Wirtschaftswachstum Ende der Rezession, nicht Ende der Krise

Die Rezession in Deutschland und Frankreich scheint gestoppt. In Europa ist das Bild gespalten. Risiken für die Konjunktur bleiben

Zahlreiche Länder der Eurozone konnten sich im zweiten Quartal aus der Rezession befreien: In Deutschland und Frankreich ist die Wirtschaftsleistung jeweils um 0,3 Prozent gewachsen, das  Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Slowakei legte sogar um 2,2 Prozent zu. In vielen anderen Euro-Staaten fielen die Rückgänge deutlich geringer aus als zu Jahresauftakt.

Vor allem dank der verbesserten Wirtschaftsleistung der beiden größten Volkswirtschaften der Euro-Zone, Deutschland und Frankreich, konnte der Konjunktureinbruch nahezu gestoppt werden. Im zweiten Quartal schrumpfte das BIP der Euro-Zone im Vergleich zum Vorquartal nur noch um 0,1 Prozent, nach minus 2,5 Prozent im Vierteljahr zuvor. Verglichen mit dem Vorjahresquartal ging das BIP freilich noch um 4,6 Prozent zurück.

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Die Zahlen der EU-Chefstatistiker übertrafen die Erwartungen der EU-Kommission. "Die Lage ist viel besser als wir es angenommen hatten", sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde. Im Frühjahr war die EU-Kommission noch von einem Minus von 0,7 Prozent für das zweite Quartal in der Euro-Zone und der EU-27 ausgegangen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet trotzdem nur mit einer langsamen Erholung in der gesamten Euro-Zone. Die Konjunktur werde im zweiten Halbjahr 2009 schwach bleiben – unter anderem, da die Lage auf dem Arbeitsmarkt sich weiter verschlechtern dürfte, heißt es in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht für August. Erst für 2010 sei nach einer Phase der Stabilisierung mit einer Erholung zu rechnen. Damit  bestätigte die Notenbank frühere Angaben von EZB-Chef Jean-Claude Trichet.

Von der EZB befragte Volkswirte haben ihre Konjunkturerwartungen für das laufende Jahr weiter gesenkt. Sie erwarten, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone im Gesamtjahr 2009 um 4,5 Prozent sinkt. Im April hatten sie lediglich einen Rückgang von 3,4, Prozent erwartet. Für die Untersuchung befragt die EZB alle drei Monate Fachleute von europäischen Banken sowie Institutionen der Europäischen Union.

Die deutsche Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal, verglichen mit dem ersten, überraschend um 0,3 Prozent. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mit. "Das ist das erste Wachstum nach einem Jahr stetigen Schrumpfens", sagte ein Statistiker. Konsum, Bauinvestitionen und Außenhandel schoben die Konjunktur wieder an. Analysten hatten mit einem erneuten Minus von 0,3 Prozent gerechnet.

Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung mit revidiert 3,5 (bisher: 3,8) Prozent so stark eingebrochen wie noch nie. Ein Wachstum hatte es zuletzt im ersten Quartal 2008 gegeben.

"Nach dem beispiellosen Sturzflug der Wirtschaft ist die Rezession nun beendet", kommentierte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, die Daten. "Das Wachstum im Frühjahr wird keine Eintagsfliege bleiben." Im dritten Quartal werde die Wirtschaft Fahrt aufnehmen und könnte bis zu einem Prozent wachsen.

Grund dafür sei die Erholung der Weltwirtschaft. Die Auftragseingänge der Industrie hätten bereits stark zugelegt und der Export werde wieder zum Wachstumsmotor. "Der Unsicherheitsschock nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman ist abgeklungen", sagte Krämer. Die Unternehmen weltweit holten jetzt Investitionen nach. Ähnlich äußerte sich Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. "Die weltweite Angst, dass nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman das Finanzsystem kollabieren könnte, ist vorüber", sagte er.

