Schweinegrippe Big Business mit der Impfspritze
Ob Tamiflu oder Impfstoffe: Die Schweinegrippe ist für Pharmakonzerne ein Lottogewinn. Doch eine einfache und sichere Einnahmequelle ist sie noch lange nicht
Das Geschäft von Novartis und GlaxoSmithKline (GSK) boomt: Allein Deutschland hat bei den zwei Pharmariesen Impfstoffe gegen die Schweinegrippe im Wert von 500 Millionen Euro bestellt. In den kommenden Tagen wollen die Gesundheitsminister der Länder zusammen mit Berlin über eine Nachbestellung entscheiden. Für die Hersteller ist das ein gigantisches Geschäft: Impfstoff im Wert von allein 1,5 Milliarden Euro müsste her, wenn die gesamte deutsche Bevölkerung sich pieksen lassen soll.
Die Schweinegrippe beschert den Pharmaherstellern Milliardenumsätze. Allein dem britischen Unternehmen GSK liegen Bestellungen von mehr als 290 Millionen Dosen vor. Die US-Regierung hat Verträge im Wert von mehr als 250 US-Dollar mit GSK geschlossen. Dabei ist der Impfstoff noch in der Erprobung. Erst vergangene Woche startete GSK in Deutschland mit der ersten größeren Teststudie.
Auch der Schweizer Novartis-Konzern kann zufrieden sein. Von knapp 40 Regierungen hat Novartis bereits Bestellungen erhalten, darunter zwei riesige Aufträge aus Washington mit einem Volumen von knapp 980 Millionen US-Dollar. Im Wettrennen um Absatzmärkte hat Novartis in den vergangenen Monaten enorm investiert. Statt wie üblich die Viren in Hühnereiern zu vermehren, haben die Schweizer ein neues Verfahren in Zellkulturen entwickelt, das den Herstellungsprozess von Monaten auf Wochen verkürzt – ein wichtiges Verkaufsargument für Verhandlungen mit Regierungen. Die Pharmaanalysten sind verzückt. Die Investmentbank UBS schätzt, dass die Impfwelle Novartis ein Umsatzplus von 1,6 Milliarden US-Dollar in die Kasse spült.
Doch das Impfgeschäft ist risikoreich – egal, ob es sich um Präparate gegen die Schweinegrippe oder die gewöhnliche, saisonale Grippe handelt. Das Grippevirus ist jedes Jahr ein anderes und verändert sich sogar ganz spontan. Zudem kann es sein, dass der Wirkstoff nicht wie gehofft anschlägt. Und so können sich die investierten Millionen auch schnell als "sunk cost" entpuppen, als Kosten, auf denen die Hersteller erst einmal sitzen bleiben.
Vor allem aber ist es ein einmaliges Vergnügen: Ist das Mittel erfolgreich, ist eine weitere Impfung nicht erforderlich. Novartis und GSK freuen sich zurzeit also über Sondereffekte. "Wichtig ist: Das sind keine nachhaltigen und langfristigen Einnahmen und Gewinne, die aus diesem Geschäft resultieren, und sie sollten als weniger wertvoll bewertet werden", schreiben Credit-Suisse-Analysten in einer aktuellen Studie. Auch UBS-Pharmaexperte Fabian Wenner dämpft die Euphorie: "Die Regierungsbestellungen sind natürlich relevante Summen, aber man muss abwarten, wann die Impfstoffe tatsächlich ausgeliefert werden und die Summen verbucht werden."
Eine Berg- und Talfahrt erlebt der Schweizer Pharmagigant Roche. Er stellt Tamiflu her, das kein Impfstoff ist, sondern neben Relenza von GSK das wohl bekannteste Grippe-Heilmittel mit antiviraler Wirkung. Nach der Tamiflu-Entwicklung rund um die Jahrtausendwende galt es in der Branche zuerst als Flop, die Verkaufszahlen dümpelten auf niedrigem Niveau vor sich hin, auch, weil die Grippewellen milde verliefen. Doch per Zufall entdeckten die Forscher, dass Tamiflu gegen die seit 2005 grassierende, tödlich verlaufende Vogelgrippe H5N1 wirkte. H5N1 kurbelte den Absatz an. Tamiflu wurde das Grippemittel der Wahl und bescherte Roche Rekordumsätze.
