Boom und Crash Blasen haben auch ihr Gutes

Länder, die gelegentlich Krisen erlebten, sind im Durchschnitt schneller gewachsen als jene mit stabilen finanziellen Bedingungen. Ein Gastbeitrag

Um die aktuelle Finanzkrise zu beurteilen, ist es hilfreich, sie in eine internationale und historische Perspektive zu stellen. In den letzten drei Jahrzehnten haben viele Länder mittleren Einkommens, aber auch einige Industrieländer, Finanzkrisen erlebt. In den meisten Fällen konnten sie nur mit großen staatlichen Rettungsbemühungen beendet oder abgewendet werden.

Bemerkenswert ist, dass die Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte nicht nur Krisen ausgelöst haben. In einer langfristigen Betrachtung führte sie auch zu erheblichen Zuwächsen beim realen Pro-Kopf-Einkommen. In einem großen Querschnitt von Ländern ist der Nettoeffekt – also einschließlich der Rezession nach der Krise – eindeutig positiv.

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In vielerlei Hinsicht ähnelt die heutige Situation den Krisenerfahrungen der so genannten Emerging Markets, wie beispielsweise Chile 1983, Mexiko 1994 oder Thailand und Korea 1997. Wie groß ist beispielsweise das staatliche Rettungspaket in den USA? Die 700 Milliarden US-Dollar, die der amerikanische Staat zur Rettung des Bankensystems zunächst aufgewendet hat, entsprechen 5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in den USA. Wenn man die Beteiligungen an Bear Stearns, Freddy Mac und Fanny Mae, AIG und anderen noch hinzurechnet, dann werden sich die Kosten möglicherweise auf 10 Prozent des Inlandsproduktes erhöhen.

Diese Zahl liegt im Rahmen der bisherigen Erfahrungen nach solchen Krisen. Mexiko investierte etwa 18 Prozent seines Sozialproduktes zur Beendung der Tequila-Krise 1994. Nach der Asienkrise 1997-1998 waren es ebenfalls 18 Prozent in Thailand, 20 Prozent in Japan und sogar 27 Prozent in Südkorea.

Etwas kleiner, jedoch immer noch in der gleichen Größenordnung, waren die Kosten der skandinavischen Länder in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren. Finnland investierte 11 Prozent 1991 und Schweden 4 Prozent 1993. Chile, Mexiko, Japan, Thailand, Korea, Finnland und Schweden haben schwere Finanzkrisen erlebt, gehören aber auch zu den jeweils erfolgreichsten Ländern ihrer Region in Bezug auf das langfristige Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens.

Staatliche Garantien, die in den meisten Ländern zumindest implizit gegeben waren, haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Sie führten dazu, dass Banken mit Krediten reale Investitionsprojekte finanzierten, die andernfalls zu riskant gewesen wären. Im Falle einer systemischen Krise konnten die Banken sicher sein, dass der Staat einspringt. Aus Sicht der Unternehmen sanken so die Kosten der Finanzierung. Die daraus resultierende hohe Investitionstätigkeit ist der zentrale Grund für den positiven Zusammenhang von Finanzkrisen und hohem Wirtschaftswachstum, der empirisch nachweisbar ist. Dies gilt insbesondere in solchen Sektoren, in denen kleinere Firmen operieren, die nicht handelbare Güter produzieren und denen daher der Zugang zum internationalen Kapitalmarkt fehlt.

Besonders stark sind diese Effekte dann, wenn auf Grund von institutionellen Problemen die Kreditmärkte nicht effizient funktionieren. Insbesondere in Ländern mittleren Einkommens werden viele sinnvolle Investitionen nicht finanziert, weil die Banken wegen fehlender Rechtssicherheit stets fürchten müssen, dass selbst erfolgreiche Unternehmer ihre Kredite nicht zurückzahlen. Die dadurch entstehende Unterinvestition kann durch das systemische Risikoverhalten korrigiert werden. Ob auch die USA oder Deutschland - mit ihren tief gegliederten Kapitalmärkten und starken Rechtssystemen - in gleicher Weise mit der Krise ein höheres Wachstum erzielen können, ist eher fraglich. Durchaus anwenden kann man das Argument jedoch zum Beispiel auf die Transmissionsländer Osteuropas, die in den letzten Jahren einen Kreditboom erlebt haben und ebenfalls von der aktuellen Krise betroffen sind.

Leser-Kommentare
  1. Boni und Gewinne bleiben bei Banken und Industrie.

