US-Krankenversicherung Obama lenkt bei Gesundheitsreform ein

Die Kritik war heftig und zeigt Erfolge: Erstmals ist die Regierung bereit, auf die staatliche Krankenversicherung zu verzichten – und damit auf den Kern des Reformwerks

Der Kampf um die Reform des US-Gesundheitssystem geht in seine entscheidende Phase: Um sein zentrales Wahlkampfversprechen nicht vollends zu gefährden – nicht nur die oppositionellen Republikaner, auch Anhänger aus seiner eigenen Partei hatten sich gegen die Pläne des US-Präsidenten ausgesprochen –, ist Barack Obama erstmals zu Kompromissen bereit: So sagte seine Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius, dass die Regierung "unter Umständen" von der Schaffung einer neuen staatlichen Krankenversicherung absehen könne. Stattdessen sei auch ein genossenschaftlich organisiertes Versicherungssystem als Alternative zu den privaten Versicherungsgesellschaften vorstellbar.

Damit rückt Obama von zentralen Forderungen ab, versucht so aber, die Opposition in seine Reformpläne mit einzubinden. Denn um diese im Parlament zu verabschieden, braucht er auch die Stimmen der Republikaner. Mit einem genossenschaftlich organisierten Versicherungssystem würde der Präsident seinen Kritikern nun entgegenkommen. Die liberalen Kräfte in seiner eigenen Partei würde er mit dem Kompromiss jedoch verärgern.

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Insbesondere die Republikaner halten Obamas geplanten, etwa eine Billion Dollar teuren Systemumbau des Gesundheitswesens schlicht für zu teuer. Im Kongress, der die Feinheiten der Reform ausarbeiten muss, tobte vor der Sommerpause eine erbitterte Debatte. Die Frage, ob die USA eine obligatorische Krankenversicherung ähnlich wie in Deutschland brauchen oder nicht, spaltet mittlerweile nicht nur die politischen Lager, sondern zunehmend auch die Öffentlichkeit.

Das nun vom Weißen Haus ins Spiel gebrachte Genossenschaftsmodell wird auch unter Abgeordneten seit Monaten diskutiert. Bislang hatte sich die Obama-Regierung aber stets für eine staatliche Versicherung als Alternative zu den privaten Versicherungsträgern ausgesprochen. Doch selbst der demokratische Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Senat, Kent Conrad, sagte, das Werben für das von Obama präferierte staatliche System sei vergebliche Mühe. Für das Genossenschaftsmodell gebe es im Senat hingegen genügend Stimmen. Conrad hatte den Vorschlag im Senat eingebracht.

Obama reist derzeit durch mehrere Bundesstaaten der USA, um für seine Pläne für das Gesundheitswesen zu werben – und gab sich dabei bislang kaum kompromissbereit. Ganz im Gegenteil: Er attackiert die Versicherungsbranche scharf. Das bisherige System sei für die Konzerne besser als für die amerikanischen Bürger, sagte er bei einer Veranstaltung am Wochenende. "Darum werden wir eine Gesundheitsreform verabschieden, die die Versicherungsunternehmen letztlich in die Verantwortung nimmt." Niemand in Amerika solle Pleite gehen, nur weil er krank werde. "Die Versicherungen werden nicht länger den Leistungsumfang willkürlich begrenzen und keine unerhörten Zuzahlungen zu den Beiträgen mehr verlangen dürfen", versprach der Präsident seinen zahlreichen Zuhörern.

Kritikern der Reform warf Obama vor, falsche Informationen über die Reformpläne zu streuen. Der Vorwurf, dass mit einer staatlichen Versicherung der private Versicherungssektor zerstört werde, stimme mit den Fakten nicht überein. So würden die Bürger in die Irre geführt. Zudem sei die Reform nötig, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen.

Auch in seiner wöchentlichen Radioansprache verteidigte Obama sein ehrgeiziges Projekt und versprach erneut eine Krankenversicherung für alle US-Bürger. Kritiker sollten seiner Regierung nicht vorwerfen, sie wolle "Todes-Komitees" einrichten, um kranken Senioren die Behandlung zu verweigern. Der Streit um die Gesundheitsreform werde wieder einmal auf einen "Kampf zwischen Hoffnung und Angst" reduziert, kritisierte der Präsident. Unter anderem hatte die frühere republikanische US-Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin öffentlich angeprangert, Obama wolle ein staatliches "Todesgremium" schaffen.

Mit der Gesundheitsreform werde "endlich" jeder eine Krankenversicherung bekommen und damit die "Sicherheit und die Stabilität" erhalten, "an der es heute fehlt", sagte Obama in seiner Radioansprache. "Ich weiß, dass die Idee von Wandel in Zeiten des wirtschaftlichen Umbruchs verunsichernd wirken kann", sagte Obama. "Und ich weiß auch, dass es Bürger gibt, die der Meinung sind, dass der Staat überhaupt keine Rolle bei der Lösung ihrer Probleme spielen sollte." Diese Unterschiede seien auch eine "echte Diskussion wert". Trotzdem gebe es den "dringenden Bedarf", dieses "kaputte System" zu reparieren.

