Einsatz der Bundeswehr Jung erntet Abfuhr für Verfassungspläne
Verteidigungsminister Jung will die Verfassung ändern, damit die Bundeswehr Geiseln befreien kann. In der Großen Koalition mit der SPD wird ihm das kaum gelingen
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will die Verfassungsänderung spätestens nach der Bundestagswahl im September durchsetzen. Im Zusammenhang mit den Entführungen deutscher Schiffe vor der Küste Somalias sagte Jung der Bild am Sonntag: "Nach unserer Verfassung ist derzeit für eine Geiselbefreiung die Polizei zuständig. Bis die Polizei am Horn von Afrika einsatzfähig gewesen ist, hat sich die Lage längst verschärft. Erst gab es auf der Hansa Stavanger fünf Piraten. Später waren es bis zu 35 Piraten, und die Lage wurde viel schwieriger."
"Wir sollten über eine Verfassungsänderung nachdenken, die der Bundeswehr den Zugriff dann ermöglicht, wenn die Polizei nicht handeln kann, da sie beispielsweise gar nicht am Ort des Geschehens ist. Spätestens nach der Bundestagswahl will ich dieses Thema wieder auf die Tagesordnung setzen." Jung will Verteidigungsminister bleiben.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) wies die Forderung zurück. Die Bundeswehr dürfe bereits bei der Operation Atalanta vor dem Horn von Afrika Geiseln aus der Hand von Piraten befreien, eine Verfassungsänderung sei dazu nicht notwendig, sagte Zypries dem Hamburger Abendblatt. Auch SPD-Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Debatte am Sonntag in Erfurt als unnötig. "Ich finde es nicht gut, dass jetzt versucht wird, aus der Rückkehr der Geiseln politisches Kapital zu schlagen."
Am Samstag waren die Hansa Stavanger und ihre Besatzung in Mombasa angekommen. Mehrere Monate waren sie in der Gewalt von Piraten und kamen erst nach Zahlung von Lösegeld frei.
Eine Befreiungsaktion durch die Spezialeinheit der Polizei, die GSG 9, war nach dreiwöchiger Planung abgebrochen worden. Dies hatte eine Diskussion darüber ausgelöst, ob für solche Einsätze das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr besser geeignet wäre. Allerdings war die Aktion abgebrochen worden, weil sie als zu gefährlich für die Geiseln eingeschätzt wurde, nicht weil die Einheit nicht einsatzfähig war. Am Samstag waren Schiff und Besatzung in Mombasa angekommen. Sie waren mehrere Monate in der Gewalt der Piraten.
Der Minister will nach eigenen Angaben außerdem eine Diskussion über eine Grundgesetzänderung nicht nur mit Blick auf Einsätze im Ausland führen, sondern auch mit Blick auf bestimmte Situationen im Innern.
Lieferschwierigkeiten beim A400
- Datum 10.08.2009 - 14:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Wenn Herr Jung über eine Geiselbefreiung im Ausland durch die Bundeswehr nachdenkt, sollte er vielleicht zunächst einmal an geltendes Völkerrecht denken, wonach genau dies nämlich verboten ist und zwar zu Recht. Eine entsprechende Änderung der deutschen Verfassung stünde im Widerspruch zur Charta der Vereinten Nationen. Ein Übergriff durch deutsche Soldaten auf Piraten im Ausland ist und bleibt nun mal ein bewaffneter Angriff auf dem Gebiet eines souveränen Staates und solche Angriffe toleriert das Völkerrecht eben nicht, ganz gleich ob unsere Verfassung das erlaubt oder nicht. Bleibt zu hoffen, dass Herr Jung nochmals nachdenkt bevor er wieder gewählt wird.
eine gekonnte Wortwahl, deutsche Soldaten in einem völkerrechtswidrigen Übergriff (!) auf Piraten, Verletzung der "Souveränität" eines Nicht-Staates, geltendes Völkerrecht, fehlt sonst noch was ? Achso, die Charta der UN und der bewaffnete Angriff. Für alles werden Geiseln natürlich Verständnis aufbringen, sie dürfen eben nicht völkerrechtswidrig befreit werden, das ist nicht zulässig ! Die Völker tolerieren das nämlich nicht. Und im Übrigen, ein Bundeswehreinsatz im Ausland zur Rettung deutscher Staatsbürger wird sofort zu einem Einsatz im Inneren deklariert. Heile Welt !
Wie ist das eigentlich in Europa, z.B. in Italien, wo das Militär auch im Innern eingesetzt wird, z.B. gegen die Mafia, gibt sicherlich noch mehr Beispiele in der EU, aber wir sind die Standhaften.