    Steuern werden durch Umzug ins Ausland minimiert.

    Verluste bezahlen wir, unsere Kinder und Enkel.

    DAS ist der Skandal.

    DAS ist das völlige Versagen unserer Politik.

    DAS ist das Gegenteil von Demokratie.

  2. Es ist nirgendwo strittig, dass Krisen positive Effekte haben. Sogar Hitlerzeit und Zweiter Weltkrieg hatten im Nachhinein zahllose positive Effekte. Tatsache ist aber auch, dass das die Menschen, die solche Zeiten gerade durchleben, nicht vorrangig interessiert. Betreffs der derzeitigen Flut an Artikeln mit dem Tenor, die Finanzkrise sei gar nicht so schlimm oder habe diese und jene Vorteile, stellt sich vor allem die Frage: Wem nützen diese Verharmlosungen und Schönrednereien?

  3. Blasen führen zu Wachstum. Allerdings schränkt der Autor für die USA und Deutschland mit folgenden Bemerkungen ein: "Ob auch die USA oder Deutschland - mit ihren tief gegliederten Kapitalmärkten und starken Rechtssystemen - in gleicher Weise mit der Krise ein höheres Wachstum erzielen können, ist eher fraglich. " Daraus folgt, hätten wir weniger Struktur - also quasi mehr Neoliberalismus - oder gar einen Manchester - Kapitalismus, dann würden die Blasenverluste durch mehr Wachstum in Zukunft ausgeglichen. Der Autor läutet damit den "Neuen Weg" der Finanzmärkte ein. Der neue Weg ist dann der alte Weg.

    Der Mensch in der Gesellschaft ist für die Neoliberalen "Die Masse Mensch", die nur unter kosten- und absatzwirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet wird.

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    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

  4. vielleicht wünscht sich dieser Mann auch Krebs

  5. Der fatale Fehler den viele Wirtschaftsfachmänner machen ist zunächst einmal mehr Wachstum mit mehr Lebensqualität zu korrelieren, was defacto ab einem gewissen Lebensstandard nicht mehr zutrifft. Außerdem wird immer schön der Durchschnitt der Einkommen genommen und gesagt, das es insgesamt steige. Wenn man allerdings sieht das die Gehälter von Managern im Jahr um die 10-20% steigen, bleibt die Frage doch offen, ob das Einkommen der unteren Einkommensschichten in diesen Ländern wirklich steigt.
    Aber eigentlich ist Wirtschaft schon lange eine Religion und keine Wissenschaft mehr. Man glaubt dran oder eben nicht.

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    Es ist klar, wenn man den Besserverdienern noch mehr Geld gibt, dann werden hochwertige Güter nachgefragt ( Markenartikel, teure Autos usf). Die Prekarianten benötigen das Geld für den lebensnotwenigen Konsum und einfachste Gebrauchsgüter. Je mehr Geld in den Händen der unteren Schichten ist, um sehr stärker wird der Import angeheizt. Der Fachmann spricht diesbezüglich von der Walmatisierung der Welt. Je mehr Geld in den Händen der Besserverdiener ist, um sehr höher ist die Aufblähung der Finanzmärkte. Die freie Spitze der Besserverdiener geht dann an den Kapitalmarkt und schlägt sich in der Geldmenge M 4 nieder, die die Finanzmärkte nährt. Je mehr Geld den oberen Éinkommensschichten zufließt, umso eher bilden sich neue Blasen an den Finanzmärkten. Deshalb ist eine kluge Wirtschafts- und Tarifpolitik gehalten, für eine gerechte Verteilung des Volkseinkommens zu sorgen. Wenn also Blasen vermieden werden müssen, dann müssen die Gewerkschaften ihrer Verantwortung gerecht werden. Sie dürfen sich nur auf kurzfristige Entwicklungen einlassen (= Abwrackprämien).

