Filialgeschäft Eine Post-Epoche geht zu Ende
Rund 500 Postämter gibt es – noch. Denn die Deutsche Post will bis Ende 2011 alle ihre verbliebenen Filialen an Einzelhändler abgegeben haben. Welche Konsequenzen das hat
Die gelbe Spielebox wirkt jetzt schon wie aus einer anderen Zeit. "Kinderpost" steht auf dem gelben Karton, und darunter ist ihr Inhalt abgebildet, nämlich "alles, was ein Postamt jeden Tag so braucht": Umschläge, amtliche Vordrucke, Formulare, Briefmarken, Stempel, Stempelkissen. Ein Postamt fürs Kinderzimmer. Mit Utensilien aus einer Epoche, die jetzt zu Ende geht.
Ende 2011 nämlich wird die Deutsche Post ihr letztes Postamt in Deutschland schließen. Wie der Konzern am Wochenende bestätigte, sollen die restlichen rund 500 von ehemals mehr als 12.000 eigenen Filialen verkauft werden, um Kosten zu sparen. Das Schaltergeschäft soll an sogenannte Postpartner abgegeben werden – an Einzelhändler also, die sich mit dem Brief- und Paketgeschäft einen Nebenverdienst sichern möchten. Ende 2011 wird es das traditionsreiche Postamt dann endgültig nicht mehr geben. Wer "zur Post" geht, besucht in Wirklichkeit eine "Partnerfiliale".
Warum schließt die Deutsche Post AG ihre Filialen?
Der Konzern will Kosten einsparen. Schon seit 1993 hat die Post nach und nach auf das Partnerkonzept gesetzt. Mit der Liberalisierung musste sich die Post Anfang der 90er Jahre ganz neu aufstellen und wirtschaftlicher arbeiten. Zunehmende Konkurrenz im Paketgeschäft zwang sie dazu. Und seit längerem versuchen andere Postdienstleister, die Deutsche Post auch im Briefgeschäft herauszufordern. Dort sinken ohnehin seit Jahren die Umsätze. Denn Internet und E-Mail verdrängen zunehmend den klassischen Brief.
Weil sich die Post mit sinkenden Margen konfrontiert seht, spart sie an Miete und Personal. Partnerfilialen sollen preiswerter arbeiten, weil sie das Geschäft mit Briefmarken und Versand neben ihrem eigentlichen Angebot unter einem Dach abwickeln. Postpartner werden übrigens auch in anderen Ländern wie zum Beispiel Österreich eingesetzt. Dort hat sogar die Kirche angeboten, Postämter zu übernehmen.
Was wird mit den Mitarbeitern?
Die Beschäftigten müssen sich nicht um ihre Jobs sorgen. Das sagt zumindest die Post. Das Unternehmen habe mit den Gewerkschaften den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2011 vereinbart. Den Kollegen würden Tätigkeiten in anderen Bereichen des Konzerns angeboten, heißt es. Die Post hat derzeit noch 115.000 Tarifbeschäftigte.
Die Gewerkschaft Ver.di kritisiert, dass es offenbar das Ziel der Post sei, mit Blick auf auslaufende Tarifverträge eine Arbeitszeitverlängerung auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich durchzusetzen sowie Besitzstandsregelungen und die zum Dezember vereinbarte Lohnerhöhung um drei Prozent zu streichen.
Was ändert sich für die Kunden?
- Datum 17.08.2009 - 09:53 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 35
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usibrink
Eine gute Nachricht: Postagenturen beim Einzelhandel sind länger geöffnet als die bisherigen Postämter und -filialen, nämlich normalerweise unter der Woche mindestens von 8 bis 18 Uhr durchgehend. Bei uns öffnet die Postfiliale erst um 9.30 und schließt zwischen 12.30 und 14.30, also genau dann, wenn Berufstätige "schnell mal zur Post" wollen. Und die Leute hinterm Schalter freuen sich, wenn man kommt und ihnen was zu verdienen gibt ,und sind entsprechend freundlich und hilfsbereit.
Seitdem die Post bei uns (6000EW) ihr Büro in ein EKZ gleich daneben verlagert hat, ist der Service deutlich besser und freundlicher, die Öffnungszeiten verlängert.
Während in der Hauptstelle des Ortes die Post immer noch residiert (anders nicht zu benennen!), genau so unfreundliche Personalmanieren hat und mit beamtenmäßigen Öffnungszeiten für Normalarbeitende völlig unsinnig geblieben ist.
Fazit: Das kann nur besser werden.
Seitdem die Post bei uns (6000EW) ihr Büro in ein EKZ gleich daneben verlagert hat, ist der Service deutlich besser und freundlicher, die Öffnungszeiten verlängert.