Markus70
eine gekonnte Wortwahl, deutsche Soldaten in einem völkerrechtswidrigen Übergriff (!) auf Piraten, Verletzung der "Souveränität" eines Nicht-Staates, geltendes Völkerrecht, fehlt sonst noch was ? Achso, die Charta der UN und der bewaffnete Angriff. Für alles werden Geiseln natürlich Verständnis aufbringen, sie dürfen eben nicht völkerrechtswidrig befreit werden, das ist nicht zulässig ! Die Völker tolerieren das nämlich nicht. Und im Übrigen, ein Bundeswehreinsatz im Ausland zur Rettung deutscher Staatsbürger wird sofort zu einem Einsatz im Inneren deklariert. Heile Welt !
Wie ist das eigentlich in Europa, z.B. in Italien, wo das Militär auch im Innern eingesetzt wird, z.B. gegen die Mafia, gibt sicherlich noch mehr Beispiele in der EU, aber wir sind die Standhaften.
Markus70
Vielleicht sollte erst einmal die Verfassung so geändert werden, damit Einsätze wie im Kosovo oder wie in Afghanistan verfassungsgemäß sind. In der Verfassung ist die Bundeswehr eindeutig als Verteidigungsinstrumentiert definiert und nicht als Weltpolizei.
Das Verfassungsgerichtsurteil (4 x Ja, 4 x Nein, Vorsitzender zählt doppelt), nach dem diese Einsätze von der Verfassung gedeckt sind, ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Nach diesem Urteil wird seit fast 20 Jahren verfahren.
...sollte man eher wieder auf den Boden der Verfassung zurückkehren?
...sollte man eher wieder auf den Boden der Verfassung zurückkehren?
Nehmt dem Stammtischpolitiker Jung die Streichhölzer aus der Hand!!! Da können wir auch gleich die NPD wählen.
Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Mit den Politikern Jung und Schäuble haben die Wölfe die Aufsicht über die Schafe übernommen.
Die CDU 2009 - kein Konzept für die Wirtschaft, in Afghanistan herrscht kein Krieg, Datenschutz brauchen wir nicht, Wirtschaftskriminalität im Internet interessiert uns nicht.
Wenn SPD und CDU so weitermachen, werden wir ab Oktober von einer Gelb-Grünen Koaltion regiert.
...z.B. weiter GroKo CDU/SPD
...z.B. weiter GroKo CDU/SPD
Wie ich es auch drehe und wende, ein höheres Maß an Inkompetenz eines Bundesministers lässt sich wohl kaum noch vorstellen. Völkerrechtlicher, strafrechtlicher, strafprozessrechtlicher, logistischer, politischer, wirtschaftlicher Unfug. Hat nicht noch irgendeine Lottogesellschaft einen Posten für Herrn Jung frei?
Besser beschrieben ist dieses Ansinnen mit:
"Jung versucht mit schlechten Ausreden Präzedenzfall für BW-Einsatz im Innern zu schaffen"
Karl Müller
Müssen wir tatsächlich bis zum 27.September warten, bis dieser kriegslüsterne, unfähige und inkompetente Minister Jung entlassen wird ? Die vorstehenden Kommentare bilden nur die Spitze des Eisberges an Empörung , Unverständnis und Unbehagen. Es stellt sich die Frage: warum schickt die Kanzlerin diesen "Möchtegern-Krieger" nicht endlich in die Wüste ? Offensichtlich ist die Rüstgungs-Lobby zu stark, um diesen Traumtänzer zu verabschieden.
Mehr ist dazu nicht zu kommentieren !
Sorry, aber Sie haben das System Merkel noch nicht verstanden. Grundlage ihrer unerklärlichen Position ist es analog zum System Kohl doch gerade, Posten so zu besetzen, dass ihr zum einen kein Widerstand aus der betreffenden Person erwächst, und sie zum anderen Parteigrüppchen, Regionalverbände usw. ruhig stellt. Wie das System funktioniert, lässt sich regional in der CSU bzw. in Bayern erkennen, personell im Fall Merz.
Sorry, aber Sie haben das System Merkel noch nicht verstanden. Grundlage ihrer unerklärlichen Position ist es analog zum System Kohl doch gerade, Posten so zu besetzen, dass ihr zum einen kein Widerstand aus der betreffenden Person erwächst, und sie zum anderen Parteigrüppchen, Regionalverbände usw. ruhig stellt. Wie das System funktioniert, lässt sich regional in der CSU bzw. in Bayern erkennen, personell im Fall Merz.
...ob man nicht die verfassung dahingehend ändern sollte, dass die bundeswehr auch zur befreiung der zivilbevölkerung von inkompetenten politikern eingesetzt werden darf.
oder zumindest zur wiederherstellung der verfassungsmäßigen ordnung.
die gesamte cdu ist als regierungspartei untragbar. während die spd lediglich unfähig ist, sind die unionsleute unfähig und zugleich brandgefährlich.
Dazu kann ich nur anmerken: richtige Fragestellung, leider zu wenig aufgeklärte und entschlossene Wählerinnern und Wähler vorhanden, die diesen "Demokraten" Einhalt gebieten.
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