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    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

    Es ist klar, wenn man den Besserverdienern noch mehr Geld gibt, dann werden hochwertige Güter nachgefragt ( Markenartikel, teure Autos usf). Die Prekarianten benötigen das Geld für den lebensnotwenigen Konsum und einfachste Gebrauchsgüter. Je mehr Geld in den Händen der unteren Schichten ist, um sehr stärker wird der Import angeheizt. Der Fachmann spricht diesbezüglich von der Walmatisierung der Welt. Je mehr Geld in den Händen der Besserverdiener ist, um sehr höher ist die Aufblähung der Finanzmärkte. Die freie Spitze der Besserverdiener geht dann an den Kapitalmarkt und schlägt sich in der Geldmenge M 4 nieder, die die Finanzmärkte nährt. Je mehr Geld den oberen Éinkommensschichten zufließt, umso eher bilden sich neue Blasen an den Finanzmärkten. Deshalb ist eine kluge Wirtschafts- und Tarifpolitik gehalten, für eine gerechte Verteilung des Volkseinkommens zu sorgen. Wenn also Blasen vermieden werden müssen, dann müssen die Gewerkschaften ihrer Verantwortung gerecht werden. Sie dürfen sich nur auf kurzfristige Entwicklungen einlassen (= Abwrackprämien).

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    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

    • HBogon
    • 10.08.2009 um 9:28 Uhr
    6. (...)

    (entfernt. Bitte formulieren SIe Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

    Ohne großartig auf Zusammenhänge einzugehen betrachtet er die Erde von oben und kommt dabei auf das schlichteste aller denkbaren ökonomischen Modelle: Blasen hat es immer gegeben und deshalb sind sie ok, wenn nicht gar toll.

    Auf solche bunten Seifenblasen fern aller ökonomischer Analyse von Ursache, Wirkung, Rückkopplung und Folgen kann man getrost verzichten. Apropos Folgen: für die sozialen und gesellschaftlichen Folgen der Blasenökonomie fehlt solch Wirtschaftsfuzzies komplett der Überblick und weitgehend die Allgemeinbildung.

    Insofern passt der Beitrag sehr gut in die ZEIT. Die Latte für fundierte, überzeugende Analysen wird hier täglich noch etwas tiefer gelegt. Jetzt liegt sie am Boden. Der nächste Wirtschaftsfuzzie, der sich hier versuchen möchte, muss eine Schaufel mitbringen.

    • politz
    • 10.08.2009 um 9:35 Uhr

    Mit Verlaub, dass Blasen auch ihr Gutes haben, ist absoluter Quatsch. Die historische Betrachtung ist eindeutig: in den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren waren die weltweiten Finanzmärkte hochreguliert. In diesen drei Jahrzehnten erzielten zumindest die westlichen Nationen (inklusive Japan) außerordentlich hohe Wachstumsraten von über 5 % pro Jahr. Seit Anfang der 1980er-Jahre erfolgte eine schrittweise Deregulierung der Finanzmärkte, die einherging mit einer allgemeinen Umsetzung der neoklassischen Theorie.

    Es ist garadezu irrwitzig, die Langzeitfolgen einer Weltwirtschaftskrise wie der derzeitigen einfach zu ignorieren. Klar, wir müssen die verheerende Massenarbeitslosigkeit, die Zeltstädte in Amerika und die Hungertode in Afrika einfach hinnehmen, im Sinne eines langristig höheren Wachstums! Selbst wenn das Wachstum in einer deregulierten Wirtschaft tatsächlich höher wäre, ist dies aufgrund der humanen Auswirkungen abzulehnen. Tatsächlich wird in den durch Blasen hervorgerufenen Krisen auch das langfristige Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft dezimiert.

    Arbeitslose verlieren ihre Fähigkeit und Motivation und die Unternehmensinvestitionen sowie die Ausgaben für Bildung und Forschung werden zurückgeführt. All dies kann man nicht einfach nach Krisenende nachholen. Schwere Wirtschaftkrisen werfen die Entwicklung ganzer Volkswirtschaften um mehrere Jahre zurück. Das ist so offensichtlich, dass man die Behauptung des Gegenteils nur zynisch nennen kann.

    Dass das deregulierte Osteuropa und einige deregulierte Schwellenländer höhere Wachstumsraten ausweisen als andere, ist kein Wunder. Das Wachstumspotenzial ist dort logischerweise noch höher, und nach dem Zusammenbruch des Kommunismus lässt sich selbst in einer schlechten Wirtschaftsordnung ein hohes Wirtschaftswachstum erzielen. Ein Zusammenhang zwischen der Deregulierung von Finanzmärkten und dem Wirtschaftswachstum besteht, und er fällt ganz klar negativ aus.

    (Abseits davon ist es mehr als fragwürdig, die auf staatliche Rettung wettenden Finanzmarktakteure für ihr unmoralisches Verhalten auch noch zu belohnen. Eine Wirtschaftsordnung, die auf einen solchen "Sozialismus für Reiche" angewiesen ist, ist strikt abzulehnen.)

