Afghanistan wählt Weder frei noch geheim Seite 2/2
Das klingt ein bisschen bombastisch, doch es ist richtig. Aber wenn es in Bezug auf Iran richtig ist, warum soll es dann in Bezug auf Afghanistan falsch sein? Warum hört man kein Wort der Kritik an Kabul aus den sonst immer so besorgten westlichen Staatskanzleien?
Die Antwort: aus Ratlosigkeit. Der Westen kann öffentlich nicht eingestehen, dass er mit fast 100.000 Soldaten und mehr als 40 Milliarden Dollar in sieben Jahren eine Regierung schützt, die Wahlen fälscht. Das käme dem Eingeständnis des Scheiterns gleich. Und scheitern, das sagen die Generäle und Politiker immer wieder, sei keine Option in Afghanistan.
Deshalb heißt das Motto: Augen zu und durch. Das kann nicht gut gehen. Und darum hat der ehemalige Verteidigungsminister Volker Rühe recht, wenn er fordert, dass man Afghanistan zum Thema des deutschen Wahlkampfs mache müsse. Nur so kann Klärung eintreten.
Doch das wird nicht geschehen. Denn auf eine Frage wird kein Politiker eine schlüssige Antwort geben können: Warum sollen deutsche Soldaten für einen Regierung in Kabul sterben, die korrupt und ineffizient ist und nun auch noch Wahlen fälscht? Dennoch ist es Zeit, das Schweigen zu brechen. Auch dazu sind Wahlen da.
- Datum 20.08.2009 - 13:33 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE
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Das Kind sagt die Wahrheit, dass der Kaiser nichts anhat.
Ich wette dass BRD den Resultat des Wahl in Afganistan akzeptieren und herzlich gratulieren wird.
Deutschland folgt insofern einfach der Politik von USA, ohne wenn und Ja.
Demokrtie in Afganistan interessiert keinen deutschen Poltikter. Hauptsache ist dass in Afganistn eine Regierung besteht, die dem Westen gehoerig ist.
Ob sie aus dem suessen Wasser ausragt, oder aus dem stinken Klowasser kommt, spielt keine Rolle.
Genau wie bei Dalai Lama, ob erdmokrtisch gewehlt wurde, ob er uneheliche Kinder hat, ist de Westen nicht wichtig. Vor allem ist er gegen China, ok, unterstuetzen wir ih.
vollige heuchlersche Westen Politik.
http://kommentare.zeit.de...
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wahlen. man denke an die ära bush II die mit einem massiven wahlbetrug begann. aber das wurde rasch "ausgebügelt"
Die adjektive des letzten Absatzes lassen sich auch auf unsere Regierung beziehen. Korrupt und ineffizient ist unsere Regierung hier auch. Gut, Wahlbetrug vielleicht noch nicht, aber da kommen wir auch noch hin. Da habe ich gar keine Zweifel.
Wobei, ist das Vortäuschen einer Regierung nicht auch als Wahlbetrug anzusehen?
Jeder der glaubt das die Afganen tatsächlich eine "Wahl" haben macht sich doch selbst was vor.
Der Präsident von Afganistan wird von der NATO bestimmt.
Mir erscheint der Grundton dieses Artikels durchweg unangebracht. Denn ein Fakt übergeht er völlig - die Afghanen KÖNNEN wählen! Nach der Unterdrückung durch die Soviets, dem Bürgerkrieg und der anschließenden Gewalt durch die Taliban ist das eine Option die sie in den letzten 20 Jahren nicht hatten!
Und der Autor moniert dass es nicht nach guten (westlichen) demokratischen Maßstäben abläuft? Man sollte doch froh sein dass es überhaupt halbwegs funktioniert!!! Eine gesellschaftliche Entwicklung braucht Zeit, das funktioniert nicht über Nacht oder gar in 7 Jahren und schon gar nicht nach 2 Dekaden Chaos!
Für mich ist diese Wahl ein gute Sache denn sie ist ein Schritt in die richtige Richtung. Korruption hat in Afghanistan eine lange Tradition und auch der Rückgang dieser ist eine Entwicklung die noch lange brauchen wird...