Doch in den vergangen Jahren verlor die Vogelgrippe an Bedeutung, die Angst in der Bevölkerung ging zurück – und entsprechend der Absatz. Allein der Hersteller Chugai aus Japan, das einer der wichtigsten Tamiflu-Märkte weltweit ist, verzeichnete im Jahr 2008 bei Tamiflu einen Gewinneinbruch von knapp 80 Prozent. Das Unternehmen ist eine Tochter des Roche-Konzerns.
Die Absatzflaute währte jedoch nur kurz. Die Tatsache, dass sich Schweinegrippe-und Vogelgrippe-Virus ähneln, lässt seit Anfang des Jahres erneut die Kasse klingeln. In diesem Jahr rechnet Chugai laut Jahresbericht "wegen der zu erwartenden Bevorratung der Regierungen und der angezogenen Verschreibung von saisonalen Grippemitteln" mit Verkaufserlösen von etwa 400 Millionen Euro – ein Plus von mehr als 530 Prozent zum Vorjahr.
Doch ein Goldesel ist Tamiflu deswegen noch lange nicht. Die Abnehmerzahl ist eher begrenzt. In Asien wird es zwar relativ häufig verschrieben – dort nimmt allerdings auch die Zahl der Resistenzen bereits zu. In erster Linie bestellen Regierungen in aller Welt das Mittel, aber die erweisen sich häufig als schwierige Kunden. Sobald offenkundig ist, dass Grippewellen weniger schlimm ausfallen, halten sie sich auch in den Bestellungen zurück. Novartis klagte jüngst, dass man mittels Rabatten den Regierungen saisonale Grippemittel schmackhaft machen müsse. In der Vergangenheit wurden sogar E-Mails bekannt, in denen sich Roche offenbar gezielt an Gesundheitsministerien wandte, um vor Lieferengpässen zu warnen und den Absatz anzukurbeln. Für Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber des unabhängigen Arznei-Telegramms und seit Jahren lautstarker Kritiker der Pharmabranche, ein "komplett unethisches Verhalten". Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete und Arzt Wolfgang Wodarg kritisiert den Druck der Pharmaunternehmen: "Ich halte die Schweinegrippe für eine unverantwortliche, wirtschaftlich motivierte Panikmache."
"Das war keine Erpressung", verteidigt sich hingegen Roche-Sprecher Hans-Ulrich Jelitto, "wir haben nur darauf hingewiesen, dass wir Aufträge entsprechend dem Eingang der Bestellung bearbeiten." Tamiflu sei inzwischen ein weltweit gefragtes Präparat, daher sei der Vorwurf, gezielt Druck auszuüben, komplett abwegig.
Inzwischen ist man allerdings in dem Unternehmen bemüht, die Bedeutung Tamiflus in der Produktpalette herunterzuspielen. Im ersten Halbjahr hätte das Unternehmen insgesamt 24 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht. Tamiflu habe daran nur einen Anteil von einer Milliarde. Sprecher Jelitto: "Unser Unternehmen geht nicht unter, wenn Tamiflu nicht mehr zum Einsatz kommt."
- Datum 02.09.2009 - 14:42 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete und Arzt Wolfgang Wodarg kritisiert den Druck der Pharmaunternehmen: "Ich halte die Schweinegrippe für eine unverantwortliche, wirtschaftlich motivierte Panikmache."
Ach was! (Loriot)
Wieviel von den 500 Millionen Euro fliessen wohl direkt und indirekt in Bakschisch für Medien/PR und an politische Entscheidungsträger ...
Was wirklich? SPD-Wodarg? Das ist ja kaum zu glauben! :)
Was wirklich? SPD-Wodarg? Das ist ja kaum zu glauben! :)
Die Aktien sind frei käuflich.
Woran merken wir, dass die Pharmakonzernbosse Inseln oder neue Häuser kaufen wollen?
Es ist ein neuer Virus im Umlauf!