 
Leser-Kommentare
  1. Kann es sein, dass eine Supermacht (die einzige der Welt) es nicht schafft, allen Bürgern eine Krankenversicherung zu verschaffen?

    Das ist peinlich für alle Amerikaner. Wirklich.

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    • fanta4
    • 17.08.2009 um 13:20 Uhr

    Blöd, dass sich die Pharmaindustrie nicht vor Flugzeugträgern fürchtet.

    Aber wirklich alle!! ja bitte und ein jeder soll den gleichen Beitrag bezahlen und dafür eine Krankenversicherung bekommen.

    ENDE!

    Danke

    Stephan

    • fanta4
    • 17.08.2009 um 13:20 Uhr

    Blöd, dass sich die Pharmaindustrie nicht vor Flugzeugträgern fürchtet.

    Aber wirklich alle!! ja bitte und ein jeder soll den gleichen Beitrag bezahlen und dafür eine Krankenversicherung bekommen.

    ENDE!

    Danke

    Stephan

  2. Die Ebene, auf der die Diskussion in den USA geführt wurde, hat vortrefflich gezeigt, wie manipulativ Interessengruppen in den USA schalten und walten können, wenn ihre Interessen ihrer Auffassung nach bedroht werden. Dass an deren Gehabe Obamas Präsidentschaft zerbrechen könne, wie es in den Medien hieß, ist nicht nur traurig, sondern erschreckend. Daran sieht man aber einmal wieder, dass ein Einzelner, auch wenn er Präsident ist, in den USA leider nur begrenzt für gute Ideen kämpfen und sie umsetzen kann.

    • RobJir
    • 17.08.2009 um 11:17 Uhr

    wenn die leute selbst kein staatl krankenversicherungssystem wollen kann man ihnen auch keins aufzwingen
    aber wie manche amerikaner auf die propaganda der zumeist konservativen reinfallen ist wirklich erschreckend - da wird das wappen/symbol mit hitlers ss-wappen verglichen und v.a. fox news wird nicht müde zu betonen wie die reform die usa angeblich in den finanziellen ruin führen würde sowie die bürger eine schlechtere betreuung erhalten würden... und obama kann ja sogut wie garnichts gegen diese lügen unternehmen - die bürger wollen es ja nicht hören

    jaja aufschreien wenn der staat einem eine versicherung aufzwingen will da das die freiheit beschneiden würde aber keine probleme damit haben wenn man zb öffentl keinen alkohol trinken darf oder es sogar auf den highways eine geschw-beschränkung gibt... das hat irgendwie keine negative auswirkungen auf das heuchlerische freiheitsgefühl der amerikaner

  3. Die Krankheitsindustrie der USA zeigt, wie wie fehlgeleitet die Auswirkungen sind die sich aus dem strikten Verfolgen Neoliberaler Gesellschaftskontrukte ergeben.

    In der Schweiz etwa sind in den vergangenen +- 15 Jahren teils National, teils Kantonal, teils Kommunal privatisert worden... Krankheitsindustrie, Autoversicherungen, Abfallentsorgung, Transport... auf bestem Weg dahin sind, Post, Strom usw.

    Bei der Krankheitsindustrie, einer bitteren Verflechtung von Arzten, Pharmaindustrie und Versicherungen, sind die Versicherungsprämien seither um ca. 300% gestiegen.

    Bei der Autoversicherung sind es ca. 100%

    Bei der Post sind es ca. 100%

    Bei der Abfallentsorgung sind es ähnliche Grössenordungen.

    Allesamt weit über den "natürlichen" Kostensteigerungsfaktoren wie etwa die Inflation. Parallel dazu wird konstant versucht die einst gewährten Leistungen zu kürzen oder gar zu streichen. Als Beispiel etwa die Abfallentsorgung welche nur noch 1x die Woche kommt anstatt 2x, die Preise aber nur etwa 10% sinken. Zur Profitsteigerung (nun nicht mehr zu handen der Länder und Kommunen sondern für die Aktionäre und anderen gierigen Investoren) werden X Beliebige Methoden angewendet wie künstliche Altersgrenzen, Historie, Abstammung, Wohnort usw.

    Alles nicht so ganz fertig gekocht. Das Ziel aber, massive Profite für die neuen Besitzer der Privatiserten Systeme wurde erreicht.

    Dazu kommt noch in all diesen Bereichen eine schleichende Entdemokratisierung da die privatisierten Unternehmen fortan dem Aktienrecht unterstehen. Anstatt mit dem Gemeinderat darf man sich dann mit dem Pressesprecher unterhalten.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  4. Daran ändert auch nichts, dass der aktuelle Präsident ein "Reformer" ist. Irgendwie erinnert mich Obama an Chatami - der war auch ein Reformer, hatte aber nicht viel zu melden - die wahren Mächtigen haben das schon zu verhindern gewusst. Genauso läuft das in den USA.

    Nun gut, die Organisationsform der Versicherung(en) ist ja nicht wirklich entscheidend - mit genossenschaftlichen Versicherungen kann man das sicher auch machen, das muss keine Staatsversicherung sein. Wir haben hier in Deutschland ja auch erst seit kurzem diesen unsäglichen staatlichen Gesundheitsfont, die Krankenversicherungen selbst sind aber nicht staatlich.

