Buback-Mord DNA-Spur weist auf Ex-Terroristin Becker
Verena Becker war entlastet. Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an Siegfried Buback gibt es einen neuen Verdacht: DNA-Spuren deuten auf ihre Beteiligung an der Tat hin
Es schien, als sei die Sache ausgestanden: Ein Gutachten entlastete Verena Becker im vergangenen Jahr, am Mordfall Siegfried Buback unmittelbar beteiligt gewesen zu sein. Jetzt deuten neue DNA-Spuren auf die frühere RAF-Terroristin als Mittäterin hin. An den damaligen Bekennerschreiben der "Roten Armee Fraktion" wurde Genmaterial entdeckt, das nach einem neuen Gutachten eindeutig von ihr stammt.
Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an dem Generalbundesanwalt und seinen beiden Begleitern am 7. April 1977 haben die Ermittlungen damit eine überraschende Wende genommen. Und es stellt sich erneut die Frage, ob nicht der Sohn Bubacks, Michael Buback, mit seiner Behauptung richtig lag, eine Frau sei damals der Todesschütze gewesen, der von einem fahrenden Motorrad aus auf den Wagen seines Vaters gefeuert hat. „Mich überrascht das nicht. Ich rechne sie zum Kreis der dringend Tatverdächtigen“, sagte Buback jetzt dem Kölner Stadtanzeiger. "Das ist seit langem bekannt. Und ich finde es gut, dass jetzt etwas unternommen wird."
Im Juli des vergangenen Jahres hatte eine DNA-Untersuchung die Ex-Terroristin zunächst von dem Verdacht befreit: Sogenannte Mischspuren an einem Motorradhandschuh, einem Helm und einer Jacke, die nach der Tat gefunden wurden, stammten definitiv nicht von ihr. Michael Buback hatte Becker aber immer wieder als mögliche Todesschützin genannt. Er stützte sich dabei unter anderem auf Zeugen, die auf dem Tat-Motorrad eine zierliche Person wie Verena Becker gesehen haben wollen.
Als unmittelbare Täter galten Christian Klar, Knut Folkerts sowie der – wegen schwerer Verletzungen nicht verurteilte – Günter Sonnenberg, als Rädelsführerin wurde Brigitte Mohnhaupt verurteilt. Bisher haben alle Beteiligten aber hartnäckig geschwiegen, auch zur Frage, wer damals geschossen hat. Bereits im April 2008 hatte die Bundesanwaltschaft wieder ein Ermittlungsverfahren gegen Becker aufgenommen. Im Zuge dessen wurden nicht nur die unmittelbar anschlagsrelevanten Beweisstücke untersucht, sondern auch nicht direkt mit der Ermordung zusammenhängende Asservate.
So wurden laut Bundesanwaltschaft unter anderem mehrere Briefumschläge kriminaltechnisch untersucht, in denen eine Woche nach dem Attentat Bekennerschreiben der RAF versandt worden waren. Die molekulargenetische Probe habe ergeben, dass sich auf ihnen Spuren befänden, die in mehreren Merkmalen mit der DNA Beckers übereinstimmten. Nach einem Gutachten des Kriminaltechnischen Instituts des Bundeskriminalamtes vom 27. Februar 2009 besteht aufgrund der Anzahl und Aussagekraft der übereinstimmenden Merkmale kein Zweifel, dass Becker die Verursacherin der DNA-Anhaftungen ist.
Becker war einen Monat nach dem Mord an Buback zusammen mit Sonnenberg im süddeutschen Singen festgenommen worden. Bei der Verhaftung kam es zu einem Schusswechsel mit der Polizei. Sonnenberg und ein Polizist wurden schwer verletzt. Es fand sich zudem die Tatwaffe, die bei dem Mord an Buback und seinen beiden Begleitern benutzt wurde. Das Ermittlungsverfahren gegen sie wegen des Buback-Mordes war Anfang der achtziger Jahre aber eingestellt worden. Verurteilt wurde Becker nur wegen der Schießerei bei der Festnahme – zu lebenslang. Nach zwölf Jahren Haft hat sie der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker begnadigt, sie verließ ohne Aufsehen ihre Zelle. Heute lebt sie in Freiheit, unter neuem Namen.
- Datum 06.09.2009 - 19:12 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 13
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mal neugierig wie die StA eine DNA-Verschleppung nach dem Zeitraum hinreichend sicher ausschließen will.
Übrigens bedeutet ein DNA-Fund erstmal nur den Kontaktnachweis des Objektes zu einer entsprechenden DNA-Quelle. Für den Nachweis einer Tatbeteiligung allein etwas wenig.
Karl Müller
Korrekt, lieber Müller Karl. Den Staats- oder Bundesanwalt, der eine kausale Verbindung zwischen dem Schuss vom Motorrad und der Anhaftung auf den Schreiben oder Umschlägen herstellt, haut jeder Referendar aus dem Gerichtssaal. Man komme mir jetzt nicht mit Mittäterschaft. Das Bekennerschreiben kann theoretisch auch jemand in der Hand gehalten haben, der/die von der Tat nicht einmal etwas wusste.
