CDU nach den Wahlen Viel Schatten, wenig Licht
Mit den Landtagswahlen endet für die Union die angenehme Phase des Wahlkampfes. Statt eines klaren Signals für Schwarz-Gelb gab es einen ordentlichen Dämpfer
Fast könnte man meinen, die meisten CDU-Anhänger in Berlin kannten den Ausgang der Landtagswahlen schon im Vorhinein. Denn trotz des Superwahltags mit drei Landtags- (Thüringen, Sachsen, Saarland) und einer Kommunalwahl (Nordrhein-Westfalen) will sich das Foyer des Konrad-Adenauer-Hauses, wo die zentrale Wahlparty stattfindet, auch eine Viertelstunde vor 18 Uhr noch immer nicht richtig füllen.
Jene, die gekommen sind, nippen an ihrem Sekt und finden für die Stimmung selbst den passenden Ausdruck: "Gedämpft". Als die ersten Prognosen auf dem Bildschirm erscheinen, ist es jedoch eher Schockstarre, die sich breit macht. In vollkommener Stille erduldet das Parteivolk, was ihm da verkündet wird.
Minus zwölf Prozent im Saarland, minus zehn Prozent in Thüringen – auch wenn die Kanzlerin die Öffentlichkeit schon am Wochenende vorsorglich auf Verluste eingestimmt hatte: Das verschlägt den meisten dann doch die Sprache. Da ist es gut, dass die Zahlen aus Sachsen als letzte verlesen werden: 40,5 Prozent für die CDU. Ein leichtes Aufatmen geht durch den Raum. Als klar wird, dass die SPD dort sogar hinter die FDP zurückfällt, können dann doch manche einmal auflachen.
Der Schreck sitzt besonders tief, weil die Union bis dahin wie auf einer weichen Wolke durch den Bundestagswahlkampf gesegelt war. Seit Wochen sagen die Umfragen Schwarz-Gelb auf Bundesebene eine Mehrheit voraus. Und was die Sympathiewerte angeht, hat die CDU-Chefin Angela Merkel den Herausforderer von der SPD Frank-Walter Steinmeier ohnehin längst uneinholbar hinter sich gelassen. Thematisch wiederum schien die SPD einfach keine Angriffsfläche an einer Union zu finden.
Doch nun sieht die Sache plötzlich anders aus. Ein Schub für ein christdemokratisch-liberales Bündnis nach der Bundestagswahl wird von diesen Landtagswahlen jedenfalls nicht ausgehen. Schließlich hat eine solche Koalition in zwei von drei Bundesländern keine Chance. Auch von ihrem erklärten Wahlziel 40 plus x ist die CDU in zwei der drei Länder deutlich entfernt. Allein das Ergebnis in Sachsen kann als kleiner Hoffnungsschimmer dafür gedeutet werden, dass ein solches Ergebnis für die Union überhaupt noch im Bereich des Möglichen liegt.
Es ist der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen, der sich kurz nach sechs Uhr als erste offizielle Stimme an einer möglichst positiven Deutung des Wahlergebnisses versuchen muss. Zwei Trostpflaster hat er, der per Video zugeschaltet wird, im Gepäck: "Die CDU ist in allen Ländern stärkste Partei geworden", stellt Röttgen fest. Um dann möglichst schnell auf die Schwäche der SPD zu sprechen zu kommen. "Die klare politische Führung liegt bei der CDU."
Auch Generalsekretär Ronald Pofalla, der wenig später vor das schweigende Parteivolk tritt, tut, was er kann, um neben den "Schattenseiten", die er immerhin einräumt, möglichst viel "Licht" aufscheinen zu lassen.
- Datum 01.09.2009 - 10:34 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE 30.8.2009
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Die CDU ist die einzige Partei, die in allen Ländern Stimmen verloren hat. Die FDP und die Grünen die einzigen Parteien, die dreimal dazugewonnen haben. SPD und Linke haben je zweimal dazugewonnen und einmal verloren.
Ein Ergebnis, das mir gut gefällt, weil es zeigt, dass die Bürger sich mit einer überall bestimmenden Partei nicht wohl fühlen. Und weil die Ergebnisse in Richtung von immer mehr Koalitionsmöglichkeiten und Meinungsvielfalt weisen. Das bedeutet echte Wahlalternativen, statt Einheitsbrei.
Die Wähler sind also doch noch nicht so eingelullt, steuerbar und desinteressiert, wie es der Bundesregierung gut passen würde. Ein schönes Ergebnis!
