Klimaabkommen Erfolg des Klimagipfels in Gefahr

Auf dem Gipfel im Dezember soll das Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Die Vorverhandlungen scheiterten aber an den unterschiedlichen Interessen

Ziel ist es, im Dezember zum Kampf gegen den Klimawandel ein neues Abkommen zu verabschieden, da das bisher geltende Kyoto-Protokoll im Jahr 2012 ausläuft. Zur Vorbereitung auf den Klimagipfel diskutierten rund 2000 Delegierte in Bonn, um sich über Einzelheiten des Abkommens zum weltweiten Klimaschutz zu verständigen. Die beteiligten Parteien kamen bei den fünftägigen Verhandlungen nicht annähernd auf einen gemeinsamen Nenner, hieß es aus Delegationskreisen. Hauptstreitpunkt ist die Verteilung der Lasten zwischen den reichen Staaten und den Schwellenländern. Die Industriestaaten verlangen eine stärkere Einbeziehung der ärmeren Staaten, die wiederum deutlich mehr Einsatz vom Westen und Japan fordern.

So fordern China und Indien von den reicheren Staaten, bis 2020 ihre Emissionen um mindestens 40 Prozent unter den Werten von 1990 zu senken. Solche Werte wären nach Ansicht des Weltklimarats ungefähr notwendig, um den Anstieg der Erderwärmung bis zum Jahrhundertende auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Bisher hatten die Industriestaaten angekündigt, nur maximal 20 Prozent des CO2-Ausstoßes zu mindern.

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Zudem verlangen die Schwellenländer Hilfsgelder in Milliardenhöhe für Umweltschutzmaßnahmen und saubere Technologie. Dem chinesische Delegationsleiter Yu Qingtai zufolge ist China, inzwischen der weltgrößte Produzent von Treibhausgasen, zwar grundsätzlich bereit, den Ausstoß von CO2 zu drosseln. Allerdings müsse der Kampf gegen die Armut weiterhin höchste Priorität haben.

Umweltverbände warnten vor einer "gefährlichen Situation", die ein grundlegend neues Klima-Abkommen verhindern könnte. Wenn die Verhandlungen mit derart geringem Tempo und Engagement weitergingen, sei ein Erfolg im Dezember nicht möglich, sagte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, zum Abschluss der fünftägigen Konferenz in Bonn. An dem schleppenden Verlauf seien auch die Industrieländer schuld, deren bisherige Vorgaben zur Minderung von Treibhausgasen und Zusagen von Finanzhilfen nicht ausreichten.

Yvo de Boer appellierte an die Regierungen, die in den nächsten Monaten noch geplanten Treffen auch auf höchster Ebene der Staats- und Regierungschefs zu nutzen, um vor Kopenhagen die notwendigen Fortschritte zu machen. Diese Chance dürfe nicht vertan werden. "Ohne ein Abkommen in Kopenhagen würde der Klimawandel außer Kontrolle geraten." Ein Aufschub wäre "ein Weg zum globalen Desaster".

Zwei weitere UN-Vorkonferenzen sollen im September in Bangkok sowie im November in Barcelona stattfinden. Am 22. September sollen am Rande der UN-Vollversammlung in New York auch die Staats- und Regierungschefs nach Lösungen für Kopenhagen suchen. Die G20-Länder sollen sich im September in Pittsburg vor allem mit den noch ungelösten Finanzfragen beschäftigen.

Auch Nichtregierungsorganisationen beklagten den Ausgang der Gespräche in Bonn. "Die Klimaverhandlungen kommen nicht in Fahrt, obwohl die Zeit drängt", erklärte Antje von Broock vom Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (Bund). Nun würden die Verhandlungen im September in Bangkok und im November in Barcelona entscheidend sein. Greenpeace übte scharfe Kritik an der Bundesregierung. "Die deutsche Klimapolitik scheint im Moment wie gelähmt", kommentierte Karsten Smid den Ausgang. "Es fehlt an Führung und politischer Weitsicht."

Leser-Kommentare
    • Crest
    • 14.08.2009 um 22:32 Uhr

    "Ohne ein Abkommen in Kopenhagen würde der Klimawandel außer Kontrolle geraten." Ein Aufschub wäre "ein Weg zum globalen Desaster".

    Davon muss man wohl ausgehen - vielleicht aber auch nicht :-)

    Herzlichst Crest

  1. gewinnt die Klimapolitik paraevangelische Züge, es ist ja auch alles dabei, was eine ordentliche Religion braucht:

    Heils- und Messiasgestalten, Endzeitvisionen, Höllendrohungen, babylonische CO2-Gefangenschaft und zu guter letzt ein Haufen von Aposteln, die uns allen Ernstes weißmachen, sie könnten zwar nicht übers Wasser gehen, aber immerhin den Pegel rund um den Erdball regulieren.

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