Iran Das Regime gibt Misshandlungen zu
Der iranische Polizeichef räumt Missstände in den Gefängnissen ein. Beamte wurden entlassen, eine Haftanstalt geschlossen. Die Opposition berichtet von Vergewaltigungen

© Atta Kenare/AFP/Getty Images
Hilfsorganisation beklagen seit langem Missstände in iranischen Gefängnissen
Der iranische Polizeichef Ismail Ahmadi-Mokaddam hat den physischen Missbrauch von Häftlingen in Gefängnissen zugegeben. Einige Beamte hätten sich nicht an die Vorschriften gehalten, räumte Ahmadi-Mokaddam nach heftigen Protesten der Opposition und Enthüllungen iranischer und ausländischer Journalisten ein.
Er dementierte allerdings, dass der Missbrauch von Häftlingen auch in einigen Fällen zu deren Tod geführt habe und machte stattdessen eine tödliche "Virusinfektion" verantwortlich. Menschenrechtsorganisationen hatten zuvor beklagt, dass mindestens drei Gefangene an den Folgen von Folter und Missbrauch gestorben seien.
Polizeichef Ahmadi-Mokaddam sagte, der Direktor des Gefängnisses Kahrizak sowie zwei Wärter seien festgenommen und entlassen worden. Auch der iranische Generalstaatsanwalt Ghorban-Ali Dorri-Nadschafabadi sprach von körperlichem Missbrauch in der Haftanstalt. Er bezeichnete dieses Verhalten als nicht hinnehmbar und verlangte die Bestrafung aller für die Misshandlung von Gefangenen Verantwortlicher. Laut iranischen Medien soll Ajatollah Ali Chamenei, der Oberste Geistliche Führer angeordnet haben, das Gefängnis Kahrizak im Süden Teherans zu schließen, da es nicht den "Anforderungen" entspreche.
Von den Übergriffen in iranischen Gefängnissen seien vor allem junge Frauen und Männer betroffen, teilte der unterlegene iranische Präsidentschaftskandidat Mehdi Karubi auf der Website seiner Partei Etemad Melli (Nationales Vertrauen) mit. Er berief sich dabei auf Aussagen ranghoher Behördenvertreter. "Einige junge weibliche Inhaftierte wurden dermaßen vergewaltigt, dass sie schwere Verletzungen erlitten", erklärte Karubi weiter ohne ein spezielles Gefängnis zu nennen. Auch männliche Häftlinge seien "brutal vergewaltigt" worden.
Karubi habe die "wirklich beschämenden" Vorfälle in einem Brief an den Ex-Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani gemeldet. Rafsandschani hält als Vorsitzender des Expertenrats eine wichtige Position im iranischen Machtgefüge. Unter den Reformpolitikern gilt Rafsandschani als einer der wichtigsten Gegenspieler von Präsident Mahmud Ahmadineschad, der bei der Wahl offiziell zum Sieger erklärt worden war.
In dem offenen Brief, der auf den 29. Juli datiert ist, fordert Karubi außerdem ein unabhängiges Kommitee, das die vermeintlichen Misshandlungen von Häftlingen nach den Präsidentschaftswahlen untersuchen soll. Er sei bereit, die Untersuchungen in "ehrlicher und unparteiischer Art und Weise" zu leiten.
Am Sonntag hatten die Revolutionswächter Karubi und den ebenfalls unterlegenen Oppositionsführer Mir-Hussein Mussawi offen ins Visier genommen. Beide Kandidaten müssten vor Gericht gestellt und bestraft werden, weil sie die Hauptverdächtigen hinter den Protesten gegen die Wiederwahl von Ahmadineschad seien, sagte ein hochrangiger Befehlshaber der Revolutionswächter der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge.
Im Zuge der Proteste gegen den Ausgang der Präsidentenwahl am 12. Juni sind mehr als 100 Menschen festgenommen worden. Mindestens 26 Menschen kamen laut staatlichen Medien dabei ums Leben. Ungeachtet internationaler Proteste wurden am Samstag auch eine Französin sowie zwei iranische Mitarbeiter europäischer Botschaften vor Gericht gestellt. Laut iranischen Medienberichten sollen sie Teil einer westlichen Verschwörung sein, deren Ziel der Sturz der islamischen Führung sei.
- Datum 10.08.2009 - 11:57 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, ds
- Kommentare 25
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da fehlen einem die Worte!
