Facebook Chefs prüfen Bewerber in sozialen Netzwerken

Unternehmen durchsuchen das Internet nach Infos über ihre Bewerber. Negative Eindrücke verhindern manchmal schon die Einladung zum Bewerbungsgespräch

Mal eben den neuen Bewerber durchleuchten: Firmen nutzen auch Facebook dafür

Mal eben den neuen Bewerber durchleuchten: Firmen nutzen auch Facebook dafür

Das Internet ist in Personalabteilungen zu einem wichtigen Werkzeug geworden. Bei der Jobvergabe durchleuchten mehr als ein Viertel der Unternehmen ihre Bewerber auch über das Netz, ergab eine Befragung im Auftrag des Bundesverbraucherschutzministeriums.

Ist der digitale Eindruck eines Bewerbers negativ, werde ein Kandidat nicht eingestellt oder gar nicht erst zum Bewerbungsgespräch eingeladen, gaben 25 Prozent der Firmen an. Verbraucherschützer warnen daher davor, allzu leichtfertig Persönliches ins Netz zu stellen.

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Vor allem abfällige Bemerkungen über die Arbeit oder das Arbeitsumfeld kommen bei potenziellen Arbeitgebern nicht gut an. 76 Prozent der 500 befragten Firmen sagten, dies wirke sich schlecht auf ihr Bild des Job-Anwärters aus. Auch Angaben, die deutlich von der Bewerbung abweichen, oder sehr Privates wie beispielsweise Partybilder werten Personalchefs kritisch.

Generell durchsuchen Großunternehmen bei der Personalauswahl eher das Internet als kleine Unternehmen. Gut ein Drittel der Firmen schaut auch in die Profile von sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ.

Eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums sagte, viele Verbraucher gingen relativ unvorsichtig mit den eigenen Daten um. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, sagte dem Sender n-tv: "Wer Daten ins Internet stellt über sich, der muss damit rechnen, dass andere diese Informationen auch abrufen." Dies könnten Arbeitgeber sein, aber auch Versicherungsvertreter oder Vermieter. "Das heißt, die Konsequenzen eines negativen Bildes, was man dort bietet, können doch enorm sein."

Allerdings kann ein Bewerber mit seiner Netz-Darstellung bei Arbeitgebern auch punkten. Für 56 Prozent der Unternehmen in der Umfrage wird ein Stellensuchender manchmal gerade durch die zusätzlichen Infos aus dem Internet interessant. Positiv wirken sich auch Hobbys und soziales Engagement aus. Findet sich im Internet überhaupt nichts über einen Bewerber, bewerten das drei Viertel der Firmen neutral.

 
Leser-Kommentare
  1. Jeder sollte deshalb sein Profil im Netz per Monitor beobachten und gegebenfalls alte Postings/Blogkommentaren/Forenpostings entfernen.

    Ich nutze Reputationsverteidiger.de . Ist noch in beta, jedoch machen die das ganz gut und kostenfrei.

    Steffen

  2. Weiss heute nicht jeder, dass Arbeitgeber sich im Netz über potentielle Angestellte informieren?

    Dieser Artikel wäre vor drei Jahren aktuell gewesen.

    • Rodorn
    • 22.08.2009 um 12:15 Uhr

    Wenn die Ansprechpartner der Unternehmen nicht 40+ sind geht das oft auch umgekehrt. Ich sehe das eher als Vorteil, den jeder kann sich ja genau aussuchen was er von sich preisgibt. Außerdem ist es gar nicht so doof, nicht zum Interview eingeladen zu werden wenn man aller Voraussicht nach nicht zum Unternehmen passt, dass sparrt dem Bewerber und dem Unternehmen Zeit und bewahrt bestenfalls vor Frustration im Job. Ungeachtet dessen gebe ich der breiten Öffentlichkeit in meinen Profilen nur Basisinformationen, dass wirklich private ist dann doch besser im Freundeskreis aufgehoben.

  3. 4. Unsinn

    ...oder sehr Privates wie beispielsweise Partybilder werten Personalchefs kritisch.

    Hilfe der Bewerber hat ein Sozialleben!!! Den nehmen wir nicht.

