Staatsangehörigkeit Zypries befürwortet doppelte Staatsbürgerschaft
Das Optionsmodell zwingt Kinder von Ausländern, sich für eine Nationalität zu entscheiden. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries will das nun ändern
Kinder von Ausländern müssen sich in Deutschland bis zum 23. Lebensjahr für eine Nationalität entscheiden. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat sich nun für eine Anerkennung der doppelten Staatsbürgerschaft und eine Abschaffung des sogenannten Optionsmodells ausgesprochen. "Wir sollten uns von der kleinstaatlich-nationalen Denkweise verabschieden und die Realitäten anerkennen", sagte sie der Berliner Zeitung.
Nach dem Optionsmodell müssen sich in Deutschland geborene Kinder von Ausländern im Alter zwischen 18 und 23 Jahren zwischen der deutschen Staatsbürgerschaft und der ihrer Eltern entscheiden. 2008 erreichten die ersten dieser Kinder, die unter diese Regelung fallen, ihre Volljährigkeit und müssen sich nun entscheiden. "Die jungen Leute sollten die Wahl haben, ob sie sich für eine Staatsbürgerschaft oder auch für beide entscheiden wollen", sagte Zypries. Dies würde zudem den bürokratischen Aufwand erheblich mindern.
Der Bundestag hatte erst Anfang Juni die Forderung der Grünen nach Abschaffung des sogenannten Optionszwangs abgelehnt. Neben Union und FDP stimmte auch die SPD gegen den Grünen-Antrag, obwohl sie die Regelung eigentlich streichen will. Die Sozialdemokraten verwiesen auf den Koalitionsvertrag mit der Union, der ein unterschiedliches Abstimmungsverhalten ausschließt.
Für die SPD war der Optionszwang ohnenhin nur ein Kompromiss. Zypries hält ihn für "integrationspolitisch verfehlt". Auch Gewerkschaften, Verbände und Wissenschaftler kritisieren das Modell und schlossen sich zu einem interkulturellen Rat zusammen, der mit dem Aufruf "Wider den Optionszwang" für die doppelte Staatsbürgerschaft wirbt.
Die Bundesjustizministerin forderte in der Berliner Zeitung ebenfalls das Wahlrecht für Ausländer aus Nicht-EU-Staaten. "Das fördert die Integration", sagte Zypries. Wer wählen dürfe, könne Einfluss nehmen.
- Datum 13.08.2009 - 12:47 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tos
- Kommentare 7
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"Doppelte Staatsbürgerschaft- das fördert die Integration"
Aha. Inwiefern?
Kann man sich auch irgendwann nur für die andere Nationalität als die Deutsche entscheiden? Müsste ja auch gehen und fördert auch garantiert die Integration.
"Inwiefern?"
Vielleicht insofern, dass einem Menschen demonstrativ und symbolisch zugestanden wird, seine Wurzeln nicht kappen zu müssen, d.h. dass ihm symbolisch die persönliche Einbringung seiner Herkunft als etwas nicht per se negatives betrachtet und somit im Rahmen des Grundgesetzes gestattet wird.
Um das verstehen zu können, bedarf es allerdings zum. etwas weitere pers. Horizonte und die Lebenserfarhung, die nicht ein jeder vorweisen, und die auch nicht immer als wünschenswert erachtet werden kann.
"... Müsste ja auch gehen und fördert auch garantiert die Integration."
...
"Inwiefern?"
Vielleicht insofern, dass einem Menschen demonstrativ und symbolisch zugestanden wird, seine Wurzeln nicht kappen zu müssen, d.h. dass ihm symbolisch die persönliche Einbringung seiner Herkunft als etwas nicht per se negatives betrachtet und somit im Rahmen des Grundgesetzes gestattet wird.
Um das verstehen zu können, bedarf es allerdings zum. etwas weitere pers. Horizonte und die Lebenserfarhung, die nicht ein jeder vorweisen, und die auch nicht immer als wünschenswert erachtet werden kann.