Alles Gute
Kai Hamann
Die SPD ist anscheinend mit dem Klammerbeutel gepudert in der Art und Weise, wie sie an diesem Abend wieder über DIE LINKE herzieht und ihren Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine. Und die Medien spielen das Spiel mit in einer monotonen Wiederholungsschleife bedienen sie die alten Klischees.So verlogen kann Politik sein und so kleinkariert.Die SPD erscheint wirklich von allen guten Geistern verlassen,dass sie noch immer nach der imaginären Mitte sucht, die beim Wähler eindeutig nach links gerückt ist. So verspielt die SPD vermutlich ihre letzte Chance, wieder maßgeblichen Einfluss zu gewinnen und zu einer Reformpolitik zurüchzukehren, die wirklich denen nutzt, die sie unterstützen.
... als das angekratzte Ego ihrer Spitzenfunktionäre.
Man stelle sich vor, Oskar Lafontaine würde aus der Linken austreten und morgen Mitglied der CDU werden.
Dann würde die SPD eine 180 Grad-Wende in Bezug auf die Linke bis übermorgen geschafft haben. Oder?
Alles Gute
Kai Hamann
... als das angekratzte Ego ihrer Spitzenfunktionäre.
Man stelle sich vor, Oskar Lafontaine würde aus der Linken austreten und morgen Mitglied der CDU werden.
Dann würde die SPD eine 180 Grad-Wende in Bezug auf die Linke bis übermorgen geschafft haben. Oder?
Alles Gute
Kai Hamann
... als das angekratzte Ego ihrer Spitzenfunktionäre.
Man stelle sich vor, Oskar Lafontaine würde aus der Linken austreten und morgen Mitglied der CDU werden.
Dann würde die SPD eine 180 Grad-Wende in Bezug auf die Linke bis übermorgen geschafft haben. Oder?
Alles Gute
Kai Hamann
Es ist doch bei jeder Wahl das gleiche: Die Wahlprognosen sind ganz offensichtlich pro-CDU verbogen. Vielleicht liegt es ja daran, dass CDU-Wähler mittlerweile die einzigen sind, die bei Telefonumfragen nicht gleich auflegen - oder überhaupt noch ein Festnetztelefon haben. Ich kann jedenfalls nicht sehen, warum die CDU bundesweit ihr Ergebnis von 2005 wiederholen könnte. Wo soll das denn sein, wo sollen die Zuwächse denn herkommen, um die herben Verluste anderswo auszugleichen? Von Bayern bis zum Saarland: 10% weg, in Sachsen - ja, da gibt's keine Alternative, da sind die Leute dann halt zu Hause geblieben.
Ja, der SPD sterben die Wähler drastisch weg - aber der CDU doch genauso! Die jungen Leute können mit den alten Volksparteien nichts mehr anfangen. Aber vielleicht liegt es einfach daran, dass die ganzen unentschlossenen noch nicht mitgezählt werden. Am Tag vor der Wahl entschließen sie sich - und Überraschung! die Prognose von gestern taugt nichts. Die unentschlossenen sind ja wohl auch die einzigen, die sich ernsthaft um Politik kümmern - denn bei dem, was die Parteienlandschaft zur Zeit zu bieten hat, kann man ja nur unentschlossen sein.
Ich freue mich dann schon auf den Abend des 27. Septembers, bei der das Merkel mal wieder die Mundwinkel bis in den Keller runterziehen wird. Die glauben das mit den Umfragen ja auch. Die glauben, man dürfe nur keine Fehler im Wahlkampf machen, dann klappt das schon - also einfach nichts tun, und auch keinerlei Sachthemen ansprechen. Nicht, dass die anderen Parteien sonderlich glaubwürdig wären oder sonderlich überzeugende Lösungen hätten: Die CDU hat gar nichts. Sie will auch gar nichts haben.
Deshalb, bitte liebe Wähler: SPD unter 20% ist ja gut, das kann man so lassen. Diese Partei muss dringend resozialdemokratisiert werden. Bringt die CDU aber auch unter 30%. Diese Partei ist zwar nicht zu retten, aber wenigstens kommt sie dann nicht mehr an die Macht.
Wetten?
meine Vorhersage zu den Länder-Wahl: Die Wähler zur BT-Wahl werden ganz schön genasführt werden!
Eine kleine Veräppelung der saarländischen Wähler gabs ja schon vor der Wahl: Jeder nahm an, sie würde zeitgleich mit der BTW stattfinden, da entschied die CDU-Regierung, die Wahl passe am besten mit den anderen LT-Wahlen zusammen - ?? - Spekulation auf niedrige Wahlbeteiligung! (Die Schwarzen gehen immer wählen, wenn sie aufgefordert werden, gibt auch viele Kirchgänger drunter, die sonntags ohnehin draußen sind. Andere würden vllt wegen der uninteressanten Nur-LT-Wahl zuhause bleiben)
(Zuerst am Freitag gepostet)
Jetzt meine Vorhersage, nach Umfrage FGW vom 21.08.09: CDU 36%, SPD 26%, Grüne 6%, FDP 9%, Linke 16%, And. 7% - Mehrheit bei > 46%
Es wird nicht reichen für Schwarz-Gelb: 45%, nicht für Rot-Rot: 42% - bleiben Jamaika: 51%, Rot-Rot-Grün: 48% und GroKo: 62%
Was wird passieren - Ganze 4 Wochen nichts, bis nach der BT-Wahl!
Wieso: Festlegung auf Jamaika würde GroKo-Anhänger im Bund verprellen, Festlegung auf GroKo umgekehrt. Wenn auch Rot-Rot-Grün im Bund keine Mehrheit hat, würde eine Festlegung im Saarland ein Teil der Grünen im Bund abschrecken - Also, keinesfalls eine Präferenz zeigen vor der BT-Wahl!
(Heute) Für Thüringen genauso: Ob's Rot-Rot wird, werden wir frühestens in 4 Wochen wissen.
Das wird noch lustig werden insbes. kurz vor der BT-Wahl: Die Journalisten werden krampfhaft versuchen, von den saarländischen Spitzenkandidaten (thüringer genauso) eine Tendenz zu erfahren, diese werden sich aalgleich entwinden.
Harald Artur Irmer
die Grosse-Zahl der NICHT-WÄHLER, hier gabs wohl nochmals einen profunden Dämpfer für die "VolksNahe Politik der Altvorderen" !!
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen." (Karl Valentin)
nicht ausreicht, zu allen wichtigen Themen lächelnd zu schweigen. Wenn sie dann geredet hat, setzte sie ausgerechnet auf "Wachstum": Etwas, das eng verbunden ist mit den Ursachen der Krise. Mit halbherzigen Wischiwaschi-Konzepten lassen sich zukünftige Aufgaben nicht lösen. Die SPD profitiert vielleicht davon, dass die Leute befürchten, sie verschwindet ganz von der Bildfläche, wenn man sie nicht wählt - jedenfalls habe ich das öfters um mich herum gehört. Interessant ist die Zahl der Nichtwähler: Wenn wir Wahlbeteilungen unter 50 % bekommen sollten, dann wäre es angebracht, vermehrt an diese neue Mehrheit zu denken. Ich würde es begrüßen, wenn die großen "Volksparteien" so schrumpfen, dass man einen anderen Begriff für sie finden müsste. Wenn die Macht, die man jahrzehntelang wie selbstverständlich hatte, verloren zu gehen droht, dann bewegt sich vielleicht etwas.
Nach der Zusammenlegung von DDR und BRD hat man mal genau hingeschaut.
Und siehe da, es kam heraus, die SED hatte gute Mitglieder und böse Mitglieder.
Als man noch überlegte, wie man es bloß schaffen soll, die Spreu vom Weizen zu trennen, wurde plötzlich offenbar, dass die guten Mitglieder schon längst gemerkt hatten, dass sie die Guten sind.
Deshalb hatten sie sich zu einer Blockpartei zusammengeschlossen, das ist so etwas wie die Gleicheren unter den Gleichen.
Und, wie es der Zufall will, hatten sie sich CDU genannt.
Auf dass sie sich untereinander leichter erkennen konnten, weigerten sie sich, rote Socken zu tragen.
So kam es, dass die CDU (West) 1990 lauter prima neue Mitglieder erhielt.
Die Bösen wollten natürlich auch unterkommen und schrien laut nach Einlass vor den Türen der anderen Parteien.
Bis man sich schließlich erbarmte und sie einließ, unter der Bedingung, dass sie ihre stinkenden roten Socken ausziehen mögen.
Manche (man erinnere sich: sie sind ja die Bösen) zogen einfach nur andersfarbige Socken drüber, um die barmherzigen Parteien zu täuschen.
Das haben die jetzt davon!
Im Ernst:
Die DDR-Bürger haben nicht ihre Haut und ihr Leben auf den Leipziger Montagsdemos riskiert, nur um dann zwei Jahre später vom Wessi-Alteigentümer aus ihrem Haus gejagt zu werden.
Auch nicht um arbeitslos zu werden weil ihr gesamtes Land wegen einer bestimmten Wirtschaftsideologie von der Treuhandanstalt verramscht wurde.
So lange die "großen Volksparteien" das nicht verinnerlichen und daraus ihre Schlüsse ziehen, wird "Die Linke" sie weiter ärgern.
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