Sie seien die einzigen Überlebenden einer Gruppe von 80 Menschen, die vor drei Wochen mit einem Schlauchboot die libysche Küste verlassen hätten, sagten die Flüchtlinge nach ihrer Rettung vor der Mittelmeerinsel Lampedusa. Die übrigen seien auf der Überfahrt an den Entbehrungen gestorben und über Bord geworfen worden. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Zwei der Geretteten, darunter eine Frau, sind nach Angaben der Behörden in sehr schlechter Verfassung. Sie werden in einem Krankenhaus behandelt. Alle seien "bis auf die Knochen abgemagert", berichteten humanitäre Helfer, die die fünf Flüchtlinge auf Lampedusa betreuen.

Das zuständige Polizei-Kommando, das die Rettung koordiniert hatte, nahm die Berichte mit Zurückhaltung auf und gab an, sie überprüfen zu wollen. Weil die Boote häufig See-untauglich sind und die Insassen häufig völlig entkräftet, kommt es im Mittelmeer häufig zu solchen Dramen. Allerdings kommen kaum noch Boote aus Libyen auf Lampedusa an, weil die Regierungen in Tripolis und Rom sie in gemeinsamer und höchst umstrittener Aktion auf See abfangen und nach Libyen zurückbringen.