"... Müsste ja auch gehen und fördert auch garantiert die Integration."
...
"Inwiefern?"
Vielleicht insofern, dass einem Menschen demonstrativ und symbolisch zugestanden wird, seine Wurzeln nicht kappen zu müssen, d.h. dass ihm symbolisch die persönliche Einbringung seiner Herkunft als etwas nicht per se negatives betrachtet und somit im Rahmen des Grundgesetzes gestattet wird.
Um das verstehen zu können, bedarf es allerdings zum. etwas weitere pers. Horizonte und die Lebenserfarhung, die nicht ein jeder vorweisen, und die auch nicht immer als wünschenswert erachtet werden kann.
"... Müsste ja auch gehen und fördert auch garantiert die Integration."
...
Wüßte nicht, inwiefern ein Zusammenhang mit dem Gefühl, dass die eigene Herkunft nichts negatives ist und dem Besitz eines Doppelpasses besteht.
Meinen Sie, Ausländer tragen in Deutschland ständig das Gefühl mit sich herum, dass es schlecht sei, seine Wurzeln nicht in diesem Land zu haben? Glauben Sie, dass das Bewusstsein für die eigene Kultur abnimmt/zunimmt mit dem Doppelpass?
Sich für ein Land zu entscheiden indem man leben will, bedeutet sowieso nicht, seine Herkunft zu verleugnen oder auf einmal als etwas "per se negatives zu betrachten".
So what?!
Wüßte nicht, inwiefern ein Zusammenhang mit dem Gefühl, dass die eigene Herkunft nichts negatives ist und dem Besitz eines Doppelpasses besteht.
Meinen Sie, Ausländer tragen in Deutschland ständig das Gefühl mit sich herum, dass es schlecht sei, seine Wurzeln nicht in diesem Land zu haben? Glauben Sie, dass das Bewusstsein für die eigene Kultur abnimmt/zunimmt mit dem Doppelpass?
Sich für ein Land zu entscheiden indem man leben will, bedeutet sowieso nicht, seine Herkunft zu verleugnen oder auf einmal als etwas "per se negatives zu betrachten".
So what?!
... alle bisher schon doppelte Staatsbürgerschaft besitzenden Deutschen müßen vor die Wahl gestellt werden, sich für nur eine Staatsbürgerschaft zu entscheiden, um eine rechtliche Gleichstellung zu der Mehrheit der Deutschen herzustellen, denen dieser Vorzug nicht gewährt wird.
Ich weiß nicht, inwiefern Sie persönlich mit dem Thema Erfahrung gesammelt haben, aber vielleicht können Sie sich eine Übung folgendermaßen vorstellen:
Drehen wir mal Ihre Frage um, und wenden wir sie woanders an:
"Im Gegenteil ... alle bisher schon doppelte Staatsbürgerschaft besitzenden US/Kanada/Australien/Neuseeland/... -Bürger (auch deutscher Herkunft) müßen vor die Wahl gestellt werden, sich für nur eine Staatsbürgerschaft zu entscheiden, um eine rechtliche Gleichstellung zu der Mehrheit der US/GB/Frankreich/Kanada/Australien/Neuseeland/... -Bürger herzustellen, denen dieser Vorzug nicht gewährt wird."
Zumal:
es liegen bis heute m.W. keinerlei Belege/Hinweise auf effektive Vorteile einer doppelten Staatsbürgerschaft der Einwanderer gegenüber der angestammten Bevölkerung mit nur einer davon.
