Kandahar 40 Menschen sterben bei Anschlag
In der südafghanischen Stadt explodierte eine Autobombe nahe dem Büro einer kanadischen Hilfsorganisation. Mindestens 40 Menschen wurden getötet, knapp 60 verletzt
Die Autobombe explodierte nach Angaben der Provinzregierung in Kandahar kurz nach Einbruch der Dämmerung nahe dem Büro einer kanadischen Hilfsorganisation. Laut dpa-Informationen richtete sich der Anschlag allerdings nicht gegen die Hilforganisation.
Unklar ist, ob es sich um eine Serie von Autobomben oder einen einzigen größeren, in einem Lkw platzierten Sprengsatz handelte. Ein Augenzeuge sagte, ein Restaurant habe gebrannt und ein Geschäft sowie andere Gebäude seien eingestürzt.
Unter den Toten seien neben einigen Polizisten vor allem zahlreiche Zivilisten. Durch die Wucht der Detonation gingen noch in bis zu einem Kilometer Entfernung Fensterscheiben zu Bruch, wie Augenzeugen berichteten. Nach dem Anschlag fielen am Tatort mehrere Schüsse, Polizei und Armee sperrten den Anschlagsort ab.
Kurz vor dem Anschlag waren vorläufige Ergebnisse der Präsidentschaftswahl vom vergangenen Donnerstag veröffentlicht worden. Demnach hat Amtsinhaber Hamid Karsai mit 40 Prozent der Stimmen die Wahl knapp für sich entschieden. In Afghanistan hat die Gewalt angesichts der Wahlen zuletzt stark zugenommen. Sie richtet sich vor allem gegen die ausländischen Truppen und die Regierung in Kabul.
Die Zahl der in Afghanistan gefallenen ausländischen Soldaten erreichte am Dienstag einen neuen Höchststand: Sie stieg 2009 auf 295, nachdem im Süden des Landes vier US-Soldaten bei einem Bombenanschlag getötet wurden. Noch nie wurden seit Beginn des Kriegs 2001 in einem Jahr so viele ausländische Soldaten getötet, wie die Website icasualties.org ermittelte. Im vergangenen Jahr hatte die Totenzahl mit 294 gefallenen Soldaten den bisherigen Höchststand erreicht.
- Datum 25.08.2009 - 22:24 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
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