen leiden, ist leicht zu erklären: Dieser Druck der von Aussen kommt ist meist nicht leicht zu überstehen, die gesellschaftlichen Normen zwingen gerade zu psychisch Krank zu werden...

    Diese Menschen die solch dämlichen Aussagen produzieren, wie in diesem Bericht beschrieben gehören für mich eigentlich verboten jemals ihre Meinung so laut rauszuposaunen! Eine Schande für jegliche Wissenschaft!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    > Ist es auch nicht wisschenschaftlich nachgewisen, dass Homosexuelle ein bestimmtes Gen in sich tragen und somit "verngesteuert" werden?

    Nein. Homosexualität ist zwar angeboren, aber das ist nicht genetisch bedingt, sondern hängt mit der fötalen Gehirnentwicklung zusammen. Deswegen steigt die Wahrscheinlichkeit, ein homosexuelles Kind zu Bekommen, auch mit jedem Kind.

    Biologin Ronny Drantz hat ein Blog, in dem sie (rechts) auch 10 Powerpoint Folien hat, die man als Einführung in das Thema der geschlechtlichen Entwicklung nutzen kann.

    Die Auswüchse, die kirchliche Gruppen so zeigen, sind Teilweise ziemlich Abstrus, auch gerade die der RKK

    siehe zum Beispiel:
    Katholische Kirche für LGBT Todesstrafe
    oder ein besonderes Schmankerl:
    Glauben heißt nicht Wissen

    Nur eine Frage:

    Was meinen Sie "diese Menschen gehören eigentlich verboten"?

    Mundtot machen?
    Bestrafen?
    Einsperren?
    Töten?

    Kennen Sie die Zeitschrift "Zeitungszeugen"?

    > Ist es auch nicht wisschenschaftlich nachgewisen, dass Homosexuelle ein bestimmtes Gen in sich tragen und somit "verngesteuert" werden?

    Nein. Homosexualität ist zwar angeboren, aber das ist nicht genetisch bedingt, sondern hängt mit der fötalen Gehirnentwicklung zusammen. Deswegen steigt die Wahrscheinlichkeit, ein homosexuelles Kind zu Bekommen, auch mit jedem Kind.

    Biologin Ronny Drantz hat ein Blog, in dem sie (rechts) auch 10 Powerpoint Folien hat, die man als Einführung in das Thema der geschlechtlichen Entwicklung nutzen kann.

    Die Auswüchse, die kirchliche Gruppen so zeigen, sind Teilweise ziemlich Abstrus, auch gerade die der RKK

    siehe zum Beispiel:
    Katholische Kirche für LGBT Todesstrafe
    oder ein besonderes Schmankerl:
    Glauben heißt nicht Wissen

    Nur eine Frage:

    Was meinen Sie "diese Menschen gehören eigentlich verboten"?

    Mundtot machen?
    Bestrafen?
    Einsperren?
    Töten?

    Kennen Sie die Zeitschrift "Zeitungszeugen"?

  1. Jetzt haben die Katholiken sogar schon das Ressort "Schöpfungslehre: Interpretation und praktische Anwendung" abgegeben ?
    Ist der Benedikt etwa doch altersmilde geworden ?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Timo K
    • 11.08.2009 um 9:51 Uhr

    Ich dachte immer Kreationismus sei gar kein katholisches Produkt.
    Und wenn's von über'm großen Teich kommt, dann glaubte ich gar es sei protestantisch.

    • Timo K
    • 11.08.2009 um 9:51 Uhr

    Ich dachte immer Kreationismus sei gar kein katholisches Produkt.
    Und wenn's von über'm großen Teich kommt, dann glaubte ich gar es sei protestantisch.

  2. Entfernt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/wg

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Folgenden Flyer las ich kürzlich:
    _________________
    Neueste Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass es zumindest möglich zu sein scheint Menschen von Religiosität zu heilen. Wenn in Ihrem Umfeld Menschen an Religiosität leiden, so zögern Sie nicht. Auch aus diesen Fanatikern können - mit ein wenig Hilfe - vollwertige Menschen werden. Sehen Sie nicht weg,

    helfen Sie!