Der Autor sollte den Fokus mehr auf die dortigen Gegebenheiten richten statt "von oben herab" zu urteilen.
Da wird eine "Wahl" über den grünen Klee gelobt, deren Sieger zum vornherein feststeht, weil eine Militärmacht ihn eingesetzt hat. Da wird als Erfolg herausposaunt, dass nur etwa hundert Menschen bei "Unruhen" während der Wahlen getötet wurden, oder dass "doch mehr Wähler als erwartet" teilgenommen haben.
Das soll dann Demokratie sein.
Wenn aber in Russland bei hervorragend organisierten freien Wahlen ein fähiger Kandidat unbestrittenermassen seine über 60% macht, dann ist das eine "Farce".
... eine Wahl, die "halbwegs" funktioniert ist wohl genauso unsinnig wie "ein bißchen" schwanger .....
Da wird eine "Wahl" über den grünen Klee gelobt, deren Sieger zum vornherein feststeht, weil eine Militärmacht ihn eingesetzt hat. Da wird als Erfolg herausposaunt, dass nur etwa hundert Menschen bei "Unruhen" während der Wahlen getötet wurden, oder dass "doch mehr Wähler als erwartet" teilgenommen haben.
Das soll dann Demokratie sein.
Wenn aber in Russland bei hervorragend organisierten freien Wahlen ein fähiger Kandidat unbestrittenermassen seine über 60% macht, dann ist das eine "Farce".
... eine Wahl, die "halbwegs" funktioniert ist wohl genauso unsinnig wie "ein bißchen" schwanger .....
Afghanistan hat eine lange Geschichte des Kampfs gegen seine Besatzer. Zuletzt wurden die Taliban, die ja keine politische Gruppierung sind, sondern Bestandteil der Bevölkerung, von den USA im Kampf gegen die Sowjetunion hofiert, mit Waffen ausgerüstet. Daß von Afghanistan die Anschläge auf die Zwillingstürme geplant worden seien, ist lediglich der Phantasie Bushs entsprungen. Die dort Festgenommenen waren Leute von der Straße, die Opfer der Kopfgeld-Hysterie wurden und oftmals dieses mit einem brutalen Aufenthalt auf Kuba (Guantanamo) bezahlen mußten. Siehe u.a. Roger Willemsen in seinem Buch über dieses unmenschliche Gefängnis. Dementsprechend vielfältig sind aber auch die Ansichten und Absichten der Taliban. Das hat sogar der NATO-Generalsekretär bemerkt und seine Absicht bekundet, mit den gemäßigten Taliban zu sprechen. Ein Plan, den auch schon der ehemalige SPD-Vorsitzende Beck hatte. Ich verstehe bis heute nicht, warum man von der Seite des Westens den Bauern nicht das Angebot macht, ihre Mohnernte aufzukaufen zu einem solchen Preis, der es ihnen ermöglicht, die Landwirtschaft umzustellen auf andere Erzeugnisse. Es werden Billionen Dollars und Euros für Schrott ausgegeben, es werden Billionen von Dollars und Euros vernichtet, doch für das Problem der Ernährung und der lösung des Hungerproblems ist nichts vorhanden. Das würde die Afghanen überzeugen, warum sie zur Wahl gehen sollten. Aber mit einer Merkel, einem Steinmeier oder einem Guttenberg geht das natürlich nicht. Auch nicht mit Westerwelle, ha,ha,ha.
Es waren nicht die Taliban (die gibt es erst seit 1994!), sondern die Mujahedin vom Schlage eines Gulbudin Hekmatyar, Burhanuddin Rabbani und ab und zu auch Ahmad Shah Massoud, die vom Westen (Waffen aus USA, Geld aus USA und Saudi-Arabien, für Verteilung und Logistik vor Ort war Pakistan zuständig) als Widerstandsbewegung gegen die sowjetischen Besatzungstruppen und das DVPA-Regime von Karmal und Najibullah aufgebaut wurde. Dies zum Einen. Zum anderen entstanden die Taliban erst nach dem Sturz des Najibullah-Regime als Reaktion auf die durch die Kämpfe der siegreichen Mujahedin-Gruppen untereinander entstandene Anarchie insbesondere in Südafghanistan - und wurden prompt vom pakistanischen Militärgeheimdienst ISI für dessen Agenda ("strategische Tiefe gegen Indien") instrumentalisiert.