Hoffentlich kann sich der Iran bald von diesen Faschisten befreien!!!
haben sich gestern noch in den online Kommentaren der ZEIT die Finger wund geschrieben, um das terroristische Mullah-Regime zu entschuldigen und die Vorgänge im Iran zu verharmlosen.
Bin mal gespannt, bis auch dieser Artikel dementsprechend "kommentiert" wird. Jetzt, kurz vor 09.00 Uhr am Morgen, ist es wohl noch zu früh für diese Herrschaften
Ich brauche noch ne Muetze Schlaf, melde mich bald , bis dann....
bisher ist Ihnen wohl nichts eingefallen, wie Sie diese fanatischen Anti-Amerikaner in Teheran verteidigen könnten?
**************
"Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
Kurt Schumacher (SPD)
bisher ist Ihnen wohl nichts eingefallen, wie Sie diese fanatischen Anti-Amerikaner in Teheran verteidigen könnten?
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"Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
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So schlimm die Zustände in den iranischen Gefängnissen auch sind - mich stimmt es nachdenklich, dass der Iran in der hiesigen Berichterstattung immer mehr als Tyrannenstaat dargestellt wird. Wenn das nur dem hehren ZWeck dienen soll, auf Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen, dann ist das ok.
Falls aber dieses referencing und framing darauf abzielt, einen weiteren "war against tyranny" am Schatt al-Arab medial vorzubereiten, dann gute Nacht.
Da die USA momentan kein Geld haben für einen weiteren Riesenkrieg, wäre diesmal die NATO dran...
Ansonsten wünsche ich dem iranischen bzw. persischen Volk ebenfalls, dass sie dieses Regime möglichst unblutig loswerden UND dass das Land danach nicht in Anarchie abrutscht.
Die Zustände im Iran, in Nordkorea und in Burma können niemanden kalt lassen. Und weil diese drei Terrorregime nach atomarer Bewaffnung greifen, wäre mittelfristig alles ausser einer präventiven Intervention verantwortungslos.
Diese Regime müssen im Namen der ganzen Welt beseitigt werde, wenn schon das Schicksal der Menschen dort niemanden zu bewegen scheint.
_________________________________________________
Lassen wir Taten folgen:
Werden Sie Mitglied, wählen Sie die Piratenpartei.
Für Freiheit und Demokratie.
Denn etwas besseres als den Tod finden wir überall.
Sehr geehrter Herr / Frau "bromfiets",
der Iran wird lediglich als das dargestellt, was er ist: ein lupenreiner Tyrannenstaat. Welcher Begriff würde denn Ihrer Ansicht nach passender sein?
In diesem Land unterdrückt seit 3 Jahrzehnten ein Apparat aus Mullahs, Revolutionswächtern und Militärs die gesamte Bevölkerung. Oppositionelle werden konsequent gefoltert und getötet, in den 80er-Jahren sogar zu Tausenden. Religiöse Minderheiten, wie die Bahai, werden systematisch verfolgt. Tausende Kinder wurden im Krieg gegen den Irak in die Minenfelder geschickt, in den sicheren Tod. Die Menschen dürfen nicht frei entscheiden, was für ein Leben sie führen, welche Kleidung sie tragen und welche Musik und Filme sie hören bzw. sehen möchten. Homosexuelle werden per Justizbeschluss aufgehängt, Ehebrecherinnen gesteinigt. Es gibt Strafen, die wir noch aus dem Codex Hammurabis kennen! Zudem hat der Iran etliche Terroranschläge im Ausland entweder direkt oder mittels seiner Helfershelfer durchgeführt bzw. ausüben lassen. Außerdem sind die Zustände in den Gefängnissen dieses Landes schon seit Jahrzehnten katastrophal. Manchmal reicht ein falsches Wort aus und man sitzt im Gefängnis und sieht sich einer Behandlung ausgesetzt, die aus den schlimmsten Horrorfilmen stammen könnte. Wenn Sie mit Ihrer Freundin händchenhaltend durch den Park flanieren wollen, kann es passieren, dass eine Horde Revolutionswächter sie krankenhausreif oder gar zu Tode prügelt (und ihre Freundin auch).
Kurz zusammengefasst: Der Iran erfüllt alle Kriterien, um zu Recht als Tyrannenstaat bezeichnet zu werden. Wenn nicht er, wer dann?
