Konflikt um US-Präsenz Chávez droht Kolumbien mit Krieg

Der Konflikt zwischen Venezuela und seinem Nachbarland eskaliert. Auslöser ist Kolumbiens Plan, US-Soldaten in dem Land zu stationieren. Brasilien will nun vermitteln

chavez-uribe

Seit Jahren beäugen sich Alvaro Uribe, Staatspräsident Kolumbiens, und sein Kollege Hugo Chávez (re.) kritisch. Im April sprachen sie sich aus (Foto), doch der Frieden hielt nicht lang

Venezuelas Präsident ist kein Mann der leisen Worte. Doch als er am Wochenende dem Nachbarland Kolumbien offen mit Krieg drohte, da horchte ganz Lateinamerika auf. Der Konflikt zwischen den beiden südamerikanischen Staaten, der seit Monaten köchelt, erreicht damit eine neue gefährliche Stufe.

Auf dem Gipfel der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR) in Ecuador erneuerte Chávez am Montag seine Drohung. In der Region wehe "der Wind des Krieges“, sagte Chávez. Sein Kontrahent Alvaro Uribe blieb der UNASUR-Tagung wegen der Krise fern.

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Die Gipfel-Teilnehmer vereinbarten, das Problem erst einmal zu vertagen. Brasilien will die Konfliktparteien nun an einen Tisch bringen. Doch Chávez legte in einem Zeitungsinterview noch einmal nach. "Wenn das Imperium einmal präsent ist, wird auch Uribe keine Kontrolle mehr über die Aktion der Amis haben“, sagte der Linkspopulist. "Das ist für uns eine ernste Gefahr.“

Auslöser für den jüngsten diplomatischen Konflikt war die Ankündigung von Kolumbiens Staatschef Uribe, den USA eine stärkere Militärpräsenz in seinem Land zu erlauben. Sieben Stützpunkte soll die US-Armee in Kolumbien künftig nutzen dürfen, darunter zwei Häfen, und dort bis zu 800 Mann stationieren, erklärte Uribe Ende Juli seinen wenig begeisterten Kollegen. Als Gegenleistung sollen die USA das Land im Kampf gegen die Kokainkartelle unterstützen.

Um für seinen Plan zu werben, reiste Uribe in sieben südamerikanische Hauptstädte. Den Flug nach Venezuela sparte er sich gleich.

Kolumbiens Nachbarstaaten lehnen den Vorstoß mehrheitlich ab. Vor allem Chávez, der in den USA ein imperialistischen Gegner sieht, reagierte empört. "Wir können diese Bedrohung nicht ignorieren“, sagte er und kündigte Wirtschaftssanktionen an. Die Öllieferungen in die USA gehen allerdings ungedrosselt weiter.

Für eine weitere Eskalation sorgten kolumbianische Truppenbewegungen an der Grenze zu Venezuela. Chávez kritisierte am Wochenende, dass kolumbianische Soldaten den Grenzfluss Orinoko überquert hätten. In der Grenzregion fahnden kolumbianische Sicherheitskräfte nach Kämpfern der Rebellenorganisation FARC und nach Drogenschmugglern.

Chávez forderte die Streitkräfte seines Landes auf, sich auf einen möglichen Angriff aus Kolumbien und einen Krieg vorzubereiten. Er ordnete zudem an, die Benzinlieferungen nach Kolumbien einzustellen.

Leser-Kommentare
  1. Verübeln kann es dem guten Mann aber wirklich niemand. Dass die USA Chavez loswerden wollen ist ja nichts neues. Ein von den USA geführter Putschversuch ist schon schiefgegangen...jetzt wollen die Truppen an seinen Grenzen stationieren. Ich warte nur noch drauf, dass jetzt alle unsere Medien losschreien: "Chavez der Aggressor".
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    „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“
    Paul Sethe, Mitbegründer der FAZ

  2. Wo die Amerikaner hingehen gibt es meistens Mord und Totschlag, und hier vermutlich auch noch mehr Kokain. Sie sollten zu Hause bleiben.
    Wieviele Diktatoren haben sie schon unterstützt, es wird Zeit, daß sie sich heraushalten, sie haben genug Unheil angerichtet. Und "ihre" Öllieferungen zu schützen ist auch nicht gerechtfertigt, es ist nicht ihr Öl.

