US-Gesundheitssystem

Eine Massenklinik für Arme

Warten auf die neue Brille: Auch Augenuntersuchungen und Sehhilfen bietet Remote Area Medical an  |  © John Moore/Getty Images

Mit der Rede vor Repräsentantenhaus und Senat, die auch vom Fernsehen übertragen werden soll, will US-Präsident Obama sein wichtigstes innenpolitisches Vorhaben retten: Die Gesundheitsreform. Sie ist sowohl bei den Republikanern als auch in Teilen seiner Demokratischen Partei umstritten. In der Debatte um die Reform sind in den vergangenen Wochen die Emotionen hochgekocht. US-Präsident Barack Obama möchte eine staatliche Krankenversicherung für alle schaffen, die bislang keine Versicherung haben. Doch die republikanische Opposition sieht in der Verhinderung des Projektes ihre große Chance, Obama eine erste schwere Niederlage zuzufügen. Die Anwürfe gegen die geplante Reform sind schrill und krude. Gegner sprechen von drohendem "Sozialismus", ziehen Nazi-Vergleiche und rücken die Pläne sogar in die Nähe der Euthanasie.

Dabei geht es um ein zentrales Dauerthema: Das US-Gesundheitssystem ist extrem teuer, gleichzeitig gibt es 47 Millionen unversicherte Amerikaner. Hauptziel der Reform ist es, die Kosten des Gesundheitswesens von 2,5 Billionen Dollar im Jahr zu verringern. Obama will aber auch jedem Bürger einen Krankenschutz ermöglichen. Und all das kostet erstmal viel Geld. Viele der 254 Millionen privat versicherten Amerikaner fürchten nun, sie müssten dafür Abstriche machen.

Wie aber die Realität der armen, schlecht- oder unversicherten Amerikaner aussieht, zeigen die folgenden Fotos aus der kalifornischen Stadt Inglewood. Dort hat die gemeinnützige Organisation Remote Area Medical (RAM) in einer Stadthalle für eine Woche eine Massenklinik zur kostenlosen Behandlung Bedürftiger eingerichtet.

Leser-Kommentare
    • HBogon
    • 13.08.2009 um 16:56 Uhr

    Das US-Gesundheitssystem verschlingt 16% des BIP, mehr als irgendwo sonst auf der Welt (in D sind es ca. 11% des BIP).

    Gleichzeitig ist das US-Gesundheitssystem ineffizient, ungerecht und besitzt im Ländervergleich eine niedrige Qualität (im Mittel, natürlich nicht für die Reichen).

    Das System zeigt klar und überdeutlich, wohin es führt, wenn man alle Bereiche (auch noch die Bereiche der Daseinsvorsorge) dem Turbokapitalismus und den verlogenen neoliberalen Ideologen überlässt.

    Da aber auch hier die Pharmaindustrie und die Finanzoligarchie das Sagen haben, ist das US-Gesundheitssystem nicht reformierbar. Sogar der Pöbel vom rechten Rand wird jetzt noch mit Hilfe der Medien aktiviert (z.B. auch von Sarah Palin), um jede Reform im Keim zu ersticken.

    Obama hat die Hochfinanz widerstandslos bedient, er bedient den militärisch-industriellen Komplex mit Freuden, nun wird er gezwungen, auch noch den Großkonzernen der Gesundheitsbranche zu Kreuze zu kriechen.

    Insgesamt zeigt sich hier, dass diese Weltmacht im Abstieg nicht mehr reformierbar ist, ganz gleich, ob Obama es ehrlich meinte oder nicht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • GBHPG
    • 15.08.2009 um 20:47 Uhr

    Ich habe selten so einen Stuß gelesen.

    Gerd, Chicago

    • GBHPG
    • 15.08.2009 um 20:47 Uhr

    Ich habe selten so einen Stuß gelesen.

    Gerd, Chicago

    • GBHPG
    • 15.08.2009 um 20:47 Uhr

    Ich habe selten so einen Stuß gelesen.

    Gerd, Chicago

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service