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    Blasen wird es immer geben, aber sie selbst sind keine positive Angelegenheit, sondern Folge von Veränderungen, die auch positive Entwicklungen zur Folge haben.
    Insofern ist der Artikel sowohl falsch als auch richtig, da Blasen etwas über die Veränderungsfähigkeit einer Gesellschaft aussagen können.

    Doch auch Blasen haben Qualitätsunterschiede. Die Dotcom Blase zum Beispiel war eine Innovationsblase, also eine Erwartungsübertreibung gegenüber neuer Technik. Weshalb hier vor allem Risikokapital verloren wurde, aber auch Risikoertrag gewonnen wurde.
    Die aktuelle Blase allerdings ist keine Innovationsblase, sondern real gesehen eine Betrugsblase. Sie wurde möglich, weil man Hochrisikoanlagen so verschleiern konnte, dass sie als Niedrigrisikoanlagen verkauft wurden.
    Solche Blasen sind niemals konstruktiv, sie zerstören nur, weil Ihnen keinerlei Innovation, sondern nur ein absichtlicher oder unabsichtlicher Betrug zugrundeliegt. Denn sie vermehren Geld, ohne dass dem eine reale Entwicklung entgegen stünde.

    Deshalb ist ganz klar, dass es Regulierung geben muss, nicht dirigistischer Art, aber solcherart, das Transparenz und Wahrhaftigkeit gesichert bleiben, ebenso wie Chancengleichheit im Wettbewerb.

    Insofern ist es teilweise richtig, dass Wohlstand in regulierten Zeiten entsteht, aber sowohl in über- wie in unter- oder falsch regulierten Zeiten verspielt wird.
    Deshalb können Forderungen nach Deregulierung, wie nach Regulierung durchaus richtig sein, auf die Qualität kommt es halt an.

    H.

    Blasen wird es immer geben, aber sie selbst sind keine positive Angelegenheit, sondern Folge von Veränderungen, die auch positive Entwicklungen zur Folge haben.
    Insofern ist der Artikel sowohl falsch als auch richtig, da Blasen etwas über die Veränderungsfähigkeit einer Gesellschaft aussagen können.

    Doch auch Blasen haben Qualitätsunterschiede. Die Dotcom Blase zum Beispiel war eine Innovationsblase, also eine Erwartungsübertreibung gegenüber neuer Technik. Weshalb hier vor allem Risikokapital verloren wurde, aber auch Risikoertrag gewonnen wurde.
    Die aktuelle Blase allerdings ist keine Innovationsblase, sondern real gesehen eine Betrugsblase. Sie wurde möglich, weil man Hochrisikoanlagen so verschleiern konnte, dass sie als Niedrigrisikoanlagen verkauft wurden.
    Solche Blasen sind niemals konstruktiv, sie zerstören nur, weil Ihnen keinerlei Innovation, sondern nur ein absichtlicher oder unabsichtlicher Betrug zugrundeliegt. Denn sie vermehren Geld, ohne dass dem eine reale Entwicklung entgegen stünde.

    Deshalb ist ganz klar, dass es Regulierung geben muss, nicht dirigistischer Art, aber solcherart, das Transparenz und Wahrhaftigkeit gesichert bleiben, ebenso wie Chancengleichheit im Wettbewerb.

    Insofern ist es teilweise richtig, dass Wohlstand in regulierten Zeiten entsteht, aber sowohl in über- wie in unter- oder falsch regulierten Zeiten verspielt wird.
    Deshalb können Forderungen nach Deregulierung, wie nach Regulierung durchaus richtig sein, auf die Qualität kommt es halt an.

    H.

  6. Blasen wird es immer geben, aber sie selbst sind keine positive Angelegenheit, sondern Folge von Veränderungen, die auch positive Entwicklungen zur Folge haben.
    Insofern ist der Artikel sowohl falsch als auch richtig, da Blasen etwas über die Veränderungsfähigkeit einer Gesellschaft aussagen können.

    Doch auch Blasen haben Qualitätsunterschiede. Die Dotcom Blase zum Beispiel war eine Innovationsblase, also eine Erwartungsübertreibung gegenüber neuer Technik. Weshalb hier vor allem Risikokapital verloren wurde, aber auch Risikoertrag gewonnen wurde.
    Die aktuelle Blase allerdings ist keine Innovationsblase, sondern real gesehen eine Betrugsblase. Sie wurde möglich, weil man Hochrisikoanlagen so verschleiern konnte, dass sie als Niedrigrisikoanlagen verkauft wurden.
    Solche Blasen sind niemals konstruktiv, sie zerstören nur, weil Ihnen keinerlei Innovation, sondern nur ein absichtlicher oder unabsichtlicher Betrug zugrundeliegt. Denn sie vermehren Geld, ohne dass dem eine reale Entwicklung entgegen stünde.

