Protestaktion
Homosexuelle küssen gegen die Mormonen
Öffentliche Küsse für mehr Respekt: Mit einem landesweiten "Kiss-In" haben Schwule und Lesben in den USA gegen die konservative Kirche der Mormonen protestiert
In rund 50 Städten trafen sich Pärchen auf öffentlichen Plätzen, um ihre Zuneigung füreinander zu demonstrieren, berichtet der Fernseh- und Radiosender KSL in Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah).
Hintergrund für die Aktion "Great Nationwide Kiss-In" war die Festnahme eines schwulen Pärchens in Salt Lake City Anfang Juli. Die beiden hatten sich in einem Park geküsst, welcher der mormonischen Kirche gehört.
Wohl gerade deshalb versammelten sich dort 100 Demonstranten. In der US-Hauptstadt Washington waren es lediglich 22 Personen.
"Ich hätte gerne, dass die Leute mehr darüber nachdenken, wen sie lieben und nicht, wen sie hassen", sagte einer der Veranstalter, Charles Frost, der Lokalzeitung Deseret News.
- Datum 16.8.2009 - 19:02 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rf
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Was ist geschehen?
Ein homosexuelles Paar wurde beim Austausch von Zärtlichkeiten am Zentrum der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) von Sicherheitsleuten gebeten, Ihren innigen Austausch von Zärtlichkeiten an diesem Ort zu unterlassen.
Die beiden alkoholisierten Beteiligten wollten dieser Aufforderungen nicht nachkommen, verfielen in Beleidigungen und wurden dann im Rahmen des Hausrechts des Platzes verwiesen. Da die beiden Beteiligten dieser Aufforderung nicht nachkommen wollten, wurden Sie in Gewahrsam genommen und den Polizeibeamten übergeben.
Ein ziemlich alltäglicher Vorgang, wenn man bedenkt, dass es sich um das religiöse Zentrum einer Weltreligion handelt, in dem Sicherheitskräfte dafür sorgen, dass Besucher sich angemessen benehmen. Dabei wird auch nicht zwischen hetero- oder homosexuell unterschieden. Normalerweise leisten Paare der Aufforderung folge, in diesem Fall aber nicht.
In vielen Heiligtümern von Religionen aller Welt, gibt es Vorschriften, wie sich Besucher benehmen sollen. Manchmal zieht man sich die Schuhe aus, manchmal muss man festes Schuhwerk tragen. Manchmal müssen die Knie oder Schultern bedeckt sein, manchmal muss man eine Kopfbedeckung aufsetzen. Religionen faszinieren viele Menschen und Besucher tragen den Vorschriften mit korrektem Verhalten Rechnung. Ich glaube nicht, dass Besucher des Vatikans sich öffentlich mit dem Austausch von innigen Zärtlichkeiten zur Show stellen würden oder aber zumindest wenn dann darauf hingewiesen, das dieses Verhalten nicht angemessen ist, dieser Aufforderung nicht nachkommen würde.
Wie man darüber denkt, dass eine Religion Ihre Besucher bittet inniges Küssen an Ihren Heilgen Stätten zu unterlassen sei dahingestellt, doch sollte man einer Religion dieses Recht zugestehen.
Was nun wird aus diesem Ereignis gemacht?
"Homo-Küsse bringen Mormonen in Zugzwang: Kiss-Ins nach Attacke an schwulem Paar großer Erfolg"
"Homosexuelle gegen Mormonen: Kirchen-Kampf mit Küsschen"
"Die Mormonen und ihr verzweifelter Kampf gegen die Homoehe"
"Protestaktion: Homosexuelle küssen gegen die Mormonen: Öffentliche Küsse für mehr Respekt"
Darunter sind sogar namhafte Zeitungen, die ohne eigene Recherche Artikel von homosexuellnahen Medien. Warum mag man sich Fragen? Vielleicht weil die Überschrift „Pärchen wird nach Uneinsichtigkeit eines privaten Platzes verwiesen“ einfach nicht so schön ist.
Hätte sich ein heterosexuelles Paar genauso uneinsichtig gezeigt, hätte es keinen interessiert. Nun aber schreit die homosexuellen Szene nach einer unglaublichen Gemeinheit und Diskriminierung einer ganzen Gesellschaftsschicht. Sicherlich widersprechen homosexuelle Neigungen dem Wertesystem der Mormonen. Sicherlich sprechen sich viele Mormonen und deren Führer für eine Stärkung der traditionellen Ehe aus. Es bleibt aber festzuhalten, dass wir jedes von Gottes Geschöpfen respektieren. Mögen Sie leben wie es sie glücklich macht, dennoch darf man uns nicht absprechen, dass wir auch unsere Meinung und Überzeugung öffentlich machen.
Diesen Respekt würden wir uns von unseren homosexuellen Mitmenschen uns gegenüber auch wünschen. Ein Anfang wäre damit gemacht, die Geschehnisse richtig darzustellen.
Die Ausführungen von Osnageorge kann ich nur unterstützen. Er hat es ausführlich und richtig beschrieben. Wer persönlich Mitglieder der Kirche Jesu Christio der Heiligen der Letzten Tage kennt, wie die Kirche tatsächlich heisst, wird feststellen, dass sie ausserordentlich tolerant und freundlich sind.
Selten habe ich so nette Menschen kennengelernt wie die leichthin als "Mormonen" genannten Christen.
Dass sie bei Homosexuellen sehr unbeliebt sind, liegt daran, dass sie in Kalifornien zusammen mit andern Christen ein Gesetz verhindert haben, dass die Anerkennung der gleichgeschlechtlichen EHE bedeutet hätte.
Das gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften akzeptiert und auch gesetzlich erlaubt werden, ist auch für die Kirche Jesu Christi selbstverständlich.
Die EHE ist jedoch eine Einrichtung, die sehr eng mit dem Glauben an Gott verbunden ist. Eine Gesetzesänderung hätte in Kalifornien womöglich zur Folge gehabt, dass Homosexuelle die Eheschliessung in einem Tempel der Kirche Jesu Christi hätten gerichtlich einklagen können.
Das wäre unvereinbar mit den darin gelehrten Glaubensgrundsätzen gewesen.
Hier sollte man nach meiner Ansicht die Grundlage der westlichen zivilisierten Länder, das Christentum , tatsächlich über die persönlichen Wünsche einer Bevölkerungsgruppe stellen.
Ich kenne Homosexuelle persönlich und hege keinerlei negative Gefühle gegen sie, ich möchte aber auch eine Gesellschaft, in der die christlichen Grundwerte im Herzen und auch formal geachtet werden.
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