    Ich empfehle die StudiVz-Gruppe "Für meine Bewerbung musste ich die Koks-und-Nutten-Gruppe verlassen"... :-)

  4. Wer meint, Privates im Internet veröffentlichen zu müssen, muss mit den Konsequenzen leben. Am Vorgehen der Personalchefs kann ich erst einmal nichts Verwerfliches finden. Ob die Schlüsse der Personalchefs richtig sind, ist dabei unerheblich.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Na dann hoffe ich mal fuer Sie, dass Sie keinen Namensvetter haben, der es im Netz richtig krachen laesst.

    Der naechste Schritt ist naemlich, dass in Konkurrenzsituationen, Mitbewerber damit anfangen gezielt falsche Profile und Forumsbeitraege ihrer Rivalen einzustellen. Ich glaube nicht, dass es rechtlich angreifbar ist, wenn ich mir in einem Forum einen Nick zulege, der "rein zufaellig" dem richtigen Namen einer anderen PErson entspricht und mich dann aufzufuehren wie die Axt im Walde.

    Na dann hoffe ich mal fuer Sie, dass Sie keinen Namensvetter haben, der es im Netz richtig krachen laesst.

    Der naechste Schritt ist naemlich, dass in Konkurrenzsituationen, Mitbewerber damit anfangen gezielt falsche Profile und Forumsbeitraege ihrer Rivalen einzustellen. Ich glaube nicht, dass es rechtlich angreifbar ist, wenn ich mir in einem Forum einen Nick zulege, der "rein zufaellig" dem richtigen Namen einer anderen PErson entspricht und mich dann aufzufuehren wie die Axt im Walde.

  5. Warum wird Facebook hier als Beispiel angegeben? Bevor überhaupt einer etwas sieht, muss man ihn als Freund bestätigen. Warum sollte ich einen Personalverantwortlichen bei Facebook als Freund hinzufügen???

    Weiterhin: Wenn Personalverantwortliche solche Methoden an den Tag legen, sind sie schlicht und ergreifend unprofessionell. Auch der genialste Ingenieur, der beste Teamleiter oder der fleißigste Mitarbeiter haben ein Privatleben. Daraus etwas auf seine beruflichen Qualitäten abzuleiten ist schlichtweg Blödsinn.

  6. Wenn man nicht akzeptieren kann, dass potentielle Mitarbeiter eben auch Menschen sind, die gelegentlich feiern, über die Strenge schlagen und den Anspruch auf ein Privatleben haben - dann sollte man keine Mitarbeiter sondern Drohnen suchen. Willfährige Helferlein, ohne jede Eigeninitiative die dankbar die übertragenen Aufgaben verrichten, solange diese nur hinreichend einfach sind. Bei genauerer Betrachtung stellt man allerdings fest, dass entsprechende Arbeitsplätze schon von Jahr und Tag wegrationalisiert wurden - denn diese Aufgaben verrichten Maschinen besser und schneller, oder andernorts Menschen zu wesentlich besseren Konditionen (für den Arbeitgeber besser). Also hat man komplexe Arbeitsplätze zu besetzen, mit Mitarbeitern die gut ausgebildet sind, mitdenken können, selbsttätig Probleme lösen - und eben eine angemessene Bezahlung erwarten, sowie ein Privatleben haben. Das einzelne Aspekte dieses Privatlebens im Internet aufblitzen und womöglich ein unvollständiges und unangemessenes Bild liefern, wird nun als Karriere-Hemmniss gebrandmarkt. Eine moderne Form der Hexenverfolgung im kleinen Rahmen - alles zum Wohle des Unternehmens und seiner Shareholder.

  7. Daran ist weder etwas neu, noch überraschend.

    Es wird noch ein wenig dauern, aber dann werden Bewerber einfach proaktiv mit dem Thema umgehen.

    Ich behaupte, wer offen mit seinen Identitäten und Aktivitäten im Web umgeht, läuft weniger Gefahr "untersucht" zu werden.

    Natürlich wird man künftig nicht drei weitere Seiten bei der Bewerbung finden die alle meine Profile auflisten, aber der Hinweis auf seine persönliche URL wird da sicher manchen Personaler erfreuen.

    Grüße
    Marco Ripanti

    *********
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