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Facebook will Kommandozentrale der Zukunft werden

Twitter ist das neue Facebook, orakelten Blogs vor einem Jahr. Facebook ist das neue Twitter, orakeln sie nun. Denn das größte Social Network der Welt rüstet auf

Es war die Woche von Facebook. Während sich der Microblogging-Dienst Twitter noch von den Folgen eines Hacker-Angriffs erholte, brachte sich das größte Social Network der Welt mit neuen Nutzerrekorden und millionenschweren Investitionen in die Schlagzeilen. Für 50 Millionen Dollar übernahm Facebook das Start-up Friendfeed, nur wenige Tage später erfuhr die Webwelt von Facebook Lite, einer abgespeckten Version des Social Networks. Das schürte die Gerüchte, das Unternehmen könnte an einem direkten Rivalen zum Kurznachrichtendienst Twitter arbeiten.

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Denn dass sich Facebook für eine Übernahme von Twitter interessiert, ist kein Geheimnis. 2008 machte Facebook-Gründer Marc Zuckerberg dem Microblogging-Dienst eine Offerte über 500 Millionen Dollar. Twitter lehnte im letzten Moment ab. Was Facebook ein Jahr später für Pläne verfolgt, darüber kann nur gemutmaßt werden, das Unternehmen ist sehr verschlossen, wenn es um seine Pläne geht.

Einen spekulativen Blick in die Zukunft des Social Networks wagte in der vergangenen Woche der Blogger und "Digital Native" Christoph Bauer, der derzeit an einer Diplomarbeit mit dem Thema "Dialogische Kommunikationsangebote und Social Media" arbeitet. In seinem Beitrag erklärt er, wie Facebook langfristig Twitter das Wasser abgraben könnte. "Nicht Twitter selbst, aber die Dynamik des Microbloggings, so hoch auch die Simplizität und der 140-Zeichen-Charakter gepriesen wird, wird früher oder später von größeren Netzwerken 'geschluckt'", glaubt Bauer. Denn irgendwann werden diese ähnliche Funktionen anbieten, dabei aber weiter vernetzt sein als Twitter.

Eine wichtige Rolle spielt für ihn bei dieser Entwicklung das sogenannte "Following-Prinzip": Wer sich für die Aktivitäten eines anderen Nutzers interessiert, "folgt" ihm – eine Freundschaft muss wie auf Facebook oder StudiVZ nicht von der Gegenseite bestätigt werden. Das senkt die Schwelle der internen Vernetzung, denn Freundschaft ist selbst in der Webwelt für die meisten Menschen etwas Besonderes geblieben. "Das Konzept der Freundschaft wird durch das Konzept der Interessenbekanntschaft komplettiert", schreibt Bauer. "Die Möglichkeit, innerhalb selbst definierter Kreise zu publizieren, wird eine der Grundfunktionalitäten von modernen Social Networks werden." Kommt das Following-Prinzip auch auf Facebook, könnte es sich zur digitalen Kommandozentrale entwickeln.

Denn Bauer und viele andere Nutzer sind Digital Natives, die in und mit Social Networks groß geworden sind. Ihnen werden die 140 Zeichen bald nicht mehr ausreichen, lautet die Vision. Twitter werde nur noch am Rand eine Rolle spielen – dem kommentierbaren Multi-Media-Tweet mit Text, Bild, Video und Kommentarfunktion gehört die Zukunft.

Facebook arbeitet daran. In der vergangenen Woche übernahm man das erst 2007 gegründete Start-up Friendfeed. Der Dienst ermöglicht es, auf einer einzigen Website verschiedene Social-Media-Plattformen zu vereinen. Über RSS fasst er die Updates eines Nutzers auf YouTube, Flickr, Twitter, Last.fm oder in Blogs in Echtzeit zu einem neuen Strom von Informationen zusammen und macht ihn für andere Nutzer sichtbar und kommentierbar.

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Leser-Kommentare

  1. ... sollte diese Überschrift lauten.

  2. 2. ...

    Je mehr wir untereinander vernetzt sind, desto abhängiger sind wir vom Netz. Sobald das jemand richtig auszunutzen versteht, werden Menschen die NICHT virtuell "sozial vernetzt" sind, die großen Gewinner sein! Auch weil alle anderen vergessen haben worauf es bei wirklicher Freundschaft ankommt...

  3. Aber eines ist klar, es kann nicht lange so weiter gehen. Wenn sich Dinge wie SingleSignOn nicht durchsetzen, dann wird wohl eine der Plattformen - evtl. Facebook - sich als Kommunikationsplattform durchsetzen. Einfach weil kein Mensch in der Lage ist, sich 10 oder mehr Account-Daten zu merken. Mir wäre allerdings ein Unternehmen lieber, welches sich an deutsche Datenschutzrichtlinien hält.

  4. [entfernt. Bitte beachten Sie, dass Werbung in Posts nicht erwünscht ist und gelöscht wird. Die Redaktion /ft]

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