Während in der Hauptstelle des Ortes die Post immer noch residiert (anders nicht zu benennen!), genau so unfreundliche Personalmanieren hat und mit beamtenmäßigen Öffnungszeiten für Normalarbeitende völlig unsinnig geblieben ist.
Fazit: Das kann nur besser werden.
Die Post baut nicht ihr eigenes De-Mail, sondern ein Konkurrenzprodukt dazu.
Diese "Kinderpost" hatte Filialen, die man zu Fuss erreichen konnte. Dort musste man nicht ewig in der Schlange warten, sondern wurde zügig bedient.
Das sieht jetzt ganz anders aus, wenn man sich in eine Post-Filiale begibt.
Der Grund zur Abschaffung von Personal und Aufgabe der Filialen ( Verkauf von zentral gelegenen Immobilien gibt ordentlich Geld) ist die Gier der Manager ( Zumwinkel hat ja vorgemacht, wie es geht ).
Dass man dabei das eigene Vertriebsnetz zerstört, wird mit durchsichtigen Argumenten verbrämt ). Wenn das ehemalige Volksvermögen endgültig verzehrt ist,
machen sich die Nutznießer aus dem Staub. Die Post ist dann abgewickelt.
Private Dienstleister werden sicherlich nicht die Fläche bedienen, sondern im Zentrum verdienen wollen.
Was die wenigsten Leute noch wissen dürften, schon gar nicht aus persönlicher Erfahrung: so hat die Post angefangen.
Früher gab es sog. "Postagenturen", die dann in "Poststellen" umbenannt wurden, überall. Ein Postamt gab es, wie der Name ja schon sagt, nur als echtes Amt. Wo eben die Verteilung organisiert wurde, und eben amtliche Dinge erledigt werden konnte. Davon gab es aber nur wenige, so wie es auch nur wenige Finanzämter gibt.
Der Normalfall war seine Postsendungen bei einem Laden um die Ecke zu erledigen.
Damals war, besonders vor dem Telephon, die Post auch noch weitaus stärker genutzt.
Dann kam das Telephon und als erstes wurden viele Postagenturen geschlossen weil der Umsatz wegbrach. Die Geschichte der Post ist eine des Strukturwandels.
Und was blieb waren eben die "Postämter", deren Zahl wurde dann in den Folgejahren wieder leicht ausgedehnt, weil auch z.B. die Postbank als große Privatkundenbank dazukam.
Die Schließung von Postfilialen ist eigentlich nur ein Zurück zu den Wurzeln.
Und für mich weitaus bequemer. Bei uns ist eine moderne Postagentur im klimatisierten Supermarkt, da kann ich meine Postsachen - meist eh nur Pakete von eBay Verkäufen, wann verschick ich schon einen Brief - und meinen Einkauf gleichzeitig erledigen. Weitaus praktischer als zuvor als es noch ein "Postamt" bei uns im Ort gab. Freilich gibt es immer viele Leute die jegliche Art der Veränderung per se negativ finden - entsprechend war auch ein älterer Herr kurz vor der Schließung des Postamts dort als ich auch dort war und hat mit hochrotem Kopf geschimpft. Ich glaub der wollte einfach allgemeinen Frust loswerden.
Die graue Post ( jetzt Telekom ) war immer in den schwarzen Zahlen und hat mit ihrem Überschuss die gelbe Post mitgetragen. Steuergelder wurden nicht fällig.
Die Zerschlagung der ehemaligen Staatsbetrieb hat abertausende von sicheren Arbeitsplätzen gekostet und den Service verschlechtert.
Zur Zeiten der "Kinderpost" gab es aber nicht den Zwang, Gewinne um jeden Preis zu erwirtschaften. Die irrsinnigen Gehälter a la Zumwinkel wären unvorstellbar gewesen.
Die als teuer aphostrophierten Beamten haben für ein paar Tausend Mark die gleiche Arbeit erledigt.
...zu sehen, dass es immer noch Leute gibt, die Mähr vom defizitären Staatsbetrieb glauben.
Der Verbund Kommunikation (Telefon, Post) wird zerschlagen, Vorstände inthronisiert, in deren Richtung der Geldstrom gelenkt wird.
Ach ganz Vergessen. Die Angestellten werden auf die Straße gesetzt, damit der Geldstrom weiter verstärkt Richtung Oben fließen kann.