    _________________

    Ist als Aufruf zwar genauso dämlich, aber zum abreagieren reichts allemal....

    Folgenden Flyer las ich kürzlich:
    _________________
    Neueste Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass es zumindest möglich zu sein scheint Menschen von Religiosität zu heilen. Wenn in Ihrem Umfeld Menschen an Religiosität leiden, so zögern Sie nicht. Auch aus diesen Fanatikern können - mit ein wenig Hilfe - vollwertige Menschen werden. Sehen Sie nicht weg,

    helfen Sie!

    _________________

    Ist als Aufruf zwar genauso dämlich, aber zum abreagieren reichts allemal....

  3. Folgenden Flyer las ich kürzlich:
    _________________
    Neueste Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass es zumindest möglich zu sein scheint Menschen von Religiosität zu heilen. Wenn in Ihrem Umfeld Menschen an Religiosität leiden, so zögern Sie nicht. Auch aus diesen Fanatikern können - mit ein wenig Hilfe - vollwertige Menschen werden. Sehen Sie nicht weg,

    helfen Sie!

    _________________

    Ist als Aufruf zwar genauso dämlich, aber zum abreagieren reichts allemal....

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "wie schön.... wie"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Beide Daumen hoch !

    Allerdings würde ich zwischen den Begriffen "Religiosität" und "Fanatismus" doch deutlicher unterscheiden.
    Es soll doch auch noch ein Scherflein religiöser Menschen geben, die das Gebot der Nächstenliebe auch als Toleranz und Verständnis gegenüber allen anderen auslegen...

    Soll jetzt aber keine zu große Sophisterei sein.

    Beide Daumen hoch !

    Allerdings würde ich zwischen den Begriffen "Religiosität" und "Fanatismus" doch deutlicher unterscheiden.
    Es soll doch auch noch ein Scherflein religiöser Menschen geben, die das Gebot der Nächstenliebe auch als Toleranz und Verständnis gegenüber allen anderen auslegen...

    Soll jetzt aber keine zu große Sophisterei sein.

    • NZ
    • 11.08.2009 um 8:45 Uhr

    Es stellt sich nun als Bumerang heraus, was mehr Toleranz für Minderheiten bringen sollte.

    Wer glaubte, über Gender Mainstream, Antidiskriminierungsgesetze, mediale Dauerberieselung und politische Einflussnahme auf, traditionelle (heterosexuelle) Lebensentwürfe eine Art Zwangstoleranz über die Bevölkerung verhängen zu können, sieht sich jetzt getäuscht.

    Toleranz basiert auf Kommunikation, nicht auf Umerziehung des verstockten Volkes durch eine aufgeklärte Elite, die sich kuckucksartig in den Parteien, Institutionen und Medien eingenistet hat.

    Der entartete Feminismus, ist untrennbar verbandelt mit lesbischer Interessensvertretung, lesbische Interessen werden vermixt mit denen der Schwulen. (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und Stereotypisierungen. Die Redaktion/jk) Die Wut der zwangsheterosexuell - homophoben Mehrheit über ihre Missachtung drängt irgendwann undifferenziert zum Ausbruch

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wie sich die Feindbilder und Mechanismen in so mancher Denke gruppieren.
    Feminismus, Homosexualität (Sie haben die Abtreibung vergessen, @NZ), Unterwanderung von Parteien, Institutionen und Medien, Verschwörung gar, Rechtfertigung der eigenen Intoleranz nebst Versicherung einer stummen, unterdrückten, missachteten, nun aber zum undiffenzierten Ausbruch gedrängten Mehrheit im Rücken. *gg*

    Da scheint mir doch dieser gute alte Satz von ungebrochener Aktualität:
    'Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.'

    Dagegen hilft 3+.