    Deshalb ist ganz klar, dass es Regulierung geben muss, nicht dirigistischer Art, aber solcherart, das Transparenz und Wahrhaftigkeit gesichert bleiben, ebenso wie Chancengleichheit im Wettbewerb.

    Insofern ist es teilweise richtig, dass Wohlstand in regulierten Zeiten entsteht, aber sowohl in über- wie in unter- oder falsch regulierten Zeiten verspielt wird.
    Deshalb können Forderungen nach Deregulierung, wie nach Regulierung durchaus richtig sein, auf die Qualität kommt es halt an.

    H.

    Antwort auf "So ein Quatsch"
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    • politz
    • 10.08.2009 um 10:37 Uhr

    Der Autor dieses Artikels spricht ja ausdrücklich solche Blasen an, die zu krisenhaften Entwicklungen führen und meinen, darin liege etwas konstruktives. Es kann durchaus andere Blasen in Teilbereichen der Volkswirtschaft geben - wie die Dot.com-Blase - die aber zu keinem systemischen Risiko führen. Solche "Blasen" bzw. Überinvestitionsphasen sollte man nicht verhindern, kann man auch garnicht. Die makroökonomischen Entwicklungen, die zu dieser Finanzkrise geführt haben, sind aber von ganz anderem Kaliber, sie sind durch Regulierung einfach zu verhindern.

    Systemische Risiken entstanden nie durch Kredite, die für Investitionen in der Realwirtschaft bereitgestellt wurden. Im Japan der 1980er-Jahre sind sie durch übermäßige Kredite für nicht-produktive, d.h. konsumtive Zwecke (im Immobiliensektor) entstanden, und das gleiche war in den USA bis 2006 der Fall. Die Banken hatten nicht übermäßig Kredite an Unternehmen mit fehlender Bonität, sondern an Privatpersonen mit fehlender Bonität vergeben. Das heißt aber automatisch, dass diese Blasen eine völlige Fehlallokation des Kapitals darstellen.

    Hätte man Hypothendarlehen gänzlich untersagt, hätte dies das Wachstumspotenziel der USA kein bisschen geschmälert. Das kann nur der Fall sein, wenn die Investitionen übermäßig rationiert werden - was in den USA und Großbritannien der Fall ist. Blasen im Finanzsektor sind also per definition schädlich für die Volkswirtschaft.

    • politz
    • 10.08.2009 um 10:37 Uhr

    Der Autor dieses Artikels spricht ja ausdrücklich solche Blasen an, die zu krisenhaften Entwicklungen führen und meinen, darin liege etwas konstruktives. Es kann durchaus andere Blasen in Teilbereichen der Volkswirtschaft geben - wie die Dot.com-Blase - die aber zu keinem systemischen Risiko führen. Solche "Blasen" bzw. Überinvestitionsphasen sollte man nicht verhindern, kann man auch garnicht. Die makroökonomischen Entwicklungen, die zu dieser Finanzkrise geführt haben, sind aber von ganz anderem Kaliber, sie sind durch Regulierung einfach zu verhindern.

    Systemische Risiken entstanden nie durch Kredite, die für Investitionen in der Realwirtschaft bereitgestellt wurden. Im Japan der 1980er-Jahre sind sie durch übermäßige Kredite für nicht-produktive, d.h. konsumtive Zwecke (im Immobiliensektor) entstanden, und das gleiche war in den USA bis 2006 der Fall. Die Banken hatten nicht übermäßig Kredite an Unternehmen mit fehlender Bonität, sondern an Privatpersonen mit fehlender Bonität vergeben. Das heißt aber automatisch, dass diese Blasen eine völlige Fehlallokation des Kapitals darstellen.

    Hätte man Hypothendarlehen gänzlich untersagt, hätte dies das Wachstumspotenziel der USA kein bisschen geschmälert. Das kann nur der Fall sein, wenn die Investitionen übermäßig rationiert werden - was in den USA und Großbritannien der Fall ist. Blasen im Finanzsektor sind also per definition schädlich für die Volkswirtschaft.

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