Wie kann ich als Staat so dumm sein und meine Infrastruktur aus den Händen geben?
gab es für alle drei Unternehmensteile seinerzeit 1500 Beamte, einen Minister mit Ministergehalt (Herrn Zumwinkel würde angesichts der Summe sofort der Schlag treffen ), zwei Staatssekretäre mit noch weniger Gehalt; bei der Trennung in drei Unternehmen wuchs z.B. die Telekomzentrale allein zeitweise auf 6000 Mitarbeiter. Zu "Bundespost"Zeiten betrug der Anteil der höheren Beamten 0,4 % am Gesamtbestand und schnellte nach der Privatisierung in allen drei Unternehmen auf ca. 10 % des Personalbestandes, häufig dann aber als Angestellte mit ausgehandelten Verträgen, mit der die Besoldung eines gleichrangigen Beamten weit übertroffen wurde, Beamte wurden überredet, sich beurlauben zu lassen und wurden als besser bezahlte Angestellte wieder eingestellt, Argument: die Beamtenbesoldung sei zu niedrig !!
Schöne private Welt, aber nicht unbedingt für die Kunden. Privat ist besser, schneller, höher, weiter....weiter ja, gelbe Autos der Deutschen Post sind in Neuseeland und Sri Lanka zu bewundern, es ist unbestritten ein Weltkonzern geworden, aber der einzelne Kunde hat einen weiteren Weg zum Briefkasten, zur Filiale, zur Agentur. Während die Kompetenz der Briefzusteller unverändert geblieben ist, trifft dies auf den Annahmedienst nicht mehr zu. Schalterdienst kann jeder, die frühere zweijährige Ausbildung ist nicht mehr erforderlich, weil das Angebot an Dienstleistungen stark reduziert und vereinfacht wurde.
Fazit: Privat heißt weniger Service, weniger Kompetenz und Qualität, wo sollte sonst der Gewinn herkommen ?
Die alte Post war für den Kunden bequem und vielfältig, aber der schwerfällige (preiswerte) Beamtenapparat passte nicht mehr in die Zeit und die Kunden freuten sich über das Mobbing und klatschten Beifall, der inzwischen deutlich leiser wurde.
Markus
...zu sehen, dass es immer noch Leute gibt, die Mähr vom defizitären Staatsbetrieb glauben.
Der Verbund Kommunikation (Telefon, Post) wird zerschlagen, Vorstände inthronisiert, in deren Richtung der Geldstrom gelenkt wird.
Ach ganz Vergessen. Die Angestellten werden auf die Straße gesetzt, damit der Geldstrom weiter verstärkt Richtung Oben fließen kann.
Wie kann ich als Staat so dumm sein und meine Infrastruktur aus den Händen geben?
gab es für alle drei Unternehmensteile seinerzeit 1500 Beamte, einen Minister mit Ministergehalt (Herrn Zumwinkel würde angesichts der Summe sofort der Schlag treffen ), zwei Staatssekretäre mit noch weniger Gehalt; bei der Trennung in drei Unternehmen wuchs z.B. die Telekomzentrale allein zeitweise auf 6000 Mitarbeiter. Zu "Bundespost"Zeiten betrug der Anteil der höheren Beamten 0,4 % am Gesamtbestand und schnellte nach der Privatisierung in allen drei Unternehmen auf ca. 10 % des Personalbestandes, häufig dann aber als Angestellte mit ausgehandelten Verträgen, mit der die Besoldung eines gleichrangigen Beamten weit übertroffen wurde, Beamte wurden überredet, sich beurlauben zu lassen und wurden als besser bezahlte Angestellte wieder eingestellt, Argument: die Beamtenbesoldung sei zu niedrig !!
Schöne private Welt, aber nicht unbedingt für die Kunden. Privat ist besser, schneller, höher, weiter....weiter ja, gelbe Autos der Deutschen Post sind in Neuseeland und Sri Lanka zu bewundern, es ist unbestritten ein Weltkonzern geworden, aber der einzelne Kunde hat einen weiteren Weg zum Briefkasten, zur Filiale, zur Agentur. Während die Kompetenz der Briefzusteller unverändert geblieben ist, trifft dies auf den Annahmedienst nicht mehr zu. Schalterdienst kann jeder, die frühere zweijährige Ausbildung ist nicht mehr erforderlich, weil das Angebot an Dienstleistungen stark reduziert und vereinfacht wurde.
Fazit: Privat heißt weniger Service, weniger Kompetenz und Qualität, wo sollte sonst der Gewinn herkommen ?
Die alte Post war für den Kunden bequem und vielfältig, aber der schwerfällige (preiswerte) Beamtenapparat passte nicht mehr in die Zeit und die Kunden freuten sich über das Mobbing und klatschten Beifall, der inzwischen deutlich leiser wurde.
Markus
... aufgrund des Privatisierungswahnsinns.