Leser-Kommentare
  1. Obwohl die karge Meldung kaum mehr enthält als Jubel über eine vergleichsweise wenig aussagekräftige Zahl, versteigt man sich in der zweiten Zeile gleich zu der Aussage "Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ist zu Ende". Als wenn das scheinbare Wachsen der Fingernägel einer Leiche zum Beweis genommen würde, dass der Betreffende mit dem Sterben aufgehört habe.

  2. Liebe Zeitredaktion!

    Berichten Sie doch bitte einfach nach der BTW weiter!

    Ich glaueb Ihnen bis dahin ohnehin kein Wort.

    Danke.

  3. ...Vergleiche mit den "Boom"-(=völlig überhitzten,aufgeblasenen,künstlichen) Erfolgsmonaten, um dann den SCHLIMMSTEN Rückgang der Nachkriegszeit zu ziehen. Das ist immernoch dieselbe nur noch nervende Panikmache, von der man mittlerweile Kopfschmerzen kriegt. Man merkt doch, dass Zahlen keinen Wert mehr haben! Weder negativ noch positiv. Also Ruhe!

  4. Wollten wir nicht wegkommen von den kurzfristigen Zielen und hin zu langfristigen? Was ist jetzt damit? Nur weil ein Quartal "gut" ist kann man doch nicht behaupten die Krise wäre vorbei, wenn auf das Jahr gerechnet ein Minus von 6% erwartet wird.
    Man kann von Glück sagen das für dieses nichts von einem Artikel nicht auch noch Druckerschwärze verschwendet wurde.

  5. Und ? Der einfache Arbeitnehmer wird trotzdem weiterhin ausgepresst bis übers Limit, damit das renditegeile Kapital doch bitte, bitte im Lande bleibt.
    Wozu? Damit die noch mehr pressen können, dank Merkel und korrupter Baggage?
    Ne, der einfache Bürger blecht noch weiter für die Blutsauger, natürlich beschützt von unseren Volksvertretern, und die werden dann auch noch wieder gewählt.
    Einfach unglaublich, ich fühle mich wie in einer Paralellwelt ohne Anstand und Vernunft, Twilight Zone oder ähnlichem.

    Entweder muss man die innere Emigration wählen, oder auch die reale, sonst dreht man hier noch durch....

  6. "Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ist beendet."

    Solche Nachrichten sind ein Schlag in das Gesicht des Lesers. Eine offensichtliche Beleidigung seiner Intelligenz und ein Zeichen, der fehlenden Wertschätzung der ZEIT gegenüber seinen Lesern.

    Diese offensichtliche von Joffe vorgegebene Marschrichtung dürfte die ZEIT langfristig viele Leser kosten. Auch wenn solche Meldungen von den meisten Lesern als Wahlkampf wahrgenommen werden, bleibt die Erkenntnis, dass hier versucht wird den Leser zu manipulieren, ihn durch ständige Wiederholungen von faktisch nicht belegbaren Behauptungen (dies wurde hier auch schon zur Genüge von Lesern kritisiert) einer regelrechten Gehirnwäsche zu unterziehen.

    Ein Start in den Tag mit der ZEIT, der wütend macht!

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    "offensichtlich von Joffe vorgegeben" - was glauben Sie eigentlich, wie bei der ZEIT und bei ZEIT online gearbeitet wird?

    Im Übrigen wird für Frankreich Ähnliches gemeldet: +0,3 im 2. Trimester.

    Auf einem anderen Blatt (aber selbstverständlich auch in der ZEIT) steht, dass die sozialen Auswirkungen der Krise noch nicht voll eingetreten sind.

    "offensichtlich von Joffe vorgegeben" - was glauben Sie eigentlich, wie bei der ZEIT und bei ZEIT online gearbeitet wird?

    Im Übrigen wird für Frankreich Ähnliches gemeldet: +0,3 im 2. Trimester.

    Auf einem anderen Blatt (aber selbstverständlich auch in der ZEIT) steht, dass die sozialen Auswirkungen der Krise noch nicht voll eingetreten sind.

  7. ...so eine (relativ) gute Nachricht kann einem echt den Tag verderben..! :-)

  8. "offensichtlich von Joffe vorgegeben" - was glauben Sie eigentlich, wie bei der ZEIT und bei ZEIT online gearbeitet wird?

