Sauerland-Prozess Geständig ohne Einsicht
Ein Angeklagter der Sauerland-Gruppe will vom Heiligen Krieg gegen die USA nicht ablassen. Zwei Mitangeklagte aber distanzieren sich
Von Einsicht oder gar Reue ist bei Adem Yilmaz weiterhin wenig zu spüren. "Allah hat uns das Recht gegeben, mit den Waffen zu kämpfen", sagt der türkische Angeklagte mit dem dichten Vollbart und dem nahezu kahl rasierten Schädel. Bundesanwalt Volker Brinkmann fragt, "auch gegen deutsche Soldaten in Afghanistan?" Yilmaz wippt mit dem rechten Bein, die Antwort kommt prompt: "Gegen deutsche, amerikanische, türkische Soldaten, ist egal, das sind Ungläubige, da mache ich keinen Unterschied." Seien die Amerikaner das wichtigste Ziel, will der Bundesanwalt wissen. "Ja klar, die sind der Kopf der Mannschaft, wenn man den zerstört, wird die Mannschaft geschwächt"
So geht am Mittwoch am Düsseldorfer Oberlandesgericht die in der vergangenen Woche begonnene Vernehmung von Yilmaz weiter. Er ist nach dem mutmaßlichen Anführer der Sauerland-Gruppe, Fritz Gelowicz, der zweite Angeklagte, der zu seinem Geständnis befragt wird. Die vier Angeklagten hatten im Juni angekündigt, sich umfassend zu den Vorwürfen der Bundesanwaltschaft äußern zu wollen.
Vergangene Woche hatte sich der zum Islam konvertierte Gelowicz, den die Bundesanwaltschaft als Rädelsführer der Sauerland-Gruppe bezeichnet, vor den Richtern des 6. Strafsenat zu den geplanten Anschlägen. Die Islamisten wollten, nach einem Kämpfertraining im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet bei der Terrorgruppe "Islamische Dschihad-Union", in deren Auftrag amerikanische Einrichtungen in Deutschland mit Autobomben attackieren – aus Hass auf die USA und als Warnung an die deutsche Politik, den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan nicht fortzusetzen.
Die Sicherheitsbehörden hatten die jungen Fanatiker früh im Visier. Anfang September 2007 wurden Gelowicz, Yilmaz und der zweite Konvertit der Gruppe, Daniel Schneider, im sauerländischen Medebach-Oberschledorn festgenommen. Die drei Männer hatten dort in einer Ferienwohnung versucht, Sprengsätze auf der Basis von Wasserstoffperoxyd herzustellen. Den vierten Angeklagten, Attila Selek, lieferte die Türkei im November 2008 aus. Gegen einen weiteren Türken, den möglicherweise für den türkischen Geheimdienst tätigen Mevlüt K., hat die Bundesanwaltschaft jetzt einen Haftbefehl erwirkt. Mevlüt K. soll Zünder für die Sprengsätze besorgt haben.
Am Mittwoch fragte Bundesanwalt Brinkmann, ob sich Yilmaz gleich nach der Haftstrafe wieder in den Heiligen Krieg begeben wolle. Da zögert der Angeklagte kurz, als wittere er eine Falle. "Ich weiß ja nicht, wie viel Strafe ich bekommen werde", sagt Yilmaz, "keine Ahnung, was ich nach zehn Jahren denke."
Nach Yilmaz waren am Mittwoch Schneider, ein junger Saarländer, und der Deutschtürke Selek an der Reihe. Beide Angeklagten bezeichneten die Pläne für tödliche Sprengstoffanschläge als falsch. Und beide distanzieren sich vom Heiligen Krieg. "Als ich in den Dschihad ging, wollte ich keine Menschen umbringen, das ist nicht das Ziel des Dschihad", sagte Selek. "Ich bereue, dass ich Taten geplant habe, die mit dem Koran nicht vereinbar sind." Für sich selbst schloss Selek eine Rückkehr in den bewaffneten Kampf nach Verbüßung seiner Haftstrafe aus.
