Banken-Skandal Auch Steinbrück gerät bei HRE unter Druck
Bundesbank und Bafin sollen in Zusammenhang mit der Pleite der HRE Milliardenverluste verschwiegen haben. Doch auch das Finanzministerium wusste frühzeitig Bescheid
Die Nachricht zur Rettung der Finanzwelt vor dem Untergang hätte kaum kürzer ausfallen können: „Eine Konsortialgruppe des deutschen Finanzsektors hat der Hypo Real Estate Holding eine kurz- und mittelfristige Kreditfazilität in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt.“ Mit diesen dürren Worten in einer „Ad-hoc-Mitteilung“ verkündete der Vorstand des Münchner Bankriesen HRE am 29. September vergangenen Jahres morgens um kurz vor eins nach vielen Stunden teils dramatischer Verhandlungen, dass die drohende Pleite des Geldkonzerns vermeintlich abgewendet war. Das klang gut und sorgte rechtzeitig vor dem Börsenstart in Tokio dafür, eine weitere Panik der Marktakteure und damit den völligen Zusammenbruch des globalen Finanzsystems zu verhindern.
Doch die Meldung hatte ein Problem: Sie war falsch. Nicht nur, dass „der Finanzsektor“ mit 15 Milliarden Euro lediglich den kleineren Teil der ausgehandelten Kreditsumme von 35 Milliarden Euro bereitstellen wollte, während die Bundesbank – ausgestattet mit einer Bundesgarantie – den Rest beisteuern sollte. Zudem waren die geplanten Kredite keineswegs „ausreichend“. Schon vier Tage später wurde klar, dass allein bis zum Ende des Jahres 2008 rund 50 Milliarden Euro gebraucht wurden und in den folgenden drei Monaten noch einmal so viel. Am Ende musste der Bund mit mehr als 90 Milliarden Euro für die HRE bürgen und die Bank in Staatshand überführen, um auszuschließen, dass die Garantien womöglich tatsächlich bezahlt werden müssen – genau das, was Finanzminister Peer Steinbrück eigentlich unbedingt hatte verhindern wollen.
So aber kam die für den Steuerzahler denkbar teuerste Lösung heraus. Allein im ersten Halbjahr verlor die Bank mehr als eine Milliarde Euro und jeden Tag werden es an die fünf Millionen mehr, so dass der Bund auf Kosten der Steuerzahler neben den bisher schon gezahlten drei Milliarden Euro Kapitalhilfe nach Ankündigung des neuen Vorstandschefs Axel Wieandt noch einige Milliarden mehr investieren muss, bevor die Bank irgendwann wieder Gewinne macht. Währenddessen müssen die Gläubiger der HRE, allen voran die Hypovereinsbank (Unicredit), die Bayern LB, die HUK-Versicherung, die Allianz und die Deutsche Bank keinen Cent zur Sanierung beisteuern, obwohl sie den HRE-Hasardeuren gemeinsam 20 Milliarden Euro ohne Sicherheit geliehen hatten.
Im Gegenteil: Über die zum großen Teil mit Staatsgarantien abgesicherten Kredite, die sie der HRE gewährten, erzielen sie bis Ende 2009 an die 300 Millionen Euro Zinsgewinne mit der neuen Staatsbank, bestätigte ein HRE-Insider dem Tagesspiegel. Allein der Deutschen Bank bringt dies nach Aussage ihres Top-Managers Josef Ackermann 100 Millionen Euro ein, und das ohne jedes Risiko bei minimalem Kapitaleinsatz.
Um so dringender stellt sich die Frage, wer für die Fehleinschätzung über die Höhe des Kreditbedarfs und der drohenden Verluste verantwortlich war. Die Antwort ist nicht nur politisch brisant, sondern auch strafrechtlich bedeutsam. Denn die falsche Darstellung der Vermögensverhältnisse eines börsennotierten Unternehmens ist nach Aktienrecht strafbar und die Aktionäre der HRE wurden zweifellos zunächst in die Irre geführt. So jedenfalls sieht es der zuständige Münchner Ermittlungsrichter Andreas Forstner. Die HRE-Manager seien „sich bewusst“ gewesen, „dass keineswegs eine Kreditfazilität in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt worden war, sondern ein weit höherer Absicherungsbedarf bestand“, als sie im September ihre Ad-hoc-Mitteilung versandten, schrieb Forstner bereits im vergangenen Dezember in den Beschluss zur Durchsuchung der HRE-Geschäftsräume. Auch Minister Steinbrück klagte, die Regierung sei vom HRE-Vorstand „getäuscht“ worden.