    Entscheidend ist, dass es klare Regeln gibt: Eine Krankenversicherung muss jeden nehmen (ebenso wie auch jeder eine haben muss), und zwar zu einem fairen Beitragssatz und der Leistungskatalog muss auch feststehen. Wer mehr will, kann das dann freiwillig versichern.

    Aber egal, wie das Gesundheitswesen dort reformiert wird: Es handelt sich um das teuerste Gesundheitswesen der Welt. Wenn die Reform glückt, und die Kosten gesenkt werden, dann wird das viele Leute treffen - keine armen Leute, aber wer heute Arzt ist und den Kredit für die Zweitvilla ohnehin schon kaum bezahlen kann, der muss dann eben echt den Gürtel enger schnallen. Und deshalb ziehen diese Leute jetzt kräftig an den Strippen - und die dumme Bevölkerungsmasse lässt sich offenbar beliebig manipulieren.

    Das ist ja bei uns auch nicht anders: Was haben die Ärzte getobt wegen der neuen Vergütung - und bekommen jetzt im Durchschnitt 8% mehr. Nachdem sie schon letztes Jahr einen kräftigen Schluck aus der Gehaltserhöhungspulle genommen haben. Immerhin erfahren wir davon, und können uns so ein Bild von den ach so notleidenden Ärzten machen.

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    Auch wenn man das im Norden so aussprechen mag.

    Und auch sonst muss ich Ihnen kategorisch widersprechen.
    Die Amerikaner haben schlicht eine andere Kultur und ich bin immer auf's neue verwundert wie hier der erhobene Zeigefinger geschwungen wird - wo sind die flammenden Kritiken gegen das Gesundheitssystem von Argentinien? Man mißt immer mit zweierlei Maß - und die USA machen ja eh kategorisch immer alles falsch, was?
    ANDERS, nicht "schlechter" oder "besser". Und wenn die demokratische Mehrheit für eine Reform dort nicht zu organisieren ist und sich in allen Umfragen seit Jahrzehnten die Amerikaner in einer Mehrheit skeptisch gegenüber einem verstaatlichten Gesundheitswesen zeigen dann muss dies jeder Ausländer akzeptieren.
    Da darf mir jetzt auch jeder gerne 1 Stern dafür geben, das ändert daran nichts.
    Davon abgesehen ist das Gesundheitssystem in den US das teuerste aber auch beste. Alle innovativen Behandlungsmethoden der letzten Jahrzehnte wurden dort erfunden und erprobt und kamen erst mit Jahren verspätung nach Europa - wo sich die "Kassen" der Staatswirtschaft bis heute vielfach sträuben die Kosten zu tragen.
    Ebenso gibt es in den US eine viel höhere Dichte an Kliniken, auch auf dem Land. Kein Patient soll Schaden nehmen weil der Transportweg zur klinischen Vollversorgung zu weit ist. Darum gibt es auch überall Hubschrauberstaffeln. Das führt auch dazu dass oft Kanadier in die USA transportiert werden weil die dortige staatliche Gesundheitswirtschaft keine freien Kapazitäten hat. Und zwar zu zehntausenden, das sind keine Einzelfälle.
    Die Standardbehandlung eines Versicherten - und das sind nach wie vor die meisten Amerikaner - ist auf dem Niveau eines Privatversicherten in Deutschland.
    Und niemand muss sterben, jeder kann auch ohne Versicherung in die Notaufnahme gehen und sich dort behandeln lassen. Auch wegen einer akuten Grippe.
    Und wenn man die Rechnung nicht bezahlen kann dann muss man nur Privatinsolvenz anmelden, die einzige Konsequenz ist ein Negativeintrag ein der Credit History. Dass viele Amerikaner die Arztrechnungen im Alltag oft auch lieber selbst tragen hat nicht zuletzt damit zu tun dass eine Krankenversicherung nicht umsonst ist, auch Deutsche zahlen pro Jahr durchschnittlich mehrere tausend Euro Krankenversicherungsbeiträge im Jahr. Speziell diese durchschnittlichen Arbeitnehmer gehen aber oft das ganze Jahr über nie zum Arzt, wie meine Eltern zum Beispiel, weil sie gesund sind. Mein Vater hatte schon Jahre keine Erkältung mehr. Die zahlen mit ihren Beiträgen die Behandlungen anderer Leute.
    Das kann man gut oder schlecht finden, jedoch sollte jeder die Wahl haben. "Solidarität" kann man nicht erzwingen, und steht in den US eben vielfach unter Individualität und Freiheit zurück. Das ist eine Entscheidung die jeder selbst treffen kann und muss.

    Auch wenn man das im Norden so aussprechen mag.

