Am Sonntag wurde in Thüringen, Sachsen und im Saarland ein neuer Landtag gewählt. In Nordrhein-Westfalen fanden Kommunalwahlen statt. Nur knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl war die Spannung besonders groß. Die SPD hoffte auf die Trendwende im Wahlkampf, die CDU auf eine Bestätigung ihrer guten Umfragewerte. ZEIT ONLINE erklärt, womit in welchem Land zu rechnen ist und wie die Wahlen den Bundestagswahlkampf verändern könnten.

Wo ist es am spannendsten?

Im Saarland und in Thüringen. In beiden Bundesländern ist ein Machtwechsel gut möglich. Zwar bleibt die CDU wohl jeweils stärkste Kraft, ist aber zum Weiterregieren auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Wunschpartner ist jeweils die FDP. Allerdings reicht es nach aktuellem Umfragen-Stand in beiden Ländern nicht für Schwarz-Gelb. In Thüringen kommen FDP und Union gemeinsam auf 43 Prozent (34 + 9), während SPD-Linke-Grüne 49 Prozent (19+24+6), also eine parlamentarische Mehrheit, erzielen würden. Im Saarland ist der Ausgang noch offener. Nach der neusten Umfrage reicht es weder für eine bürgerliche Mehrheit noch für eine rot-rot-grüne Koalition. Mit einer parlamentarischen Mehrheit wäre allein eine Große Koalition oder aber ein Jamaika-Bündnis (CDU, FDP, Grüne) ausgestattet.

Klarer sind die Verhältnisse in Sachsen. Die CDU wird stärkste Kraft bleiben – und kann sich vermutlich den Koalitionspartner aussuchen.

Spannend könnte aber auch die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen werden: Laut einer aktuelle Umfrage liegt die SPD wieder vorn in dem Bundesland, das seit 2005 erstmals von der CDU regiert wird. Wichtige Städte wie Köln oder Essen droht die CDU zu verlieren.

Bekommen wir den ersten Ministerpräsidenten der Linkspartei?

Diese Frage lässt sich ziemlich einfach beantworten und zwar mit "nein". Das gilt zumindest dann, wenn die SPD sich an ihre Wahlversprechen hält. Schließlich haben die SPD-Spitzenkandidaten im Saarland und in Thüringen, Heiko Maas und Christoph Matschie, ausgeschlossen, dass ihre Fraktionen ein Mitglied der Linkspartei zum Ministerpräsidenten wählen werden.

Im Saarland dürfte sich diese Frage ohnehin nicht stellen. Dort liegt die SPD in jüngsten Umfragen elf Prozentpunkte vor der Linkspartei, obwohl diese mit Parteichef und Ex-Ministerpräsident Oskar Lafontaine an der Spitze in den Kampf zieht. Anders sieht es dagegen in Thüringen aus, wo die Linken derzeit einen Vorsprung von fünf Prozentpunkten vor der SPD haben.

Bleibt es bei diesem Kräfteverhältnis, hätte eigentlich die Linkspartei das Anrecht darauf, in einem rot-rot-grünen Bündnis den Ministerpräsidenten zu stellen. Der Thüringische Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, hat allerdings bereits angedeutet, dass die Beendigung der 19-jährigen CDU-Herrschaft in Thüringen nicht an einem Streit um das Amt des Regierungschefs scheitern müsse.