    Wen oder was meinen Sie mit dem Imperium? Eine Art Gesundes Volksempfinden, das Schwule und Lesbierinnen als "kranke Subjekte" ausgrenzt und die Frau generell wieder in eine traditionelle, dem Mann mehr oder weniger unterworfene Rolle zurückdrängen will?
    Wenn dem so ist, haben Sie mit dem Lucas-Filmtitel eine passende Überschrift gewählt, denn in der Star Wars- Trilogie aus den 1970er Jahren steht ebendieses Imperium für die dunkle Seite der Macht.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    Es ist schon sehr erstaunlich, dass hier Leute - die völlig heterogene Gruppe der Evangelikalen - unzensiert als Geisteskranke geschmäht werden dürfen, sich die Redaktion dann aber bei einem solchen Kommentar genötigt sieht einzugreifen.

    Nur am Rande:
    Die meisten Evangelikalen leben in Afrika, Asien und Südamerika.

    Liegt hier schon wieder eine Form des unterschwelligen Rassismus vor???

    Wollen wir Deutschen wieder einmal der ganzen Welt erklären, was richtig und was falsch ist (nach dem altbewährten Motto: "am deutschen Wesen soll die Welt genesen")?

    wie sich die Feindbilder und Mechanismen in so mancher Denke gruppieren.
    Feminismus, Homosexualität (Sie haben die Abtreibung vergessen, @NZ), Unterwanderung von Parteien, Institutionen und Medien, Verschwörung gar, Rechtfertigung der eigenen Intoleranz nebst Versicherung einer stummen, unterdrückten, missachteten, nun aber zum undiffenzierten Ausbruch gedrängten Mehrheit im Rücken. *gg*

    Da scheint mir doch dieser gute alte Satz von ungebrochener Aktualität:
    'Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.'

    Dagegen hilft 3+.

    Wen oder was meinen Sie mit dem Imperium? Eine Art Gesundes Volksempfinden, das Schwule und Lesbierinnen als "kranke Subjekte" ausgrenzt und die Frau generell wieder in eine traditionelle, dem Mann mehr oder weniger unterworfene Rolle zurückdrängen will?
    Wenn dem so ist, haben Sie mit dem Lucas-Filmtitel eine passende Überschrift gewählt, denn in der Star Wars- Trilogie aus den 1970er Jahren steht ebendieses Imperium für die dunkle Seite der Macht.

    Wer Andere neben sich klein macht, ist nie groß.
    Johann Gottfried Seume

    Es ist schon sehr erstaunlich, dass hier Leute - die völlig heterogene Gruppe der Evangelikalen - unzensiert als Geisteskranke geschmäht werden dürfen, sich die Redaktion dann aber bei einem solchen Kommentar genötigt sieht einzugreifen.

    Nur am Rande:
    Die meisten Evangelikalen leben in Afrika, Asien und Südamerika.

    Liegt hier schon wieder eine Form des unterschwelligen Rassismus vor???

    Wollen wir Deutschen wieder einmal der ganzen Welt erklären, was richtig und was falsch ist (nach dem altbewährten Motto: "am deutschen Wesen soll die Welt genesen")?

  4. Beide Daumen hoch !

    Allerdings würde ich zwischen den Begriffen "Religiosität" und "Fanatismus" doch deutlicher unterscheiden.
    Es soll doch auch noch ein Scherflein religiöser Menschen geben, die das Gebot der Nächstenliebe auch als Toleranz und Verständnis gegenüber allen anderen auslegen...

    Soll jetzt aber keine zu große Sophisterei sein.