    Und auch sonst muss ich Ihnen kategorisch widersprechen.
    Die Amerikaner haben schlicht eine andere Kultur und ich bin immer auf's neue verwundert wie hier der erhobene Zeigefinger geschwungen wird - wo sind die flammenden Kritiken gegen das Gesundheitssystem von Argentinien? Man mißt immer mit zweierlei Maß - und die USA machen ja eh kategorisch immer alles falsch, was?
    ANDERS, nicht "schlechter" oder "besser". Und wenn die demokratische Mehrheit für eine Reform dort nicht zu organisieren ist und sich in allen Umfragen seit Jahrzehnten die Amerikaner in einer Mehrheit skeptisch gegenüber einem verstaatlichten Gesundheitswesen zeigen dann muss dies jeder Ausländer akzeptieren.
    Da darf mir jetzt auch jeder gerne 1 Stern dafür geben, das ändert daran nichts.
    Davon abgesehen ist das Gesundheitssystem in den US das teuerste aber auch beste. Alle innovativen Behandlungsmethoden der letzten Jahrzehnte wurden dort erfunden und erprobt und kamen erst mit Jahren verspätung nach Europa - wo sich die "Kassen" der Staatswirtschaft bis heute vielfach sträuben die Kosten zu tragen.
    Ebenso gibt es in den US eine viel höhere Dichte an Kliniken, auch auf dem Land. Kein Patient soll Schaden nehmen weil der Transportweg zur klinischen Vollversorgung zu weit ist. Darum gibt es auch überall Hubschrauberstaffeln. Das führt auch dazu dass oft Kanadier in die USA transportiert werden weil die dortige staatliche Gesundheitswirtschaft keine freien Kapazitäten hat. Und zwar zu zehntausenden, das sind keine Einzelfälle.
    Die Standardbehandlung eines Versicherten - und das sind nach wie vor die meisten Amerikaner - ist auf dem Niveau eines Privatversicherten in Deutschland.
    Und niemand muss sterben, jeder kann auch ohne Versicherung in die Notaufnahme gehen und sich dort behandeln lassen. Auch wegen einer akuten Grippe.
    Und wenn man die Rechnung nicht bezahlen kann dann muss man nur Privatinsolvenz anmelden, die einzige Konsequenz ist ein Negativeintrag ein der Credit History. Dass viele Amerikaner die Arztrechnungen im Alltag oft auch lieber selbst tragen hat nicht zuletzt damit zu tun dass eine Krankenversicherung nicht umsonst ist, auch Deutsche zahlen pro Jahr durchschnittlich mehrere tausend Euro Krankenversicherungsbeiträge im Jahr. Speziell diese durchschnittlichen Arbeitnehmer gehen aber oft das ganze Jahr über nie zum Arzt, wie meine Eltern zum Beispiel, weil sie gesund sind. Mein Vater hatte schon Jahre keine Erkältung mehr. Die zahlen mit ihren Beiträgen die Behandlungen anderer Leute.
    Das kann man gut oder schlecht finden, jedoch sollte jeder die Wahl haben. "Solidarität" kann man nicht erzwingen, und steht in den US eben vielfach unter Individualität und Freiheit zurück. Das ist eine Entscheidung die jeder selbst treffen kann und muss.

    • th
    • 17.08.2009 um 12:06 Uhr

    könntet Ihr bei Berichten über die US-Innenpolitik etwas sorgfältiger mit der Übersetzung von politischen Begriffen umgehen? "

    "Liberal" bedeutet in den USA so etwas wie bei uns "gemäßigt sozialdemokratisch" oder "sozialliberal", und wird von den dortigen Konservativen oft polemisch mit "kommunistisch" oder "sozialistisch" gleichgesetzt.

    Also: Obamas Mitstreiter ("Liberals") sind etwas ähnliches wie "sozialliberal", während seine Gegner im Falle der Gesundheitsreform sich ungefähr als "Ultraliberale" oder "Marktradikale" gebärden.

