Irak Serie von Anschlägen erschüttert Bagdad
In kurzer Zeit sind in verschiedenen Stadtteilen Autobomben, Sprengsätze und Mörsergranaten explodiert. Mindestens 64 Menschen wurden getötet, mehr als 500 verletzt
Innerhalb weniger Minuten detonierten am Mittwoch mindestens sechs Bomben und Granaten in der Nähe von Ministerien und anderen zentralen Einrichtungen. Eine Bombe explodierte in der Nähe des Außenministeriums nahe der besonders bewachten Grünen Zone. Dabei kamen mindestens 64 Menschen ums Leben, Reuters berichtet von mehr als 90 Toten. Mindestens 500 weitere Menschen sollen verletzt worden sein.
Augenzeugen berichteten, unter den Toten seien neben Angestellten des Ministeriums auch Journalisten und Sicherheitsleute. Fernsehbilder zeigten, dass auch am Parlamentsgebäude innerhalb der Sicherheitszone zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch gingen. Feuerwehrkräfte versuchten, die Brände zu löschen.
In der Nähe des Finanzministeriums im Bezirk Wasirija ging eine auf einem Lastwagen deponierte Bombe hoch und verursachte schwere Schäden. Dort starben nach Polizeiangaben mindestens drei Menschen, sieben wurden verletzt. Augenzeugen berichteten, ein Teil einer höhergelegten Schnellstraße sei durch die Wucht der Detonation eingestürzt. Auch im Bezirk Karrada sowie in Bajaa explodierten Sprengsätze. Über der Hauptstadt waren mehrere Rauchsäulen zu sehen.
Mehrere Einrichtungen wurden zudem mit Mörsergranaten angegriffen, so etwa das Gebäude der Zentralregierung. Auch in der Nähe von Armee-Kasernen und eines staatlichen Fernsehsenders im Bezirk Salhija gingen Granaten nieder. Mindestens eine Granate schlug nahe dem Sitz der Vereinten Nationen in der Grünen Zone ein.
Es war die verheerendste Anschlagsserie seit dem Abzug der US-Truppen aus der irakischen Hauptstadt Ende Juni. In den zurückliegenden 18 Monaten war die Gewalt erheblich zurückgegangen. Seit Juni kommt es jedoch immer wieder zu schweren Anschlägen. Erst Anfang August starben bei einem Anschlag auf eine Moschee in Mossul 38 Menschen.
Derzeit sind noch etwa 130.000 US-Soldaten im Land. Bis August 2010 sollen die Kampftruppen aus dem Golfstaat in die Heimat zurückkehren, bis 2012 die übrigen Soldaten folgen.
- Datum 19.08.2009 - 17:44 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 3
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





ist mittlerweile völlig destabilisiert und für die Menschen ist der Terror zum Alltag geworden. Jeder ist unzufrieden und frustriert und traut seinem Nachbarn nicht mehr. Die Jugend ist völlig desillusioniert und träumt vom Gihad und anderen Albträumen.
Hoffen auf die Jungfrauen im Himmel?
Allet im Griff oder vielleischt is dat Obama schuld?
Man kann sich, wenn man es denn will, sehr wohl an Bush's Apodiktum am Ende seiner Amtszeit erinnern, wonach der Irak nun "sicher geworden" sei. Als einigermassen Informierter stelle ich fest, dass seit Wochen täglich von Gewaltakten im Irak, namentlich in Bagdad und im Norden des Landes, die Rede ist, meist verschämt versteckt, vor allem aber unkommentiert, weil der Duktus stimmen muss: Die USA ziehen ihre Truppen zurück, also muss, um nicht als Verlierer dazustehen, erklärt werden, man habe die Kriegsziele erreicht. Allein im Monat August 2009 aber sind im Irak wohl weit über 500 Menschen durch bürgerkriegssbegründete Gewalt ums Leben gekommen. Diese Zahl errechnet sich aus den spärlichen Berichten und Kurznachrichten über täglich stattfindende Bombenanschläge, Selbstmordaktionen und Mörser- sowie Raketenangriffe auf alles und jedes, was sich da angeblich "friedlich" entwickle.