    Antwort auf "Mir nicht ;)"
    • otto_B
    • 11.08.2009 um 8:56 Uhr

    Wo ist das Problem?
    Es ist zu lesen, daß die Einstufung der Sache bis 1974 bzw. 1992 eine andere war. Schon rein auf historischer Ebene: Eine Vergegenwärtigung der Argumente, die zu der Umstufung führte, kann nie verkehrt sein. Und im Sinne der Wissenschaftsfreiheit: warum sollte es der gegenwärtigen Generation verwehrt sein, das Gewicht dieser Argumente nachzuprüfen? Insofern völlig korrektes Verhalten vonseiten des Kölner Rektorates.
    Ich find es schade, daß die Debatte Störung-oder-nicht immer mit der Therapiedebatte verknüpft wird, und daß, sobald das Thema angefaßt wird, der Vorwurf der Hetze kommt. Bei der organischen Betrachtung ist die Störung wohl schwer von der Hand zu weisen. Von meinem homosexuellen Kind bekomme ich keine Enkel. Darf ich das nicht betrauern? Ist das Ausbleiben leiblicher Kinder keine Störung? Ob Therapieversuche möglich und sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt, über die Sprengkraft nicht ausgelebter Sexualität bin ich mir sehr wohl bewußt. Was die Fortpflanzung anbelangt, kommen Sie mir bitte nicht mit dem Adoptionsrecht, und dem Sperma aus dem Plastebecher, liebe Funktionäre des LSV. Ein bischen seltsam bleibt das schon alles. Und den Zauber zum CSD muß ich nicht sympathisch finden. Ich möchte es ganz laut sagen: Ich liebe mein Kind über alles.

    Vielleicht kann die "Störung" auch temporär sein, ganz ohne irgendwelche riskanten Umbiegversuche? Die Beobachtung spricht ja hin und wieder durchaus dafür, daß die Ufer gewechselt werden. In der medizinischen Literatur findet sich da durchaus ein anderer Tenor als in der "politischen".

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Gerade bei dem Thema "Sexualität", das so eng mit unserer Identität und Persönlichkeit verknüpft ist, muss man besondere Vorsicht walten lassen, was als "Störung" und was als "normal" betrachtet wird, ob jetzt rein wissenschaftlich oder nicht.
    Dass aus psychiatrischer Sicht diverse Spielarten der Heterosexualität als "Störung" betrachtet werden, bedingt nicht, dass "Heterosexualität" als solche als Störung angesehen wird. Umgekehrt darf Homosexualität keinesfalls per se als Störung gesehen werden, die erst ihren Weg aus der "International Classification of DISEASES" kurz ICD herausfinden, also quasi moralische Legalität beweisen muss.

    "Ich find es schade, daß die Debatte Störung-oder-nicht immer mit der Therapiedebatte verknüpft wird, und daß, sobald das Thema angefaßt wird".

    Genau das ist aber der nicht akzeptable Ansatz der "evangelischen Unschlittkerzen" - frei nach Ludwig Thoma -, insofern dürfen auch Sie sich rein wissenschaftlich über deren Position empören.

    Im übrigen betrauern Homosexuelle das Ausbleiben von Nachkommenschaft sicher noch mehr als evtl. enttäuschte Großeltern...

    Von meinem homosexuellen Kind bekomme ich keine Enkel. Darf ich das nicht betrauern? Ist das Ausbleiben leiblicher Kinder keine Störung?

    Wenn man Sexualität auf Kinderkriegen reduziert mag diese Meinung gerechtfertigt sein. Dann darf der Mann aber auch die Frau verstoßen wenn sich rausstellt das diese unfruchtbar ist, und andersrum. Die Großeltern werdens danken.

    Es ist zu lesen, daß die Einstufung der Sache bis 1974 bzw. 1992 eine andere war

    Sehr versteckt ist Homosexualität immer noch drin:
    als "Gender Identity Disorder in Childhood"
    (Geschlechtsidentitätsstörung in der Kindheit)

    So diagnostizierte Kinder sind zu etwa 50% Homosexuell und der Mensch, der gerade die entsprechende Überarbeitung der DSM leitet, ist selbst dafür Bekannt, dass er reparative Therapien an diesen Kindern verbricht:
    Kenneth J. Zucker

    • zetti
    • 11.08.2009 um 17:51 Uhr

    "Von meinem homosexuellen Kind bekomme ich keine Enkel."