  5. Auch wenn man das im Norden so aussprechen mag.

    Und auch sonst muss ich Ihnen kategorisch widersprechen.
    Die Amerikaner haben schlicht eine andere Kultur und ich bin immer auf's neue verwundert wie hier der erhobene Zeigefinger geschwungen wird - wo sind die flammenden Kritiken gegen das Gesundheitssystem von Argentinien? Man mißt immer mit zweierlei Maß - und die USA machen ja eh kategorisch immer alles falsch, was?
    ANDERS, nicht "schlechter" oder "besser". Und wenn die demokratische Mehrheit für eine Reform dort nicht zu organisieren ist und sich in allen Umfragen seit Jahrzehnten die Amerikaner in einer Mehrheit skeptisch gegenüber einem verstaatlichten Gesundheitswesen zeigen dann muss dies jeder Ausländer akzeptieren.
    Da darf mir jetzt auch jeder gerne 1 Stern dafür geben, das ändert daran nichts.
    Davon abgesehen ist das Gesundheitssystem in den US das teuerste aber auch beste. Alle innovativen Behandlungsmethoden der letzten Jahrzehnte wurden dort erfunden und erprobt und kamen erst mit Jahren verspätung nach Europa - wo sich die "Kassen" der Staatswirtschaft bis heute vielfach sträuben die Kosten zu tragen.
    Ebenso gibt es in den US eine viel höhere Dichte an Kliniken, auch auf dem Land. Kein Patient soll Schaden nehmen weil der Transportweg zur klinischen Vollversorgung zu weit ist. Darum gibt es auch überall Hubschrauberstaffeln. Das führt auch dazu dass oft Kanadier in die USA transportiert werden weil die dortige staatliche Gesundheitswirtschaft keine freien Kapazitäten hat. Und zwar zu zehntausenden, das sind keine Einzelfälle.
    Die Standardbehandlung eines Versicherten - und das sind nach wie vor die meisten Amerikaner - ist auf dem Niveau eines Privatversicherten in Deutschland.
    Und niemand muss sterben, jeder kann auch ohne Versicherung in die Notaufnahme gehen und sich dort behandeln lassen. Auch wegen einer akuten Grippe.
    Und wenn man die Rechnung nicht bezahlen kann dann muss man nur Privatinsolvenz anmelden, die einzige Konsequenz ist ein Negativeintrag ein der Credit History. Dass viele Amerikaner die Arztrechnungen im Alltag oft auch lieber selbst tragen hat nicht zuletzt damit zu tun dass eine Krankenversicherung nicht umsonst ist, auch Deutsche zahlen pro Jahr durchschnittlich mehrere tausend Euro Krankenversicherungsbeiträge im Jahr. Speziell diese durchschnittlichen Arbeitnehmer gehen aber oft das ganze Jahr über nie zum Arzt, wie meine Eltern zum Beispiel, weil sie gesund sind. Mein Vater hatte schon Jahre keine Erkältung mehr. Die zahlen mit ihren Beiträgen die Behandlungen anderer Leute.
    Das kann man gut oder schlecht finden, jedoch sollte jeder die Wahl haben. "Solidarität" kann man nicht erzwingen, und steht in den US eben vielfach unter Individualität und Freiheit zurück. Das ist eine Entscheidung die jeder selbst treffen kann und muss.

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    .. macht ihn nicht besser.

    > Das ist eine Entscheidung die jeder selbst treffen kann und muss.
    Ist es nicht, und das ist auch keine Frage der persönlichen Einstellung (auch wenn man es in den achso liberalen USA als solche verkaufen will).

    Warum gibt es eine KFZ-Haftpflichtversicherung? Weil man sich gegen Schaden versichert, den man selbst im Schadensfalle nicht tragen kann.

    Warum gibt es Rentenversicherungspflichtbeiträge? Abgesehen vom Umlageprinzip zahlt man die, um sein - um das im menschenlebenverachtenden Neocon-Speak auszudrücken - Langlebigkeitsrisiko abzudecken bzw. sich dagegen zu versichern.

    Warum sollte es in zivilisierten Ländern Krankenpflichtversicherungen geben? Um im Schadensfall versichert zu sein.

    Bei PKW, Altersvorsorge, Krankheit liegt man der Allgemeinheit im "Schadensfall" mit Beiträgen auf der Tasche, die man selbst nicht tragen kann. Wer das nicht einsieht, ist asozial oder einfach nur dumm, weil er konsequenterweise den Löffel abgeben muss, falls die Wette auf das eigene Leben bzw. die Gesundheit schief gegangen ist. So konsequent ist aber kein Mensch, denn der Selbsterhaltungstrieb ist der Stärkste aller Triebe. Dieses Risiko trägt man de facto also nie allein, also muss man auch dafür bezahlen! Wer hier dagegen argumentiert will in letzter Konsequenz nur das übliche "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren".

    Zum Argument "zu teuer", explizit mit Fingerzeig nach Deutschland: die Mißstände im deutschen Gesundheitssystem in Bezug auf Kosten sind nicht abstreitbar, aber es hat zu allerletzt etwas mit der Krankenversicherungspflicht als solchen zu tun. Die Probleme sind vielmehr nicht vorhandene Transparenz (Kassenärtzliche Vereinigungen, Punktesystem, Pharmalobby, etcpp.), öffentliche vs. private Kassen, und dergleichen mehr ...

    Fonds = Geldsammelstelle
    Fond = Rückwärtiger Raum eines Wagens oder Garflüssigkeit
    Font = Schriftart

    Na endlich mal jemand, der auch nachdenkt, bevor er einfach nur die üblichen Worthülsen absondert. Dass die Bürger anderer Länder nicht millionenfach auf den Zug der staatlich verordneten Untertanenlösung aufspringen und das alleinseligmachende System der deutschen Zwangsversicherung übernehmen wollen, kratzt manche offenbar mächtig am Ego. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso einige Ihnen wirklich nur einen Stern zugestehen wollten - was solls.

    Die Frage, ob das deutsche System, das Millionen Menschen in eine Zwangsversicherung ohne Gegenleistung presst, flächendeckend um so vieles besser ist, als das amerikanische, kommt bei den stereotypen "Amerika-ist-schon-aus-Prinzip-schlechter"-Antworten ohnehin nicht zur Sprache. Es passt ja nicht so ganz ins Bild, dass bereits jetzt die Qualität der medizinischen Versorgung in D für einkommensschwache spürbar schlechter ist, und das Schreckensbild der vermeintlich so üblen amerikanischen Verhältnisse eigentlich immer besser die real existierenden deutschen beschreibt. Dies aber, ohne dass die Deutschen je die Möglichkeit hätten, sich für ein alternatives System entscheiden zu können.

