Wetterphänomen El Niño ist zurück
Im Ostpazifik wird das Wasser wärmer und kündigt unruhige Zeiten an – während die Hurrikan-Saison glimpflich ablaufen könnte, sollte Südamerika mit Unwettern rechnen
©AIZAR RALDES/AFP/Getty Images

Ein junges Mädchen rettet im bolivianischen Trinidad ihren Hund. 2007 war das Gebiet am stärksten von dem meteorologischen Phänomen El Niño betroffen
Schon bald könnte die Atmosphäre in Aufruhr geraten. Denn das Wasser vor der Küste Ecuadors ist derzeit ungefähr ein Grad Celsius wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Das zeigen die Satellitenmessungen, die das US-Klimadatenzentrum NCDC veröffentlicht hat. Bis Dezember kann sich das Ausmaß der Erwärmung noch verdoppeln. Das Wetterphänomen El Niño meldet sich zurück. Meteorologen rechnen nun am Ostpazifik vor der Küste Südamerikas mit heftigen Regenfällen und am Westpazifik mit Trockenheit.
El Niño lässt warmes Wasser an der Oberfläche des tropischen Pazifiks gen Osten strömen. Schauer- und Gewitterwolken wandern mit. Etwa ein Jahr danach schwappt das warme Wasser zurück nach Westen – das Ausgleichsphänomen La Niña stellt sich ein. Alle zwei bis sieben Jahre kehrt El Niño wieder. "Wann das passiert, lässt sich in der Praxis noch nicht über einen längeren Zeitraum als ein paar Monate vorhersagen", sagt Dietmar Dommenget vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel. Dafür sei das System aus Atmosphäre und Ozean zu kompliziert, zu chaotisch.
Zum Jahreswechsel 1997/1998 sorgte ein Super-El Niño, der stärkste seit mindestens 130 Jahren, vor allem in Südamerika für katastrophale Zustände. In vielen Ländern brachte der Regen tödliche Überflutungen, zahlreiche Bauern verloren ihre Ernte. Dass es in diesem Jahr so arg kommt, ist zwar unwahrscheinlich. Doch gehen die Vorhersagen noch auseinander – ein schwacher El Niño ist ebenso möglich wie ein starker.
Auch Experten in Nord- und Mittelamerika wird das Wetterphänomen aufmerksam beobachtet. Denn hier könnte die Hurrikan-Saison nun glimpflich ablaufen. Denn facht El Niño den Wind im tropischen Atlantik an, können paradoxerweise starke Wirbelstürmen schlechter entstehen.
Diese bilden sich in einer windarmen Atmosphäre. Das ist 2009 nicht der Fall. Möglicherweise ist das ein Grund dafür, warum die atlantische Hurrikansaison so spät begonnen hat. Manchmal sind die ersten Stürme schon Anfang Juli zu beobachten. Diesmal mussten die Experten bis letzte Woche warten. Derzeit wirbelt der kräftige Hurrikan Bill über das Meer – und dort dürfte er wohl auch bleiben. Allenfalls die Schifffahrt und die Bermuda-Inseln wird er bedrohen.
Auch auf das globale Klima wirkt sich El Niño aus. Zunächst steigt die weltweite Mitteltemperatur mit einer Verzögerung von drei bis sechs Monaten – bezogen auf die Temperatur des Pazifiks – um ein paar Zehntelgrad an. Dies trug zum Beispiel dazu bei, dass 1998 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen wurde, wie Daten des Klimaforschungsinstitut Hadley Centre in England zeigen. Am Goddard Institute for Space Studies in New York betrachtet man das El Niño-Jahr 2005 als das wärmste in den Annalen.
Ob 2009 ein neuer Rekord aufgestellt werden wird, ist noch offen. Bald dürfte auf El Niño La Niña folgen. Dann werden die kühlen Temperaturen im tropischen Pazifik die globale Temperatur wieder leicht senken.
- Datum 19.08.2009 - 15:08 Uhr
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- Serie Klima
- Quelle ZEIT ONLINE
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wie sehr die Länder im El Nino-Bereich vom Wetter abhängig sind und welche Ausmaße sie ertragen müssen... Bei uns ein Sturm der Entrüstung und des Entsetzens, wenn 3 Dächer abgetragen wurden. Dort sind Landstriche kaputt.
http://kallewestrich.blog...
warum hat niemand el nino und die Southern Oscillation verboten, oder wenigstens rechtzeitig den Zerfall von Pangäa gestoppt.
Und jetzt reißt auch noch Afrika auseinander!
Das Ausmaß der Schäden ist aber auch erheblich, keien Frage, nur nicht völlig unverhersehbar. Allerdings fallen entsprechende Länder auch nicht durch Bemühungen um entsprechende vorsorgemaßnahmen auf!
Karl Müller
warum hat niemand el nino und die Southern Oscillation verboten, oder wenigstens rechtzeitig den Zerfall von Pangäa gestoppt.
Und jetzt reißt auch noch Afrika auseinander!
Das Ausmaß der Schäden ist aber auch erheblich, keien Frage, nur nicht völlig unverhersehbar. Allerdings fallen entsprechende Länder auch nicht durch Bemühungen um entsprechende vorsorgemaßnahmen auf!
Karl Müller
warum hat niemand el nino und die Southern Oscillation verboten, oder wenigstens rechtzeitig den Zerfall von Pangäa gestoppt.
Und jetzt reißt auch noch Afrika auseinander!
Das Ausmaß der Schäden ist aber auch erheblich, keien Frage, nur nicht völlig unverhersehbar. Allerdings fallen entsprechende Länder auch nicht durch Bemühungen um entsprechende vorsorgemaßnahmen auf!
Karl Müller
Was ist an Unwetter, Vulkanausbrüchen, Erdbeben so unglaublich? Naturkatastrophen sind unberechenbar und entsetzlich aber Entrüstung ist da nicht viel wert. Wenn ein Sturm Ihr Haus abdeckt, sind Sie sicherlich entsetz und im schlimmsten Fall obdachlos, wenn ein Tornado mein Haus umbläst, ist das Entsetzen auf meiner Seite, wenn durch El-Nino Wetter Landstriche in Mittel- und Südamerika vernichtet werden, trifft das Entsetzen die dortige Bevölkerung. Ich komm von der Küste, da wütet hin und wieder "der Blanke Hans" ganz entsetzlich. Irgendwie arangiert sich jede Bevölkerung mit den ortsgegebenen Naturkatastrophen, aber der Einzelne, den es besonders hart trifft darf doch entsetzt sein!
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