Mal eben den neuen Bewerber durchleuchten: Firmen nutzen auch Facebook dafür © Dan Kitwood/Getty Images

Das Internet ist in Personalabteilungen zu einem wichtigen Werkzeug geworden. Bei der Jobvergabe durchleuchten mehr als ein Viertel der Unternehmen ihre Bewerber auch über das Netz, ergab eine Befragung im Auftrag des Bundesverbraucherschutzministeriums.

Ist der digitale Eindruck eines Bewerbers negativ, werde ein Kandidat nicht eingestellt oder gar nicht erst zum Bewerbungsgespräch eingeladen, gaben 25 Prozent der Firmen an. Verbraucherschützer warnen daher davor, allzu leichtfertig Persönliches ins Netz zu stellen.

Vor allem abfällige Bemerkungen über die Arbeit oder das Arbeitsumfeld kommen bei potenziellen Arbeitgebern nicht gut an. 76 Prozent der 500 befragten Firmen sagten, dies wirke sich schlecht auf ihr Bild des Job-Anwärters aus. Auch Angaben, die deutlich von der Bewerbung abweichen, oder sehr Privates wie beispielsweise Partybilder werten Personalchefs kritisch.

Generell durchsuchen Großunternehmen bei der Personalauswahl eher das Internet als kleine Unternehmen. Gut ein Drittel der Firmen schaut auch in die Profile von sozialen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ.

Eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums sagte, viele Verbraucher gingen relativ unvorsichtig mit den eigenen Daten um. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, sagte dem Sender n-tv: "Wer Daten ins Internet stellt über sich, der muss damit rechnen, dass andere diese Informationen auch abrufen." Dies könnten Arbeitgeber sein, aber auch Versicherungsvertreter oder Vermieter. "Das heißt, die Konsequenzen eines negativen Bildes, was man dort bietet, können doch enorm sein."

Allerdings kann ein Bewerber mit seiner Netz-Darstellung bei Arbeitgebern auch punkten. Für 56 Prozent der Unternehmen in der Umfrage wird ein Stellensuchender manchmal gerade durch die zusätzlichen Infos aus dem Internet interessant. Positiv wirken sich auch Hobbys und soziales Engagement aus. Findet sich im Internet überhaupt nichts über einen Bewerber, bewerten das drei Viertel der Firmen neutral.