Den USA kann man in diesem Zusammenhang bestenfalls vorwerfen, gegen diese Entwicklung nichts unternommen zu haben, anfangs wohl auch noch wohlwollend abgewartet zu haben (man hoffte ja eine Zeitlang, dass die Taliban zumindest Süd- und Westafghanistan soweit befrieden könnten, dass das Unocal/Delta/Bridas-Pipelineprojekt verwirklicht werden könnte - eine Hoffnung, die sich allerdings bald als trügerisch herausstellte), aber spätestens seit der Eroberung Kabuls durch die Taliban im September 1996, als deren barbarische Frauen- und Minderheitenpolitik endgültig offenbar wurde, wie auch mit der im selben Jahr bekannt gewordenen Taliban-Bin Laden-Connection kann von wie auch immer gearteter Unterstützung der Taliban durch die USA keine Rede mehr sein. Systematische Waffen- und Geldlieferungen seitens der USA an die Taliban wie in den 80er Jahren an die Mujahedin hat es ohnehin nie gegeben.
Wer sich für die Hintergründe jenseits kruder Verschwörungstheorien interessiert: Ahmed Rashid, Taliban - Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad, Knaur 2002.
Es waren nicht die Taliban (die gibt es erst seit 1994!), sondern die Mujahedin vom Schlage eines Gulbudin Hekmatyar, Burhanuddin Rabbani und ab und zu auch Ahmad Shah Massoud, die vom Westen (Waffen aus USA, Geld aus USA und Saudi-Arabien, für Verteilung und Logistik vor Ort war Pakistan zuständig) als Widerstandsbewegung gegen die sowjetischen Besatzungstruppen und das DVPA-Regime von Karmal und Najibullah aufgebaut wurde. Dies zum Einen. Zum anderen entstanden die Taliban erst nach dem Sturz des Najibullah-Regime als Reaktion auf die durch die Kämpfe der siegreichen Mujahedin-Gruppen untereinander entstandene Anarchie insbesondere in Südafghanistan - und wurden prompt vom pakistanischen Militärgeheimdienst ISI für dessen Agenda ("strategische Tiefe gegen Indien") instrumentalisiert.
Den USA kann man in diesem Zusammenhang bestenfalls vorwerfen, gegen diese Entwicklung nichts unternommen zu haben, anfangs wohl auch noch wohlwollend abgewartet zu haben (man hoffte ja eine Zeitlang, dass die Taliban zumindest Süd- und Westafghanistan soweit befrieden könnten, dass das Unocal/Delta/Bridas-Pipelineprojekt verwirklicht werden könnte - eine Hoffnung, die sich allerdings bald als trügerisch herausstellte), aber spätestens seit der Eroberung Kabuls durch die Taliban im September 1996, als deren barbarische Frauen- und Minderheitenpolitik endgültig offenbar wurde, wie auch mit der im selben Jahr bekannt gewordenen Taliban-Bin Laden-Connection kann von wie auch immer gearteter Unterstützung der Taliban durch die USA keine Rede mehr sein. Systematische Waffen- und Geldlieferungen seitens der USA an die Taliban wie in den 80er Jahren an die Mujahedin hat es ohnehin nie gegeben.
Wer sich für die Hintergründe jenseits kruder Verschwörungstheorien interessiert: Ahmed Rashid, Taliban - Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad, Knaur 2002.
Klingt zugegebenermaßen rassistisch (in Anlehnung an das deutsche Synonym) ist aber umgekehrt gemeint. Die Politik des Westens geht nach dem Motto vor "Afghanistan dem Westen". Auch wenn "der Westen" es gut meinen mag, dem afghanischen Volk die Demokratie zu bringen, weil sie sich in unserer Kultur als das Beste herausgestellt hat.