Doch so eindeutig war die Lage nicht. Zwar bezifferten die HRE-Manager ihren Kreditbedarf an jenem Wochenende tatsächlich nur auf 35 Milliarden Euro. Aber diese Summe beruhte auf zahlreichen Annahmen, etwa der, dass der sogenannte Repo-Markt, also die Kreditvergabe gegen die Verpfändung von Wertpapieren, weiter funktioniert. Doch nach der Lehmann-Pleite war das längst nicht mehr der Fall.
Gleichzeitig hätten der an den Verhandlungen beteiligte Staatssekretär Jörg Asmussen sowie die Chefs von Bundesbank und der Aufsichtsbehörde Bafin, Axel Weber und Jochen Sanio, durchaus wissen können, dass der Gesamtbedarf der HRE für neue Kredite weit höher lag. Denn schon eine Woche vorher, das belegen Akten der Bafin, erhielt die Münchner Niederlassung der Bundesbank eine präzise Aufstellung über den Refinanzierungsbedarf der HRE. Demnach musste diese bis Ende 2008 Darlehen in Höhe von insgesamt 104, 6 Milliarden Euro zurückzahlen und dafür neue Kredite auftreiben.
- Datum 16.08.2009 - 22:14 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Natürich haben sie das gewusst, es ging doch nur um die "Story", die man dem Volk und den Aktionären in aller Welt verkaufen wollte. Und egal, ob es nun Steinbrück, Weber oder Sanio mit in den Strudel ziehen wird, es trifft die Falschen. Die Hauptverantwortlichen für das Desaster sind die Strippenzieher bei der Deutschen Bank, Commerzbank und vermutlich sogar bei Goldman Sachs & Co.: Sie haben systematisch darauf hin gearbeitet bzw. modelliert, dass im entscheidenden Augenblick der Staat vor der Frage steht, ob man das Finanzsystem zusammen brechen lassen könne (Bank-Rush), oder man es (mitsamt der Verursacher!) auf Kosten der Steuerzahler rettet. Die oben genannten sind dabei nur die Unglücklichen, die zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren. Die jetzt zu bestrafen ist im Grunde der Hohn, denn sie hatten keine Handlungsalternativen - sie waren die Getriebenen des von langer Hand vorbereiteten Coups.
Ich denke, dass man jetzt zwar den Status Quo anerkennen, aber nichts hindert den Gesetzgeber daran, ein Sondersteuer-Gesetz für Erlöse aus Finanz-Transaktionen zu erlassen, mit denen die Verluste aus diesem Finanz-Terrorismus ausgleichen werden und das zunächst auf eine Laufzeit von 25 Jahren festgeschrieben wird.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass ein Papier aus dem Hause Guttenberg versehentlich veröffentlicht wurde, in dem beschrieben wird, wie die CDU sich das vorstellt: Nach bester neoliberaler Denke werden sämtliche Lasten auf die arbeitende Bevölkerung abgewälzt, die aufgrund des Diktats der Einkommensteuerkarte keine Steuerschlupflöcher nutzen kann. Nach der Guttenberg-CDU wird in Deutschland die arbeitende Bevölkerung die Lasten des amerikanischen Finanzdebakels voll zahlen müssen, während die breiten Schultern der Besitzenden unbelastet davon kommen - eigentlich kein Wunder, zählt Guttenberg doch auch zu den Besitzenden.