Zack34
Ich weiß nicht, inwiefern Sie persönlich mit dem Thema Erfahrung gesammelt haben, aber vielleicht können Sie sich eine Übung folgendermaßen vorstellen:
Drehen wir mal Ihre Frage um, und wenden wir sie woanders an:
"Im Gegenteil ... alle bisher schon doppelte Staatsbürgerschaft besitzenden US/Kanada/Australien/Neuseeland/... -Bürger (auch deutscher Herkunft) müßen vor die Wahl gestellt werden, sich für nur eine Staatsbürgerschaft zu entscheiden, um eine rechtliche Gleichstellung zu der Mehrheit der US/GB/Frankreich/Kanada/Australien/Neuseeland/... -Bürger herzustellen, denen dieser Vorzug nicht gewährt wird."
Zumal:
es liegen bis heute m.W. keinerlei Belege/Hinweise auf effektive Vorteile einer doppelten Staatsbürgerschaft der Einwanderer gegenüber der angestammten Bevölkerung mit nur einer davon.
Zack34
Ich weiß nicht, inwiefern Sie persönlich mit dem Thema Erfahrung gesammelt haben, aber vielleicht können Sie sich eine Übung folgendermaßen vorstellen:
Drehen wir mal Ihre Frage um, und wenden wir sie woanders an:
"Im Gegenteil ... alle bisher schon doppelte Staatsbürgerschaft besitzenden US/Kanada/Australien/Neuseeland/... -Bürger (auch deutscher Herkunft) müßen vor die Wahl gestellt werden, sich für nur eine Staatsbürgerschaft zu entscheiden, um eine rechtliche Gleichstellung zu der Mehrheit der US/GB/Frankreich/Kanada/Australien/Neuseeland/... -Bürger herzustellen, denen dieser Vorzug nicht gewährt wird."
Zumal:
es liegen bis heute m.W. keinerlei Belege/Hinweise auf effektive Vorteile einer doppelten Staatsbürgerschaft der Einwanderer gegenüber der angestammten Bevölkerung mit nur einer davon.
Zack34
nicht über die verfassungsrechtlichen Fragen eingeganen. Außerdem besitzen die VSA (USA) eine viel schärferes Staatbürgerschaftsrecht und die meisten müssen nach erhalt der VS-Staatsangehörigkeit die alte abgeben!
nicht über die verfassungsrechtlichen Fragen eingeganen. Außerdem besitzen die VSA (USA) eine viel schärferes Staatbürgerschaftsrecht und die meisten müssen nach erhalt der VS-Staatsangehörigkeit die alte abgeben!
Wüßte nicht, inwiefern ein Zusammenhang mit dem Gefühl, dass die eigene Herkunft nichts negatives ist und dem Besitz eines Doppelpasses besteht.
Meinen Sie, Ausländer tragen in Deutschland ständig das Gefühl mit sich herum, dass es schlecht sei, seine Wurzeln nicht in diesem Land zu haben? Glauben Sie, dass das Bewusstsein für die eigene Kultur abnimmt/zunimmt mit dem Doppelpass?
Sich für ein Land zu entscheiden indem man leben will, bedeutet sowieso nicht, seine Herkunft zu verleugnen oder auf einmal als etwas "per se negatives zu betrachten".
So what?!
Leider vermisse ich bei Aurgusaugen den Weitblick in seinem Kommentar.
Wieso gibt es bei uns offiziell keine doppelte Staatsbürgerschaft?
Da müssen wir uns mal wieder der Geschichte zuwenden und erkennen, daß die Väter des Grundgesetzes sehr gute Gründe hatten, keine doppelte Staatsbürgerschaft zuzulassen. Wenn wir in Deutschland die doppelte Staatsbürgerschaft einführen wollen, dann müssen wir auch das Grundgesetz ändern, damit Staatsbürger auch ausgebürgert werden können! Dies hatte ja im Dritten Reich sehr gut geklappt.
Daher ist es in meinen Augen ein Riesenskandal, die notwendigen Folgerungen zu verheimlichen!
nicht über die verfassungsrechtlichen Fragen eingeganen. Außerdem besitzen die VSA (USA) eine viel schärferes Staatbürgerschaftsrecht und die meisten müssen nach erhalt der VS-Staatsangehörigkeit die alte abgeben!
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