Ich weis ja nicht, was die Vorredner mit längeren Öffnungszeiten meinen, aber Sachen wie Packstation / Briefkästen und ähnliches sind 7 x 24 Stunden die Woche geöffnet. Wenn man Ausnahmesendungen hat, braucht man die Filialen, aber man muss auch einsehen, dass man hier ein "vernünftiges" Personal braucht, und bei der Flächen Abdeckung die geleistet wird, dass die Filialen nicht ständig geöffnet haben.
Die "privaten" sind hier aktuell noch schlechter: Packete von Hermes, GLS, DPD oder sonst wo abzuholen bedeutet, wenn es überhaupt möglich ist, sich auch an betimmte Ladenöffnungszeiten zu halten, z.B. es gibt hier auch Filialen, die am Montag nicht aufhaben, oder nur Vormittags, oder man fährt mal eben 40 Km zum nächsten Auslieferungslager etc.
Was die Privatisierung der Post gebracht hat:
1. Schlechteren Service - aufgrund weniger Filialen - (Bitte an den ländlichen Raum denken)
2. Langsamere Briefzustellung (fürher innerhalb von Deutschland wurde die Masse der Post in 24 Std. erledigt DHL / ddt. Post schaffen dies immer noch ) - Hermes, TNT, etc. brauchen bis zu 14 Tagen.
3. Es werden Löhne gezahlt, die mit Sozialhilfe aufgestockt werden müssen.
(Anm.: Die "Privaten" fahren keine Defizite ein, und dennoch, legt der Staat Geld drauf, warum also nicht gleich die gute alte Post?! - Mindestlöhne sind Hungerlöhne, und diese müssen nur gezahlt werden, wenn man einen einstellt hat, der nur Post verteilt. Kann man ihm noch eine andere Aufgabe auf Auge drücken, so dass die Postverteilung als Nebentätigkeit gesehne wird, darf man unter dem Mindestlohngrenze bleiben! TNT würde in manchen Regionen, die Briefzustellung streichen, wenn sie nicht andere Vertilwege gefunden hätte!)
4. Der Tarifwildwuchs geht weiter!
Fazit: Der Verbraucher direkt gesehn weniger, und hat auch weniger Service, indirekt zahlt er aber mehr wie früher.
Ihr Gesicht möchte ich mal sehen, wenn - man erinnere sich an die exorbitanten Telefonkosten zu Zeiten der alten Bundespost- sich Ihre Telefon/Handy/Internetrechnung (die seit der Privatisierung und Marktöffnung, bezogen auf die Menge und Qualität der erbrachten Leistung, mit jedem Jahr weiter verbilligt hat) mal eben durch eine hypothetische Rückabwicklung der Privtisierung verdreifacht! Und wärem wir heue noch bereit, wochen- und monatelang auf die Neuinstallation eines Telefonanschlusses zu warten und vor grantigen Postbeamten als Bittsteller aufzutreten?
Ihr Gesicht möchte ich mal sehen, wenn - man erinnere sich an die exorbitanten Telefonkosten zu Zeiten der alten Bundespost- sich Ihre Telefon/Handy/Internetrechnung (die seit der Privatisierung und Marktöffnung, bezogen auf die Menge und Qualität der erbrachten Leistung, mit jedem Jahr weiter verbilligt hat) mal eben durch eine hypothetische Rückabwicklung der Privtisierung verdreifacht! Und wärem wir heue noch bereit, wochen- und monatelang auf die Neuinstallation eines Telefonanschlusses zu warten und vor grantigen Postbeamten als Bittsteller aufzutreten?
...zu sehen, dass es immer noch Leute gibt, die Mähr vom defizitären Staatsbetrieb glauben.
Der Verbund Kommunikation (Telefon, Post) wird zerschlagen, Vorstände inthronisiert, in deren Richtung der Geldstrom gelenkt wird.
Ach ganz Vergessen. Die Angestellten werden auf die Straße gesetzt, damit der Geldstrom weiter verstärkt Richtung Oben fließen kann.
Wie kann ich als Staat so dumm sein und meine Infrastruktur aus den Händen geben?
Seitdem die Post bei uns (6000EW) ihr Büro in ein EKZ gleich daneben verlagert hat, ist der Service deutlich besser und freundlicher, die Öffnungszeiten verlängert.
Während in der Hauptstelle des Ortes die Post immer noch residiert (anders nicht zu benennen!), genau so unfreundliche Personalmanieren hat und mit beamtenmäßigen Öffnungszeiten für Normalarbeitende völlig unsinnig geblieben ist.
Fazit: Das kann nur besser werden.
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