    Im Übrigen wird für Frankreich Ähnliches gemeldet: +0,3 im 2. Trimester.

    Auf einem anderen Blatt (aber selbstverständlich auch in der ZEIT) steht, dass die sozialen Auswirkungen der Krise noch nicht voll eingetreten sind.

    Antwort auf "Beleidigend"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Zumindest sind Sie ehrlich genug, um zuzugeben, dass hier Informationen aus dem Zusammenhang gerissen werden, um damit populistische Meinungsmache zu betreiben.

    Wenn ich meinen Aktionären (Lesern) sage, unser Unternehmen hätte 1000.- Euro eingenommen, dabei aber verschweige, dass dies 10000,- Euro an Kosten verursacht hat, dann nennt man dies frei nach Herrn von Randow?

    "Dies steht auf einem anderen Blatt (aber selbstverständlich auch in der ZEIT)"

    was glauben Sie eigentlich, wie bei der ZEIT und bei ZEIT online gearbeitet wird?

    Vermutlich so, dass man es sich nicht auf Dauer mit Herrn Joffe verscherzt, der ja aus seinen Interessenlagen kein Geheimnis macht.

    Sehen Sie bitte hier:

    http://www.cenjur.de/pres...

    und hier:

    http://www.miprox.de/Wirt...

    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf suggestive Äußerungen dieser Art. Die Redaktion/jk)

    -----------------------------------------
    -----------------------------------------

    www.nachdenkseiten.de

    Lieber Herr von Randow,
    wir wissen nicht, wie bei der ZEIT und ZEIT online gearbeitet wird. Warum sagen Sie es uns nicht einfach?
    Schreckt es Sie wirklich nicht auf, wenn eine Vielzahl von Foristen teilweise sogar ausdrücklich wütend über Ihren Artikel herfällt?
    Halten Sie es wirklich für vertretbar, aus einer Schätzung eine festgestellte Tatsache zu machen (mein Beitrag # 15)?
    Als Sprachrohr der C-Parteien fungieren bereits andere Medien, on- und offline. Kritischer Journalismus sieht nach Meinung derjenigen, für die ich mir erlaube mitzusprechen, nun einmal anders aus.

    Zumindest sind Sie ehrlich genug, um zuzugeben, dass hier Informationen aus dem Zusammenhang gerissen werden, um damit populistische Meinungsmache zu betreiben.

    Wenn ich meinen Aktionären (Lesern) sage, unser Unternehmen hätte 1000.- Euro eingenommen, dabei aber verschweige, dass dies 10000,- Euro an Kosten verursacht hat, dann nennt man dies frei nach Herrn von Randow?

    "Dies steht auf einem anderen Blatt (aber selbstverständlich auch in der ZEIT)"

    was glauben Sie eigentlich, wie bei der ZEIT und bei ZEIT online gearbeitet wird?

    Vermutlich so, dass man es sich nicht auf Dauer mit Herrn Joffe verscherzt, der ja aus seinen Interessenlagen kein Geheimnis macht.

    Sehen Sie bitte hier:

    http://www.cenjur.de/pres...

    und hier:

    http://www.miprox.de/Wirt...

    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf suggestive Äußerungen dieser Art. Die Redaktion/jk)

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    Lieber Herr von Randow,
    wir wissen nicht, wie bei der ZEIT und ZEIT online gearbeitet wird. Warum sagen Sie es uns nicht einfach?
    Schreckt es Sie wirklich nicht auf, wenn eine Vielzahl von Foristen teilweise sogar ausdrücklich wütend über Ihren Artikel herfällt?
    Halten Sie es wirklich für vertretbar, aus einer Schätzung eine festgestellte Tatsache zu machen (mein Beitrag # 15)?
    Als Sprachrohr der C-Parteien fungieren bereits andere Medien, on- und offline. Kritischer Journalismus sieht nach Meinung derjenigen, für die ich mir erlaube mitzusprechen, nun einmal anders aus.

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