Die Pharmaindustrie ist die größte der Welt, warum wohl?
Nach der nächsten Impfwelle wird sich einmal mehr herausstellen, dass mehr Menschen an Impfschäden verstorben sind als an der Schweinegrippe selber.
Aber Hauptsache der Pharma geht es gut!
Ich könnte kotzen!
Was wirklich? SPD-Wodarg? Das ist ja kaum zu glauben! :)
Das ganze ist nur ein riesiges Konjunkturprogramm für die Pharmaindustrie. Nachdem die Banken weltweit Billionenbeträge abgeräumt haben, wollte man in der traditionell raffgierigsten Industrie natürlich nicht zurückstehen.
Wer der Pharmaindustrie glaubt, muss nicht ganz dicht im Kopf sein. Insofern könnte der "medizinische Großversuch" mit unerprobten, teilweise zweifelhaften, auf Krebszellen gezüchteten Impfstoffen einen evolutionär selektiven Fortschritt für die Menschheit bringen. Die Anwärter für den nächsten Darwin-Award stehen schon Schlange.
(Entschuldigung, ich habe nur versucht, dieser ganzen Schweinegrippeverblödungshysterie wenigstens etwas Positives abzugewinnen)
Es wäre sicherlich ganz interessant welche Ziel/Bevölkerungsgruppen "nicht ganz dicht im Kopf" ist.
Es wäre sicherlich ganz interessant welche Ziel/Bevölkerungsgruppen "nicht ganz dicht im Kopf" ist.
Es wäre sicherlich ganz interessant welche Ziel/Bevölkerungsgruppen "nicht ganz dicht im Kopf" ist.
für solch horrende Summen Impfstoffe zu kaufen?
Es wurde ja geradezu ein Wettbewerb betrieben, wer die größte Prozentzahl der Bevölkerung mit Impfstoff versorgen könne.
Sehr viele Mediziner haben nach kurzer Zeit - als sich herausstellte, dass die "Schweinegrippe" viel weniger Todesopfer forderte als anfangs befürchtet - eine systematische Impfung der Bevölkerung für nicht erforderlich gehalten.
Die Panikmache ist ja wohl auch (zum Teil) durch die Medien geschürt worden und passte gut ins Sommerloch.
Hier sind nicht die Serumhersteller allein anzuschuldigen, die ja gewissermaßen gehetzt wurden, endlich genügend Material zu beschaffen.
Die Rettung vor der Schweinegrippe ist nicht Isolation, sondern Kooperation
Veröffentlicht am Mittwoch, 20. Mai 2009
In den Nachrichten (aus Stratfor): „Die Geopolitik von Pandemien”. Der (Schweinegrippe) Virus verbreitete sich schneller als Nachrichten über den Virus. Als die Nachrichten über den Virus schließlich den Virus einholten, wurde die weltweite Wahrnehmung durch eine Serie von Toten geschärft, die plötzlich in Mexiko auftraten. … Viren, die durch zufälligen menschlichen Kontakt verbreitet werden, können sich global durchsetzen, bevor irgendjemand davon weiß. Mit dem modernen Luftverkehr verbreiten sich Krankheiten weltweit innerhalb von Tagen oder sogar Stunden.
Die wahre Gefahr für die Menschheit, wenn sie überhaupt kommt, wird nicht von der Grippe ausgehen, sondern von einer Krankheit, die durch gewöhnlichen menschlichen Kontakt verbreitet wird, jedoch mit einer höheren Sterberate und unklarer Behandlung.
Mein Kommentar: Die Schweinegrippe hat gezeigt, dass die Menschheit nicht in der Lage ist, einen Virus zu stoppen. Das ist so, weil es keine globale Infrastruktur für die Gesundheit gibt, die schnell die benötigte Medizin entwickeln, herstellen und an die Kranken in der Welt liefern kann. Unsere Rettung kann nicht dadurch kommen, dass wir versuchen, uns voneinander zu isolieren, sondern vom Gegenteil - gemeinsame Kooperation! mehr unter.....
http://www.laitman.de/?s=...
Celine Polo
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