    Möglicherweise liegt hier ja auch der Grund für die Aufgeregtheiten. Es ist vielleicht einfach nur der Neid darüber, dass die Amerikaner Uncle Sams Pläne relativ leicht aushebeln und den Präsidenten recht schnell zum EInlenken bewegen können, während das europäische Stimmvieh in puncto Einfluss auf seine Herdenoberaufseher seit Ludwig XIV offenbar nur kosmetische Fortschritte gemacht hat. Oder kann man sich guten Gewissens vorstellen, dass die deutschen Wähler ein ähnlich geartetes Vorhaben der Berliner Regierung zu Fall bringen würden?

    Es geht letztlich gar nicht darum, wie gut oder schlecht das eine oder andere System ist (denn jedes hat seine Vor- und Nachteile), sondern nur darum, welchen Einfluss die Bürger auf die Gestaltung desselben haben.
    Selbst wenn die Deutschen sich mehrheitlich für das aktuell gültige Versicherungssystem entscheiden würden, der entscheidende Punkt ist, dass dies letztlich völlig ohne Belang ist, denn es kommt ohnehin keiner auf die Idee sie zu fragen. Und vielleicht liegt genau der wunde Punkt der zu dem Genöle über die ach so unvollkommenen Amerikaner Anlass gibt.

    Und jetzt freue ich mich schon über die Negativbewertungen.....

    • ttx
    • 17.08.2009 um 14:27 Uhr

    Zitat:
    Davon abgesehen ist das Gesundheitssystem in den US das teuerste aber auch beste

    Kompletter Unsinn. Selbst wenn man die Krankenversorgung für diejenigen Amerikaner, die eine Versicherung haben, mit anderen Industrienationen vergleicht, schneiden die USA nicht durch die Bank besser ab. Manche Behandlungen sind tatsächlich in den USA top, andere allerdings schlechter. Jedenfalls liefert kein Indikator eine Begründung für die horrenden Ausgaben im US-Gesundheitssystem. Das Ganze ist noch bevor wir überhaupt die Problematik der Nichtversicherten betrachten oder aber über privaten Bankrott wegen Zuzahlungen oder Versicherungsverlust usw. reden.

    Alle innovativen Behandlungsmethoden der letzten Jahrzehnte wurden dort erfunden und erprobt und kamen erst mit Jahren verspätung nach Europa

    Auch falsch. Deutschland und Japan etwa sind hochinnovativ im Gesundheitssektor, andere Länder ebenfalls.

    Ebenso gibt es in den US eine viel höhere Dichte an Kliniken, auch auf dem Land

    Völlig daneben, Deutschland bspw. hat mehr Ärzte und mehr Krankenhäuser pro Einwohner - und zwar um ein Vielfaches.

    Die Standardbehandlung eines Versicherten - und das sind nach wie vor die meisten Amerikaner - ist auf dem Niveau eines Privatversicherten in Deutschland

    Wie bereits erwähnt, leider auch hier ein Luftschloss.

    Das kann man gut oder schlecht finden, jedoch sollte jeder die Wahl haben

    Schon mal überlegt, dass durch solche Wahlfreiheit Krankenversicherungen in die Lage versetzt werden, Kunden nach belieben rauszupicken? Der amerkanische Freiheitsgedanke ist zwar niedlich, oft ist er jedoch missverstanden und führt zudem noch am Optimum vorbei.

    Siehe auch:
    http://www.hbs.edu/rhc/
    http://assets.opencrs.com...
    http://www.oecd.org/datao...
    http://www.nytimes.com/20...
    http://www.businessweek.c...
    http://www.businessweek.c...

    .. macht ihn nicht besser.

    > Das ist eine Entscheidung die jeder selbst treffen kann und muss.
    Ist es nicht, und das ist auch keine Frage der persönlichen Einstellung (auch wenn man es in den achso liberalen USA als solche verkaufen will).

    Warum gibt es eine KFZ-Haftpflichtversicherung? Weil man sich gegen Schaden versichert, den man selbst im Schadensfalle nicht tragen kann.

    Warum gibt es Rentenversicherungspflichtbeiträge? Abgesehen vom Umlageprinzip zahlt man die, um sein - um das im menschenlebenverachtenden Neocon-Speak auszudrücken - Langlebigkeitsrisiko abzudecken bzw. sich dagegen zu versichern.

    Warum sollte es in zivilisierten Ländern Krankenpflichtversicherungen geben? Um im Schadensfall versichert zu sein.

    Bei PKW, Altersvorsorge, Krankheit liegt man der Allgemeinheit im "Schadensfall" mit Beiträgen auf der Tasche, die man selbst nicht tragen kann. Wer das nicht einsieht, ist asozial oder einfach nur dumm, weil er konsequenterweise den Löffel abgeben muss, falls die Wette auf das eigene Leben bzw. die Gesundheit schief gegangen ist. So konsequent ist aber kein Mensch, denn der Selbsterhaltungstrieb ist der Stärkste aller Triebe. Dieses Risiko trägt man de facto also nie allein, also muss man auch dafür bezahlen! Wer hier dagegen argumentiert will in letzter Konsequenz nur das übliche "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren".