F. Mayer
Gesetze, Regeln und Kontrollen dienen dazu dem Individuum zu vermitteln, was er tun und nicht tun sollte. Wenn man ein Regelwerk aufstellt, definiert man das Eigentumsrecht. Wenn man dies schlecht tut, darf man sich nicht wundern, wenn das Ergebnis ist, was es nun ist. Da darf man nicht denen die Schuld und Verantwortung zumessen, die lediglich kontrolliert nach den Regeln handelten. Viel mehr sind verantwortlich diejenigen, die die Regeln machten und diese kontrollierten.
die darf man nicht vergessen in dieser Gesichte, es ging um viel Geld für sie. Da werden die Staatskanzlei in München, das Kanzleramt und das Finazministerium sicher eifrig beehrt worden sein, bis es zur allianzverträglichen Lösung kam.
Gesetze, Regeln und Kontrollen dienen dazu dem Individuum zu vermitteln, was er tun und nicht tun sollte. Wenn man ein Regelwerk aufstellt, definiert man das Eigentumsrecht. Wenn man dies schlecht tut, darf man sich nicht wundern, wenn das Ergebnis ist, was es nun ist. Da darf man nicht denen die Schuld und Verantwortung zumessen, die lediglich kontrolliert nach den Regeln handelten. Viel mehr sind verantwortlich diejenigen, die die Regeln machten und diese kontrollierten.
die darf man nicht vergessen in dieser Gesichte, es ging um viel Geld für sie. Da werden die Staatskanzlei in München, das Kanzleramt und das Finazministerium sicher eifrig beehrt worden sein, bis es zur allianzverträglichen Lösung kam.
In einem Land, in dem man die Rentenlüge nicht als Ponziplan und Betrug ahndet und in dem man erlaubt, dass ein hoher Politiker seine Bestecher nicht nennt, darf man sich nicht wundern, wenn die Beamten und Politiker das Gesetz für sich wenig achten. Wem keine Konsequenz droht, braucht keine Rücksicht zu nehmen.
Die Regeldichte und Kontrolle der Banken durch Beamte war enorm gewesen. Jeder weiss das. Nicht nur die Landesbanken stehen seit Jahrzehnten in unmittelbarer Nähe zu und unter indirekter und direkter Kontrolle von Beamten und manchmal Ministern. Jeder weiss das. Warum sollte es in dieser Situation äußerster Brisanz anders gewesen sein. Die Frage ist doch, ob die Beamten und Politiker ins Gefängnis kommen oder überhaupt verurteilt werden. Normaler Weise würde man annehmen, dass die Klage bereits "mangels öffentlichen Interesses" oder so unterbleibt oder fallen gelassen wird.
Jedenfalls ist es grausam, dass diese Gruppe sich auf schwingt und "Hier!" brüllt, wenn es darum geht, mehr und neue Regeln zu schreiben und dann gar diese kontrollieren soll. Es ist unsagbar.
Gesetze, Regeln und Kontrollen dienen dazu dem Individuum zu vermitteln, was er tun und nicht tun sollte. Wenn man ein Regelwerk aufstellt, definiert man das Eigentumsrecht. Wenn man dies schlecht tut, darf man sich nicht wundern, wenn das Ergebnis ist, was es nun ist. Da darf man nicht denen die Schuld und Verantwortung zumessen, die lediglich kontrolliert nach den Regeln handelten. Viel mehr sind verantwortlich diejenigen, die die Regeln machten und diese kontrollierten.
Wir werden noch ganz andere Händel erleben, da sich die Spirale seit dem Frühjahr kräftig weiter gedreht hat. Siehe:
http://www.wdr.de/tv/moni...
mit dem Eid zum Amtsantritt der Merkel noch. Schaden vom deutschen Volke abwenden ,oder so. Es wird Zeit, das wir diese Regierung am 30.09. zum Teufel jagen und es mit anderen kleinen Parteien versuchen.
mit dem Eid zum Amtsantritt der Merkel noch. Schaden vom deutschen Volke abwenden ,oder so. Es wird Zeit, das wir diese Regierung am 30.09. zum Teufel jagen und es mit anderen kleinen Parteien versuchen.
die darf man nicht vergessen in dieser Gesichte, es ging um viel Geld für sie. Da werden die Staatskanzlei in München, das Kanzleramt und das Finazministerium sicher eifrig beehrt worden sein, bis es zur allianzverträglichen Lösung kam.
mit dem Eid zum Amtsantritt der Merkel noch. Schaden vom deutschen Volke abwenden ,oder so. Es wird Zeit, das wir diese Regierung am 30.09. zum Teufel jagen und es mit anderen kleinen Parteien versuchen.