BTW: Warum kommen die famosen Ermittlungsbehörden eigentlich erst jetzt auf die Idee, nicht nur unmittelbar mit der Tat zusammenhängende Spurenträger zu untersuchen? Ich glaube es nicht, dass die Untersuchungen erst jetzt stattgefunden haben.
Korrekt, lieber Müller Karl. Den Staats- oder Bundesanwalt, der eine kausale Verbindung zwischen dem Schuss vom Motorrad und der Anhaftung auf den Schreiben oder Umschlägen herstellt, haut jeder Referendar aus dem Gerichtssaal. Man komme mir jetzt nicht mit Mittäterschaft. Das Bekennerschreiben kann theoretisch auch jemand in der Hand gehalten haben, der/die von der Tat nicht einmal etwas wusste.
BTW: Warum kommen die famosen Ermittlungsbehörden eigentlich erst jetzt auf die Idee, nicht nur unmittelbar mit der Tat zusammenhängende Spurenträger zu untersuchen? Ich glaube es nicht, dass die Untersuchungen erst jetzt stattgefunden haben.
Der Sohn von Siegfried Buback, Michael Buback, hatte über seinen Tod recherschiert und auch ehemalige RAR-Terroristen interviewt. Er hat darüber ein Buch geschrieben. Er hatte den Tip bekommen, dass Verena Becker die Mörderin ist. Dies muss der Bundesanwaltschaft auch schon lange bekannt gewesen sein. Michael Buback vermutet, dass Verena Becker eine V-Frau war.
Verschlusssache Becker Artikel vom 21. Dezember 2008
Die zierliche Person auf der Suzuki
Die Frage ist, ob der Verfassungsschutz inzwischen die Akten geöffnet hat.
Warum wurden einige dieser Terroristen begnadigt? Dass sie immer noch schweigen beweist, dass ihnen die Würde eines Menschen nichts wert ist. Das ist kaum zu ertragen.
Einrichtungen wie VS und GDbehörden die Würde eines Menschen um so mehr wert. freu.
Einrichtungen wie VS und GDbehörden die Würde eines Menschen um so mehr wert. freu.
Wer nicht vollständig und nachprüfbar auspackt hat jeden Anspruch auf Gnade verspielt. Dass es anscheinend anders ist, das ist ein Armutszeugnis. Pfui.
Auskunftsverweigerungsrecht und Zeugnisverweigerungsrecht sind grundgesetzgleiches Recht mit Verfassungsrang. Niemand ist verpflichtet, "vollständig und nachprüfbar auszupacken", wenn er sich oder bestimmte andere damit belasten würde.
Und erst recht nicht unter Androhung oder Vollzug von Strafe ("Anspruch auf Gnade verspielt"). Siehe dazu Wikipedia (http://de.wikipedia.org/w... und http://de.wikipedia.org/w...).
Sonst wären wir durch einen doppelten Verfassungsbruch rechtlich wieder im finstersten Mittelalter -- Bestrafung bis zur dem Gericht genehmen Aussage. Dass Sie DAS fordern, ist ein Armutszeugnis. Pfui.
Kai Hamann
Auskunftsverweigerungsrecht und Zeugnisverweigerungsrecht sind grundgesetzgleiches Recht mit Verfassungsrang. Niemand ist verpflichtet, "vollständig und nachprüfbar auszupacken", wenn er sich oder bestimmte andere damit belasten würde.
Und erst recht nicht unter Androhung oder Vollzug von Strafe ("Anspruch auf Gnade verspielt"). Siehe dazu Wikipedia (http://de.wikipedia.org/w... und http://de.wikipedia.org/w...).
Sonst wären wir durch einen doppelten Verfassungsbruch rechtlich wieder im finstersten Mittelalter -- Bestrafung bis zur dem Gericht genehmen Aussage. Dass Sie DAS fordern, ist ein Armutszeugnis. Pfui.
Kai Hamann
einen Verdacht begründen, muss diese Frau erneut vor die Gerichtsschranken.
Auskunftsverweigerungsrecht und Zeugnisverweigerungsrecht sind grundgesetzgleiches Recht mit Verfassungsrang. Niemand ist verpflichtet, "vollständig und nachprüfbar auszupacken", wenn er sich oder bestimmte andere damit belasten würde.
Und erst recht nicht unter Androhung oder Vollzug von Strafe ("Anspruch auf Gnade verspielt"). Siehe dazu Wikipedia (http://de.wikipedia.org/w... und http://de.wikipedia.org/w...).
Sonst wären wir durch einen doppelten Verfassungsbruch rechtlich wieder im finstersten Mittelalter -- Bestrafung bis zur dem Gericht genehmen Aussage. Dass Sie DAS fordern, ist ein Armutszeugnis. Pfui.
Kai Hamann
Einrichtungen wie VS und GDbehörden die Würde eines Menschen um so mehr wert. freu.
2 mal Unrecht gibt nicht Recht, diese Leute gehören ins Gefängnis bis sies im Sarg wieder verlassen .
2 mal Unrecht gibt nicht Recht, diese Leute gehören ins Gefängnis bis sies im Sarg wieder verlassen .
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