Auch Schneider sagte, er sehe die Anschlagsvorbereitungen in Deutschland heute "konkret als falsch" an. Es gebe keine Rechtfertigung, unschuldige Zivilisten im Dschihad weder im Inland noch im Ausland zu töten. Er sei "froh" über die Festnahme 2007 im Sauerland. Er könne nun ein "wesentlich leichteres Leben führen", auch wenn es mit Belastungen verbunden sei. Die könnten noch härter werden als bei den anderen Angeklagten. Schneider ist als einziger wegen versuchten Mord angeklagt. Er soll versucht haben, bei einem Fluchtversuch während der Festnahmeaktion einen Beamten zu erschießen. Da könnte das Urteil lauten: lebenslänglich. (mit dpa)
- Datum 20.08.2009 - 08:13 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Man sieht Adem Yilmaz seit Beginn des Prozesses an, dass er nicht einmal richtig versteht, was da um ihn herum passiert. Leute wie er sind offensichtlich die bevorzugte Sorte Mensch, die von islamistischen "Terrororganisationen" für deren heiligen Krieg gesucht wird: dumm und leicht beeinflussbar. Erstaunlich, wie groß hier die Artverwandtschaft mit rechten Organisationen wie der NPD bzw. deren Anhängern ist...
ist keinen Deut geringer als die zu den rechten !
Bei den von Yilmaz geäusserten anti-amerikanischen Hasstiraden kriegen die LINKEN doch mindestens ebenso leuchtende Augen wie die Faschos.
**************
"Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
Kurt Schumacher (SPD)
ist keinen Deut geringer als die zu den rechten !
Bei den von Yilmaz geäusserten anti-amerikanischen Hasstiraden kriegen die LINKEN doch mindestens ebenso leuchtende Augen wie die Faschos.
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"Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
Kurt Schumacher (SPD)
ist keinen Deut geringer als die zu den rechten !
Bei den von Yilmaz geäusserten anti-amerikanischen Hasstiraden kriegen die LINKEN doch mindestens ebenso leuchtende Augen wie die Faschos.
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"Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
Kurt Schumacher (SPD)
Wenn für diesen Menschen keine Sicherheitsverwahrung verhängt wird, dann ist das Instrument nutzlos.
Das ist ja grausig, wie junge Orientierungslose global den Begriff Dschihad missverstehen.
Unsere Kleriker halten die Klappe, weil's zu heiss ist. Pope Bendikt hat sich schon mal die Finger bei den Muslimen verbrannt.
Dabei waere es ein himmlisches Anliegen den verwirrten Schaafe eine altruistische Vision herbeizuschaffen.
Der heilige Kampf ist ein persoenlicher innerer Kampf, der sich nachgelagert im Aeusseren bemerkbar macht.
Das dann die Konsumwirtschaft ihr Klientel verloere, ist eine andere Sache.
Ich glaube nicht, dass die alle bloed sind, die zu dem radikal islamistischen Scheiss stehen.
Es ist ein gesellschaftliches, saturiertes Phaenomen unserer Zeit, das dieser Schwachsinn ueberhaupt da ist.
Zulange und zu ungerecht handelt die US/Juedische Allianz, deren Denkverbot die westliche Welt nur hinnimmt, weil wir einfach zu satt sind & auf der "richtigen"Seite stehen.
Es wird die Zeit kommen, wo unsere Wagenburg Mentalitaet enden wird.
Beispiel Hunger in Afrika, den gibts nur weil die EU steuerlich so hoch subventioniert, das ein "billiger" Afrikaner halt noch immer zu teuer auf dem Weltmarkt ist.
Das alles ist Teil der gewaltsamen Ablehnung der westlichen Werte, die wir in unsinnigen Terroranschlaegen sehen.
Bei allem rechstaatlichen Gehabe, verstehen die Terror Azubis nur die harte Wahrheit.
Harte Wahrheit waere fuer mich: Die Jungs in den shitholes einsammeln, an die US-Afghanische Front bringen, und sie zwingen mitanzusehen, wie Unschuldige verstuemmelt und halb irrsinnig vor Schmerz dahinvegitieren.
Nach meinem Verstaendnis wuerde die Gamer Generation dann begreifen, dass diese konfrontierte Welt real ist - und mit Cyperscheisse nichts zu tun hat.
Hier gefaellt mir J.W.Goethe: Mit Seide naeht man keinen groben Sack
Leider handeln wir nicht danach. Zu viele Lobbyisten laaben sich am bestehenden System.
Vielleicht kommt mal wieder einer in den "Konsum"Tempel und schmeisst die Tische der Geldwechsler um.
An alle militanten Dschihadisten: Um Gottes willen versteht diese Parabel nicht als Aufruf um die Banken in die Luft zu sprengen (obgleich sie es verdient haetten)
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