Pop von Jack Peñate "Baudelaire war Punk"Seite 3/3
Peñate: Ja, aber an dieser Stelle greift die Produktion. Die Produktionsmittel sind genau das Gegenteil von der tonalen Beschränkung: Es gibt immer wieder neue Möglichkeiten, Klänge zu generieren. Ich habe mich noch nicht so sehr mit Produktion beschäftigt, aber ich würde es gern. Mit diesem Future Sound, wie man es nennt. Geräusche! Noise! Da finden sich bestimmt neue Wege, aufregende Musik zu machen. Im Singer-Songwriter-Bereich hingegen wird es verdammt schwierig.
ZEIT ONLINE: Die Produktion Ihres neuen Albums klingt sehr viel aufwendiger als die des ersten. Da sind Chöre, viel Hall, viel Atmosphäre. Und Sie wollen erzählen, Sie hätten sich noch nicht mit Studiotechnik beschäftigt?
Peñate: Das war Paul Epworth, mein Produzent, einer der besten Englands. Die Zeit im Studio mit ihm war mir wie eine Lehre, wirklich erstaunlich. Am Anfang hatte ich nur Worte, um zu beschreiben, wie das Album klingen sollte: warm und offen, weiträumig. Also haben wir am Sound rumgetüftelt. Ich wollte nie nach Hause gehen, so toll war es. Ein Job, montags bis freitags, beinahe von 9 bis 5.
ZEIT ONLINE: Wie komponieren Sie?
Peñate: Mittlerweile oft im Studio. Früher habe ich meine Lieder immer allein geschrieben, das war kein Spaß, sondern oft eine sehr einsame Pflichtübung.
ZEIT ONLINE: Dann empfinden Sie also nicht jeden Tag den inneren Drang, Dinge festzuhalten, die Ihnen durch den Kopf gehen.
Peñate: Ich denke, so geht es vielen Musikern. Es kommt in Zyklen. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen. Eine Woche lang kann gar nichts passieren und dann: "Oh Mann, wo ist die Gitarre. Schnell!" Und es ist so dringend, dass man alles andere stehen und liegen lässt.
ZEIT ONLINE: Woher kommen diese Impulse?
Peñate: Aus dem Kosmos? (lacht) Das weiß niemand. Außer Paul McCartney und John Lennon. Die alten Schlitzohren. Die hatten eine Standleitung zum Kosmos. Genauso wie Bob Dylan. Ich suche immer noch verzweifelt nach der Leitung.
Das Gespräch führte Rabea Weihser
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- Datum 06.08.2009 - 12:39 Uhr
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Interessantes Interview. Sehr guter Künstler, der der Popmusik endlich wieder mehr Farbe gibt und nicht nur als kommerzielle Ausschlachtung gesehen wird.
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