15% ist genug für diese Pfeifen.
15% ist genug für diese Pfeifen.
Bundesbank, BAFIN, Finazministerium... ???
Sind das nicht alles staatliche Entitäten mit einem beinahe unermesslich vollen Topf an Steuergeldern die es noch zu leeren gilt?
Ganz im Gegensatz zu den privat abkassierten Beträgen die längst in den systemisch "unereichbaren" Steueroasen verschwunden sind.
Man versucht zu holen wo es was zu holen gibt und/oder dort wo es am wenigsten Wiederstand gibt. Beim Volk und dessen Vermögen aus dessen Arbeitsleistung. Erst die generiert nämlich das sogenannte Volksvermögen und nicht die Paragraphenreiter/Winkeladvokaten der Multi- und nationalen Konzerne die ihre Kredite gnädigst von den Indivduen erhalten die eh noch nie bereit waren ihren Beitrag an das grosse ganze zu leisten...
Warum blos wagt sich nicht nur eine Mehrheit der Verantwortlichen in der Politik ernsthaft daran die Steuergesetze endlich dahingehend anzupassen das strikte nach der ökonomischen LEistungsfähigkeit besteuert wird? Nicht nur bei den Einkommen ( das sind die abhängig Beschäftigten ohne Steueroasen) sondern auch bei den Vermögen, Kapitaltransaktionen, Investitionen, den Gewinnen und Renditen (das sind die unabhängigen Kapitalbesitzer in den Steueroasen) !
Gerade die tun nicht viel mehr als konstant nach den Orten zu suchen die die grössten Profite versprechen. So lassen sich Kommunen, Länder, Staaten rund um den Globus jederzeit gegeneinander Ausspielen und was kommt dabei für den Rest der Gesellschaft raus?
Der kleinste gemeinsame Nenner... möglichst schlecht bezahlte und flexible Arbeitsplätze = ein Mio. Heer an Wanderarbeitern die sich dank der gefestigten Strukturen von Heim und Familie wesentlich weniger Flexibel geben können als es die Neoliberalen Theorien wahrhaben wollen.
Ein hoher Preis, viel zu hoch.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
„Eine Konsortialgruppe des deutschen Finanzsektors hat der Hypo Real Estate Holding eine kurz- und mittelfristige Kreditfazilität in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt.“ Mit diesen dürren Worten in einer „Ad-hoc-Mitteilung“ verkündete der Vorstand des Münchner Bankriesen HRE am 29. September vergangenen Jahres morgens um kurz vor eins nach vielen Stunden teils dramatischer Verhandlungen, dass die drohende Pleite des Geldkonzerns vermeintlich abgewendet war ...
Zwar bezifferten die HRE-Manager ihren Kreditbedarf an jenem Wochenende tatsächlich nur auf 35 Milliarden Euro. ...
Gleichzeitig hätten der an den Verhandlungen beteiligte Staatssekretär Jörg Asmussen sowie die Chefs von Bundesbank und der Aufsichtsbehörde Bafin, Axel Weber und Jochen Sanio, durchaus wissen können, dass der Gesamtbedarf der HRE für neue Kredite weit höher lag."
Vielleicht reichte, reicht die Kompetenz dieser Koryphäen nicht aus, um ein paar schlichte Zahlen aus dem damals aktuellen Quartalsbericht der Hypo Real Estate (HRX), jedermann zugänglich, lesen und interpretieren zu können.
Weissgarnix, "HRX – Da kömmt noch (viel) mehr!", konnte schon am gleichen Tag, dem nämlichen 29. September vergangenen Jahres, ziemlich genau die wirkliche Lage beschreiben.
Aber ZEIT, Tagesspiegel, Spiegel und der Rest der Meinungsmedien brauchen halt ein wenig länger. Warum wohl?
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