New Trabi Auferstehung aus Ruinen?

Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt soll der Prototyp eines neuen Trabant vorgestellt werden. Ab 2012 könnte der Wagen fahren - und zwar elektrisch

Warum eigentlich nicht? Automodelle, die in ihrem ersten Leben genug Emotionen geweckt haben, denen schenken Designer und Konstrukteure gerne einen zweiten Anlauf. Unter anderem die Formen von Mini, Käfer und Fiat Cinquecento sind deshalb seit einiger Zeit wieder ein gewohnter Anblick auf deutschen Straßen. Dem Zeitgeschmack angepasst und mit moderner Technik versehen.

Emotionen hat sicher auch der Volkswagen der DDR geweckt, der Trabant 601, kurz "Trabi". Als der Eiserne Vorhang noch stand, da fuhren ihn viele, die sich insgeheim einen VW oder BMW wünschten. Oder zumindest einen Lada. Doch nach der Wende wurde der "Trabi" zum identitätsstiftenden Ostalgiegefährt: Modell "Weißt Du noch?" Kein Nachwende-Auto konnte den Klang des Trabant bieten, das zweitaktige "Renntängtäng". Kein anderer ließ sich schon am Geruch der Abgasfahne erkennen.

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Auf den blauen Rauch und den alten Sound werden Käufer allerdings verzichten müssen, wenn das Wirklichkeit wird, was der sächsische Spezialfahrzeugbauer IndiKar jetzt bestätigt hat: Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt vom 17. bis 29. September will man eine erste Version eines neuen Trabant zeigen. Die soll zwar an das Original angelehnt im Retrodesign vorfahren. Doch den Antrieb soll, ganz auf der Höhe der Zeit, ein Elektromotor erledigen, für das Dach sind Solarzellen vorgesehen.

"Er wird als Elektroauto für die Stadt und den stadtnahen Bereich präsentiert", kündigt IndiKar-Geschäftsführer Ronald Gerschewski an. Der moderne Nachfolger der "Rennpappe" solle ebenso wie einst die ostdeutsche Marke Trabant "für eine breitere Masse erschwinglich und praktikabel" sein. Es sei denkbar, dass schon 2012 die ersten der neuen Fahrzeuge des "Trabant nT" auf der Straße sein könnten.

Das Elektroauto soll weniger als 1000 Kilogramm wiegen und wäre damit leichter als die meisten Pkw. Als Ziel haben die Entwickler eine Reichweite von 250 Kilometern angepeilt. Vorbild soll das Kombi-Modell des Trabant 601 sein, der "Universal", allerdings soll der Neue in den Abmessungen ein wenig zulegen. Um wie viel genau, dazu gibt es noch keine Angaben.

Inspiriert wurde die Konstruktion des "New Trabi" von einem Spielzeugmodell: Der fränkische Miniaturmodell-Hersteller Herpa hatte auf der IAA 2007 das Modell eines neuen Trabis im Maßstab 1:10 vorgestellt. Das Unternehmen IndiKar, das normalerweise Prototypen, gepanzerte Fahrzeuge und verlängerte Ausführungen von Serien-PKW herstellt, will den neuen Trabant in einem Konsortium auf die Straße bringen, dem neben Herpa und dem Glashersteller Polartherm auch die Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr IAV angehört, die als Entwicklungsdienstleister für die Automobilindustrie arbeitet.

 
Leser-Kommentare
  1. ein Großserienhersteller Interesse hat, seine Plattform, Teile etc. für einen "Trabbi-Ableger" zur Verfügung stellt. Quasi VW Polo --> SEAT Ibiza Analogiemöglichkeit. "Trabbi" steuert lediglich Außendesign und Cockpitdesign zu ... alles andere sind Teile aus einem Konzernregal.

    Ein "Risikokapitalgesellschaft" kann das Geld für eine "Startserie" zur Verfügung stellen.

    Es bleibt jedoch bei einem hoch risikoreichen Geschäft ... denn der Trabbi war eine "Not-Gurke". Ob daraus ein stückzahlenträchtiges Retro-Auto werden kann ... ? Zwar können auch "Ostmarken" sich ein Stück Zukunft erobern (Rotkäppchen Sekt), es bleibt jedoch im allgemeinen ein schwieriges Geschäft.

    Trotzdem hat jedes unternehmenrisches Handeln eine Chance verdient ... auch wenn ein Scheitern eine mögliche Option darstellt.

  2. So wie sich das anhört, hat man bis jetzt, außer dem Design, gar nichts. 1000 kg, 250 km, ab 2012, unschlagbar günstig für jedermann.....Das sind die Eckdaten die man mal einfach so in den Raum wirft.

    Erinnert etwas an die Motivationsbücher, die empfehlen, sich ein festes Ziel in einem bestimmten Zeitrahmen zu setzen und den Rest erledigt das Unterbewusstsein sowie in diesem Fall die Investoren.

    Ganz so einfach ists aber dann doch nicht. Auch dieses Auto wird vor den selben Problemen stehen, wie etablierte Hersteller. Nur im Gegensatz zu denen ohne die geringste Möglichkeit, sie auch zu lösen. Von Skaleneffekten ganz zu schweigen.

    Zudem sieht das Auto sehr unschön aus und wird zur weltweiten Lachnummer. Für mich ein reiner Marketinggag, sonst nichts.

    • Nest
    • 24.11.2009 um 17:00 Uhr

    ...ein Bild des aktuellen Designmodells wäre hilfreich gewesen – so hässlich ist das gute Stück dann nämlich doch nicht.

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  • Quelle ZEIT ONLINE / dpa
  • Kommentare 3
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  • Schlagworte Volkswagen AG | BMW | Trabant | VW | DDR | Elektroauto | Lada
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