Allerdings kann man keiner Kultur "ihr Wesen" aufzwingen, selbst wenn dieses Wesen unangenehm, ungerecht, brutal (oder wie auch immer man es bezeichnen mag) ist. Es wird nicht klappen und gerade in Afghanistan haben sich schon ganz andere die Zähne ausgebissen und der Westen wird es auch nicht schaffen aus Afghanistan eine westlich orientierte Demokratie zu machen, wenn sie nicht mit brutaler Gewalt vorgehen will, was dem Ganzen einen inneren Widerspruch geben würde.
Eine Kultur kann sich nur und ausschließlich von innen heraus ändern, wenn die Veränderung nachhaltig sein soll. Und das braucht sehr viel Geduld und Zeit. Demnach ist die einzige auf Dauer Erfolg versprechende Variante aus Afghanistan heraus zu gehen und das Land sich selbst zu überlassen.
Die Menschen dort müssen selbst auf die Idee kommen, dass nur mit einem "demokratischen System" das Beste aus einer Gesellschaft herausgeholt werden kann, was ausdrücklich nicht nur ökonomisch gemeint ist.
Wir sollten uns hier im Westen erinnern, wie lange unser Demokratisierungsprozeß gedauert hat und wieviel Blut Schweiß und Tränen geflossen sind. Das möchten wir anderen ersparen, aber wir können es nicht!!! (Soviel Ausrufezeichen kann ich garn nicht setzen, wie erforderlich wären)
Das einzige, was wir tun können, ist ein gutes Beispiel geben. Ein globalisierter, rücksichtsloser Kapitalismus, der vor allem dem Westen nutzt, ist dabei sehr kontraproduktiv!!! (dto, wie oben)...
Es waren nicht die Taliban (die gibt es erst seit 1994!), sondern die Mujahedin vom Schlage eines Gulbudin Hekmatyar, Burhanuddin Rabbani und ab und zu auch Ahmad Shah Massoud, die vom Westen (Waffen aus USA, Geld aus USA und Saudi-Arabien, für Verteilung und Logistik vor Ort war Pakistan zuständig) als Widerstandsbewegung gegen die sowjetischen Besatzungstruppen und das DVPA-Regime von Karmal und Najibullah aufgebaut wurde. Dies zum Einen. Zum anderen entstanden die Taliban erst nach dem Sturz des Najibullah-Regime als Reaktion auf die durch die Kämpfe der siegreichen Mujahedin-Gruppen untereinander entstandene Anarchie insbesondere in Südafghanistan - und wurden prompt vom pakistanischen Militärgeheimdienst ISI für dessen Agenda ("strategische Tiefe gegen Indien") instrumentalisiert.
Den USA kann man in diesem Zusammenhang bestenfalls vorwerfen, gegen diese Entwicklung nichts unternommen zu haben, anfangs wohl auch noch wohlwollend abgewartet zu haben (man hoffte ja eine Zeitlang, dass die Taliban zumindest Süd- und Westafghanistan soweit befrieden könnten, dass das Unocal/Delta/Bridas-Pipelineprojekt verwirklicht werden könnte - eine Hoffnung, die sich allerdings bald als trügerisch herausstellte), aber spätestens seit der Eroberung Kabuls durch die Taliban im September 1996, als deren barbarische Frauen- und Minderheitenpolitik endgültig offenbar wurde, wie auch mit der im selben Jahr bekannt gewordenen Taliban-Bin Laden-Connection kann von wie auch immer gearteter Unterstützung der Taliban durch die USA keine Rede mehr sein. Systematische Waffen- und Geldlieferungen seitens der USA an die Taliban wie in den 80er Jahren an die Mujahedin hat es ohnehin nie gegeben.
Wer sich für die Hintergründe jenseits kruder Verschwörungstheorien interessiert: Ahmed Rashid, Taliban - Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad, Knaur 2002.
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