Tropenkrankheit Vier Buchstaben gegen MalariaSeite 2/2

Malaria wütet in keiner anderen tropischen Region so sehr wie in Afrika. Das liegt an den vielen offenen, tümpelartigen Wasserstellen, die für die Anopheles-Mücken ideale Lebensbedingungen bieten. Hinzu kommt die Hitze, die den Malariaerreger bei seiner krankmachenden Mission unterstützt: Mit dem ersten Stich nimmt die Mücke den Erreger von einem infizierten Menschen auf, in ihrem Darm macht dieser eine Metamorphose durch – die Sporogonie. So gelangt er in die Speicheldrüsen und wird beim nächsten Stich übertragen. Die Sporgonie dauert zwei Wochen, läuft aber bei Hitze schneller ab. Da die Mücke nur eine Lebensdauer von zwei Wochen hat, erhöht die afrikanische Wärme die Wahrscheinlichkeit der Übertragung.

Die Krankheit wirft noch immer viele Rätsel auf. Einen kleinen Erfolg verbuchten allerdings kürzlich internationale Forscher um den Amerikaner Stephen Rich. Sie wollen den Ursprung der Malaria gefunden haben: Nach mehreren Gen-Analysen gehen sie davon aus, dass der Erreger der Malaria tropica einst vom Schimpansen auf den Menschen "übergesprungen" ist. Wann der erste Mensch infiziert wurde, ist noch ungeklärt. Auch wie der Fund den Kampf gegen die Krankheit voranbringen kann, muss sich noch zeigen.

Bis dahin wird die Seuche noch viele Menschen umbringen. Neunzig Prozent aller Malaria-Toten sind Afrikaner. Um diese Zahl zu reduzieren haben bisher nur Moskito-Netze präventiv geholfen. Mehrere Millionen davon haben Nicht-Regierungs-Organisationen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen Jahren kostenlos verteilt, doch fast drei Milliarden Euro wären nach Schätzung der Bundesregierung zum Schutz gegen Malaria nötig: Damit würde die Behandlung der Kranken und die Forschung unterstützt.

Die Tübinger Tropenmediziner arbeiten weiter unter Hochdruck gegen die Malaria. Sie sind nicht nur an einem Impfstoff dran, sondern auch an Artesunat, einem Malaria-Medikament. Bisher, sagt Peter Kremsner, fehle noch die richtige Dosierung für die chinesische Heilpflanze, die dann Kranke heilen soll. Der Kampf gegen die Seuche geht in die nächste Runde.

 
Leser-Kommentare
  1. gespannt, wer sich den in der dritten Welt leisten kann?

  2. Wenn dieser Impfstoff von den Pharmariesen produziert wird, dann wird sich den niemand in der der Dritten Welt leisten können.
    Das sieht man doch schon an den Aidsmedikamenten oder Antibiotika.
    Herstellungskosten ein paar Cent aber verkaufen tun sie das Zeug für mehrere Euro.
    Die waren auch noch so dreist und unverschämt auf Patentverletzung zu klagen als ein paar Firmen in Indien und Südamerika angefangen hatten Aidsmedikament zu produzieren und sie für erschwingliche Preise an die Armen zu verkaufen.

    • wagen
    • 12.08.2009 um 10:12 Uhr

    Der Impfstoff, der auch erst in der letzten klinischen Testphase ist, ist bereits seit Jahren in der Entwicklung und m. W. war es nicht Tuebingen, die diesen Impfstoff entwickelt haben. Die Urspruenge gehen zurueck auf die Forschung der US Armee gemeinsam mit GlaxoSmithKline (GSK) und zur Zeit ist es ein Konsortium zwischen GSK und einer Gates-finanzierten NGO, die diesen Impfstoff vorantreiben. Tuebingen duerfte an der klinischen Testung in Afrika beteiligt sein.

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