Übernahmeangebot Es war einmal eine Bank namens Sal. Oppenheim
Sal. Oppenheim droht angesichts ihrer kritischen Lage das Schicksal einer Deutsche-Bank-Filiale, denn Deutschlands größtes Kreditinstitut greift offen nach Europas größter Privatbank. Wenn es so kommt, müssen die stolzen Kölner Bankiers die Schuld vor allem bei sich selbst suchen.
Im Märchen werden Träume wahr. Mal bestehen die Häuser aus Pfefferkuchen, der Hungrige muss nur hineinbeißen, um sich zu laben. Mal regnet es Dukaten vom Himmel, der Bedürftige braucht nur das Nachthemd aufzuspannen, und schon ist er reich. Mal wird ein glitschiger Frosch doch noch zum Prinzen - Küsschen genügt.
Mal müssen aber die Kinder auch fürchten, im Backofen zu enden, wenn die Hexe findet, dass sie nicht brav gewesen sind.
Eines der größten und längsten Märchen der deutschen Bankengeschichte geht nun wohl zu Ende. Nach fast 220 Jahren Unabhängigkeit rettet sich die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim unter die Fittiche der Deutschen Bank - damit sie wegen ihrer eigenen Fehler nicht im Backofen namens Finanzkrise vollends verkohlt. Die Gespräche der beiden Geldhäuser über einen Einstieg stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es.
So schnell kann es gehen. Vor gerade einmal vier Wochen hatten die Sal.-Oppenheim-Bankiers Matthias Graf von Krockow und Friedrich Carl Janssen im Gespräch mit dem Handelsblatt kategorisch ausgeschlossen, einem externen Investor die Türe zu öffnen. Bloß ein Märchen - oder ging am Ende tatsächlich alles so schnell?
Sicher ist: Europas größte Privatbank verliert ihre Unabhängigkeit, weil sie ihre Unschuld verlor - durch Gier, schlechte Geschäfte und fragwürdige Geschäftspartner.
In Berlin beginnt das Bangen Ende Juni. Da tauchen die ersten Gerüchte auf, Sal. Oppenheim habe größere Probleme als vermutet. Die Spitzen in Kanzleramt, Finanz- und Wirtschaftsministerium sind alarmiert. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise informiert der Bankenrettungsfonds Soffin die Bundesregierung, wenn es in der Bilanz einer Bank "brennt". Die Finanzaufseher von der BaFin haben sich einige Geschäfte von Sal. Oppenheim näher angeschaut - und sind entsetzt. Von "ernsthaften Problemen" ist plötzlich die Rede, eine "staatliche Rettungsaktion in den nächsten Tagen" im Gespräch.
Im Kanzleramt ist schnell klar, dass eine Pleite von Sal. Oppenheim den Finanzplatz Deutschland erschüttern würde, auch wenn die Bank vor zwei Jahren ihren Sitz nach Luxemburg verlegt hat. Obwohl die Bank keinen Antrag auf Staatshilfe gestellt hat, sind sich die Experten der Regierung einig, dass Sal. Oppenheim auf jeden Fall gerettet werden müsse. Egal wie. Egal zu welchem Preis.
"Das Risiko einer Insolvenz von Oppenheim werden wir nicht eingehen. Die Bundesregierung will nicht für einen zweiten Fall Lehman Brothers verantwortlich sein", sagt damals ein Regierungsvertreter.
- Datum 06.08.2009 - 13:42 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Handelsblatt.com
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Ich verstehe das recht: richtige Experten - also Leute, die was von der Sache verstehen - gibt es gar nicht. Nur solche der Regierung,
aber ganz gewiss keine Experten des Steuerzahlers?
Tjaja. SchadeSchadeSchade.
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"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
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