    Die Menscheit vermehrt sich eh wie die Karnickel. Da lob ich mir jede(n) Homosexuellen.
    Zetti

    Gerade bei dem Thema "Sexualität", das so eng mit unserer Identität und Persönlichkeit verknüpft ist, muss man besondere Vorsicht walten lassen, was als "Störung" und was als "normal" betrachtet wird, ob jetzt rein wissenschaftlich oder nicht.
    Dass aus psychiatrischer Sicht diverse Spielarten der Heterosexualität als "Störung" betrachtet werden, bedingt nicht, dass "Heterosexualität" als solche als Störung angesehen wird. Umgekehrt darf Homosexualität keinesfalls per se als Störung gesehen werden, die erst ihren Weg aus der "International Classification of DISEASES" kurz ICD herausfinden, also quasi moralische Legalität beweisen muss.

    "Ich find es schade, daß die Debatte Störung-oder-nicht immer mit der Therapiedebatte verknüpft wird, und daß, sobald das Thema angefaßt wird".

    Genau das ist aber der nicht akzeptable Ansatz der "evangelischen Unschlittkerzen" - frei nach Ludwig Thoma -, insofern dürfen auch Sie sich rein wissenschaftlich über deren Position empören.

    Im übrigen betrauern Homosexuelle das Ausbleiben von Nachkommenschaft sicher noch mehr als evtl. enttäuschte Großeltern...

    Von meinem homosexuellen Kind bekomme ich keine Enkel. Darf ich das nicht betrauern? Ist das Ausbleiben leiblicher Kinder keine Störung?

    Wenn man Sexualität auf Kinderkriegen reduziert mag diese Meinung gerechtfertigt sein. Dann darf der Mann aber auch die Frau verstoßen wenn sich rausstellt das diese unfruchtbar ist, und andersrum. Die Großeltern werdens danken.

    Es ist zu lesen, daß die Einstufung der Sache bis 1974 bzw. 1992 eine andere war

    Sehr versteckt ist Homosexualität immer noch drin:
    als "Gender Identity Disorder in Childhood"
    (Geschlechtsidentitätsstörung in der Kindheit)

    So diagnostizierte Kinder sind zu etwa 50% Homosexuell und der Mensch, der gerade die entsprechende Überarbeitung der DSM leitet, ist selbst dafür Bekannt, dass er reparative Therapien an diesen Kindern verbricht:
    Kenneth J. Zucker

    • zetti
    • 11.08.2009 um 17:51 Uhr

    "Von meinem homosexuellen Kind bekomme ich keine Enkel."

    Die Menscheit vermehrt sich eh wie die Karnickel. Da lob ich mir jede(n) Homosexuellen.
    Zetti

  5. die Vereine zur Aufklaerung das Homosexuelle nicht krank sind eine neue Therapie fuer die Fanatiker an.

    Wie kommt man am besten von seiner Homophobie runter (Kurs 1-5, Kursgebuehr 200 euro oder 300 gebrauchte Bibeln)

    Auch Jesus war ein Mann und hatte einen Penis (Vortragsreihe jeweils Sonntags von 9 bis 12 Uhr)

    Die Kirche und ihre homosexuellen Brueder und Schwestern (mit Hang zur Paedophelie). (Fortgeschrittener Kurs nach Kurs 1-5, Kurs F1-F3, Gebuehr 300 Euro)

    Die wissenschaftliche Aufklaerung und die Genetik. (oeffentliche Diskussionen)
    War Gott ein Biochemiker? Wieso gibt es schwule Pinguine, Affen, etc..? Sind homosexuelle die gluecklicheren Menschen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Homo- und pädophile Ausrutscher gibts eher bei den Katholiken.
    Die Protestanten dürfen ja sogar legal an "Frau Pastorens Flanellenleibchen" ran.

    Homo- und pädophile Ausrutscher gibts eher bei den Katholiken.
    Die Protestanten dürfen ja sogar legal an "Frau Pastorens Flanellenleibchen" ran.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service