    Zum Argument "zu teuer", explizit mit Fingerzeig nach Deutschland: die Mißstände im deutschen Gesundheitssystem in Bezug auf Kosten sind nicht abstreitbar, aber es hat zu allerletzt etwas mit der Krankenversicherungspflicht als solchen zu tun. Die Probleme sind vielmehr nicht vorhandene Transparenz (Kassenärtzliche Vereinigungen, Punktesystem, Pharmalobby, etcpp.), öffentliche vs. private Kassen, und dergleichen mehr ...

    Fonds = Geldsammelstelle
    Fond = Rückwärtiger Raum eines Wagens oder Garflüssigkeit
    Font = Schriftart

    Na endlich mal jemand, der auch nachdenkt, bevor er einfach nur die üblichen Worthülsen absondert. Dass die Bürger anderer Länder nicht millionenfach auf den Zug der staatlich verordneten Untertanenlösung aufspringen und das alleinseligmachende System der deutschen Zwangsversicherung übernehmen wollen, kratzt manche offenbar mächtig am Ego. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso einige Ihnen wirklich nur einen Stern zugestehen wollten - was solls.

    Die Frage, ob das deutsche System, das Millionen Menschen in eine Zwangsversicherung ohne Gegenleistung presst, flächendeckend um so vieles besser ist, als das amerikanische, kommt bei den stereotypen "Amerika-ist-schon-aus-Prinzip-schlechter"-Antworten ohnehin nicht zur Sprache. Es passt ja nicht so ganz ins Bild, dass bereits jetzt die Qualität der medizinischen Versorgung in D für einkommensschwache spürbar schlechter ist, und das Schreckensbild der vermeintlich so üblen amerikanischen Verhältnisse eigentlich immer besser die real existierenden deutschen beschreibt. Dies aber, ohne dass die Deutschen je die Möglichkeit hätten, sich für ein alternatives System entscheiden zu können.

    Möglicherweise liegt hier ja auch der Grund für die Aufgeregtheiten. Es ist vielleicht einfach nur der Neid darüber, dass die Amerikaner Uncle Sams Pläne relativ leicht aushebeln und den Präsidenten recht schnell zum EInlenken bewegen können, während das europäische Stimmvieh in puncto Einfluss auf seine Herdenoberaufseher seit Ludwig XIV offenbar nur kosmetische Fortschritte gemacht hat. Oder kann man sich guten Gewissens vorstellen, dass die deutschen Wähler ein ähnlich geartetes Vorhaben der Berliner Regierung zu Fall bringen würden?

    Es geht letztlich gar nicht darum, wie gut oder schlecht das eine oder andere System ist (denn jedes hat seine Vor- und Nachteile), sondern nur darum, welchen Einfluss die Bürger auf die Gestaltung desselben haben.
    Selbst wenn die Deutschen sich mehrheitlich für das aktuell gültige Versicherungssystem entscheiden würden, der entscheidende Punkt ist, dass dies letztlich völlig ohne Belang ist, denn es kommt ohnehin keiner auf die Idee sie zu fragen. Und vielleicht liegt genau der wunde Punkt der zu dem Genöle über die ach so unvollkommenen Amerikaner Anlass gibt.

    Und jetzt freue ich mich schon über die Negativbewertungen.....

    • ttx
    • 17.08.2009 um 14:27 Uhr

    Zitat:
    Davon abgesehen ist das Gesundheitssystem in den US das teuerste aber auch beste

    Kompletter Unsinn. Selbst wenn man die Krankenversorgung für diejenigen Amerikaner, die eine Versicherung haben, mit anderen Industrienationen vergleicht, schneiden die USA nicht durch die Bank besser ab. Manche Behandlungen sind tatsächlich in den USA top, andere allerdings schlechter. Jedenfalls liefert kein Indikator eine Begründung für die horrenden Ausgaben im US-Gesundheitssystem. Das Ganze ist noch bevor wir überhaupt die Problematik der Nichtversicherten betrachten oder aber über privaten Bankrott wegen Zuzahlungen oder Versicherungsverlust usw. reden.

    Alle innovativen Behandlungsmethoden der letzten Jahrzehnte wurden dort erfunden und erprobt und kamen erst mit Jahren verspätung nach Europa

    Auch falsch. Deutschland und Japan etwa sind hochinnovativ im Gesundheitssektor, andere Länder ebenfalls.

    Ebenso gibt es in den US eine viel höhere Dichte an Kliniken, auch auf dem Land

    Völlig daneben, Deutschland bspw. hat mehr Ärzte und mehr Krankenhäuser pro Einwohner - und zwar um ein Vielfaches.

    Die Standardbehandlung eines Versicherten - und das sind nach wie vor die meisten Amerikaner - ist auf dem Niveau eines Privatversicherten in Deutschland

    Wie bereits erwähnt, leider auch hier ein Luftschloss.