Die Zustände im Iran, in Nordkorea und in Burma können niemanden kalt lassen. Und weil diese drei Terrorregime nach atomarer Bewaffnung greifen, wäre mittelfristig alles ausser einer präventiven Intervention verantwortungslos.
Diese Regime müssen im Namen der ganzen Welt beseitigt werde, wenn schon das Schicksal der Menschen dort niemanden zu bewegen scheint.
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der Iran wird lediglich als das dargestellt, was er ist: ein lupenreiner Tyrannenstaat. Welcher Begriff würde denn Ihrer Ansicht nach passender sein?
In diesem Land unterdrückt seit 3 Jahrzehnten ein Apparat aus Mullahs, Revolutionswächtern und Militärs die gesamte Bevölkerung. Oppositionelle werden konsequent gefoltert und getötet, in den 80er-Jahren sogar zu Tausenden. Religiöse Minderheiten, wie die Bahai, werden systematisch verfolgt. Tausende Kinder wurden im Krieg gegen den Irak in die Minenfelder geschickt, in den sicheren Tod. Die Menschen dürfen nicht frei entscheiden, was für ein Leben sie führen, welche Kleidung sie tragen und welche Musik und Filme sie hören bzw. sehen möchten. Homosexuelle werden per Justizbeschluss aufgehängt, Ehebrecherinnen gesteinigt. Es gibt Strafen, die wir noch aus dem Codex Hammurabis kennen! Zudem hat der Iran etliche Terroranschläge im Ausland entweder direkt oder mittels seiner Helfershelfer durchgeführt bzw. ausüben lassen. Außerdem sind die Zustände in den Gefängnissen dieses Landes schon seit Jahrzehnten katastrophal. Manchmal reicht ein falsches Wort aus und man sitzt im Gefängnis und sieht sich einer Behandlung ausgesetzt, die aus den schlimmsten Horrorfilmen stammen könnte. Wenn Sie mit Ihrer Freundin händchenhaltend durch den Park flanieren wollen, kann es passieren, dass eine Horde Revolutionswächter sie krankenhausreif oder gar zu Tode prügelt (und ihre Freundin auch).
Kurz zusammengefasst: Der Iran erfüllt alle Kriterien, um zu Recht als Tyrannenstaat bezeichnet zu werden. Wenn nicht er, wer dann?
Die Zustände im Iran, in Nordkorea und in Burma können niemanden kalt lassen. Und weil diese drei Terrorregime nach atomarer Bewaffnung greifen, wäre mittelfristig alles ausser einer präventiven Intervention verantwortungslos.
Diese Regime müssen im Namen der ganzen Welt beseitigt werde, wenn schon das Schicksal der Menschen dort niemanden zu bewegen scheint.
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Wenn es den Medien und der herrschenden Politkaste wirklich um Menschenrechte gehen würde, würden z.B. die bewiesenen und dokumentierten Gewaltorgien in Genua 2001 immer wieder thematisiert werden und ganz besonders ein Berlusconi mit seinen eindeutig faschistischen Garden wäre Persona non Grate in Europa und der gesamten westlichen Welt. Er würde sich vor dem Den Haager Gerichtshof wiederfinden.
Selbst der WDR hat über diese staatlich befohlenen oder gebilligten Gewaltorgien ausführlich berichtet:
http://video.google.com/v...
Was unterscheidet die Menschenrechtsverletzungen und staatlichen Gewaltorgien in Italien, Iran und anderswo (Seattle, Heiligendamm etc.)?
Menschenrechtsverletzungen sind bei uns immer dann opportun, wenn sie sich gegen die gefühlte "Bedrohung" der hier herrschenden Politkaste richten. Menschenrechtsverletzungen anderswo liefern hauptsächlich Gründe, einen weiteren Krieg zu beginnen.
Über 1 Mio Tote im Irak-Krieg reichen der herrschenden Politkaste offenbar noch nicht. Auch der Iran verfügt schließlich über große Öl- und Gasreserven.
Es bedarf eigentlich eines gesunden Urteilsvermögens, um Gewalt nicht mit Gewalt zu rechtfertigen. Darf ein faschistisches Regime wie im Iran nach NS-Manier politische Andersdenkende verhaften, mißhandeln und ermorden, weil es im Westen vorkommen kann, dass Gewalt gegen Demonstranten angewandt wird??
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