Zugleich weiss man, wenn man nicht vergesslich ist, dass Millionen Iraquis als Flüchtlinge zwangsweise, um überhaupt am Leben zu bleiben, in Syrien und in Jordanien, wenige auch in Europa leben. Bush und Blair und andere "grosse Demokraten" haben dieses Problem einfach dem bösen Syrien und dem willfährigen Jordanien unterjubelt; und ihre Nachfolger, welche sich nicht dazu durchringen können, die Kriegstreiber als solche zu brandmarken und damit endlich eine längst fällige Diskussion über zehntausend-, ja hunderttausendfach erfolgtes Kriegsverbrechen an Millionen Zivilisten zu führen, räumen das Feld. Ein Feld, in welchem sie völkerrechtlich verstanden nie etwas verloren hatten. Bush und Blair zuvorderst haben durch Lügen und durch einen zerstörerischen Krieg die irakische Bevölkerung zum Ziel terroritsicher Mordlust gemacht. Vorher gab es ein Unrechtsregime. Eines, in dem allerdings die meisten Menschen nicht ihr Lbeen verloren. Zu erinnern gilt es auch, dass es die USA (die Administration Reagan) war, welche Saddam Hussein aufrüstete, und zwar gegen den Iran von Khomenei. Ohne diese Unterstürtzung hätte Saddam Hussein den Krieg gegen den Iran nicht jahrlenag führen können.
Ich kann nicht verstehen, dass man in der Medienwelt des Westens derart blind ist, was den Irak von heute und das von den USA unter Bush betriebene Unrecht, welches zur heutigen Situation geführt hat, betrifft.
Dass man sich im Westen über den Nato-Einsatz im Nachbarland Afghanistan ausser der Fortschreibung der Kriegslogik weder wirkliche Zielsetzungen noch Zeitrahmen, geschweige denn Beschränkungen der Kriegsanstrengung auch nur ansatzweise diskutiert, führt auch dort unweigerlich zur Allgegenwart terroristischer Willkür.
Statt "Sicherheit" produziert man so Gewalt. Gewalt, welche laufend neue Nahrung erhält. Jeder Bombenraid auf irgend eine Hochzeitsgesellschaft, auf Terroristenverstecke im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet usw. führt ersichtlich nicht zum "Sieg" über den Terrorismus, sondern zu dessen Weiterung.
Nicht dass ich ein Rezept hätte, wie dem begegnet werden könnte. Allerdings: Darüber wird weder bei der Nato noch bei der EU, weder in der Administration Obama noch bei der UNO genügend nachgedacht. Die Denkmuster stimmen nicht. Würden sie stimmen, müsste man das Afghanistan-Kapitel doch längst (es dauert nun seit 2001) als erledigt, als befiredet usw,. abschliessen können.
Anders gesagt:
Die Globalisierung bringt es mit sich, dass Weltpolitik andere als rein ideologische Kriterien berücksichtigen muss, um Völkermord, Bürgerkriege und so weiter beenden zu können. Wer, wie der Westen, am laufenden Band mit Begriffern wie "Menschenrechte" operiert, sie aber gerade dort nicht einfordert, wo Verbündete sie geradezu exemplarisch verletzen - etwa Israel gegenüber den Paläastinenern -, ist unglaubwürdig. Das grösste Defizit westlicher Machtpolitik besteht meiner Ansicht nach darin, dass sie weitherum auf der Erde als schiere Ungerechtigkeit wahrgenommen wird. Und zwar als Ungerechtigkeit gegenüber jener Individualität, welche "Menschenrechte" gerade garantieren sollen.
Um beim Beispiel zu bleiben: Hier zu Lande sind die über 1000 von der israelischen Armee in einer beispiellosen Venrichtungsaktion am Jahreswechsell 2008/2009 getöteten paästinensischen Zivilpersonen längst vergessen. Anderswo aber nicht. Anderswo nährt das westliche Vergessen das Gefühl, ungerecht behandelt , mit ungleicher Elle gemesse zu werden.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren