Fotokunst

Voodoo aus Nollywood

Nicht Hollywood, nicht Bollywood, nein, hier geht es um Nollywood. Aber wofür steht das N? Welches Land vergleicht seine Filmbranche mit der amerikanischen Traumfabrik? Kaum zu glauben: Nigeria hat die zweitgrößte Filmindustrie der Welt, sie beschäftigt mehr Leute als Hollywood.

Die Filme entstehen binnen weniger Wochen, kosten kaum mehr als 15.000 Euro, werden hunderttausendfach auf DVD gepresst und für ein bis zwei Euro verkauft. In den USA gibt es sogar einen Nollywood-Sender. Die Geschichten sind simpel: "Es braucht nur einen Autounfall, einen Sarg und einen Vampir oder Geist – die bringen Spannung und Action", sagt ein nigerianischer Filmexperte. Nicht alles muss am Set inszeniert werden, die glaubwürdigsten Unfallszenen lassen sich vom Straßenrand aus filmen.

Der südafrikanische Fotograf Pieter Hugo hat sich Nollywood und seinen Helden genähert. Sein eben erschienener Bildband zeigt Zombies, lebendige Unfalltote, Wolfsmenschen, den lieben Herrn Jesus, Voodoo, Kunstblut, Kostüme, Spezialeffekte. Es sind ungewohnte Einblicke in die nigerianische Unterhaltungsindustrie. von Pieter Hugo unterläuft die Erwartungen westlicher Betrachter, die sich daran gewöhnt haben, dass Blut und Krankheit, Leid und Elend Afrikas nie gespielt sind.

Obechukwu Nwoye. Enugu, Nigeria, 2008

Leser-Kommentare

    • 25.08.2009 um 22:09 Uhr
    • marxo

    Schön, dass es einen Bildband dazu gibt.
    Fraglich, warum der Artikel hier auf "Voodoo" bauen muss. Es geht um Hexerei, Magie, Blutzauber, Menschenopfer und so weiter. Dem westlichen Kino nichts unbekanntes und samt und sonders Bestandteile eines durchschnittlichen Christentums, dem sich die meisten Filmemacher in Nigeria und Ghana wohl zurechnen würden. Mit dem Voodoo aus Benin und Haiti hat das nur entfernten Verwandtschaft nach zu tun.
    Am besten schaut man mal bei www.nollywood.com vorbei und schaut ein paar Trailer...

    http://nichtidentisches.w...

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