    Das kann man gut oder schlecht finden, jedoch sollte jeder die Wahl haben

    Schon mal überlegt, dass durch solche Wahlfreiheit Krankenversicherungen in die Lage versetzt werden, Kunden nach belieben rauszupicken? Der amerkanische Freiheitsgedanke ist zwar niedlich, oft ist er jedoch missverstanden und führt zudem noch am Optimum vorbei.

    Siehe auch:
    http://www.hbs.edu/rhc/
    http://assets.opencrs.com...
    http://www.oecd.org/datao...
    http://www.nytimes.com/20...
    http://www.businessweek.c...
    http://www.businessweek.c...

  6. .. macht ihn nicht besser.

    > Das ist eine Entscheidung die jeder selbst treffen kann und muss.
    Ist es nicht, und das ist auch keine Frage der persönlichen Einstellung (auch wenn man es in den achso liberalen USA als solche verkaufen will).

    Warum gibt es eine KFZ-Haftpflichtversicherung? Weil man sich gegen Schaden versichert, den man selbst im Schadensfalle nicht tragen kann.

    Warum gibt es Rentenversicherungspflichtbeiträge? Abgesehen vom Umlageprinzip zahlt man die, um sein - um das im menschenlebenverachtenden Neocon-Speak auszudrücken - Langlebigkeitsrisiko abzudecken bzw. sich dagegen zu versichern.

    Warum sollte es in zivilisierten Ländern Krankenpflichtversicherungen geben? Um im Schadensfall versichert zu sein.

    Bei PKW, Altersvorsorge, Krankheit liegt man der Allgemeinheit im "Schadensfall" mit Beiträgen auf der Tasche, die man selbst nicht tragen kann. Wer das nicht einsieht, ist asozial oder einfach nur dumm, weil er konsequenterweise den Löffel abgeben muss, falls die Wette auf das eigene Leben bzw. die Gesundheit schief gegangen ist. So konsequent ist aber kein Mensch, denn der Selbsterhaltungstrieb ist der Stärkste aller Triebe. Dieses Risiko trägt man de facto also nie allein, also muss man auch dafür bezahlen! Wer hier dagegen argumentiert will in letzter Konsequenz nur das übliche "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren".

    Zum Argument "zu teuer", explizit mit Fingerzeig nach Deutschland: die Mißstände im deutschen Gesundheitssystem in Bezug auf Kosten sind nicht abstreitbar, aber es hat zu allerletzt etwas mit der Krankenversicherungspflicht als solchen zu tun. Die Probleme sind vielmehr nicht vorhandene Transparenz (Kassenärtzliche Vereinigungen, Punktesystem, Pharmalobby, etcpp.), öffentliche vs. private Kassen, und dergleichen mehr ...

    Antwort auf "Fond, nicht Font"
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    Weil Deutsche auf "Pflicht", da Sie das schon so fettgeschrieben herausheben, stehen. Ihr Haupt"argument" besteht darin den Begriff "Pflicht" ständig zu wiederholen. Um Sie zu zitieren "Immer wieder den selben Quatsch zu wiederholen.."
    Alles muss gleich sein. Alles muss verpflichtend sein.
    Vater Staat schließt die Toitschen in seine eiserne Umarmung und die meisten finden's gut - wer nicht, und das sind immer mehr, der muss halt "auswandern".
    Trotz jährlich neuer Rekordzahlen dieser Flüchtenden setzt bei den Politikern, und offensichtlich auch vielen Bürgern, keinerlei Lernprozess oder Umdenken ein. Mehr noch, Leute die andere Vorstellungen haben sind eben einfach "dumm" (ich zitiere Sie: "Wer das nicht einsieht, ist asozial oder einfach nur dumm") und wissen es einfach nicht besser - umso mehr Grund sie zwangszubeglücken. Papa weiss schon was das Beste ist.
    Kategorien wie "asozial" haben übrigens eine unrühmliche Historie und sollten eigentlich aus dem aktiven Wortschatz verschwunden sein.

    Weil Deutsche auf "Pflicht", da Sie das schon so fettgeschrieben herausheben, stehen. Ihr Haupt"argument" besteht darin den Begriff "Pflicht" ständig zu wiederholen. Um Sie zu zitieren "Immer wieder den selben Quatsch zu wiederholen.."
    Alles muss gleich sein. Alles muss verpflichtend sein.
    Vater Staat schließt die Toitschen in seine eiserne Umarmung und die meisten finden's gut - wer nicht, und das sind immer mehr, der muss halt "auswandern".
    Trotz jährlich neuer Rekordzahlen dieser Flüchtenden setzt bei den Politikern, und offensichtlich auch vielen Bürgern, keinerlei Lernprozess oder Umdenken ein. Mehr noch, Leute die andere Vorstellungen haben sind eben einfach "dumm" (ich zitiere Sie: "Wer das nicht einsieht, ist asozial oder einfach nur dumm") und wissen es einfach nicht besser - umso mehr Grund sie zwangszubeglücken. Papa weiss schon was das Beste ist.
    Kategorien wie "asozial" haben übrigens eine unrühmliche Historie und sollten eigentlich aus dem aktiven Wortschatz verschwunden sein.

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