  3. Es ist schon sehr bezeichnend, wie die ZEIT einmal mehr die Fakten verdreht. Es ist für jeden denkenden Menschen nicht ernsthaft davon auszugehen, dass Venezuela bzw. Chavez Kolumbien angreifen würde. Angesichts einer waffenstarrenden Macht wie den USA, die auch ohne Anlässe gnadenlos immer wieder in ihrem "Hinterhof" aufgeräumt hat, wäre das glatter Selbstmord.

    Zum Beispiel bei Telepolis werden die Zusammenhänge glaubwürdig dargestellt: Chavez warnt vor Krieg in Südamerika
    http://www.heise.de/tp/bl...

    oder auch hier, in spanischer Sprache
    http://www.abn.info.ve/no...

    Wenn man nun weiß, wer in der Vergangenheit zahllose Kriege, Militär- und CIA-Aktionen besonders auch in Südamerika begonnen hat, wird die Dinge einzuschätzen wissen. Eine Übersicht gibt es z.B. Hier:
    http://www.uni-kassel.de/...

    Die Folgen der US-amerikanischen "Friedenspolitik" nach 1945 dürften so etwa bei 10 Millionen Toten liegen, inzwischen allein im Irak schon mehr als 1 Mio Tote.

    Der Beitrag der ZEIT zeigt immerhin, wie Kriege propagandistisch vorbereitet werden. Kein Krieg entsteht einfach so aus dem Nichts heraus. Dazu braucht es vieler Handlanger, gerade auch in den Medien, die mit einem seriösen Anspruch daher kommen, diesen aber in keiner Weise einhalten.

    • Manul
    • 11.08.2009 um 19:10 Uhr

    Da muss man sich schon als neutraler Beobachter fragen wofür die USA eigentlich Millitärstützpunkte mitten in Lateinamerika brauchen, wenn nicht dafür, um weiterhin ihre imperialen Interessen mit aller Macht auf dem Kontinent durchzusetzen. Da wird dann jeder bedroht, umgebracht oder weggeputscht, der es nur wagt diese ausbeuterische Politik auch nur ansatzweise zu stoppen - und die Liste wird immer länger. Das ist nichts anderes, als verdeckter Kolonialismus mit Einverständnis der Weltgemeinschaft, die sich aber eh einer ausbeuterischen Wirtschaft verschieben hat, in der das Wohl der Menschen am wenigsten zählt.

  4. Ich finde dieser Artikel ist noch einigermaßen neutral...gewohnt bin ich da eher die Hetze ala Welt. Leider spreche ich kein Spanisch...sonst könnte ich mir wohl wesentlich ausgeglichener ein Bild machen.
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    Paul Sethe, Mitbegründer der FAZ

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    Kolumbien mit der US-Marionette Uribe ist ein schönes Modell dafür, wie die Freunde der USA aussehen und wie ein Land aussieht, was sich den US-amerkanischen Bedingungen unterzuordnen hat.

    Álvaro Uribe Vélez: Großgrundbesitzer, studierd in Havard und Oxford, Vater war Drogenhändler, Uribe selbst war nach Angaben der US-DIA Drogenhändler, in seiner politischen Laufbahn war er auch Bürgermeister im Medellin des Pablo Escobar, einem der reichsten, mächtigsten und brutalsten Drogenhändler, die es je gab.

    Ist es ein Wunder, dass in Kolumbien immer noch der Drogenanbau und -handel wichtigster Wirtschaftszweig ist?

    Menschenrechte in Kolumbien:
    Seit dem Amtsantritt des Álvaro Uribe im August 2002 „verschwanden“ 14.000 Kolumbianer oder kamen gewaltsam ums Leben. Laut Untersuchungen der Kolumbianischen Juristenkommission CCJ war der Staat in 75 Prozent aller Fälle direkt oder indirekt involviert. 17,5 Prozent der Opfer wurden dabei direkt von den regulären Sicherheitskräften getötet. Der überwiegende Rest wird den ultrarechten Paramilitärs angelastet, mit denen Uribe vermutlich in Verbindung steht.

    Ist es ein Wunder, wenn die Hetzpresse aus dem Springer-Verlag diesen Mörder Uribe seitenlang zitiert?

    Ist es ein Wunder, wenn die ZEIT da gern ein wenig mitmischen möchte?

    Kolumbien mit der US-Marionette Uribe ist ein schönes Modell dafür, wie die Freunde der USA aussehen und wie ein Land aussieht, was sich den US-amerkanischen Bedingungen unterzuordnen hat.

