Die Colonial Bank ist die größte Bank, die in diesem Jahr schließen muss. Sie führte 346 Filialen in fünf US-Bundesstaaten. Für die Kunden entstünden keine Nachteile versicherte die US-Einlagensicherungsbehörde FDIC. Die Einlagen von 20 Milliarden Dollar werden komplett von der Großbank BB&T übernommen.

Insgesamt wurden fünf Banken, darunter die Community Bank of Nevada aus Las Vegas, geschlossen. Damit sind seit Jahresbeginn bereits 77 amerikanische Kreditinstitute gescheitert, allein 32 Banken seit Anfang Juli. Im vergangenen Jahr wurden 25 Banken geschlossen, 2007 lediglich drei.

Die 1981 gegründete Colonial hatte in Zeiten des US- Immobilienbooms sehr großzügig Hypothekenkredite unter anderem in Florida vergeben. Bereits seit Monaten kämpfte sie mit finanziellen Problemen und suchte Investoren.

Ihr Zusammenbruch zeigt, dass trotz der Erholung der Branchenführer, das amerikanische Bankensystem die Krise noch längst nicht überstanden hat. Branchenexperten warnten, dass in den kommenden Jahren bis zu 1000 weitere US-Banken aufgeben könnten.

Den mit Abstand größten Bankrott verzeichnetet die US-Sparkasse Washington Mutual im vergangenen Jahr. Das Kreditinstitut verwaltete eine Bilanzsumme in Höhe von 307 Milliarden Dollar.

Die Pleite der Colonial kostete der FDIC etwa 2,8 Milliarden Dollar. Die Behörde betonte jedoch, dass sie weiterhin über genügend Kapital verfüge. Zuletzt waren in den USA Zweifel geäußert worden, ob der Einlagensicherungsfonds über ausreichende Mittel verfügt, da er in der Vergangenheit mehrfach bei Bankenpleiten einspringen musste.

Der Bankrott des Immobilienfinanzierers IndyMac im vergangenen Jahr war die teuerste Rettungsaktion für die FDIC. Die Behörde zahlte mehr als zehn Milliarden Dollar.

Für die BB&T ist es die Übernahme der Colonial Bank die größte Übernahme in ihrer 137-jährigen Geschichte. Erst im Juni hatte BB&T staatliche Hilfsgelder in Höhe von rund drei Milliarden Dollar zurückgezahlt.