    Álvaro Uribe Vélez: Großgrundbesitzer, studierd in Havard und Oxford, Vater war Drogenhändler, Uribe selbst war nach Angaben der US-DIA Drogenhändler, in seiner politischen Laufbahn war er auch Bürgermeister im Medellin des Pablo Escobar, einem der reichsten, mächtigsten und brutalsten Drogenhändler, die es je gab.

    Ist es ein Wunder, dass in Kolumbien immer noch der Drogenanbau und -handel wichtigster Wirtschaftszweig ist?

    Menschenrechte in Kolumbien:
    Seit dem Amtsantritt des Álvaro Uribe im August 2002 „verschwanden“ 14.000 Kolumbianer oder kamen gewaltsam ums Leben. Laut Untersuchungen der Kolumbianischen Juristenkommission CCJ war der Staat in 75 Prozent aller Fälle direkt oder indirekt involviert. 17,5 Prozent der Opfer wurden dabei direkt von den regulären Sicherheitskräften getötet. Der überwiegende Rest wird den ultrarechten Paramilitärs angelastet, mit denen Uribe vermutlich in Verbindung steht.

    Ist es ein Wunder, wenn die Hetzpresse aus dem Springer-Verlag diesen Mörder Uribe seitenlang zitiert?

    Ist es ein Wunder, wenn die ZEIT da gern ein wenig mitmischen möchte?

  5. Kolumbien mit der US-Marionette Uribe ist ein schönes Modell dafür, wie die Freunde der USA aussehen und wie ein Land aussieht, was sich den US-amerkanischen Bedingungen unterzuordnen hat.

    Álvaro Uribe Vélez: Großgrundbesitzer, studierd in Havard und Oxford, Vater war Drogenhändler, Uribe selbst war nach Angaben der US-DIA Drogenhändler, in seiner politischen Laufbahn war er auch Bürgermeister im Medellin des Pablo Escobar, einem der reichsten, mächtigsten und brutalsten Drogenhändler, die es je gab.

    Ist es ein Wunder, dass in Kolumbien immer noch der Drogenanbau und -handel wichtigster Wirtschaftszweig ist?

    Menschenrechte in Kolumbien:
    Seit dem Amtsantritt des Álvaro Uribe im August 2002 „verschwanden“ 14.000 Kolumbianer oder kamen gewaltsam ums Leben. Laut Untersuchungen der Kolumbianischen Juristenkommission CCJ war der Staat in 75 Prozent aller Fälle direkt oder indirekt involviert. 17,5 Prozent der Opfer wurden dabei direkt von den regulären Sicherheitskräften getötet. Der überwiegende Rest wird den ultrarechten Paramilitärs angelastet, mit denen Uribe vermutlich in Verbindung steht.

    Ist es ein Wunder, wenn die Hetzpresse aus dem Springer-Verlag diesen Mörder Uribe seitenlang zitiert?

    Ist es ein Wunder, wenn die ZEIT da gern ein wenig mitmischen möchte?

  6. Unter Chavez ist (für den dem Sozialismus ja nicht unüblich) die Erdölproduktion erstmal um 20 % gesunken, da jetzt nur noch Günstlinge statt Fachleute an den Hebeln der Ölwirtschaft sitzen.
    Von den 2,4 Mio Barrel am Tag zwackt er noch 1,2 Millionen ab, um Kuba und co. über Wasser zu halten. Letzteres schickt im Gegenzug Ärztesklaven für 25 Euro Monatsverdienst (Hallo Linke regt euch mal darüber auf !) nach Venezuela, was die dortige Slumbevölkerung, aber nicht die Ärzte, sehr erfreut.
    Letztlich handelt es sich bei Chavez um einen sozialistischen Bankrotteur klassischer Prägung, der zwar in Deutschland offensichtlich viele Freunde hat, sein Land aber trotzdem in den sicheren Ruin treibt. Wie üblich werden alle anderen am Niedergang schuld sein. (die "Amerikaner" , die "Reichen" und die "Juden" - Stereotype die natürlich bei Deutschlands Links- und Rechtsextremisten seit 75 Jahren beliebte Clichés sind).
    Wenn aber erstmal der Hunger (wie in Nordkorea) ständiger "Freund" der Bevölkerung ist (von Panzern kann man nicht abbeissen) ist das Ende dann nicht mehr fern.

  7. Da hier mehrfach die Frage gestellt wurde was die USA in Südamerika "eigentlich wollen" möchte ich gerne auf folgenden Artikel verweisen:

    http://www.lateinamerika-...

    Zu gleichem Thema gab es vor einigen Jahren eine sehenswerte Reportage in der ARD.

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